soziale Netze und Originale – “digital natives” und analoge Saurier…

Tor, Haken

Viele, die sich zu den “digital natives” zählen, produzieren schnell, photographieren, editieren auf dem Smartphone oder Tablet und schon ist das Bild bei Facebook, 500px oder flickr, Instagram etc. Ein Rhythmus von Veröffentlichung, Likes, Kommentaren … liegt auf der Hand. Möglichst wenigstens ein oder zwei Veröffentlichungen pro Woche müssen sein, gern auch täglich.

Mit den analogen Dinosauriern – wie etwa mir – ist das anders: So eine hohe Veröffentlichungsfrequenz ist nicht zu schaffen. Vor allem haben wir Analogiker mehr oder weniger Abneigungen gegenüber digitalen Bildern: Wir verstehen sie als “uneigentliche Produkte”, eben nicht als “das eigentlich Bild”. Das nämlich ist die Barytvergrößerung im Passepartout, aufgezogen auf Museumskarton und signiert.

Wer seine Bilder nicht gerade im Guggenheim-Museum zeigt, kann also mit analogen feinen Bildern nur eine deutlich kleinere Zielgruppe erreichen. Eben die, die in eine Ausstellung kommen oder die so einen Saurier besuchen, um seine oder ihre Bilder zu sehen.

Die, die alles “mit Strom drin” lieben, lassen hin-und-wieder ein oder mehrere Bilder zu Papier bringen, als Vergrößerung für eine Ausstellung oder für den Verkauf… Einigen, so habe ich mir sagen lassen, sind diese Bilder unsympathisch, weil sie sich so festlegen. (“Hier stehe ich, ich kann auch anders…”)

Solange es sich um eine Datei handelt, kann man hineinzoomen, kann die Farben mehr oder weniger gesättigt wiedergeben. Viele der “digital natives” denken auch eher in RGB, so ein reines Blau wie am Monitor, so ein hochgesättigtes, sauber leuchtendes Rot gibt es eben nicht im Druck oder in der Ausbelichtung.

Websites wie diese werden vor allem aufgesucht von Leuten, die sich entweder für mich als Person interessieren (weil sie einen Hinweise, eine Visitenkarte oder ähnliches bekommen haben) – das sind relativ wenige. Oder aber es gibt Hinweise (z.B. über soziale Medien): Das waren mal viele, solange ich auf Facebook, Twitter usw. war. – Das bin ich nicht mehr, entsprechend wenige sind es, die sich hierher begeben. Die Monochrom-Casts einmal außer Acht gelassen, denn die werden über den iTunes-Store verhältnismäßig gut beworben.

Ich werde hier weiterhin einiges für die Nische erstellen, Podcasts, Bilder, Audiomaterial (und einiges zu sparsamer Mikrophonierung, natürlichem Hall, …) und nicht zuletzt auch Artikel zu Typographie, Satz. Wer also Stichworte wie Grauwert, Überfüllung, Bundzuwachs und Greiferrand zu den Suchbegriffen zählt, der wird hier fündig werden.

Menschen in der Nische laufen stets Gefahr, links (zu wenig geboten, zu allgemein) oder rechts (zu speziell, zu anspruchsvoll, zu sehr für Insider) vom Pferd zu fallen. – Das wird auch hier bisweilen passieren. Ich bitte alle, die es gut mit mir und dieser Seite meinen, sollte das der Eindruck bei dem einen oder anderen Beitrag sein, um eine Rückmeldung, am besten per E-Mail.

Danke!