Ein Expe­ri­ment – ana­log s/w pho­to­gra­phie­ren 001

Immer mal wie­der fragt mich jemand, wie man denn »ein­fach mal so« ana­log schwarz-weiß zu pho­to­gra­phie­ren ver­su­chen kann. Aber bit­te ohne viel Auf­wand, ohne gro­ße Inves­ti­tio­nen.  Weil es hier­zu ja zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten ganz unter­schied­li­cher Art gibt, habe ich eine klei­ne Serie vor. In den Fol­gen gehe ich jeweils auf einen oder eini­ge Aspek­te ein.

Ana­log – also Film: Aber wel­cher?

Ich bestel­le mei­ne Fil­me meist in grö­ße­ren Packun­gen bei den ein­schlä­gi­gen Ver­sen­dern, bei maco­di­rect, bei Nord­fo­to oder foto­impex. Wer bloß einen ein­zel­nen Film kau­fen möch­te, ist da aber wegen der Ver­sand­kos­ten nicht so gut bedient.

Bei ein­schlä­gi­gen Dro­ge­rie­märk­ten oder ande­ren »Fach­ge­schäf­ten« gibt es gewöhn­lich min­des­tens zwei Optio­nen für (Kleinbild-)filme, die zu schwarz-weiß Bil­dern füh­ren kön­nen:

  • chro­mo­ge­ner schwarz-weiß Film wie Ilford XP2-super bzw. Kod­ak BW400CN (Rest­be­stän­de, Mate­ri­al ist bereits 2014 ein­ge­stellt). Das ist ein Mate­ri­al, das im Mini- oder Groß­la­bor im gewöhn­li­chen Farb­pro­zess C-41 ent­wi­ckelt wer­den kann. Der Ilford ist auf kla­rem Trä­ger (also nicht so oran­ge-bräun­lich wie übli­che Farb­ne­ga­tiv­fil­me), der Kod­ak war auf mas­kier­tem Trä­ger. Jedes Labor, das Farb­ne­ga­tiv­film ver­ar­bei­ten kann, kann die­se Fil­me ver­ar­bei­ten. – Will man anschlie­ßend selbst scan­nen, ist der Ilford XP2 bes­ser geeig­net, fürs Groß­la­bor ist der Kod­ak eine gute Wahl. Die­se Fil­me haben kei­ne Sil­ber-Halo­ge­nid-Kris­tal­le, die durch Licht zu metal­li­schem Sil­ber redu­ziert wer­den, als licht­emp­find­li­che Beschich­tung, son­dern Farb­stoff-Kupp­ler. Im Detail sieht das Korn anders aus, eher wie Sei­fen­flo­cken. Der Vor­teil ist aber, dass die­se Fil­me (Nenn­emp­find­lich­keit ISO 400/27°) bei Belich­tung auf ISO 200/24° einen wei­ten Dyna­mik­um­fang haben und auch klei­ne­re Belich­tungs­feh­ler gut­mü­tig ver­kraf­ten.   Auch ist das Scan­nen rela­tiv ein­fach. Die Maxi­mal­dich­te ist nied­ri­ger als bei klas­si­schen Schwarz-weiß-Fil­men auf Sil­ber­ha­lo­ge­nid-Basis.
  • »klas­si­sche schwarz-weiß Fil­me« auf Sil­ber­ha­lo­ge­nid-Basis. Die­se Fil­me sind für die Ver­ar­bei­tung im Groß­la­bor müh­sa­mer. In der Regel müs­sen sie ein­ge­schickt wer­den (oder selbst ver­ar­bei­tet oder ins Fach­la­bor gebracht wer­den). Beim klas­si­schen Schwarz-weiß-Film muss die Ent­wick­lungs­zeit indi­vi­du­el­le (je nach Film­typ und Ent­wick­ler) ange­passt wer­den. Die­se Fil­me von Ilford, Kod­ak oder Agfa sind für den ers­ten Schritt nicht mei­ne Emp­feh­lung, für alle wei­te­ren Schrit­te aber das Mit­tel der Wahl. Etwa nut­ze ich Agfa APX-100, Kod­ak Tmax-400 und Ilford FP-4Plus. Die Her­aus­for­de­rung liegt hier in der Ent­wick­lung. Oft ist zumin­dest ein klas­si­scher schwarz-weiß Film die­ses Typs in den Dro­ge­rie­märk­ten noch vor­rä­tig.

Wel­che Kame­ra neh­men?

Mög­lichst eine, die irgend­wo vor­han­den ist. Am bes­ten eine, die nicht alles selbst macht, denn dann ist dem Men­schen vie­les aus der Hand genom­men. Sucherka­me­ras von Olym­pus, Minox, … erlau­ben es oft, dass man z.B. die Blen­de ein­stellt, die Kame­ra wählt dann die mut­maß­lich pas­sen­de Belich­tungs­zeit dazu. Das ist bes­ser als gar nichts, aber ide­al wäre eine Spie­gel­re­flex- oder Sucherka­me­ra, die erlaubt, dass ich das eine oder ande­re oder bei­des ein­stel­le. Mög­lichst auch die Film­emp­find­lich­keit (bei man­chen Kame­ras wird die von der Film­pa­tro­ne [Bar­code] aus­ge­le­sen).

So vie­le Kame­ras lie­gen her­um, dass es nicht so schwie­rig sein dürf­te, eine zu lei­hen, oder für sehr wenig Geld zu kau­fen. Auch gute Kame­ras wer­den viel­fach nicht genutzt, lei­der. Also: War­um nicht ein­mal wie­der die alten Schät­ze in Betrieb neh­men? Wenn die Kame­ra län­ger nicht in Betrieb war, ist eine Kon­trol­le der Bat­te­rie, wenn vor­han­den, gebo­ten.

Fort­set­zung folgt.