Aktu­el­le Auf­nah­me: Kurz­ge­schich­ten und Jazz-Pia­no

CD-Auf­nah­men Sep­tem­ber 2017

Ein Sams­tag im Sep­tem­ber: Mit einem Satz Mikro­pho­ne, Vor­ver­stär­ker und Auf­nah­me­ge­rät sowie Zube­hör besu­che ich den Pia­nis­ten, der den hei­mi­schen Flü­gel hat frisch stim­men las­sen.

Das Kon­zept der CD, die ent­steht, ist, dass Kurz­ge­schich­ten mit Pia­no­stü­cken gerah­met wer­den. Um die Auf­nah­men die­ser Stü­cke geht es heu­te. Wir neh­men sechs Spu­ren auf, eine mit XY-Klein­mem­bran­mi­kro­pho­nen, eine ORTF-Auf­stel­lung mit Groß­mem­bran­mi­kro­pho­nen, sowie ein M/S-Paar.

Von jedem Stück gibt es drei oder vier Ver­sio­nen (»Takes«); ich sit­ze am Ess­tisch,  habe den geschlos­se­ne Kopf­hö­rer auf den Ohren und mache Noti­zen zu den Ver­sio­nen, die hof­fent­lich anschlie­ßend hel­fen, den bes­ten Take schnel­ler zu fin­den. – Wir haben uns übri­gens für die ORTF-Vari­an­te ent­schie­den, die uns zu den Tex­ten am bes­ten zu pas­sen scheint. XY war ein­fach zu ana­ly­tisch und M/S gefiel mir nicht so wegen des eigent­lich zu klei­nen Rau­mes bei den Auf­nah­men: Es ist eben ein Wohn­zim­mer, und bei M/S hört man das zu deut­lich.

Drei Wochen spä­ter tref­fen wir uns wie­der. Nun ist die Auto­rin dran und liest ihre Tex­te in mei­nem Wohn-/Ar­beits­zim­mer ein. Sie sitzt am Tisch mit Blick ins Grü­ne, vor ihr ein dyna­mi­sches Groß­mem­bran­mi­kro­phon. Die Abspra­che ist: Wenn sie sich ver­liest, wie­der­holt sie den Satz oder Absatz. Ich schnei­de die Ver­le­ser anschlie­ßend raus.

Die Auto­rin und der Pia­nist haben nach dem ver­gan­ge­nen Wochen­en­de je eine CD mit ihren Teil­stü­cken erhal­ten. Am Sams­tag die­ser Woche bau­en wir nun alles zusam­men, pas­sen Laut­stär­ken und Sprach­pau­sen an.

Bis­her habe ich sehr behut­sam mit etwas Equi­li­zer in die Auf­nah­men des Flü­gels ein­ge­grif­fen; bei einer Okta­ve habe ich einen dyna­mi­schen Equi­li­zer ein­ge­setzt, um etwas zu brem­sen. – Bis­her kei­ne Kom­pres­si­on, kei­ne Kom­pro­mis­se. Geschmacks­ein­grif­fe stim­men wir am Sams­tag ab.  Wenn die Mikro­pho­nie passt, braucht es ein­fach weni­ger Ein­grif­fe anschlie­ßend. 🙂

Das Book­let zur CD wird umfang­reich, denn es druckt die Kurz­ge­schich­ten ab, die GEMA-Mel­dung muss raus und dann, nach dem Pre­mas­ter, auch der Auf­trag ans Press­werk mit dem Upload des DDP.  Aber nicht vor dem Wochen­en­de.