Ein Expe­ri­ment: ana­log s/w pho­to­gra­phie­ren 005 bzw. 002A

Ein Freund wies mich auf die gro­ßen Unter­schie­de hin, die das Belich­tungs­mess­sys­tem sei­ner digi­ta­len Spie­gel­lo­sen anzeig­te im Ver­gleich zu der genann­ten App in Fol­ge 002 die­ser Blog-Fol­ge. Er ver­mu­te­te, dass die App von sehr zwei­fel­haf­ter Qua­li­tät wäre. Ich wer­de dies auch noch ein­mal aus­führ­lich prü­fen im Ver­gleich zu kali­brier­ten, guten Hand­be­lich­tungs­mes­sern. Ich den­ke aber, dass es sich eher um Unter­schie­de ande­rer Art han­delt: In der Kame­ra ist ein Mehr­be­reichs-Mess­sys­tem (»Matrix Mete­ring«) ein­ge­baut. Meh­re­re Berei­che im Bild wer­den – getrennt von­ein­an­der – aus­ge­mes­sen. Dar­auf wird ein Algo­rith­mus ange­wen­det, der sicher­stel­len soll, dass die hells­ten und die dun­kels­ten Stel­len nicht über- bzw. unter­be­lich­tet wer­den. Außer­dem wird so eine mehr oder weni­ger cle­ve­re Belich­tung unter schwie­ri­gen Ver­hält­nis­sen, etwa Gegen­licht, erleich­tert, weil die Kame­ra dies erkennt.

Ein ein­fa­cher Belich­tungs­mes­ser kann die­se kom­ple­xen Vor­gän­ge des Bewer­tens und in-Bezie­hung-Set­zens unter­schied­li­cher Mess­wer­te nicht. Er ist auf das so genann­te Mit­tel­grau kali­briert, die fest­ge­leg­te Mit­te zwi­schen schwarz und weiß. Die­ses Grau reflek­tiert 18 % des  ein­fal­len­den Lich­tes. – Und der Mess­wert, den ein Belich­tungs­mes­ser (ob nun ein teu­res Hand­ge­rät oder eine App) anzeigt, muss noch bewer­tet wer­den – durch den Men­schen. Mes­se ich ein eher euro­päi­sches Gesicht mit hel­lem Haut­typ an, so ist das rund eine Stu­fe (= Blen­de) hel­ler als  das mitt­le­re Grau, wenn ich also z.B. f/5.6 bei 1/125 s ange­zeigt bekom­men, so wäre eine »neu­tra­le« Belich­tung die auf f/4 bei 1/125 s bzw. auf f/5.6 bei 1/60 s. Ich muss berück­sich­ti­gen, dass das ange­mes­se­ne Gesicht etwa eine Blen­de hel­ler ist, also eine Blen­de reich­li­cher belich­ten als ange­zeigt. – Zumin­dest dann, wenn es mir um eine eben­so hel­le Wie­der­ga­be geht, wie das Gesicht sich dar­stellt.

Mit dem Belich­tungs­mes­ser bzw. der App mes­se ich etwas, das in glei­chem Licht liegt wie mein Motiv, das aber »mit­tel­grau« ist – etwa Pflas­ter auf der Stra­ße. Die­se Ersatz­mes­sung nut­ze ich, und berück­sich­ti­ge, ob es »beson­de­re Umstän­de« zu berück­sich­ti­gen gibt: Etwa Gegen­licht, Kunst­licht, Aus­zugs­ver­län­ge­run­gen für Nah­auf­nah­men oder Fil­ter … Dann wäre ein wei­te­rer Denk­schritt für die ange­brach­te Belich­tung erfor­der­lich.

Bis­her erschei­nen mir die Mess­ergeb­nis­se der App kon­sis­tent; das wer­de ich gele­gent­lich prü­fen. – Und ich emp­feh­le, bei Mes­sen stets über das nach­zu­den­ken, was der Belich­tungs­mes­ser anzeigt.