Die Situation ist bei manchen ja folgende: Man möchte einen PodCast oder einen YouTube-Kanal starten. Die Frage ist, welches Mikrophon passt für den Zweck, wie kommen mögliche Nebengeräusche dabei auf die Aufnahme? Wie bekomme ich hinreichend Pegel?

Hier gibt es nun also (im ersten Teil unbearbeitet außer Pegelanhebungen in der Nachbearbeitung) einen Absatz aus einem meiner Monochrom-Casts, den ich nacheinander in vier verschiedene, dynamische Mikrophone gesprochen habe. -- Um den Vorverstärker (in dieses Fall am Tascam DR-60D-II) nicht über die Maßen zu beanspruchen (die Mikros haben teils erschreckend niedrige Ausgangspegel) habe ich jedes der vier Mikrophone hier mit dem Triton FetHead und dem Cloudlifter von Cloud Microphones versucht.

Beide Modelle werden gerne bei Mikros mit geringem Ausgangssignal (also dynamische Mikrophone wie hier oder Bändchen) eingesetzt, um die Vorverstärker nicht bis zu deren Limit zu treiben, denn dort treten Rauschen und einfach weniger guter Ton dann hörbar in Erscheinung.

Ich saß an einem Tisch, das Dach-Ausstellfenster geöffnet, auf der Straße Verkehr und draußen die Vögel. Sicher, das ginge ruhiger, aber immerhin: Wer Voice Over Material produziert, arbeitet ja oft auf der Tastatur oder kommentiert in einem eben oft akustisch nicht optimalen Raum.

Dieser Teil des Vergleichs ist unbearbeitet

lediglich die Pegel der Mikrophone habe ich angeglichen (normalisiert). Da auch die Dynamik nicht identisch war, denn ich sprach ja nicht gleichzeitig, sondern je nacheinander, vermitteln die Aufnahmen einen Eindruck. Wer also entweder vor der Wahl zwischen einem oder einem anderen der verglichenen Mikros steht oder aber drüber nachdenkt, ob es der FetHead oder Cloudlifter werden soll, der findet hier Material.

In einem zweiten Teil werde ich die Signale nach Geschmack mit dem Equalizer bearbeiten: Es fiel mir schwer, darauf zu verzichten: Sie sind teil markant unnatürlich, was sich mit geringen Eingriffen beheben ließe (besonders gilt das m.E. für Rode Procaster und EV RE-320).

Zu den Daten: Aufgenommen habe ich mit ca. 12 dB Headroom, also hinreichend Luft bis zur Übersteuerung. Der Cloudlifter benötigt Phantomspannung (48 V), um ca. 25 dB Verstärkung zu bewerkstelligen. Er ist ein stabiles, kleines Kästchen, braucht aber, wenn man ihn einsetzt, ein zweites Kabel, denn er wird zwischen Kabel und Kabel eingesetzt. - Der FetHead hingegen schafft mit 48 V Phantomspeisung eine Verstärkung von ca. 27 dB; das Ausgangssignal ist also etwas "lauter". Er wird z.B. direkt in die Mikrophon-XLR-Buchse gesteckt und erfordert somit kein weiteres Kabel (hoffe, man kann das auf dem Photo sehen). Bei kritischem Durchhören im Kopfhörer höre ich Unterschiede, die m.E. nicht bloß die zwei dB Pegelunterschied betreffen. Diese Unterschiede sind aber nicht bei allen Mikros in gleicher Weise auffällig. Habe die Dateien noch nicht analysiert, sondern bisher erst angehört.

Die Preisunterschiede sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Die Cloudlifter kosten je Stück ca. 160 €, die FetHeads je ca. 70 €.- Bei den Mikrophone sind die Unterschiede noch deutlicher. Zwischen 120 € (Rode Reporter) und über 500 € (EV RE-20) bewegt sich das Feld. Mir fiel auf, wie ganz anders beim Rode Reporter die Vögel klingen... Es ist auch das einzige Mikrophon mit einer Kugelcharakteristik. Die drei anderen bieten eine Nierenform.

Bei der Normalisierung fiel auf, wie deutlich die Unterschiede in den Pegeln sind. Es sind teils viel mehr als 2 dB. Dass ich aber grundsätzlich anders gesprochen hätte, ist sicher nicht der Fall. Ich habe in den Dateinamen jeweils die Pegeländerungen im Rahmen der Normalisierung angegeben.

Und hier die Dateien:
Procaster-FetHead + 12,5 dB


Procaster-Cloudlifter + 20,6 dB


Reporter Cloudlifter + 14,4 dB


Reporter FetHead + 6,6 dB


RE-320 FetHead + 7,6 dB


RE-320 Cloudlifter + 13,1 dB


RE-20 Cloudlifter + 21,6 dB


RE-20 FetHead + 13,7 dB

Mein Favorit ist das Electrovoice RE-20 mit dem Cloudlifter, aber das ist sicher subjektiv.