Fer­ro­po­lis (wört­lich »Stahl­stadt«) ist ein EXPO-2000-Pro­jekt in Grä­fen­hai­ni­chen (also bei Des­sau); vom dor­ti­gen Bau­haus stamm­te auch die Idee, eini­ge der alten DDR-Bag­ger und Tage­bau­ge­rä­te nicht zu ver­schrot­ten, son­dern viel­mehr zu einem Denk­mal für Indus­trie­kul­tur zu machen. Mit einem Platz in der Mit­te, umrahmt von rie­si­gen Stahlkolossen. 

Neu­lich war ich da und habe zuvor übers Pho­to­gra­phie­ren nach­ge­dacht. – Wie immer: Schwie­ri­ge Fra­gen. Was mit­neh­men? Was brau­che ich? Ent­schei­dun­gen für etwas sind ja auch stets die gegen etwas ande­res. Ich habe mich für eine ana­lo­ge Spie­gel­re­flex­ka­me­ra in 6×6 ent­schie­den und bin damit sehr zufrie­den. Inzwi­schen habe ich mei­ne Fil­me ent­wi­ckelt. Bil­der fol­gen in einem ande­ren Beitrag. 

Das Qua­drat drängt mich zu ruhen­de­ren Kom­po­si­tio­nen als das mit einem sons­ti­gen Recht­eck (mit einer län­ge­ren Sei­te und einer kür­ze­ren) der Fall wäre. Ich emp­fin­de das Qua­drat als her­aus­for­dernd; wenn es aber gelingt, dann ist es sehr befrie­di­gend. In den letz­ten Jah­ren habe ich immer wie­der Indus­trie­kul­tur an der Ruhr pho­to­gra­phiert. Jetzt also nicht im Wes­ten, son­dern im Osten. – Sehr bewährt hat sich das leich­te Weit­win­kel. Und mit Fuji Neo­pan Acros und des­sen Ton­wer­ten bin ich über­aus zufrie­den. Ein sta­bi­les Sta­tiv ist läs­tig, aber eben­so unab­ding­bar für mei­ne Bil­der wie ein Spotbelichtungsmesser. 

In die­sem Jahr der Coro­na weiß ich nicht, ob ich einen Kalen­der oder ein Büch­lein zusam­men bekom­me. Jeden­falls habe ich so viel auf Film pho­to­gra­phiert wie schon lan­ge nicht mehr. Bin mit den Auf­nah­men auf Film deut­lich eher zufrie­den als mit den digi­ta­len Auf­nah­men (habe ich auch gemacht, aber anders­wo). Die Mühe (Mes­sung, schwe­res Sta­tiv, Ent­wi­ckeln, Kos­ten, …) lohnt, weil sie mich drängt zu deut­lich inten­si­ve­rer Aus­ein­an­der­set­zung mit dem, was ich sagen möchte.