Mono­­chrom-Cast Nr. 015: wohin soll man wol­len mit sei­nen Bil­dern?

Ein Freund traf sich mit Jim Rake­te in Ber­lin. Der woll­te von ihm wis­sen, zu wel­chem Ziel und Zweck der Freund ein Pho­to­pro­jekt betrei­be, was er errei­chen wol­le.

Das ist der Aus­gangs­punkt mei­nes Nach­den­kens über fei­ne Bil­der und ob es die auch am Bild­schirm gäbe, wie die Rezep­ti­on auf Bil­der wirkt und was sie bewirkt. Wie das Ver­hält­nis von Mit­teln und Zwe­cken ist und ob die Pho­to­gra­phie »Kunst um der Kunst Wil­len« sein kön­ne.

Heu­te mal eine etwas län­ge­re Fol­ge, was dar­an liegt, dass ich das The­ma für eini­ger­ma­ßen umfang­reich hal­te.

Mono­­chrom-Cast Nr. 014: fei­ne Bil­der – mei­ne Erwar­tun­gen an mei­ne Bil­der

Fei­ne Bil­der erfor­dern, dass die Bild­au­toren sich fest­le­gen, wie das Bild denn nun gemeint ist. Das bedeu­tet: Erst wenn es gedruckt oder ver­grö­ßert ist, ist es ein Bild. Als Datei, hier bin ich nun, ich kann auch anders, das nichts.

Ich schil­de­re mei­ne Anfor­de­run­gen an fei­ne Bil­der, näm­lich eine aus­ge­präg­te Duch­zeich­nung, kei­ne unge­klär­ten Tie­fen, kei­ne aus­g­brannt wei­ßen oder rein schwar­zen Stel­len im Nega­tiv bzw. in der Datei. – Ich spre­che über die Wahl der Papie­re, die ich ein­set­ze, und sage, war­um ich die­se mag. Es geht um Bild­grö­ßen, auch rela­tiv zur Auf­nah­me­brenn­wei­te…

Mono­­chrom-Cast Nr. 013: hybrid, bloß wie? – Ob’s einen Kalen­der gibt?

Pho­to­gra­phie­ren auf Film ist nicht schwie­rig, eher sogar ein­fa­cher als digi­tal. Allein: In dem Moment, in dem die Fil­me digi­ta­li­siert wer­den müs­sen oder sol­len, da wird es anspruchs­voll und mit­un­ter teu­er sowie zeit­auf­wen­dig, denn Scan­ner hat­ten ihre hohe Zeit um das Jahr 2006; das ist lan­ge her. – Vie­le gute Gerä­te sind seit­her gebraucht sehr teu­er gewor­den, neue Model­le gibt es kaum noch. – Wie also die Nega­ti­ve in den Com­pu­ter bekom­men?

Wie erstel­le ich mei­nen Jah­res­ka­len­der für 2018?

Mono­­chrom-Cast Nr. 012: Abs­trak­ti­on statt Motiv­pro­gramm

»Hät­te, hät­te, Fahr­rad­ket­te«, Kopen­ha­gen, Lei­ca M6

In die­ser Fol­ge geht es um ver­schie­de­ne Her­an­ge­hens­wei­se an Pho­tos: Ein Trend ist, bestimm­te Spots abzu­ha­ken, die rele­van­ten Moti­ve im pas­sen­den Licht (dafür gibt es Apps fürs Smart­pho­ne, die zei­gen, wann die Son­ne genau wo steht). – Das ist nicht mei­ne Welt, sol­che Bil­der inter­es­sie­ren mich nicht.

Statt des­sen brau­che ich die rich­ti­ge »Gestimmt­heit«, um zu fin­den, was mich anspricht, gleich wo. Poe­ti­sche Augen­bli­cke gibt es über­all. Aus­ge­wo­ge­ne Kom­po­si­tio­nen kön­nen auf dem Wald­bo­den eben­so ent­ste­hen wie in der Fer­ne.

Mono­­chrom-Cast Nr. 011: Von schwarz und weiß

In die­ser Fol­ge geht es dar­um, dass schwarz und weiß in der ana­lo­gen Pho­to­gra­phie gar nicht ein­fach zu erzie­len sind. Dass es eine Viel­zahl von Her­aus­for­de­run­gen zu meis­tern gilt, um eine Ver­grö­ße­rung, so anzu­le­gen, dass schwarz und weiß pas­sen. Die Vor­stel­lung muss erst­mal da sein: Wie soll mein Bild aus­se­hen, wie soll es wir­ken? Es braucht, um vom Ist-Zustand zum Soll zu gelan­gen, mehr als bei der Kon­to­über­zie­hung. Ein gerüt­tel­tes Maß an Labor­tech­nik, die rich­ti­gen Papie­re und Ent­wick­ler braucht es, um die Ton­wer­te ent­spre­chend zu steu­ern.

Nicht alle Bil­der nut­zen die gesam­te Palet­te zwi­schen den Extre­men in glei­cher Wei­se: Gera­de sol­che, die bloß eini­ge weni­ge Ton­wer­te gebrau­chen, sind oft beson­ders anre­gend. Dar­auf gehe ich am Bei­spiel zwei­er Pho­tos Ansel Adams ein.

Mono­­chrom-Cast Nr. 010: Kom­po­si­ti­on oder Impro­vi­sa­ti­on?!

In die­ser Fol­ge geht es um Bild-Bau­er und Bild-Sucher (ich bin eher das zwei­te). Die hohe Kunst besteht dar­in, sen­si­bel für die Umge­bung zu wer­den, dabei aber das Hand­werk so zu beherr­schen, dass die Impro­vi­sa­ti­on eines Augen­blicks wie ein kom­po­nier­tes Bild funk­tio­niert. Gleich­sam voll­kom­men.

Dies ist die ers­te Fol­ge, die ohne Manu­skript, qua­si als Impro­vi­sa­ti­on vor dem Mikro­phon, ent­stand. Auch dies­be­züg­lich gilt es zu üben. Noch bin ich (auch hin­sicht­lich des Edi­tie­rens) nicht ganz zufrie­den. Vor­her eine Poin­te aus­zu­for­mu­lie­ren ist eines, sie in der Audio­be­ar­bei­tung her­zu­stel­len aus meh­re­ren Sät­zen, das ist etwas ande­res.

Mono­­chrom-Cast Nr. 009: ana­log trai­niert auch digi­tal

Es gibt viel zu beach­ten, damit die Bil­der im Kopf auch anschlie­ßend mit den Bil­dern erreicht wer­den. Dabei hilft das digi­ta­le Arbei­ten durch sei­ne sofor­ti­ge Kon­trol­le und auch durch sei­ne »Duld­sam­keit«, die Feh­ler las­sen sich oft noch aus­glei­chen. Ande­rer­seits hilft die Pau­se zwi­schen Auf­nah­me und Bild, dem selbst gemach­ten Bild kri­tisch gegen­über zu tre­ten. Die eige­ne Inten­ti­on lässt sich deut­lich bes­ser mit zeit­li­chem Abstand beur­tei­len, ob wir sie näm­lich erreicht haben oder nicht.

In den 1990er Jah­ren kali­brier­te ich lan­ge Fil­me und Ent­wick­ler. Inzwi­schen weiß ich um die Kon­trast­um­fän­ge und gebrau­che dies, mei­ne ana­lo­gen Auf­nah­men auf die Schat­ten zu mes­sen, so dass die­se durch­ge­zeich­net wer­den. Die Ent­wick­lung sorgt dann dafür, dass der Kon­trast­um­fang passt und die Lich­ter da lan­den, wo sie gebraucht wer­den. – Digi­tal belich­te ich eher auf die Lich­ter (»expo­se to the right«), auf dass die nicht aus­bren­nen.

Mei­ne Nach­läs­sig­keit fiel mir auf, als ich neu­lich digi­ta­le Por­traits von 25 Men­schen in Fol­ge anfer­tig­te: Ich stell­te erst in Ligh­troom fest, dass ich bei einem Ter­min (von bis­her zwei­en) sämt­li­che Auf­nah­men um 0,4 Stu­fen reich­li­cher hät­te belich­ten sol­len. Kein Pro­blem in Ligh­troom zu kor­ri­gie­ren, aber ich hät­te die­sen Feh­ler ana­log nicht gemacht, weil ich mit mei­nem Blitz­be­lich­tungs­mes­ser alles vor­her aus­ge­mes­sen hät­te. – So blieb es bei einem kur­zen Blick aufs Rück­dis­play und auf das His­to­gramm.

Was ich digi­tal aber ler­ne (durch die sofor­ti­ge Kon­trol­le oder auch in der Nach­be­ar­bei­tung), das kann ich sofort ana­log nut­zen. Was ich ana­log ler­ne, das hilft mir auch bei den digi­ta­len Auf­nah­men. Wer viel ler­nen möch­te, kommt ana­log wei­ter, denn das Medi­um ist weni­ger feh­ler­to­le­rant.

Mono­­chrom-Cast Nr. 008: Den Sen­sor nach Bedarf wäh­len…

In die­ser Aus­ga­be mei­nes Mono­­chrom-Cast geht es um die neue Kame­ra, die ich dadurch erhal­te, einen spe­zi­el­len Film in mei­ne alte Kame­ra ein­zu­le­gen. Ana­lo­ge Tech­nik erlaubt mir neue Bild­ergeb­nis­se mit alter Tech­nik. Die jewei­li­gen Optio­nen gilt es zu ergrei­fen, den Film und Ent­wick­ler ent­spre­chend der Bild­in­ten­ti­on zu wäh­len. – Bei einer digi­ta­len Kame­ra aber habe ich nur den einen Sen­sor, den mir das Gehäu­se anbie­tet. Ein Wech­sel ist nur durch Wech­sel der Kame­ra mög­lich.

Hier geht es um die Chan­cen, mit jedem Film­wech­sel einen neu­en Sen­sor zur Ver­fü­gung zu haben. Die­se Chan­ce ist auch eine Her­aus­for­de­rung, die Wahl zur Bild­ge­stal­tung bewusst ein­zu­set­zen. Ich nut­ze eine Hand vol­ler unter­schied­li­cher Fil­me mit fünf oder sechs ver­schie­de­nen Ent­wick­lern. Das sind also schon eine Anzahl an Vari­an­ten. Ja, bei Film (außer bei Groß­bild) legt man sich für zehn, zwölf oder 36 Auf­nah­men fest. Kann nicht zwi­schen­durch ohne wei­te­res die Emp­find­lich­keit ver­än­dern. Dafür kann ich, so neue Mate­ria­li­en erschei­nen, die­se auch mit Kame­ras, die weit älter sind, nut­zen. Ein Bei­spiel sind die Direk­t­­po­­si­­tiv-Mate­­ria­­li­en, die seit eini­gen Jah­ren auf dem Markt sind.

Sen­sor­rei­ni­gung ist ana­log kaum ein The­ma. – Und wenn die klas­si­schen Nega­ti­ve für das Ver­grö­ßern mir nicht mehr genü­gen, kann ich (ein­fach durch ange­pass­te Belich­tung und Ent­wick­lung) sol­che für den Albu­­min- oder Pla­tin­druck erzeu­gen. Mit der sel­ben Kame­ra.

Mono­­chrom-Cast Nr. 007: Miss­ge­schick im Pho­to­la­bor

In die­ser sieb­ten Fol­ge mei­nes Pod­casts zu ana­lo­ger schwarz-weiß Pho­to­gra­phie geht es um das Ent­wi­ckeln von schwarz-weiß Fil­men in mei­nem Pho­to­la­bor. Ich schil­de­re das Ver­fah­ren und stel­le dar, wie es zu einem fata­len Miss­ge­schick kam, das mich zwei Fil­me kos­te­te.

Wer noch nie einen schwarz-weiß Film ent­wi­ckelt hat, kann hier einen Ein­druck davon erhal­ten, wie das so geht. – Dabei han­delt es sich um die wöchent­li­chen Arbei­ten, die in der Zeit mei­nes Pro­jekts regel­mä­ßig anfal­len, denn seit Ende Novem­ber 2016 belich­te und ent­wi­cke­le ich ja wöchent­lich einen Film. So jeden­falls mein Vor­satz.

Ich schil­de­re dabei auch die Funk­ti­on mei­nes Film­pro­zes­sors. Wei­te­re Stich­wor­te sind heu­te: Rota­ti­ons­ent­wick­lung, Zahn­kranz­de­ckel, Jobo.

Mono­­chrom-Cast Nr. 006: Vom Hob­by und dem Auf­ge­ben

In der sechs­ten Fol­ge mei­nes Pod­casts zu ana­lo­ger schwarz-weiß Pho­to­gra­phie geht es um Still­stän­de, die man­che zum Auf­ge­ben der Pho­to­gra­phie brin­gen. Ein­fach, weil sie nicht erken­nen kön­nen, wie und wo sie wei­ter kom­men kön­nen.

Wer kon­kre­te Zie­le hat und viel­leicht jeman­den um Umfeld, der hel­fen kann, die tech­ni­schen Unter­schie­de zwi­schen dem, das wir kön­nen, und dem, das wir erstre­ben, gang­bar zu machen, ist gut dran. Mir ist ein Freund und frü­he­rer Kunst­leh­rer da sehr hilf­reich gewe­sen. Er leg­te immer wie­der ein Blatt Papier auf mei­ne Bil­der und sag­te: »So spricht es mich mehr an.« – Immer hat­te er Recht.

In tech­ni­scher Hin­sicht habe ich von einem ande­ren Freund und frü­he­ren Sach­ver­stän­di­gen für Foto­gra­fie der Hand­werks­kam­mer viel gelernt. – Am bes­ten aber waren Bild­ana­ly­sen und der Ver­such, etwas nach­zu­ma­chen.