Neben Lessing stehen in meinem Bücherschrank Kästner und Tucholsky besonders hoch im Kurs (und natürlich Eco, aber aus anderen Gründen). Tucholsky ist die Rücksichtsloseste von allen gewesen, so dass er auch weniger alt wurde als die anderen genannten. — Und Kästner stellt ja fest, dass Tucholsky für fünf arbeitete (unter seinen Pseudonymen schrieb er je unterschiedliche Texte).
Eben fand ich einen Beitrag für die Weltbühne von 1931, der heute mindestens so aktuell ist wie damals, bloß dass die Zigarren etwas aus der Mode gekommen zu seien scheinen, oder ist das bloß mein Nichtraucher-Umfeld?
Jede Wirtschaft beruht auf dem Kreditsystem, das heißt auf der irrtümlichen Annahme, der andre werde gepumptes Geld zurückzahlen. Tut er das nicht, so erfolgt eine sog. ›Stützungsaktion‹, bei der alle, bis auf den Staat, gut verdienen. Solche Pleite erkennt man daran, daß die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben. Weiter hat sie ja dann auch meist nichts mehr.
Im Sudelblog gibt es den gesamten Artikel, den ich zu lesen nur sehr empfehlen kann. Manchmal macht Literatur eben nicht nur Freude der treffenden Formulierung wegen, sondern obendrein bekommt man die Welt erklärt, teils wie sie eben ist, teils so, wie sie seien sollte.
Letzte Kommentare