ein Geburts­tags-Por­trait (vor 14 Jah­ren): M.

Als M. neun­zehn wur­de, habe ich ihm Por­traits von ihm und sei­ner dama­li­gen Freun­din (und jet­zi­gen Frau) geschenkt. Ges­tern war wie­der so ein Geburts­tag des M., jetzt ist er 33! – Und ich dach­te, dass das pas­sen könn­te, über mei­ne Por­traits etwas zu schrei­ben. – Einen Brief an M. habe ich ges­tern geschrie­ben und hof­fe, dass er den heu­te erhält.

Ich lie­be Ton­wert-Par­ti­tu­ren. Bei mir geht es nicht um Effek­te, dar­über, mit Licht eine Stim­mung schaf­fen zu wol­len, habe ich vor vie­len Jah­ren (eher Jahr­zehn­ten) mal nach­ge­dacht und damals geübt. Okay, das kann man. Mir geht es aber auch bei Bil­dern von Men­schen, die ich fast aus­schließ­lich ver­schen­ke, weil ich so viel Arbeit damit habe, dass ich mir die nicht bezah­len las­sen könn­te, so dass es ange­mes­sen wäre. Und unter Preis geht auch nicht. Also bin ich zu dem Ergeb­nis gekom­men: Ich ent­schei­de, was und wen ich pho­to­gra­phie­re. Dafür, für den Men­schen und für die Bil­der, mache ich mir gern ein Wochen­en­de Arbeit für ein Bild mit – wenn erfor­der­lich – acht oder zwölf Stun­den im Photolabor.

Damals habe ich zwei oder drei Roll­fil­me mit der Has­sel­blad 500c/​m (und 3.5÷100 mm) belich­tet mit zwei Stu­dio­blit­zen und Durch­licht­schir­men. Es gab neben Bil­dern von M. auch Bil­der von L., sei­ner Freundin/​Frau, und auch sol­che, auf denen die bei­den gemein­sam sind. – Ins­ge­samt also etwa 36 Auf­nah­men (wenn es denn drei vol­le Fil­me sind). Davon allein ist M. auf etwa einem Drit­tel, also rund auf zwölf Nega­ti­ven. Eini­ge eher leger geklei­det mit T‑Shirt, eine eher etwas fei­ner (wie hier). Kurz gesagt: Es ist ein Bild von etwa sechs Auf­nah­men in die­sem Outfit.

Der Vor­teil bei weni­gen Auf­nah­men ist, dass mein Gegen­über, die oder der pro­trai­tier­te, nicht ermü­det. Bei man­chen, die hun­der­te Bil­der auf­neh­men, ist irgend­wann alle Inter­ak­ti­on mit mir und alles Leben im Gesicht gewi­chen zuguns­ten der Lan­ge­wei­le oder Ermüdung.

Vor dunk­len Hin­ter­grün­den habe ich kei­ne Angst: Ich möch­te ja das Gesicht eine Geschich­te erzäh­len las­sen, und dazu brau­che ich ein voll durch­ge­zeich­ne­tes Nega­tiv. Wel­che Berei­che ich anschlie­ßend bei der Aus­ar­bei­tung ein­fach schwarz wie­der­ge­be, wel­che Berei­che die eigent­li­che Geschich­te erzäh­len, das ent­schei­de ich nach der Auf­nah­me. Und dazu ist mein Auf­nah­me­pro­zess ange­legt. Ent­spre­chend reich­lich belich­te ich, ent­wick­le ange­mes­sen und ent­schei­de dann im Labor (oder bei der digi­ta­len Aus­ar­bei­tung), wie es weitergeht.