Zu Scannen und die Bilder vom analogen Film anschließend zu einigermaßen vorzeigbaren digitalen Bildern auszuarbeiten, das ist langwierig, lästig und fehleranfällig. Neben der Zeit für Scannen, Bildausschnitt-Wahl, Ausflecken usw. stört mich, dass ich noch keine gute Lösung gefunden habe: Die Nikon-Scanner haben zu hartes Licht für meine schwarz-weiß Negative, die ich für die analoge Weiterverarbeitung auf einen Kontrast von Gamma 0,65–0,7 entwickle. Somit sind die dichten Stellen im Negativ eine echte Herausforderung für den Scan.

Die Scans sind (und zwar bei zumindest Kleinbild und Mittelformat) nicht ganz zufriedenstellend. Mich stört die (selbst wenn man mal die Arbeitszeit usw. weglässt) unzureichende Kornstruktur. Das sieht unecht aus; es wird nicht so scharf wiedergegeben, wie ich es gern hätte. Gut, es geht auch anders, einige Mittelformat-Scans habe ich am Trommel-Scanner machen lassen, aber das ist keine Lösung für jedes Bild: Zu teuer, zu langwierig.

Jedenfalls habe ich mit einer ohnehin vorhandenen Digitalkamera (Sigma SD quattro H) und einem Makro-Objektiv (f/2.8 – 105mm) "gescannt". Das geht richtig schnell, zehn Bilder in einer Minute. Dabei liegt der Film auf einem LED-Leuchttisch (von Kunstgroßhandel boesner); die Kamera ist mit Wasserwaage ausgerichtet.

Ausarbeitung mit Negativ Lab Pro in Lightroom. – Anschließend Silver Efex Pro. Die Kornwiedergabe empfinde ich als deutlich eher natürlich als beim Scan mit Nikon Filmscanner oder Epson V700.

Nach dem Wochenende (Nikon F6, RPX-100, D76 [1+1]), Marburg 2014

Nun aber zum Bild selbst: Es entstand 2014 in Marburg, nahe der Mensa, und ich habe es "Nach dem Wochenende" genannt. Aufgenommen mit Nikon F6 auf Rollei RPX-100, entwickelt in Kodak D76 (1+1).

Nachbemerkung: Ich experimentiere noch mit Filmhaltern (vom Scanner oder anderen Methoden), klar ist, dass das Eindämmen des Lichts vom Leuchttisch der Scanqualität nutzt. Insofern ist mein Bild oben eher als schematische Skizze zu verstehen denn als finaler Aufbau. Die Epson-Filmhalter verdecken mir zu viel vom Film (und dessen Rand). Bisher habe ich mir zwei Taschenbüchern experimentiert, die ich oben und unten auf die Perforation bei Kleinbild bzw. auf den äußersten Filmrand bei Mittelformat gelegt habe. Wenn der Film selbst gut plan liegt, funktioniert das recht gut.