Ein Experiment: analog s/w photographieren 005 bzw. 002A

Ein Freund wies mich auf die großen Unterschiede hin, die das Belichtungsmesssystem seiner digitalen Spiegellosen anzeigte im Vergleich zu der genannten App in Folge 002 dieser Blog-Folge. Er vermutete, dass die App von sehr zweifelhafter Qualität wäre. Ich werde dies auch noch einmal ausführlich prüfen im Vergleich zu kalibrierten, guten Handbelichtungsmessern. Ich denke aber, dass es sich eher um Unterschiede anderer Art handelt: In der Kamera ist ein Mehrbereichs-Messsystem (“Matrix Metering”) eingebaut. Mehrere Bereiche im Bild werden – getrennt voneinander – ausgemessen. Darauf wird ein Algorithmus angewendet, der sicherstellen soll, dass die hellsten und die dunkelsten Stellen nicht über- bzw. unterbelichtet werden. Außerdem wird so eine mehr oder weniger clevere Belichtung unter schwierigen Verhältnissen, etwa Gegenlicht, erleichtert, weil die Kamera dies erkennt.

Ein einfacher Belichtungsmesser kann diese komplexen Vorgänge des Bewertens und in-Beziehung-Setzens unterschiedlicher Messwerte nicht. Er ist auf das so genannte Mittelgrau kalibriert, die festgelegte Mitte zwischen schwarz und weiß. Dieses Grau reflektiert 18 % des  einfallenden Lichtes. – Und der Messwert, den ein Belichtungsmesser (ob nun ein teures Handgerät oder eine App) anzeigt, muss noch bewertet werden – durch den Menschen. “Ein Experiment: analog s/w photographieren 005 bzw. 002A” weiterlesen

Walt Whitman und Street Photography

Neulich hörte ich wieder einmal einige Folgen von Jeff Curtos Camera Position Podcast über die kreative Seite der Photographie, so auch die Folge 191 vom Januar 2017. Curto kommt auf Whitman, weil der im neunzehnten Jahrhundert ja auch das Demokratische und Freiheitliche der USA in den Blick genommen hat. – Im Januar 2017 zum neuen Präsidenten vielleicht etwas, das in Erinnerung gerufen werden sollte.

Curto ist ja pensionierter Photographie-Dozent; was ich anregend finde, ist seine Beobachtung, dass die Bilder, die Whitman von den Städten, Ständen und Berufen in seinen (metrisch-freien) Gedichten von den Menschen, den Städten und Straßen der USA zeichnet, gerade in ihrer feinen und typischen Beobachtung an die klassische Street Photography etwa Cartier-Bressons erinnern. “Walt Whitman und Street Photography” weiterlesen

Seite “Musikproduktion” neu erstellt

Meine Musikproduktions-Seite habe ich heute neu erstellt. Sie bietet eine erste Information, ob wir zueinander kommen können, wenn Sie Beschallung oder Aufnahme, Audiobearbeitung oder CD-/online-Musik-Veröffentlichung planen.

Einige Hinweise zu den Stilen, die mir vertraut sind, finden Sie dort ebenso wie Hinweise zu meiner technischen Ausstattung und den Kosten, wo dies einigermaßen pauschal abgeschätzt werden kann.

Details können Sie gern anfragen, wenn es aber um Produktionen geht, für die kein Budget zur Verfügung steht, stehe ich in der Regel auch nicht zur Verfügung. Meine Zeit ist kostbar, die Tontechnik betreibe ich nicht (nur) zum Vergnügen.

Ein Experiment: analog s/w photographieren 004

Einmal angenommen, der erste Film ist nun belichtet. Wahrscheinlich fällt denen, die vorher ausschließlich digital photographiert haben, auf, wie kurz so ein Film ist: 36 Aufnahmen (bestenfalls)… Das bedeutet ja, auszuwählen. Das ist einer der Pluspunkte des Analogen: Vor dem Auslösen macht man sich mehr Gedanken. Später auszusortieren (wie bei der Speicherkarte) ist möglich, aber es kostet Geld.

Der Film ist also belichtet. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, wie es weitergehen kann. “Ein Experiment: analog s/w photographieren 004” weiterlesen

Live-Beschallung: Musik der Reformationszeit in Stift Fischbeck

Gestern fand im Stift Fischbecken ein “Abteipicknick” mit Musik der Reformationszeit statt. Neben den fünf Musiker/inne/n war ich für guten Ton engagiert. Zwei Gamben, zwei Ghrottae, dazu Gesang bzw. Percussion, das ist eben eher leise Musik.

Gerade solche zerbrechlichen Klänge erfordern einigen tontechnischen Aufwand, wenn es denn gut klingen soll: Ausgewählte Kondensatormikrophone, zwei Großmembraner für die Gamben, zwei Kleinmembran-Studiomikros für die Ghrottae und ein Electret-Kondensatormikrophon für die Sängerin/Percussionistin. Von da durchs digitale Multicore ins Digitalmischpult, von da auf die Gesangsanlage, die den Kreuzgang beschallte, denn dieser Sommer fiel gestern ins Wasser.

Bei diesen widrigen Verhältnissen schlugen sich Linda Hamann, Eva Sophie Schmidt, Uta Mehlig, Dieter Klaus Peise und Karl-Ludwig Schmidt wacker. Für mich besonders herausfordernd fand ich die bei den Tanz- und Unterhaltungsstücken stark wechselnden Instrumente. Maultrommeln, Flöten, Streichpsalter u.v.a.m. Quasi prima vista gilt es, den erforderlichen Vorverstärkungspegel zu schätzen.

Eigentlich ein kleines Konzert, feine Musik, die kaum Beachtung findet und teils zu Unrecht vergessen scheint. Andererseits ist ein Kreuzgang (zum Innenhof offen) im strömenden Regen nicht unbedingt der ideale Ort für die empfindlichen Instrumente, gerade was deren Stimmung angeht. So wurde es ein Kampf um Intonation und gegen die widrigen Verhältnisse. Leider.

Ein Experiment: analog s/w photographieren 003

Nun haben wir die Kamera, den schwarz-weiß Film und auch einen Belichtungsmesser. Jetzt kann es also losgehen mit den Aufnahmen. Dabei gilt es zu beachten, dass der Verzicht auf Farbe ja zu einer Verfremdung und Abstraktion der Bilder relativ zum aufgenommenen Objekt führt. – Vielleicht ist dies sogar der eigentliche Grund, schwarz-weiß zu photographieren?

Wer “etwas” aufnimmt, weil es sie oder ihn anspricht, kommt schnell dahin, zu bemerken, dass einzelne Bilder besser oder schlechter funktionieren in schwarz-weiß. Wenn dieses Umdenken vor der Aufnahme geschieht, dann hat man das erreicht, was manchmal mit dem Übergang zwischen Knipsen und gestalteter Photographie beschrieben wird. – In Zeiten, in denen der Ton bei Digitalkameras ausgeschaltet werden kann, ist das onomatopoetische Wort “knipsen” weniger angebracht.  Ich spreche lieber vom Prävisualisieren für die Vorstellung vom fertigen Bild vor der Aufnahme. “Ein Experiment: analog s/w photographieren 003” weiterlesen

Ein Experiment: Analog s/w photographieren 002

Nachdem wir nun einen Film und eine Kamera haben, stellt sich die Frage, wie wir die Belichtung bestimmen. Sollte die Kamera Belichtungszeit und Blende selbst wählen, haben wir keine andere Wahl. Ideal aber wäre es, wenn wir hier selbst vorwählen könnten.

Gerade ältere Kameras haben oft keinen Belichtungsmesser eingebaut (oder – auch nicht schlecht) Zeit und Blende funktionieren leidlich genau manuell, der Belichtungsmesser aber erfordert eine Batterie (die leer ist, ausgelaufen oder nicht mehr erhältlich oder was auch immer): Dann müssen wir selbst messen. “Ein Experiment: Analog s/w photographieren 002” weiterlesen

Redaktion und Lektorat – der Herbst kann kommen…

Bei unterschiedlichen Arbeiten gibt es jeweils typische Rhythmen und Stoßzeiten. Bei der redaktionellen Bearbeitung von Texten und dem Lektorat sind das September bis November und Februar bis Ende April/Anfang Mai.

Ich weiß nicht, ob das an den Abgabeterminen für Promotionen oder Diplom-/Examensarbeiten liegt. Viele der Texte, die ich redigiere, sind nicht akademische Werke, sondern einfache Firmenbroschüren, Anleitungen oder private Buchprojekte. “Redaktion und Lektorat – der Herbst kann kommen…” weiterlesen

Ein Experiment – analog s/w photographieren 001

Immer mal wieder fragt mich jemand, wie man denn “einfach mal so” analog schwarz-weiß zu photographieren versuchen kann. Aber bitte ohne viel Aufwand, ohne große Investitionen.  Weil es hierzu ja zahlreiche Möglichkeiten ganz unterschiedlicher Art gibt, habe ich eine kleine Serie vor. In den Folgen gehe ich jeweils auf einen oder einige Aspekte ein.

Analog – also Film: Aber welcher?

Ich bestelle meine Filme meist in größeren Packungen bei den einschlägigen Versendern, bei macodirect, bei Nordfoto oder fotoimpex. Wer bloß einen einzelnen Film kaufen möchte, ist da aber wegen der Versandkosten nicht so gut bedient. “Ein Experiment – analog s/w photographieren 001” weiterlesen

über die Kanalisierung…

Früher gab es drei Fernsehprogramme. Die boten das Sortiment eines Tante-Emma-Ladens: Gemischt mit wenig Auswahl. Etwas Unterhaltung, Kultur, Politik, Schulfernsehen… Dann kamen zahlreiche neue Programme dazu, einige füllten mit ausschließlich Musikvideos die Zeit, andere mit Serien usw. Das gilt ähnlich im Bereich Radio und erst recht im Internet.

Nur denke ich drüber nach, ob das erforderlich ist, dass man so für spezielle Konsumenten quasi sortierte Kanäle anbietet. Ist es also nötig, dass jemand mit mehreren Interessen mehrere Kanäle bietet? Stephan Wiesner z.B. hat neben dem Foto-Blog noch etwas zu Bergwandern… aber in einem separaten Kanal. “über die Kanalisierung…” weiterlesen