Beim Maschseefest war es, da stand am Nordufer auch dieser Cocktail-Stand. Mit der passenden musikalischen Einstimmung, staunte ich, dass trotz der Preise durchaus Cocktails verkauft wurden und wie sehr diese Atmosphäre, dass die »real-sozialistische« Wirklichkeit eben bloß mit Rum oder Cocktails erträglich würde, wenn man nicht gerade Musik exportiert wie Buena Vista, auch […]

Manchmal zieht es mich in ein Café, vor allem, wenn ich einen anderen Ort brauche, um etwas zu durchdenken. Guten Kaffee, Cappuccino, sogar ausgezeichneten Tee (Teekampagne, 1st Flush Darjeeling!) habe ich auch zu Hause. Aber manchmal ist der Trubel drumherum hilfreich, erlaubt mir, mich auf meinen Brief oder ein Konzept zu konzentrieren. Zu Hause hätte ich leicht noch anderes zu erledigen, Anrufe kämen, mal eben eine Waschmaschine in Gang bringen… Eigentlich könnte ich doch noch… Wenn ich davon fliehen möchte, dann gibt es Cafés. Weiterlesen
Heute ging es früh in den Harz, genauer nach Herzberg. Eine Kollegin aus dem Literarischen Quintett wohnt und arbeitet da. Und ihr Vorschlag war heute dran: Herta Müllers zweiter Roman »Herztier«. An der Soesetalsperre habe ich die Lektüre beendet. Früh ging es los, und ich hatte bis 11 Uhr Zeit, die letzten 40 Seiten […]
Kommentator Peer findet, dass meine Bilder zu leer seien. Hier gibt es einen Baum an der Leine, der doch immerhin aussieht als böte er Herberge für eine ganze Familie von Waldgnomen. Freilich weiß ich nicht, wie die Übernachtungstarife da sind, ob Familien — wie beim Jugendherbergswerk — eine besondere Ermäßigung erhalten und ich weiß nicht, ob das Frühstück im Preis enthalten ist.
Wenn ich an das Geraune im Wald im »Wind in den Weiden« denke, dann ist dieser Platz fast der LOCUS AMOENUS der Wasserratte: Hier könnte sie leben, ein Boot auf dem Fluss zum Picknick ausstatten, um dem Maulwurf zu zeigen, dass das Leben am Wasser, besser noch: darauf!, das einzig wahre ist, das einzig wahre Leben. Bekanntlich gibt es kein wahres Leben im falschen (etwa dem im Maulwurfsbau alias »Villa Maulwurfshügel«): Weiterlesen
Wohl dem, der einen Gelbfilter dabei hat und mit seinem Belichtungsmesser die passenden Korrekturfaktoren einsteuern kann. Dann lassen sich mit den niedersächsischen Wetterverhältnissen hinreichend dramatische Stimmungen »generieren«.
Ken Rockwell schreibt hier, dass es offenbar eine Frage der Handschrift ist, die die Unterschrift bestimmt, und nicht so sehr aufs Schreibgerät ankomme. Die Parallele zur Photographie ist deutlich, und Rockwell trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn jemand keine Bilder im Kopf hat, dann kann er sie auch nicht auf den Film (oder auf den Chip) bannen. Weiterlesen
Heute trafen sich vier Menschen bei mir, die alle des Lesens kundig sind. Wir lasen einander Schmidts Erzählung vor. Er illustriert, dass es nicht liebende waren, von ihren hartherzigen Familien getrennt, die die Zeichensprache oder Gebärden erfanden, sondern zwei Männer an der Kreissäge, beim Haus in der Heide.
Schmidts Spitzen gegen die ländliche Bevölkerung, […]
Sebastian Gerhard ist ein Medienirrwisch, einer der es schafft, auch wenn er gut unter der Haube ist, auf allen Hochzeiten zu tanzen, ohne dass er sich verzettelte. Sein Blog 2 ist wiedereröffnet, und es lohnt das Stöbern.
Ich schätze Sebastian sehr, empfehle daher sehr einen virtuellen Besuch. Die Photos von allerlei Musikern usw. […]
Vor Jahren fing SAP an, stellte eine feine und kleine Anwendung der Unternehmenssoftware unter dem Namen mySAP vor. Naja, und die Comramo KID GmbH bietet nun — wie es sich für einen IT-Dienstleister für Kirchen gehört — eine Friedhofsverwaltungssoftware an, die unter dem Namen myHADES® vertrieben wird. Nichts gegen eine gute Verwaltung, wenn der Friedhof eine gewisse Größe hat, schadet auch eine Softwarelösung sicher nicht. Weiterlesen
2006 erschien ein Impulspapier vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland namens »Kirche der Freiheit. Perspektiven für die Evangelische Kirche im 21. Jahrhundert«, noch unter dem Vorsitz von Bischof Huber. Weil ich dieses Papier in einer Predigt und in einem Mitarbeitendenforum erwähnte, weil es Nachfragen gab und weil das Gespräch drüber in der »Kleinen Gruppe« gestern anregend war, hier noch ein paar Gedanke dazu und mein Versuch, die 110 Seiten, die man als pdf-Dokument hier bekommen kann, etwas einzukochen.
Im Impulspapier geht es darum, wie evangelische (Landes-)Kirche(n) bis 2030 gedacht werden können, wie es weitergeht, wenn alles weitergeht wie bisher. Option 2 ist ein »Abschmelzen«, also ein »kontrolliertes Schrumpfen«. Es geht aber besonders darum (die 3. Option), wie umgelenkt werden kann, wo »Leuchtfeuer« erkennbar sind, die einen segenverheißenden Kurs der Kirche(n) erlauben. Weiterlesen
Mangel ist unangenehm. Er beherrscht schnell das Denken und alles anderen. Wo soll ich bleiben? Was soll ich essen? Womit mich kleiden? — Ich bin froh, dass das nicht meine vorrangigen Fragen sind.
Andererseits hat sich bei uns eine Kultur des Überflusses eingebürgert, die ähnliche Folgen menschlicher Unfreiheit bringt. Dazu schreibe ich heute etwas. Wenn ich Texte aus der Nachkriegszeit lese, von Böll oder Schmidt, dann hatten Schriftsteller gewöhnlich Ärger mit den Inspektoren vom Elektrizitätswerk. — Und welche elektrischen Geräte waren im Haushalt verfügbar? — Meist bloß Licht, also einige, oft schwache, Glühlampen. Kühlschränke kamen erst später auf, elektrische Schreibmaschinen ebenso, an Computer, Flachbildfernseher, die Wände füllten, war nicht zu denken. Musik kam bestenfalls aus dem Akkordeon oder bei Großbürgern vom Klavier. Gut, ein Radio, das kam dann gelegentlich als »Luxus« hinzu. Weiterlesen
Wieder mal ein Text über andere Blogs. Bei diesem Mal geht es um Pastor Storch. Carsten »Storch« Schmelzer zu lesen, das ist zumindest für die, die sich für Gemeinde, Theologie, Glauben und Nachfolge interessieren, anregend. Nicht deshalb, weil man mit allem übereinstimmen müsste, denn das sollte man nicht. Aber: Es sind anregende Gedanken, die sich da in Predigten, in »Reaktionen« auf z.B. biblische Texte finden. Und sich inspirieren zu lassen, das schadet nie. Weiterlesen
1. Thessalonicher 5,17: »Betet ohne Unterlass«. Keine schlechte Idee. Finde ich übrigens keineswegs nur für Mönche erstrebenswert, sondern z.B. auch für mich. Aber heute soll es ja mit diesem Text nicht ums Beten gehen, sondern ums Lesen. Von vielen Menschen um mich höre ich, dass sie es nicht schaffen, zu lesen. — Nebenbei, ich gebe Martin Walsers Detektiv Tassilo S. Grübel (Verteidigung von Friedrichshafen) nun ungern recht, nein, es ist dessen Mutter, die sagt: »Aber was liest sie? — Es kommt nicht darauf an, dass man liest, sondern was…« Weiterlesen
Merken die das eigentlich nicht? Billig ist ein Produkt oder eine Haltung/Tat (»Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist es, dass wir dich, ewiger Gott, immer und überall loben und dir danken, durch unsern Herrn Jesus Christus.«) Ein Produkt mag »billig« sein, aber das eben besagt, dass der Preis zur Qualität […]
Am Samstag endlich habe ich es geschafft, einmal eine Versammlung der Zeugen zu besuchen. Die letzten sechs Samstage waren anders besetzt, mit Silberhochzeit, Probe für Pfingsten usw. Im oberen Stock des »Doppelsaales« im Mittelfeld finde ich mich um 16:30 Uhr ein. Einige bekannte Gesichter, insbesondere des Ehepaars, mit dem ich mich bereits öfters getroffen habe. Andere erkennen mich vom »Gedächtnismahl« wieder, bei dem ich ja zugegen war. Ich finde einen Platz, lege Bibel und Schreibzeug bereit, und eine große Anzahl Anwesender begrüßt mich mit Handschlag. Sehr freundlich, aber auch so, dass ich kaum zur Ruhe komme, denn ich empfände es dann doch als unhöflich, sitzen zu bleiben, wenn mich jemand begrüßt. Also springe ich bestimmt acht– oder zehnmal auf. Weiterlesen
In den vergangenen zwei oder drei Wochen habe ich mal wieder intensiv Bekenntnisschriften und dogmatische sowie ökumenische Erklärungen gelesen. Das ist ein trockener Stoff, und zugleich einer, der je in seiner Zeit und im Umfeld der Textentstehungen gedacht und gewürdigt werden möchte. Es erfordert auch bei mir hohe Konzentration. Die meisten der lutherischen Bekenntnisschriften, wie sie in den BSLK zu finden sind, sind ja auch in der lateinischen Fassung maßgeblich, und bei der ist oft ein größerer Spiel-/Verstehensraum als bei der (oft einengenden, teils deutenden — ist wie »Gute Nachricht Bibel«) deutschen Fassung. Man kommt also gar nicht drum herum, etwa die CONFESSIO AUGUSTANA wirklich im Original zu lesen. Sonst wird es augenblicklich irreführend. Weiterlesen
In den letzten Wochen habe ich mit großem Erkenntnisgewinn zwei Bücher (wieder) gelesen. Anlass hierfür ist letztlich die Kopf– und Führungslosigkeit, in der sich meine Hannoversche Landeskirche seit dem Rücktritt unserer Landesbischöfin befindet. Mit den Sparbemühungen und dem bloß organisatorischen Reagieren auf die Herausforderungen der Zeit bin ich nicht sonderlich glücklich, klar. Um es mit einem (umgemünzten) Zitat Wiglaf Drostes zu sagen: »Politisch stand sie in der Nähe jeder Fernsehkamera«. — Ich lasse offen, ob ich dies auf die Kirche oder auf die gewesene Bischöfin beziehe. In jeder Kirchenvorstandssitzung finden sich in der Umlaufmappe einige Mitteilungen über Austritte; ein Skandal! Und die »AG Zukunft« hier im Stadtkirchenverband denkt allein drüber nach, wie man einige Gemeinden fusionieren kann, um einzelne Haushaltsstellen einzusparen usw. Weiterlesen
Auf einem Photo am Arbeitsplatz des Schriftstellers Jurek Becker sah ich ein Schild, das vor ihm an der Wand hing: »Bad language will not be tolerated«. Recht hat er. Weiterlesen
Eine Freundin wies mich auf diese Artikel in der heutigen Welt hin: Sicher zutreffend beschreibt der Verfasser, wie sich in den unterschiedlichen Kirchen eine gewisse Sinnleere bei der Rede von Gott zeige:
»Aber in der Verkündigung Gottes ist sie wenig überzeugend. In den Ritualen des Glaubens spürt man nicht selten eine gewisse Hohlheit, ein Zittern, ein Fremdeln. Auf den Gesichtern von Priestern und Pfarrern ist bisweilen ein Zweifel zu lesen, manche segnende Hand wirkt schauspielerhaft.«
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»Lecker Lyrik« ist eine Veranstaltung der Evangelischen Jugend in Anderten, bei der drei Blöcke Texte (meist Dichtung, aber auch Prosa fand bereits ihren Platz) mit einem von der Jugend zubereiteten Vier-Gänge Menü kombiniert werden, das alles zu höchst tragbaren Preisen.
Nach unserem ausgesprochen schmackhaften Probekochen (ich habe hier geblogt) und dem Quizz zum […]
Falls Sie hoffen, dieses Buch könne Ihnen alle Fragen beantworten, müssen wir Sie leider enttäuschen. Es fördert allenfalls noch mehr Fragen zu Tage. Wenn Sie damit klarkommen, können wir Ihnen die Lektüre durchaus empfehlen.
NGÜ – Das Neue Testament in der Sprache von heute. Ein Buch, das dazu dient, Gott und uns selbst auf die Spur zu kommen. Jesus Christus spricht darin lebensnah, anschaulich und klar. Denn er will, dass seine Zuhörer ihn verstehen. Damals. Und heute. Weiterlesen
Liebe Sudelweb-Lesende,
die Predigt vom vergangenen Sonntag, Palmsonntag, habe ich auf der St. Martin-Seite veröffentlicht; bloß für den Fall, dass jemand sie versäumt hat und nachlesen möchte. Dass sie so grundsätzlich an das Thema herangeht, das liegt auch an den Erfahrungen, dass viele, jüngere (Konfis) und ältere, Gemeindeglieder oft so eine unklare Vorstellung […]
Derzeit findet mein literarisches Quintett etwa viermal jährlich statt. Das läuft so: Wir, einige Menschen mit Lust am Lesen, verabreden, ein Buch zu lesen, dann treffen wir uns samstags um 11 Uhr zu einem literarischen Frühstück, unterhalten uns also über den gelesenen Text. Der oder die Vorschlägerin beginnt, stellt kurz das Buch vor, schildert Inhalt, bieten kurzen Hintergrund zum Autor oder der Autorin und sagt, wieso gerade dieses Buch vorgeschlagen wurde. Weiterlesen
Im Jahr habe ich so zehn bis 15 längere schriftliche Arbeiten von Studierenden, Promovierenden oder Habilitierenden, die ich gerne lese, hier und da inhaltliche Vorschläge zur Optimierung unterbreite, aber eben auch (und vor allem) über die Formalia, vom Tippfehler bis zur Fußnotenformatierung gucke, um die Erscheinung des Gesamtwerkes zu optimieren.
Ich liebe es, mich in die gedanklich-fachliche Welt anderer hineinzudenken, mich auf ihre Themen und ihre Sprache einzulassen, die keinesfalls zu meiner Sprache werden dürfen. Weiterlesen
Seit fünf Monaten lese ich regelmäßig DIE ZEIT, leider nicht immer vollständig. Der Mut, ein ganzes Zeit-Magazin zu einem abgefahrenen Thema zu gestalten, der Stil, der im positiven Sinne die vielfältigen Zugänge meiner Generation zur Welt spiegelt, das gefällt mir sehr. Es ist ein Vergnügen, gut geschriebene Texte zu lesen, fein gebaute Seiten zu betrachten und gute Typographie bemerke ich. Da gibt es Unterschiede, zwischen Trenn– und Halbgeviertstrichen, die anderen Zeitungen lange schon gleichgültig sind. Weiterlesen
Das war ein echtes Wechselbad. Zwei Gruppen VorkonfirmandInnen, die austesteten, wie weit sie gehen können. Das Thema »Abraham« schien Teile der zweiten Gruppe gar nicht zu interessieren, was schade wäre, denn Abraham ist ja »Vorbild des Glaubens«, und so haben wir auch versucht, das Thema aufzuzäumen, von Römer 4 her. Weiterlesen
Neben Lessing stehen in meinem Bücherschrank Kästner und Tucholsky besonders hoch im Kurs (und natürlich Eco, aber aus anderen Gründen). Tucholsky ist die Rücksichtsloseste von allen gewesen, so dass er auch weniger alt wurde als die anderen genannten. — Und Kästner stellt ja fest, dass Tucholsky für fünf arbeitete (unter seinen Pseudonymen schrieb er je unterschiedliche Texte).
Eben fand ich einen Beitrag für die Weltbühne von 1931, Weiterlesen
Ein wirklich feines Buch habe ich hier als Geschenk für alle, die mögen.
Als Reaktion auf den Namensgeber des Leibnizkekses verfasste Voltaire diese feine Novelle. Die alte Übersetzung ist nicht die genaueste, aber sie ist wunderbar und sprachlich, wenngleich sie manchmal etwas übertreibt, einfach nur klasse. Außerdem bietet sie den Vorzug, dass der Verfasser hinreichend lange tot ist, […]
Zu einem meiner Artikel schrieb neulich Freund Peer:
Eine sehr geistreiche Auffassung.
Auch euer Bruder im Herrn Joseph Smith hat sich ja deshalb wohlweislich bei der Übersetzung eines Seer Stones bedient und aus einem verdunkelten Hut gelesen. Das ist, als Archetyp, das was du als ›Gott der den Text aufschließt‹ bezeichnest.
Verdunkeln, daß außer dem Text nichts vorhanden ist.
Keine Tafeln, kein Engel, kein Gott.
Nur menschliche Erfindung.
Und ich rufe: »Das sei ferne!« Gerade diese Fragestellungen, wie man eine Auslegung als zutreffend, möglich, unwahrscheinlich oder unzutreffend beurteilen kann, das ist ja ein ganz wesentlicher Teil dessen, worum sich auch die Fachgebiete Altes und Neues Testament kümmern. Weiterlesen
Hier schreibt Sebi über das Bloggen an sich. Und seit ich dies selbst etwas mehr betreibe, merke ich, dass er in vielem sehr zutreffend beobachtet.
Sein Text ist älter, aber gut. — Und die nächste Ausgabe von Lecker Lyrik findet am 17. […]
Liebe Leute,
nachdem einige Kollegen kaum mehr bloggen, habe ich einfach mal die Blogroll aufgeräumt. Neu hinzugekommen sind DASUXULLEBT. Feine Anregungen aus der Linux-Welt, zur Politik, zum Tierschutz und zu vielem anderen mehr. Weiterlesen
Ein Freund schenkte mir vor Jahren die Taschenausgabe dieses Bildbandes von Horst Hamann. Das Buch (teNeues, 2000) präsentiert Hamanns Hochformat-Panoramen aus dem Big Apple. Hamann hatte zehn Jahre zuvor eine gebrauchte Linhof Technorama Panorama-Kamera (Aufnahmeformat: 6 cm x 17 cm) gekauft. Deren 90 mm Objektiv nimmt, in Verbindung mit dem Filmformat, das auf einem Rollfilm 120 bloß noch vier Aufnahmen ermöglicht, quasi das gesamte Geschichtsfeld eines Menschen auf. — Bloß: Wir sehen gewöhnlich querformatig. In seinem Nachwort schreibt der Bildautor, dass er geraume Zeit habe üben müssen, das Bild wirklich von oben bis unten mit dem Auge zu prüfen: So eben, also Hochformat-Panorama sehen wir gewöhnlich nicht.
Hamanns Bilder sind in der kleinen Ausgabe des Buches, das ich habe, quasi ein Kontaktabzug des 6 cm x 17 cm großen Agfapan (100 bzw. 400) Negativs. Auf mich wirkt das World Trade Center, das auf Hamanns Bildern noch steht, viel befremdlicher als das teils etwas bemühte hochformatige Panorama. Weiterlesen
Nach einem Telefonat mit einem Freund neulich habe ich gestern beschlossen, dass es an der Zeit sei, die klassischen Chaplinfilme wieder mal zu sehen. Wenn ein Film, wie Chaplins »Der große Diktator« fünf Oscars erhält, dann kann er zumindest zu seiner Zeit nicht bedeutungslos (gewesen) sein. Weiterlesen
Zu Weihnachten vor einem Jahr schrieb ich in meinem Blog dies. Damals gab es einige Steine des Anstoßes. Leider sind beim Wechsel der Domain (und damit der absoluten Adressen meiner Beiträge) und dem Übergang von einem Blogsystem zu einem anderen die Kommentare verloren gegangen.
Jedenfalls scheint mir wieder — und diesmal vor dem Fest: Dass Weihnachten wird, das ist ein Grund für »Seasonal Greetings« oder für Jahresend-Ferien. Wir sind ziemlich dabei, das Modell der Volkskirche (und des Kirchenvolks) zu verlassen. Natürlich geht es dann mit Hüllen (wie bei den Korallen) so, dass sie noch bestehen, wenn die Lebewesen längst ausgezogen sind. Weiterlesen
Wenn ich den gesamten Tag über mit Kunden in aller Welt kommuniziert habe, per email, Telefon, Fax und Brief, dann finde ich es zunehmend anstrengend, vermittelt zu kommunizieren. Jemanden zu treffen, so richtig »von Mensch zu Mensch«, das ist etwas anderes. Aber: Obwohl ich eigentlich zu denen gehöre, die gerne Briefe schreiben: Oft genug habe ich einfach gar keine Lust. Möchte lieber schweigen als zu telefononieren, möchte lieber den Mond ansehen (oder einen guten Bildband von John oder Richard Sexton) als dass ich aufs Schreibpapier oder den Monitor blickte. Weiterlesen
Liebe Leute,
heute mal zu einem Kinderbuch, das ich in den letzten Tagen noch einmal durchgelesen habe. Der »Wind in den Weiden« von Kenneth Grahame ist in unterschiedlichen deutschen Übersetzungen im Handel. Mindestens zwei habe ich gehabt. Diejenige, die Harry Rowohlt geschaffen hat, sei hier sehr empfohlen. Allein die Namen der Helden der Geschichte und ihrer Häuser »Villa Maulwurfshügel« oder »Schloss Krötinhall« für das Haus der Kröte sind liebevoll, kreativ und einfach passend gewählt. In einigen Punkten finde ich die Übersetzung noch treffender als das englische Original (das sehr wohlfeil bei Pinguin Books über Amazon zu haben ist). Weiterlesen
Das Schloss ist entfernt: Bitte bedienen Sie sich. Habe meine Flickr-Bilder rechtlich relativ frei gegeben.
Gestern gab es mal wieder eine Fortbildung für Gruppenleitende. Es ging um Urheberrecht, die kirchlichen Pauschalverträge mit GEMA und den Verwertungsgesellschaften usw. Immerhin gab es endlich mal eine Fachjuristin aus einem unserer Ministerien, die juristisch die Zusammenhänge gut darstellen konnte, obgleich dies nicht ihr Fachgebiet ist.
Ich selbst denke seit vielen Jahren übers Urheberrecht nach, darüber, inwiefern in der Postmoderne ein »Autor« postuliert werden kann. Weiterlesen

Ich finde es nett, das eine oder andere Blog auch einmal zu würdigen. Ja, ich weiß, das Schreiben über das Schreiben, die pure Intertextualität, das ist, als sollten in der Dienstleistungsgesellschaft alle einander bloß noch die Haare schneiden. Davon wird man nicht satt, oder wie Wirtschaftsgeograph Jöran immer sagt: »Die Sektoren müssen alle vorhanden seien…« — Ihr habt ja alle recht, aber mal kann man ja auch über andere Blogs schreiben. Weiterlesen
Liebe Lesende,
neulich bekam ich »Das Pinguin-Prinzip. Wie Veränderung zum Erfolg führt« von einem Freund geschenkt. Er hatte mir schon länger etwas angekündigt, aber am Sonntag endlich war das Buch da und ich bekam es überreicht. Darin schildern (Klaus Berger spräche sicher von »Remythologisierung«) John Kotter und Holger Rathgeber (guter Name für einen Ratgeber-Verfasser) in einem Gleichnis, wie eine Pinguinkolonie sich mühsam dazu durchringt, den vertrauten Eisberg zu verlassen. Weiterlesen

- links Wallis, rechts der Dolmetscher
Der Untertitel »Why the Right Gets It Wrong and the Left Doesn’t Get It«, der sagt alles. Jim Wallis ist Pastor in Washington D.C. und dort in der Innenstadt, in einer ausgesprochen armen und armseligen Gegend. Dass dieser Linksevangelikale dennoch seit Jahrzehnten anregend denkt und mit seinen Fragen auch weit außerhalb der USA das Geschehen beeinflusst, tut besonders wegen seiner Gesprächskultur sehr gut. Weiterlesen
Am Samstag war ich bei einer Geburtstagsfeier. Ein Gast las eine Kurzerzählung vor, selbst verfasst, über die Zeit der wilden 1970er Jahre. Er hatte für einen »halben Monatslohn« eine A5-Buchdruckpresse gekauft von einem Buchbinder, der mit dem Gerät nur genutet hatte und gestanzt. Mit einer Buchdruckpresse geht das, weil man neben dem Einsatz erhabener Typen aus dem Setzkasten eben auch mit Klingen oder »Falzkanten« die Bedruckstoffe behandeln kann. Weiterlesen
Liebe Leserin, lieber Leser,
in der laufenden Woche hat mein Kleemann-Text alle anderen im Besuch überholt. Warum bloß? Was unterscheidet diesen Text von den anderen? Mir scheint, dass die Privatsender schon recht haben: Katastrophen scheinen zu unterhalten. Je niedriger die bedienten Triebe, desto interessanter? Vielleicht sollte ich regelmäßig Schlagworte wie »Kinderporno«, »unzensiert« usw. mit meinen Texten verbinden? Wäre sicher ein Mittel, die Quantität der Besuchenden zu steigern. Weiterlesen
Liebe Leserin, lieber Leser,
gestern machte mich ein Freund darauf aufmerksam, dass ich meine »alten« Seiten ja fast unerreichbar gemacht hätte. Tatsächlich. Das war gar nicht meine Absicht. Ich habe nur die Startseite gleich aufs »Sudelweb« umgeleitet. Dass aber der Link auf »meine sonstigen Seiten« eben leider nur eine Schleife wieder ins Sudelweb wurde, weil ein Link falsch […]
Nach vielen Jahren sah Gott wieder mal auf die Erde. Die Menschen waren verdorben und gewalttätig, und er beschloss, sie zu vertilgen, genau so, wie er es vor langer langer Zeit schon einmal getan hatte.
Er sprach zu Noah: »Noah, bau mir noch einmal eine Arche aus Zedernholz, so wie damals: 300 Ellen lang, 50 Ellen breit und 30 Ellen hoch. Ich will eine zweite Sintflut über die Erde bringen. Die Menschen haben nichts dazu gelernt. Du aber gehe mit deiner Frau, deinen Söhnen und deren Frauen in die Arche und nimm von allen Tieren zwei mit, je ein Männchen und ein Weibchen. In sechs Monaten werde ich den großen Regen schicken.« Weiterlesen
Wenn Manufactum auf die Olympia Schreibmaschine 10 % Journalistenrabatt gewährt, so sollen die nicht journalistischen Kunden dies als zu ihrem eigenen Besten gutheißen. Es mag noch Menschen geben, die mit der Maschine schreiben, wahrscheinlich vor allem in den Online-Redaktionen. Dann wäre für den Online Shop doch die beste Idee, noch eine Texterkennungssoftware gleich mitzuliefern, wenn man die Olympia-Maschine in den Warenkorb legt. Überhaupt: Der Markenname klingt nach dem griechischen Götterhügel. Weiterlesen
Etwa zehn Tage lang hatte ich Ärger mit meinem iPod-touch. Das Gerät hatte versucht, Software zu aktualisieren. Und sich dabei dermaßen aufgehängt, dass gar nichts mehr ging. Das ist ärgerlich, denn meine to-do Listen, die Möglichkeit, an allen möglichen und unmöglichen Orten Adressen und Kalender mitzuführen und auch die angenehmen podcasts, die ich im Auto […]
 Wappen der Stadt Halle/Saale
Die Routenplanung schreibt, übereinstimmend mit dem Navi, dass es gut zwei Stunden sind nach Halle an der Saale, der (noch) größten Stadt Sachsen-Anhalts. Wikipedia weiß, dass es 230.000 Bürgerinnen und Bürger gibt. Der größte Arbeitsgeber sind die Stadtwerke Halle. – »Wir können einander doch nicht alle die Haare schneiden, nein: mit Strom versorgen.«
Eben das scheint die Schwierigkeiten dieser Stadt besser als alles andere zu beschreiben: Martin-Luther Uni ist da, die Hallenser schätzen »Ihre« Stadt; bloß: Finanziell ist die Stadt dabei gestellt wie eine Kirchenmaus. Das macht es nicht leichter für Kunst, Kultur und Sport. Weiterlesen
Mit einem Freund sprach ich neulich drüber, dass wir das meiste, das wir so sagen, so zu sagen versuchen, dass wir damit niemandem auf die Füße treten, dass wir so verstanden werden, wie wir verstanden werden möchten. Dass also etwa Kritik nicht persönlich genommen wird, sondern als sachliceh Anregung verstanden werden möge. Besonders tückisch ist das bei der Kommunikation per e-mail (denn die wird schneller als Briefe geschrieben, oft nicht noch einmal durchgelesen und sie erlaubt anders als ein Telephongespräch kein Hören auf Zwischentöne). Weiterlesen
Komme eben zurück aus der Südstädter Bibliothek, wo es eine Lesung mit Marcus Baltzer zu erleben gab. »Das Sottrum Projekt« geht zurück auf einen Werbezettel des Familienparks »Sottrum«, nahe Hildesheim. Der Autor war nie da, ich auch nicht. Aber dieser Werbezettel listet 125 Sensationen oder Attraktionen. Und zu jeder einzelnen Attraktion entstand in Baltzers kleiner Handschrift in einem Heft ein Text, nie länger als eine Seite. Weiterlesen
Es gab einmal eine Zeit, da schrieb Georg Christoph Lichtenberg, der Göttinger Physiker, Gedanken und Einfälle in eines seiner Sudelbücher. Diese heute zu lesen, das ist immer noch ein Vergnügen. Im meinem Bücherschrank stehen sie in der wunderbaren Gesamtausgabe von Zweitausendeins.
Dass dieses Sudelweb mal solche Berühmtheit erlangen wird, das wage ich noch zu bezweifeln. Ich werde […]
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herzlich wilkommen Schön, dass Du oder Sie den Weg hierher gefunden haben. Auf diesen Seiten finden sich Texte und Bilder (evtl. auch andere Medien) von Frank Weber, Hannover-Anderten. Thematisch geht es um Alltag, Musik, Literatur, Theologie und Philosophie, Photographie und vieles mehr. Das ist auch die Tücke dieses Blogs: Kaum jemanden wird das alles interessieren.
Hier hilft es, die entsprechende Oberbegriffe anzuklicken (unter diesem Text), und schon gibt es das Angebot vorsortiert. Kommentare sind willkommen, kommerzielle Werbung ist (siehe Impressum) kostenpflichtig.
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