Womit ich photographiere - und warum: Teil 3 (Fortsetzung in loser Folge)

Einige Jahre lang habe ich nicht mit Klein­bild gear­bei­tet. Aber ganz ohne Klein­bild ist es auch keine Lösung. Zumal dann nicht, wenn die digi­ta­len Bil­der zwar für das Inter­net rei­chen, aber als Ver­grö­ße­rung doch der »Biss« bzw. die fei­nen Struk­tu­ren feh­len, die ich mit einem fein­kör­ni­gen oder mit­t­el­emp­find­li­chen Film errei­chen kann.

Viele Jahre lang habe ich mit einer Leica M6 TTL 0.85 pho­to­gra­phiert, aber nach­dem ich fast aus­schließ­lich Mit­tel­for­mat und Groß­bild nutzte, habe ich die ver­kauft. — Was dann (wie gesagt: nach Jah­ren der Kleinbild-Abstinenz) folgte, das war eine Zeiss Ikon ZM. Die halte ich für die »bes­sere Leica«, und zwar des Suchers wegen. Außer­dem kos­tet sie bloß einen Bruch­teil. Mit der Zeiss Ikon nutze ich drei Leica Opti­ken, 2,5/35 — 2,0/50 — 2,8/90 (Tele), die ich alle drei für her­vor­ra­gend halte und die alle die glei­chen 39 mm Fil­ter nut­zen. Ich finde den Ver­schluss bei der Zeiss Ikon akus­tisch nicht ganz so ele­gant und leise, leicht höher­fre­quent ver­gli­chen mit dem Gummituch-Schlitzverschluss der Leica, aber die deut­lich kür­zere Blitz­syn­chron­zeit recht­fer­tigt das für mich, denn mit dem 2,8/90 kann man wun­der­bar mit den Stu­dio­blit­zen arbei­ten, und wer möchte sich da schon mit einer (nicht mehr zeit­ge­mä­ßen) 1/50 s begnügen?

Für mich ist die Zeiss Ikon die Kamera, die ich mit­nehme, wenn ich nicht eigent­lich pho­to­gra­phie­ren möchte. Für den Städte­ur­laub oder den Kurz­trip zur Nord­see. Dazu braucht es eigent­lich nur noch ein gutes mit­tel­gel­bes Fil­ter für mei­nen Ton­wert­ge­schmack und einen pas­sen­den Film. Seit eini­ger Zeit arbeite ich mit Rol­lei Super­pan 200, bin damit aber nicht zu 100 % glück­lich. Der Ton­wert­an­stieg im Nega­tiv bei Zone 7 und dar­über ist ein­fach zu stark für mei­nen Geschmack. Erfor­dert einige Nach­ar­beit im Posi­tiv­pro­zess. Ansons­ten ist Agfa Scala ein wun­der­ba­res Mate­rial, das ich seit vie­len vie­len Jah­ren gerne ein­setze, wenn nur die teure Ent­wick­lung bei Photo Stu­dio 13 nicht wäre… Aber: Auch wenn das Labor sein Geld nimmt: Es ist es wert. Die Qua­li­tät hat mich bis­her immer über­zeugt und sie sind schnell!

Seit Novem­ber befasse ich mich mit sehr fein­kör­ni­gen Fil­men in der Zeiss Ikon. Ins­be­son­dere habe ich Rol­lei ATP1.1 am Wickel, aber ich muss noch etwas wei­ter wer­keln, bevor ich hier von den Bil­dern etwas zei­gen kann. Und frü­her hatte ich regel­mä­ßig APX-25, auch als Meter­ware. Einige Reste sind noch vor­han­den. Außer­dem habe ich APX-100 (= »Rol­lei retro«) neu­lich in grö­ße­ren Men­gen als Rest­pos­ten güns­tig eingekauft.

Für die ein­same Insel wäre das nicht die pas­sende Kamera, denn da hätte ich ja Zeit und würde eher Strand­gut mit dem Groß­bild fest­hal­ten. Für vie­les andere, für die Bil­der auf der Straße und auch für Repor­ta­ge­por­traits ist die Zeiss Ikon eine feine Lösung.

3 comments to Womit ich photographiere — und warum: Teil 3 (Fortsetzung in loser Folge)

Leave a Reply

 

 

 

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>