Aktuelle Aufnahme: Kurzgeschichten und Jazz-Piano

CD-Aufnahmen September 2017

Ein Samstag im September: Mit einem Satz Mikrophone, Vorverstärker und Aufnahmegerät sowie Zubehör besuche ich den Pianisten, der den heimischen Flügel hat frisch stimmen lassen.

Das Konzept der CD, die entsteht, ist, dass Kurzgeschichten mit Pianostücken gerahmet werden. Um die Aufnahmen dieser Stücke geht es heute. Wir nehmen sechs Spuren auf, eine mit XY-Kleinmembranmikrophonen, eine ORTF-Aufstellung mit Großmembranmikrophonen, sowie ein M/S-Paar. “Aktuelle Aufnahme: Kurzgeschichten und Jazz-Piano” weiterlesen

Fritz Sie­bert, Cem­ba­lo – auf­ge­nom­men von mir…

Bei die­ser CD han­delt es sich um eine klei­ne aber fei­ne musi­ka­li­sche Visi­ten­kar­te aus dem Jahr 2011, mit der sich der Cem­ba­list Fritz Sie­bert einem grö­ße­ren Publi­kum  prä­sen­tier­te. – Hier ein Stück zur Pro­be (Jean-Phil­ip­pe Rame­au, Gavot­te et six dou­bles, dar­aus die Gavot­te).

Die Auf­nah­men mach­te ich in einem inzwi­schen abge­ris­se­nen, aber sehr wohl­klin­gen­den Gemein­de­haus in Han­no­ver. Mit nur zwei Neu­mann KM-184 in ORTF-Auf­stel­lung (wir haben vor­her ande­res ver­sucht) kamen wir zu die­sem Ergeb­nis, das uns über­zeug­te. Sehr direkt, schlicht.

An einem Frei­tag bau­ten wir das Cem­ba­lo auf, such­ten gut eine Stun­de lang den bes­ten Platz im Saal (viel Par­kett, getä­fel­te Wän­de, Fens­ter, deren Vor­hän­ge wir vor­ge­zo­gen hat­ten). Der Raum ist hoch und klang sehr gut. Allein: Eini­ge Lam­pen­ver­klei­dun­gen gerie­ten durch das Cem­ba­lo in Schwin­gung. Am Frei­tag waren Fritz Sie­bert und ich guter Din­ge. Die Auf­nah­men waren für den Sams­tag geplant.

Die größ­te Her­aus­for­de­rung aber bil­de­ten tags drauf die Vögel, die vor den Fens­tern schrien und san­gen. Abends waren die ruhig gewe­sen. Die Stra­ße ist hin­rei­chend weit weg. – Die Vögel aber hat­ten wir nicht erwar­tet.

In die Fens­ter­ni­schen bau­ten wir Tür­me aus Umzugs­kar­tons mit Ver­klei­dungs­ma­te­ri­al, Kos­tü­men usw. von einem Kin­der-Musi­cal. Wohl dem, der so etwas vor­fin­det… Ich habe auf­ge­nom­men mit einem Mac­Book und einem Fire­face von RME, auf den Ohren hat­te ich bei der Auf­nah­me mei­nen geschlos­se­nen Senn­hei­ser HD265-Kopf­hö­rer, den in seit bald zwan­zig Jah­ren bei Auf­nah­me regel­mä­ßig nut­ze. Durch die geschlos­se­ne Bau­wei­se höre ich nur, was auf der Auf­nah­me ankommt. Da ich lei­se höre, dringt auch nichts bzw. nur sehr wenig nach drau­ßen.

Nach­be­ar­bei­tung

im enge­ren Sin­ne fand nicht statt. Ich habe geschnit­ten, ja. Wir haben jedes Stück mehr­fach auf­ge­nom­men, und teils zusam­men­ge­fügt. Beim Cem­ba­lo ist das bedeu­tend ein­fa­cher als beim Pia­no, weil hier ja kei­ne Dyna­mik im enge­ren Sin­ne eine Rol­le spielt. Das Erset­zen einer Pas­sa­ge durch einen ande­ren Take war also mög­lich, sofern das Tem­po pass­te. Ande­rer­seits ist der Klang des Cem­ba­los ja doch dadurch geprägt, dass vie­le Anschlä­ge erfol­gen – und oft klin­gen Töne wei­ter in den neu­en Ton hin­ein. Wer also erst­mals Cem­ba­lo schnei­det, was bei mir nicht der Fall war, der denkt es sich mög­li­cher­wei­se zu ein­fach.

Die Schnit­te haben Fritz Sie­bert und ich eng abge­spro­chen. Die Rei­hen­fol­ge der Stü­cke leg­te der Musi­ker fest und ich küm­mer­te mich um die Laut­stär­ke und Laut­heit und das abschlie­ßen­de Mas­te­ring (kei­ne Kom­pres­si­on, mini­ma­le Fre­quenz­gang­kor­rek­tu­ren). Die Gra­phik zur CD besorg­te der Bru­der des Musi­kers, bei­des, Gra­phik­da­tei­en und DDP schick­te ich dann in die Fer­ti­gung.

Ich emp­feh­le auch die aktu­el­le CD von Fritz Sie­bert sehr, die beim Label Cybe­le-Records erschie­nen ist. Sie wur­de nomi­niert für den Preis der deut­schen Schall­plat­ten­kri­tik und spricht mich beson­ders durch die Aus­wahl der Wer­ke Johann Sebas­ti­an Bachs sehr an.