Für lan­ge Urlau­be bin ich nicht der Rich­ti­ge. Ich fah­re lie­ber für kür­ze­re Zeit in Städ­te oder in Regio­nen, die ich bis­her nicht ken­ne oder in sol­che, die ich ken­ne und so schät­ze, dass ich weiß, dass es dort stets etwas neu zu ent­de­cken gibt.

Gera­de bin ich in Mal­mö. Ges­tern gab es einen Tages­aus­flug nach Kopen­ha­gen. Mal­mö kann­te ich vor­her nicht, Kopen­ha­gen schät­ze ich sehr. Bis unmit­tel­bar vor der Abrei­se zu Hau­se war ich unent­schie­den, wel­che Kame­ra mit­kommt. Ich hat­te ein Dut­zend Fil­me und eine Klein­bild-Mess­su­cher­ka­me­ra bereit, habe mich aber schließ­lich doch für die spie­gel­lo­se digi­ta­le Sys­tem­ka­me­ra ent­schie­den.

War­um aber? Ich den­ke, dass mein Nach­den­ken mög­li­cher­wei­se für ande­re nütz­lich sein/​werden kann.

  1. Ich nut­ze – gleich ob ana­log oder digi­tal – je drei Fest­brenn­wei­ten mit mei­nen Kame­ras, ent­spre­chend 35 mm, 50 mm bzw. 75–90 mm. Das bedeu­tet, dass ich neben einem Kame­rage­häu­se stets drei Objek­ti­ve mit­füh­re, eines am Gehäu­se, zwei wei­te­re in einer klei­nen Tasche. Vom Volu­men besteht also kein Unter­schied zwi­schen Mess­su­cher-Film­ka­me­ra und spie­gel­lo­ser digi­ta­ler Sys­tem­ka­me­ra.
  2. Fil­me kann ich nicht nach Bedarf (mal eben) wech­seln beim ana­lo­gen Pho­to­gra­phie­ren. Bei der Digi­tal­ka­me­ra kann ich nach Bedarf (sogar auto­ma­tisch) die vir­tu­el­le Emp­find­lich­keit anpas­sen, wenn es – etwa in Innen­räu­men – zu dun­kel ist/​wird. Bei der Digi­tal­ka­me­ra kann ich not­falls einen teil­be­lich­te­ten Film ent­neh­men, ver­lie­re aber ca. zwei Auf­nah­men dabei. Hin­der­lich ist aber die Zeit, die das erfor­dert. Es ist ein­fach eini­ges an Gefum­mel und man über­legt es sich zwei­mal.
  3. Mich inter­es­sie­ren in den letz­ten Jah­ren Nah­auf­nah­men mehr und mehr. Gera­de auch im Bereich an der Gren­ze zum Makro. Das ist mit der ana­lo­gen Mess­su­cher­ka­me­ra kaum mach­bar. Da ist bei knapp einem Meter die Nahein­stell­gren­ze erreicht. Bei dem von mir ein­ge­setz­ten Sys­tem ist es durch­aus mög­lich, an den Makrobe­reich her­an­zu­ge­hen.
  4. Wenn ich Men­schen in der Stadt pho­to­gra­phie­re – im Café oder im Muse­um etwa –, dann ist die Aus­schuss­quo­te aus der Hüf­te rela­tiv hoch. Beim Digi­ta­len tut das nicht weh; ana­log kos­tet es rich­tig Film – also Zeit (beim Ent­wi­ckeln) und Geld.
  5. Ich fin­de, dass beim Klein­bild­film das For­mat (ohne­hin klein) aus­ge­nutzt gehört. Das ist aber bei oft mäßi­gen Auf­nah­me­be­din­gun­gen nicht immer mög­lich. Wenn ich aber Aus­schnit­te mache, dann sind mehr Pixel bes­ser als weni­ger. Das ist digi­tal eher mög­lich. Zumal dann, wenn ich mehr als ISO 100/​21° brau­che; da wird der Film rasch kör­nig. Klar, für eine Ver­grö­ße­rung oder einen Druck auf ca. A4 reicht es, aber eben nicht für Aus­schnit­te.

Kurz­um: Mei­ne Ent­schei­dung bewährt sich bis­her. Aller­dings graust mir schon bei der Auf­nah­me von der Nach­be­ar­bei­tung. Da ist digi­tal zwar einer­seits vie­les mög­lich, aber es muss auch bei jedem Bild eini­ges getan wer­den, damit es für mich funk­tio­niert. Wenn die Nega­ti­ve hin­ge­gen gut sind, ist eine ana­lo­ge Ver­grö­ße­rung (inklu­si­ve gerin­ger Nach­be­lich­tung etc.) oft gut und fix mach­bar.

Bil­der aus die­sem Kurz­ur­laub fol­gen dem­nächst.