Bil­der, die viel zei­gen: Details

Wie­der­holt habe ich über Bil­der geschrie­ben, die zahl­rei­che Details bie­ten und so ein­la­den, in den Fein­hei­ten immer mehr und mehr zu ent­de­cken. Mit­tel­for­mat- oder Groß­bild-Auf­nah­men funk­tio­nie­ren oft so. Sie bie­ten Flä­che, Ruhe und las­sen den Blick auf die Struk­tu­ren und Details zu. Das gilt beson­ders dann, wenn ein nied­rig­emp­find­li­cher respek­ti­ve fein­kör­ni­ger Film benutzt wurde.

Sol­che »Wim­mel­bil­der« haben für mich eine Fas­zi­na­ti­on, aber sie haben einen ent­schei­den­den Nach­teil: Sie funk­tio­nie­ren nur in bestimm­ter Grö­ße. Als Minia­tur mit etwa 125×125 Pixel funk­tio­nie­ren die­se Bil­der weniger.

Minia­tur ver­än­dert die Wir­kung und die Aussage

Als ana­lo­ger Kon­takt­ab­zug funk­tio­nie­ren sie bes­ser. Da blei­ben ja (not­falls mit der Lupe) die Details weit­ge­hend erhal­ten. Als digi­ta­ler Druck auf weni­ge Qua­drat­zen­ti­me­ter ver­schwin­den die Details des Bil­des im Ras­ter des Druckers.

Die ande­ren Bil­der, die ich auch schät­ze, ent­hal­ten sehr weni­ge Details. Die­se ande­ren zei­gen wenig und las­sen unse­rer Phan­ta­sie um so mehr Raum. Der nächs­te Bei­trag in die­sem Blog, der am Frei­tag erscheint, zeigt so ein Bild, das kaum etwas im Detail erzählt, und um so mehr unse­re Phan­ta­sie beflü­gelt. Da trig­gert das Bild unse­re Vor­stel­lun­gen, erzählt nicht selbst eine Geschich­te, aber es legt uns eine Geschich­te nahe. Ein Kern, der von den Betrach­ten­den ergänzt wird.

Zurück zu unse­rem Bild oben: Ich habe die Auf­nah­me im Land­schafts­park Duis­burg-Nord mit der Has­sel­blad auf­ge­nom­men. Das Objek­tiv ist das Zeiss 3.5÷60 mm. Ein Hoch­ofen bil­det eine Tex­tur, die sich den wenigs­ten erschließt. Ein Metall-Orga­nis­mus und Gewe­be sehen wir hier vor uns. Wel­che Stre­be oder wel­ches Rohr wohin führt, das erken­nen wir nicht. Es sei denn, wir ver­ste­hen viel von der Stahlherstellung.

Schon der Alt­meis­ter Ansel Adams schrieb von Bil­dern, die in allen Grö­ßen funk­tio­nie­ren. Ande­re hin­ge­gen bräuch­ten eine gewis­se »Grö­ße«, um zu funk­tio­nie­ren. Zumin­dest wirkt die­ses Bild sehr ver­schie­den, wenn es als gro­ßer Druck oder noch bes­ser als Baryt-Ver­grö­ße­rung vor­liegt. Eine Brief­mar­ken-Minia­tur passt weni­ger gut. Man liest das Bild anders.

Wie gesagt: Am Frei­tag folgt ein Bild mit viel weni­ger Details und mehr gedank­li­cher Ergänzung.