In die­sem Jahr 2019 bin ich viel und oft in Her­ren­hau­sen, den ehe­mals könig­li­chen Gär­ten Han­no­vers. Ich habe wie­der ein­mal eine Jah­res­kar­te für mich erwor­ben und so gehe ich dort öfters spa­zie­ren, teils auch, um zu pho­to­gra­phie­ren. Span­nend fin­de ich, dass je nach Kame­ra ande­re Moti­ve mich anspre­chen. Ich wer­de gele­gent­lich ein paar mehr Bil­der zei­gen, möch­te aber mit einer älte­ren Auf­nah­me begin­nen, die ich mit einer 4x5-Zoll Kame­ra auf Neo­pan-Acros gemacht habe. Ein Film, den ich ver­mis­se, wenn­gleich ich noch Rest­be­stän­de in Klein­bild und Mit­tel­for­mat bevor­ra­te: Als Plan­film war dies mei­ne Lieb­lings­emul­si­on und Fuji kon­zen­triert sich lie­ber auf die (auch nicht zu ver­ach­ten­den) Digi­tal­ka­me­ras als auf ana­lo­ge Sau­ri­er. Lei­der.

Das Span­nen­de für mich an die­sem Bild ist, dass wir mit­tig durch den Pavil­lon am Rand des Gro­ßen Gar­tens bli­cken, obwohl die­ser Pavil­lon gar nicht in der Bild­mit­te steht. Eine Par­al­lel­ver­schie­bung der Stan­dar­ten gegen­ein­an­der erlaubt beim Groß­bild  ganz mühe­los und selbst­ver­ständ­lich sol­che Effek­te. Alles ist gera­de, weil eben auch die sonst stür­zen­den Lini­en mit weni­gen Bewe­gun­gen aus­zu­glei­chen sind.

Wenn ande­re schon bei 24 x 36 mm kämp­fen müs­sen mit der Schärfen­tie­fe, kann man die­se bei ver­stell­ba­ren Kame­ras oft dort­hin legen, wo man sie braucht bzw. haben möch­te. Natür­lich erfor­dert das etwas tech­ni­sches Hand­werks­zeug und Wis­sen. Aber es ist mög­lich.

Wer soll denn die 15.000 Bil­der aus einem zehn­tä­gi­gen Urlaub, die man­che ja machen und mit nach Hau­se brin­gen, anse­hen? Ich habe lie­ber nur acht oder zehn Bil­der, die ich mich aber dann je einen Tag im Labor kos­ten las­se. Das ist Geschmacks­sa­che, und über Geschmack soll man nicht strei­ten. Wenn ich mit drei oder vier Plan­fil­men nach dem Pho­to­gra­phie­ren nach Hau­se kom­me, weiß ich, dass ich einen Nach­mit­tag oder Abend mit dem Ent­wi­ckeln der Nega­ti­ve zu ver­brin­gen habe. Das über­legt man sich ja vor­her. – Und freut sich um so mehr, wenn etwas dabei ist, dass der Mühe lohn­te. – Ich ent­de­cke oft erst nach der Auf­nah­me etwas in mei­nen Bil­dern, das mich fas­zi­niert. Es war sicher bei der Auf­nah­me da, aber auch wenn die Matt­schei­be und das schwar­ze Tuch reiz­voll sind, weil die Kom­po­si­ti­on (auf dem Kopf ste­hend und sei­ten­ver­kehrt) an sich abs­trakt wirkt, so ent­de­cke ich mei­ne Auf­nah­men doch meist erst im Ver­lauf der Aus­ar­bei­tung hin­ter­her.