warum billig zu teuer ist...

Bereits in den 1990er Jah­ren fand ich einen Arti­kel in der Zeit­schrift RoI (»Return on Invest­ment«), in dem es um die TCO (»total cost of ownership«) von (dama­li­gen) Apple– bzw. Microsoft-Systemen ging. Nun schreibe ich die­sen Text an einem Mac­Book, okay, ich habe mich im Glau­bens­streit der Sys­teme also erst­mal bekannt. Aber worum es mir eigent­lich geht, das ist eine Frus­tra­ti­ons­er­fah­rung, die mich etli­che Stun­den Lebens­zeit gekos­tet hat, für Nichts und wie­der nichts.

Vor­ge­schichte: Wenigs­tens acht Jahre lang hat der alte Pfarrbüro-Computer gehal­ten. Vie­les dau­erte sehr sehr lange, und in Zei­ten, in denen die Per­so­nal­stun­den sehr sehr knapp wer­den, kann man sich das als Gemeinde nicht leis­ten. Als eine Mit­ar­bei­te­rin in den Ruhe­stand ging, da fan­den wir im Kir­chen­vor­stand, dass es an der Zeit wäre, den PC zu erset­zen. – Aber die Nach­fol­ge­rin gab zu beden­ken, dass sie lie­ber kein Vista wolle, son­dern lie­ber auf »Win­dows 7« war­ten. So ein Medion-System von Aldi ist also seit Okto­ber bzw. Novem­ber ange­schafft und müh­sam (für die neue Mit­ar­bei­te­rin und für mich) haben wir die Daten migriert und sonst alles so weit her­ge­rich­tet an VPN für den pfarr­amt­li­chen Daten­trans­fer, die Gemeinde-Buchhaltung und Zahl­stel­len­füh­rung usw.

Ende Februar lief nun das mit­ge­lie­ferte »Bull­Guard« aus, es sandte läs­tige Nach­rich­ten, dass man doch end­lich mal die Soft­ware kau­fen solle, um wei­ter­hin aktu­elle Viren­de­fi­ni­tio­nen bezie­hen zu dür­fen. Also haben wir kur­zer­hand auf Anti­vir Pro­fes­sio­nell umzu­stel­len beschlos­sen. Und genau gemäß Anwei­sung habe ich »die sons­tige Viren­schutz­soft­ware dein­stal­liert«. Wun­derte mich zwar, dass anschlie­ßend ein Neu­start mit Check­disk durch­lief… Aber was soll es… Habe dann Anti­vir instal­liert, was glatt lief. Inzwi­schen war es Mon­tag früh und ich ging schlafen.

Um 9:30 Uhr rief das Pfarr­büro an: Im ent­spre­chen­den Account been­det sich lau­fend der Win­dows Explo­rer, die Pro­gramme stür­zen ab, der Rech­ner fährt run­ter und lässt Check­disk mit wech­seln­den Feh­lern, die er mut­mäß­lich behebt (oder das wenigs­tens behaup­tet), durch­lau­fen. Und so wei­ter und so fort.

Wie­der ein Tag, an dem Arbeit im Gemein­de­büro nicht erle­digt wer­den konnte, weil der PC nicht läuft. Abends komme ich und ver­schwende letzt­lich 2,5 h auf die­sen Unfug. Schließ­lich ziehe ich frus­triert von dan­nen, maile einige aus dem Kir­chen­vor­stand an, rege an, einen Dienst­leis­ter drauf anzusetzen.

Vor­mit­tags tele­fo­niere ich mit unserm Pfar­rer, der durch­aus PC-affin ist. Er regt an, ein Image zu bren­nen, am bes­ten, ohne dass von der Hard­disk gestar­tet wird. Auf zwei Wegen macht er sich ans Werk und es geht lei­der nichts. Wie­der einige Stun­den gut bezahl­ter Arbeit verschwendet.

So. Mor­gen werde ich nach der Brot­ar­beit mit einem  Dienst­leis­ter daran arbei­ten, den PC wie­der in lauf­fä­hi­gen Zustand zu bekom­men. Der Dienst­leis­ter kos­tet Geld, das er sicher ver­dient, hoffe ich jeden­falls. Anders gesagt: So ein Ärger kos­tet — wenn man echt rech­net — so viel wie der kom­plette PC. Und das wegen einer noch unkla­ren Ursa­che: Ob es Bull­guard ist, eine miese Fest­platte oder was auch immer: Kleine Ursa­che, gro­ßer Ärger.

Es bringt nichts, an der fal­schen Stelle zu spa­ren. Man zahlt, wenn man güns­tig kauft, leicht doppelt.

6 comments to warum billig zu teuer ist…

  • Sorry, aber was sind eigent­lich Viren?
    Ein dienst­li­cher MAC-User

    (Der Ehr­lich­keit hal­ber sei aber geschrie­ben, dass der sich zu Hause mit eben­sol­chem Schwach­sinn am pri­va­ten Windoof-Notebook rum­schla­gen muss — wobei: z.Zt. läuft es…)

  • Peer Scherenberg

    Ich habe gute Erfah­rung mit Kas­per­sky (kos­ten­pflich­tig). Die Kaspersky-Engine arbei­tet übri­gens in vie­len ande­ren Virenprogrammen.

    Bei den kos­ten­lo­sen ist AVG nicht schlecht. (Gibt es auch als Kaufversion.)

    Gene­rell ver­läuft die Qua­li­täts­li­nie bei Windows-Software defi­ni­tiv nicht auf der Kosten-Nichtkostengrenze. Und Scha­den­er­satz bekommst du bei gekauf­ten Viren­pro­gram­men auch nicht. Viel­leicht noch 1 Jahr Sup­port, wenn’s hoch kommt.

    Um die Arbeits­si­cher­heit eines Com­pu­ters zu erhö­hen, emp­fehle ich, alle Lauf­werke mit Wech­sel­da­ten­trä­gern aus­zu­bauen, das Gehäuse in einen Stahl­schrank so ein­zu­bauen, daß keine Kabel ange­schlos­sen wer­den kön­nen und jede Netz­werk­ver­bin­dung, ins­be­son­dere jede Inter­net­ver­bin­dung, zu unter­bin­den. Diese Maß­nah­men erhö­hen beträcht­lich die Systemsicherheit.

    Der Admi­nis­tra­tor allein darf den Stahl­schrank im Not­fall öff­nen, um Sys­tem­war­tungs­ar­bei­ten aus­zu­füh­ren und er darf nicht iden­tisch mit dem Benut­zer sein.
    Ideal wäre eine Server-Client-Architektur mit phy­si­scher Unzu­gäng­lich­keit des Ser­vers für die Benut­zer und ein­ge­schränk­ten Schreib­rech­ten. Der wirk­lich gefähr­li­che Virus ist der Benutzer!

  • Felix Schön

    Mir hin­ge­gen kommt die Wurst, wenn ich den Apfel sehe. Schon als Kind bekam ich von üppi­gen Genuss die­ser Früchte gele­gent­lich Bauch­weh…
    Zu mei­nem I-Pod Shuf­fle musste ich zu Anfang I-Tunes ver­wen­den und war ver­wun­dert, da mir als Gates-Fan diese Dimen­sion des Kom­merz und des pro­prie­tä­ren Ter­ro­ris­mus bis Dato unbe­kannt war.
    Mei­nen Brech­reiz konnte zunächst nur lin­dern, dass ich die gefühl­ten 77 zu drü­cken­den und über­aus wider­sin­nig bezeich­ne­ten But­tons bis das Teil eine neue Play­list ver­ar­bei­ten konnte ein­mal mit Ver­stand betä­tigte, um wirk­li­che Ever­greens auf­zu­spie­len. Nach­dem ich jeden die­ser Gas­sen­hauer jedoch wie­derum gefühlte 77 mal gehört hatte und ich mich dank Mr. Jobs zurück im Zeit­al­ter der Audio­kas­sette fand, ent­deckte ich bei Sourcef­orge ein 1Kb-Programm, das die Play­list Daten­bank mit nur einem Klick befüllt: Eine Zeit­reise! Die I-Sche*** habe ich selbst­ver­ständ­lich sofort dein­stal­liert, was auch tadel­los funk­tio­niert hat…

    Mit Aldi-PC habe ich auch schon viel schlechte Erfah­run­gen gemacht. Birt­hes Gerät ist viel jün­ger als mei­nes. Dass der Akku nach eini­ger Zeit ver­sagt, will ich noch hin­neh­men. Zwi­schen­zeit­lich hat es jedoch auch den Haupt­lüf­ter, die Fest­platte, den Moni­tor und den Audio­aus­gang erwischt. Mehr­heit­lich in direk­tem zeit­li­chen Zusam­men­hang mit dem Ablauf der Garan­tiefrist. Der Grund hier: Medion ver­ar­bei­tet Kobolde in sei­nen Pla­ti­nen. Des­halb sind die Kis­ten auch so billig!

  • Peer Scherenberg

    Aldi Hard­ware ist wegen sei­ner pro­prie­tä­ren Trei­ber­kon­fi­gu­ra­tion teil­weise problematisch.

    Da Note­books und Net­books inzwi­schen schon sehr bil­lig sind, würde ich eher zu einem Stan­dard­ge­rät grei­fen (EEPC, Vaio, Lenovo, und ähnliches).

    Was das Preis-Leistungsverhältnis von PCs betrifft, inseb­son­dere, wenn sie als Spiel­kon­sole die­nen sol­len, ist der Eigen­bau uner­reicht. Han­no­ver ist da durch die scharfe Kon­kur­renz auf der Sili­con Alley durch­aus begünstigt.

    Itu­nes ist aller­dings eine Krtank­heit, ich habe es nur instal­liert, weil man es instal­lie­ren muß, um mit dem Iphone zu tethern. Und ich sehe das man da für alles bezah­len muß, auch für das, was sonst umsonst ist und zwar offi­zi­ell umsonst, z.B. die Sim­psons. Ande­res ist auch iel teu­rer als anderswo. Eine rund­herum miß­lun­gene und äußerst nerv­tö­tende Soft­ware.
    Ich haße sie ebenso, wie ich das Ei-Phone liebe.

  • Die Fest­platte ist im Eimer. Der Dienst­leis­ter hat es nach Aus­bau und Ana­lyse der Platte geschafft, immer­hin noch (fast) alle Daten zu sichern. Mor­gen gibt es eine neue Hard­disk und dann kommt der PC wie­der ins Büro. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen sind schon völ­lig rat­los, wie die Arbeit ohne PC gemacht wer­den soll. Ein­zu­se­hen.
    Wenn man die Aldi-Garantie in Anspruch neh­men wollte, müsste man den PC ein­sen­den und Wochen lang drauf ver­zich­ten. Und die Daten wären sicher auch ver­lo­ren.
    Ich halte an dem Titel die­ses Arti­kel fest: Warum bil­lig zu teuer ist…

  • Felix Schön

    Oh ja Schick­sal, gib’s mir…
    Oben prahlt er noch, nun hat er eine Lei­che zu erset­zen. Nach 7 Jah­ren treuen Diens­ten starb ges­tern mein Packard-Bell-Notebook mit unkla­rem Befund. Jetzt muss ich zur Unzeit ein neues kau­fen. Schmach

Leave a Reply

 

 

 

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>