Fritz Sie­bert, Cem­ba­lo – auf­ge­nom­men von mir…

Bei die­ser CD han­delt es sich um eine klei­ne aber fei­ne musi­ka­li­sche Visi­ten­kar­te aus dem Jahr 2011, mit der sich der Cem­ba­list Fritz Sie­bert einem grö­ße­ren Publi­kum  prä­sen­tier­te. – Hier ein Stück zur Pro­be (Jean-Phil­ip­pe Rame­au, Gavot­te et six dou­bles, dar­aus die Gavot­te).

Die Auf­nah­men mach­te ich in einem inzwi­schen abge­ris­se­nen, aber sehr wohl­klin­gen­den Gemein­de­haus in Han­no­ver. Mit nur zwei Neu­mann KM-184 in ORTF-Auf­stel­lung (wir haben vor­her ande­res ver­sucht) kamen wir zu die­sem Ergeb­nis, das uns über­zeug­te. Sehr direkt, schlicht.

An einem Frei­tag bau­ten wir das Cem­ba­lo auf, such­ten gut eine Stun­de lang den bes­ten Platz im Saal (viel Par­kett, getä­fel­te Wän­de, Fens­ter, deren Vor­hän­ge wir vor­ge­zo­gen hat­ten). Der Raum ist hoch und klang sehr gut. Allein: Eini­ge Lam­pen­ver­klei­dun­gen gerie­ten durch das Cem­ba­lo in Schwin­gung. Am Frei­tag waren Fritz Sie­bert und ich guter Din­ge. Die Auf­nah­men waren für den Sams­tag geplant.

Die größ­te Her­aus­for­de­rung aber bil­de­ten tags drauf die Vögel, die vor den Fens­tern schrien und san­gen. Abends waren die ruhig gewe­sen. Die Stra­ße ist hin­rei­chend weit weg. – Die Vögel aber hat­ten wir nicht erwar­tet.

In die Fens­ter­ni­schen bau­ten wir Tür­me aus Umzugs­kar­tons mit Ver­klei­dungs­ma­te­ri­al, Kos­tü­men usw. von einem Kin­der-Musi­cal. Wohl dem, der so etwas vor­fin­det… Ich habe auf­ge­nom­men mit einem Mac­Book und einem Fire­face von RME, auf den Ohren hat­te ich bei der Auf­nah­me mei­nen geschlos­se­nen Senn­hei­ser HD265-Kopf­hö­rer, den in seit bald zwan­zig Jah­ren bei Auf­nah­me regel­mä­ßig nut­ze. Durch die geschlos­se­ne Bau­wei­se höre ich nur, was auf der Auf­nah­me ankommt. Da ich lei­se höre, dringt auch nichts bzw. nur sehr wenig nach drau­ßen.

Nach­be­ar­bei­tung

im enge­ren Sin­ne fand nicht statt. Ich habe geschnit­ten, ja. Wir haben jedes Stück mehr­fach auf­ge­nom­men, und teils zusam­men­ge­fügt. Beim Cem­ba­lo ist das bedeu­tend ein­fa­cher als beim Pia­no, weil hier ja kei­ne Dyna­mik im enge­ren Sin­ne eine Rol­le spielt. Das Erset­zen einer Pas­sa­ge durch einen ande­ren Take war also mög­lich, sofern das Tem­po pass­te. Ande­rer­seits ist der Klang des Cem­ba­los ja doch dadurch geprägt, dass vie­le Anschlä­ge erfol­gen – und oft klin­gen Töne wei­ter in den neu­en Ton hin­ein. Wer also erst­mals Cem­ba­lo schnei­det, was bei mir nicht der Fall war, der denkt es sich mög­li­cher­wei­se zu ein­fach.

Die Schnit­te haben Fritz Sie­bert und ich eng abge­spro­chen. Die Rei­hen­fol­ge der Stü­cke leg­te der Musi­ker fest und ich küm­mer­te mich um die Laut­stär­ke und Laut­heit und das abschlie­ßen­de Mas­te­ring (kei­ne Kom­pres­si­on, mini­ma­le Fre­quenz­gang­kor­rek­tu­ren). Die Gra­phik zur CD besorg­te der Bru­der des Musi­kers, bei­des, Gra­phik­da­tei­en und DDP schick­te ich dann in die Fer­ti­gung.

Ich emp­feh­le auch die aktu­el­le CD von Fritz Sie­bert sehr, die beim Label Cybe­le-Records erschie­nen ist. Sie wur­de nomi­niert für den Preis der deut­schen Schall­plat­ten­kri­tik und spricht mich beson­ders durch die Aus­wahl der Wer­ke Johann Sebas­ti­an Bachs sehr an.