Beim Maschseefest war es, da stand am Nordufer auch dieser Cocktail-Stand. Mit der passenden musikalischen Einstimmung, staunte ich, dass trotz der Preise durchaus Cocktails verkauft wurden und wie sehr diese Atmosphäre, dass die »real-sozialistische« Wirklichkeit eben bloß mit Rum oder Cocktails erträglich würde, wenn man nicht gerade Musik exportiert wie Buena Vista, auch am hannoverschen Binnenteich aufkam. Sicher liegt es auch an der Coolness des Barkeepers. Ich fand es eindrucksvoll, wie konzentriert und hingebungsvoll der seine Spirituosen mixte, und das alles formvollendet.
Erst deutlich später entdeckte ich den fast noch cooleren Aufkleber rechts außen: Der Tag hat eben 28 Stunden, bloß kann man mit Herrn Lehmann und Katrin, der schönen Köchin aus der Markthallenkneipe, streiten, ob die Zeit besoffen schneller oder langsamer vergeht.
Ich wünschte mir öfter mal einen richtigen freien Tag, einfach um photographieren zu gehen. — Nebenbei: Ich habe nichts getrunken. Photographieren ist bereits nüchtern eine Herausforderung, die ich mir alkoholisiert ebenso wenig vorstellen kann wie zu musizieren.
Mike Johnston ist Photojournalist, Blogger, Photodozent (also »Lehrer«) und Photograph in den USA. Einer größeren Öffentlichkeit wurde er bekannt, als sein Projekt »The Leica as a Teacher« viel beachtet wurde und (auch hierzulande) etliche sich dem Projekt anschlossen, ein Jahr lang, täglich eine Kamera, bevorzugt eine Leica Messsucherkamera, mit genau einem Festbrennweitenobjektiv mitzuführen, und zwar an jedem Tag, den gesamten Tag über. Es soll schwarz-weiß Film (eine Sorte, stets die selbe) eingesetzt werden. Aufgabe ist, in jeder Woche zwei Filme zu belichten und zu entwickeln, sowie entsprechende Kontaktabzüge herzustellen. Pro Film sollen ein bis sechs Arbeitsvergrößerungen erstellt werden und alle fünf bis zehn Filme eine ausgearbeitete Vergrößerung.
Bei all diesen Bemühungen ist das Ziel, innerhalb eines Jahres ein deutlich besserer Photograph zu werden. — Warum es eine Leica seien soll? Muss keine sein, sagt auch Mike Johnston, aber besser ist es, sagt er, hier. Weiterlesen
Neben der »Brotarbeit« ist es ja so, dass ich einen guten Teil meiner Zeit und Kraft in die Gemeindearbeit stecke. Aktuell steht die nächste »Lecker Lyrik« vor der Tür (am 25. September). Und bei mir bremst auch etwas, dass ich einige Indizien wahrnehme, dass dieses »Modell Landeskirche« äußerst reformbedürftig ist. Mit anderen Worten: Immer weniger Menschen sehen ein, warum sie 9 % der »Nettoeinkommensteuerschuld« an Kirchensteuer bezahlen sollen. Weil sie die Angebote nicht wahrnehmen, diese sie nicht interessieren usw. Ich verstehe das gut, und ich kann nachvollziehen, dass dann die Menschen austreten, weil die »das war immer so«-Argumentation nicht mehr zieht. Weiterlesen
Heute war ich mittags im Berggarten in Herrenhausen. Bei dem unsicheren Wetter hatte ich nach dem Konfitag gestern Lust, quasi »meditativ« zu photographieren. Also entschied ich angesichts des unsicheren Wetters, dass Gewächshäuser das Richtige wären, um genau hinzusehen, um wirklich konzentriert Bilder zu suchen und entsprechend zu gestalten. Einfach zur Entspannung und der Bilder wegen.
Ich nahm die Tachihara Großbildkamera, Stativ und Belichtungsmesser mit und machte mich mittags auf nach Herrenhausen. — Schon vor dem Gelände hörte ich Jazz, und siehe da: Christoph Münch am Klavier, auch die Kollegen in der Band kannte ich. Aber: In meinem Sinne attraktiv, dass viele der Musik lauschten, so konnte ich mich den Tropenhäusern zuwenden. Bloß: So weit kommt man kaum, wenn man mit der Tachihara unterwegs ist. Bestimmt zehn Personen sprachen mich an: Was ich zu »digital versus analog« denke, ob es eine alte Kamera sei, warum ich dieses Tuch über meinen Kopf zöge usw. usf. Kinder wollten partout auf die Mattscheibe sehen. Wer auffallen möchte, kann sich eine rote Kravatte mit großen weißen Punkten umbinden, ober, quasi auch als »conversation piece«, eine aus 300 Jahre altem japanischem Kirschbaum gefertigte Großbildkamera mitführen. — Wirksamer ist wahrscheinlich das letztere, wenn man Aufmerksamkeit erregen möchte. Weiterlesen
Man kann drüber streiten, was so ein »Event« bringt wie ein Konfitag. Ich schreibe hier, weil ich einige persönliche Fußnoten anbringen möchte und weniger über das Ding als Ganzes, seinen Sinn oder seine Berechtigung nachdenken. Weiterlesen
Das Beste an der digitalen Photographie ist, dass man alle Bilder, die einem nicht gefallen, hinterher löschen kann.
Der Trend zur digitalen Photographie hält an. Die Kameras bieten vor allem eine gewisse Unabhängigkeit von anderen: Man kann die Bilder am Monitor ansehen, selbst bearbeiten mit Software und fast beliebige Mengen an Bildern bevorraten. Wenn früher jemand nach dem Urlaub mit 12 oder 18 Diafilmen (à 36 Aufnahmen also 342 bis 648 Bildern) heimkehrte, grauste allen Freunden und Anverwandten schon vor den endlosen Diaabenden. Auch damals bestand die Kunst bereits in der Auswahl, am besten natürlich vor dem Auslösen. Wenn das aber schwierig ist, weil sich jemand in das Auslösegeräusch seiner (möglicherweise motorisierten) Kamera verliebt hatte, dann wäre es hilfreich gewesen, hinterher zu sortieren. — Die schlechten ins (Abfall-)Töpfchen, die besten ins Diamagazin.
Seit der Digitalisierung ist dieser Trend ungebrochen, ja das beste ist: Man kann alles löschen (auf der Speicherkarte), aber es tut leider niemand! Also werden Tausende bedeutungs– weil aussageloser Bilder aufgenommen, eben weil es geht, und die Festplattenindustrie freut es ebenso wie alle anderen Lieferanten für Hard– und Software. Weiterlesen
Vor einem Jahr traf ich eine ältere Freundin zum Kaffee. Unser Treffen, bei dem es um die Themen »Vorratsdatenspeicherung« und »Internetsperren« gehen sollte, wurde damals ruckartig unterbrochen, weil sich die Freundin den Arm brach. Ich fuhr sie noch ins Krankenhaus, und da war der »angebrochene« Tag zuende. Weiterlesen
Überraschend zügig gingen die CD-Aufnahmen für die Hi-Fly Jazz Unit am 7. August. So hatte ich am 8. August dann doch noch Gelegenheit, einen der wenigen mich interessierenden Programmpunkte beim diesjährigen Maschseefest wahrzunehmen: Das Konzert der Gipsy Connection featuring Kussi Weiss. Dieser Hildesheimer ist hörenswert, und auch die Band war gut. Weiterlesen
Zwei sehr unterschiedliche Gemeinden, beide in lutherischen Landeskirchen, beide Gemeinden sind seit Jahrzehnten partnerschaftlich verbunden. An diesem Wochenende fahren einige meiner Gemeinde in Hannover nach Sachsen und besuchen die Freunde. Weil die Freuden, Sorgen und Nöte unterschiedlich sind, vor allem jeweils zu unterschiedlichen Zeiten begegnen, darum ist es gut, wenn man miteinander im Gespräch bleibt. Gerade aus der Sicht von Menschen, die in Gemeinde aktiv sind, ist der Blick der je anderen hilfreich: Sie sehen von außen, aber nicht von zu weit weg auf die Dinge. Die sächsische Landeskirche hat schon manche Sparrunden hinter sich, schon manche Strukturreformen abgeschlossen, die in der Hannoverschen Landeskirche wohl noch bevor stehen. Die Erfordernisse und Anforderungen an Gemeinden haben sich nach einigen Jahrzehnten DDR bereits stark verändert.
Die Treffen in der Vergangenheit waren gut und fruchtbar. Ich hoffe und erwarte, dass es auch an diesem Wochenende so werden möchte.
Glaube stirbt, wenn er nicht gelebt wird. Für die meisten ist die Gemeinschaft mit anderen, die Gemeinde, eine adäquate Form, bloß die wenigsten sind zu Einsiedlern geboren. Andererseits ändert sich hinsichtlich der Formen von Gemeinden — sieht man mal von den »großen Kirchen« ab — viel. Ich habe in den beiden letzten Jahren ausgesprochen viel zur Ekklesiologie, also zur Lehre von der Kirche, was sie sei, seien soll, geistlich seien kann, gelesen und überlegt. Zu einem Teil findet dies seinen Niederschlag auch hier im Sudelweb. Weiterlesen

Manchmal zieht es mich in ein Café, vor allem, wenn ich einen anderen Ort brauche, um etwas zu durchdenken. Guten Kaffee, Cappuccino, sogar ausgezeichneten Tee (Teekampagne, 1st Flush Darjeeling!) habe ich auch zu Hause. Aber manchmal ist der Trubel drumherum hilfreich, erlaubt mir, mich auf meinen Brief oder ein Konzept zu konzentrieren. Zu Hause hätte ich leicht noch anderes zu erledigen, Anrufe kämen, mal eben eine Waschmaschine in Gang bringen… Eigentlich könnte ich doch noch… Wenn ich davon fliehen möchte, dann gibt es Cafés. Weiterlesen
(weh dem, der an Karl Kraus denkt).
Seit 25 Jahren gibt es nunmehr Andi Güttes Hi-Fly Jazz Unit. Dies verdient besondere Beachtung, denn feine Jazzmusik ist ja nicht mehr allenthalben anzutreffen. Das Jubiläum wird auch mit einer neuen CD begangen, alte und neue Aufnahmen sollen kombiniert werden, wobei ich am Wochenende bei Nienburg die Ehre habe, die Mikrophone und den Kopfhörer zu bedienen.
Wie bei den beiden zurückliegenden Hi-Fly Jazz Unit CDs wird sparsam stereo mikrophoniert. Und die geneigten Leserinnen und Leser werden hier im Sudelweb auf dem Laufenden gehalten, was Ulli Füller, b., Andy Gütte, vib., Jürgen Jankowski, rhodes, Peter Lomba, dr. so treiben. Ein Konzert lässt sich am 11. September in der Bassgeige in Braunschweig erleben.
Eine etwas »unkonventionelle« Internetdarstellung zur Band gibt es hier (auch wenn einige der dort gezeigten Bilder (die schwarz-weißen) von mir sind…).
Aus Solidarität sage ich es hier auch mal weiter: Meine Kirchengemeinde St. Martin-Anderten hat eine 2-Zimmer Wohnung in Anderten, in ruhiger Lage zu verkaufen. Mindestgebot: 49.000 EUR. Mehr Details auf der St. Martin-Anderten Seite bzw. im Exposé.
 Notensatz mit Pausen durch LilyPond-Software!
Gestern war Kirchenvorstand. Wenn man sich mit acht gewählten/berufenen Mitgliedern, dem Leiter der KiTa, dem Mitarbeitendenvertreter und Pastor und Pastorin einmal im Monat zusammensetzt, um die Dinge der Gemeinde zu bedenken und zu entscheiden, dann ist das eine gewöhnlich langwierige Angelegenheit. Unsere Sitzungen beginnen um 19:30 Uhr — und gestern war es 23:30 Uhr bis wir fertig wurden.
Ich bin zufrieden damit, dass wir kein »Abnickgremium« sind, dann ginge es etwas schneller, aber nicht viel. Früher war es so, dass ab 21:30 Uhr die Luft wirklich raus war. Alle hofften, um 22 Uhr fertig zu werden (etwas utopisch). Niemand hatte Kraft und Lust auf die zahlreichen Tagesordnungspunkte. Seit ich in dem Gremium bin, bemühe ich mich, einen Imbiss anzubieten. Ob ich ein Brot backe und Kräuterquark bereitstelle, eine Suppe koche oder wie gestern Blätterteig mit Tomate und Mozarella fülle: Es kommt weniger auf das »was« an als darauf, einmal für zehn Minuten die Tagesordnung zu verlassen, eine Suppe zu löffeln und sich über empfehlenswerte Zahnärzte oder den Urlaub auszutauschen. Weiterlesen
Große Dinge werfen ja bekanntlich ihre Schatten voraus. Gerade deshalb aber ist es oft so schwierig, vorher drüber zu berichten. Erstmal muss die Arbeit getan werden.
Die Arbeit in der Gemeinde geht wieder voll los in der kommenden Woche. Gestern war das Probekochen für Lecker Lyrik, heute eine Goldene Konfirmation und abends kommt die Kleine Gruppe.
Ein befreundetes Paar heiratet im Oktober, und das wird sicher eine einigermaßen außergewöhnliche Veranstaltung. Jedenfalls erfordert auch das genaue Planungen und Absprachen, wenn es passend für die beiden werden soll.
Und angesichts dieser Planungen und Überlegungen, Absprachen und Projekte komme ich kaum zum Bloggen. Sorry, liebe Lesendenschaft.
Neulich schrieb ich, dass wir am 1. Mai eine Phototour machten, der Max mit Kleinbildkamera und ich mit der zweiäugigen Rollei. Bei diesem Motiv, einer alten Brücke an der »Wasserkunst« in Herrenhausen, fiel mir wieder einmal auf, wie unterschiedliche Werkzeuge unterschiedliche Bilder nahelegen oder beinahe »bedingen«. Durch die Stahlträger, die Geländerpfosten und die Schatten auf dem Weg, gibt es eine große Anzahl an Linien, die im Bildaufbau unterschiedliche Möglichkeiten bilden. Weiterlesen
Kloster Marienwerder beherbergt heute ein Bibelzentrum. In der Nähe wohnt ein Freund und früherer Pastor meiner Gemeinde. In seiner Straße nahmen wir, Max und ich, unseren Ausgangspunkt zum Photospaziergang am 1. Mai. Ich füllte insgesamt drei oder 3,5 Rollfilme, Max beließ es bei etwa einem Kleinbildfilm. Wir beide nutzten Gelbfilter, wir beide haben neulich unsere Filme entwickelt und angesehen: Der Trick für bessere Bilder ist: Gucken, was stört, und das beim nächsten Mal weglassen. Mir fiel bei meinen und bei Max’ Aufnahmen auf, dass sie jeweils zu kompliziert gedacht und gebaut sind. Klar kann man mit »Schulbuch-Komposiotionen« auch langweilen. Das tut manchmal Herr Rockwell, wenn er »SEX« als »Simplify & EXclude« definiert — hier. Er hat recht, wenn er feststellt, dass es hilft, überflüssige Details wegzulassen. Aber mir scheint, dass das die Grundlage ist. Aber eben nicht mehr. Weiterlesen
Heute ging es früh in den Harz, genauer nach Herzberg. Eine Kollegin aus dem Literarischen Quintett wohnt und arbeitet da. Und ihr Vorschlag war heute dran: Herta Müllers zweiter Roman »Herztier«. An der Soesetalsperre habe ich die Lektüre beendet. Früh ging es los, und ich hatte bis 11 Uhr Zeit, die letzten 40 Seiten zu lesen. In Herzberg gab es erst ein gutes Frühstück und dann gut zwei Stunden Gespräch übers Herta Müllers Text.
Das Buch ist — so unser übereinstimmender Eindruck — großartig geschrieben, aber äußerst unerfreulich. Rumänien ist noch deprimierender als andere osteuropäische Länder: Die Ich Erzählerin führt eine Welt vor, die unendlich deprimierend ist, weil es nicht einmal ein kleines Glück gibt: Überall wirkt die Securitate, überall bewacht jemand einen anderen. Und die vier Hauptpersonen, die Ich-Erzählerin und ihre vier deusch-rumänischen Freunde, machen mit ihren Gesprächen und ihren deutschen Büchern, den Listen der Verschwundenen und den Photos vom Hauptmann nichts nachhaltiges.
Menschen sind zu Tieren degradiert oder deprimiert: Statt Beziehung bloß animalischer Sex, statt Essen mit Genuss ist alles widerlich: Ob es das unsinnige Übersetzen technischer Dokumente (der Job der Ich-Erzählerin) ist oder der Umgang mit »Blut-Saufenden« Bauern im Schlachthof: Müllers Sprache klingt nach dem einzigen Buch, dessen Titel genannt wird: »Hand an sich legen.« — Teils klingt es wie Grass in der Danziger Trilogie, aber: ähnlich widerlich, ähnlich gut gemacht. Stofflich aber ganz anders: Individuen sind bei Herta Müller getrieben von den Verhältnissen. Sie gehen ins Ausland, aber auch im freien Frankfurt/M. bleibt nur der freie Fall aus dem fünften Stock.
Kommentator Peer findet, dass meine Bilder zu leer seien. Hier gibt es einen Baum an der Leine, der doch immerhin aussieht als böte er Herberge für eine ganze Familie von Waldgnomen. Freilich weiß ich nicht, wie die Übernachtungstarife da sind, ob Familien — wie beim Jugendherbergswerk — eine besondere Ermäßigung erhalten und ich weiß nicht, ob das Frühstück im Preis enthalten ist.
Wenn ich an das Geraune im Wald im »Wind in den Weiden« denke, dann ist dieser Platz fast der LOCUS AMOENUS der Wasserratte: Hier könnte sie leben, ein Boot auf dem Fluss zum Picknick ausstatten, um dem Maulwurf zu zeigen, dass das Leben am Wasser, besser noch: darauf!, das einzig wahre ist, das einzig wahre Leben. Bekanntlich gibt es kein wahres Leben im falschen (etwa dem im Maulwurfsbau alias »Villa Maulwurfshügel«): Weiterlesen
Wohl dem, der einen Gelbfilter dabei hat und mit seinem Belichtungsmesser die passenden Korrekturfaktoren einsteuern kann. Dann lassen sich mit den niedersächsischen Wetterverhältnissen hinreichend dramatische Stimmungen »generieren«.
Ken Rockwell schreibt hier, dass es offenbar eine Frage der Handschrift ist, die die Unterschrift bestimmt, und nicht so sehr aufs Schreibgerät ankomme. Die Parallele zur Photographie ist deutlich, und Rockwell trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn jemand keine Bilder im Kopf hat, dann kann er sie auch nicht auf den Film (oder auf den Chip) bannen. Weiterlesen
Am 1. Mai war die Gelegenheit für einen Photoausflug günstig. Mit Max ging es an drei Orte:
1. Nach Marienwerder, nahe der Leine. Da liefen wir beide mit schwarz-weiß Film in den Kameras und einem kleinen Taschenstativ und Gelbfilter durch die feine Landschaft. Max lief vor allem an einem Rapsfeld entlang, aber auch die Bäume waren attraktiv.
2. Später waren wir an der Wasserkunst in Herrenhausen. Dazu später mehr.
3. Abschließend photographierten wir am Klagesmarkt, deutlich nach der Kundgebung bzw. dem »Fest der Kulturen«. Auch dazu später Bilder.
Technische Informationen gibt es, wenn man das Bild anklickt bei meinem »flickr«-Bereich. Etwas zur Kamera gibt es hier…
Heute trafen sich vier Menschen bei mir, die alle des Lesens kundig sind. Wir lasen einander Schmidts Erzählung vor. Er illustriert, dass es nicht liebende waren, von ihren hartherzigen Familien getrennt, die die Zeichensprache oder Gebärden erfanden, sondern zwei Männer an der Kreissäge, beim Haus in der Heide.
Schmidts Spitzen gegen die ländliche Bevölkerung, gegen die Frauen, die auf einem Birkenbänkchen bestanden und im Übrigen nachkommen aus Hannover mit dem Taxi, die Kritik an den Politikern, die etwas Rotes als »nicht schwarz« bezeichnen, und der Frage, ob das eine Lüge sei, die vielen sublimen Spitzen gegen fast alle, aber nicht zuletzt auch gegen die eigene Bierernstigkeit, sie alle machen den Text mehr als lesenswert.
Schmidt wusste schon mit Worten umzugehen. Und es ist fein und anregend, einander gute Texte vorzulesen. — Anschließend hörten wir hinein in Schmidts eigene Radiolesung des Textes, und er macht es schon sehr gut, diesen Umgang mit freier Interpunktion, die in Richtung einer eigenen »Notenschrift« geht. Das aber gut zu lesen, was Schmidt schreibt, das ist nicht einfach. Aber lohnend. Denn seine Texte klingen!
Allen, die nun neugierig geworden sind, sei der Reclam Band »Windmühlen« (Erzählungen) empfohlen, in dem auch »Kühe in Halbtrauer zu finden ist.
Zwei Kannen Tee, eine Flasche Wein, mit Abendessen rund fünf Stunden: Gute Gedanken über die Welt, das Schreiben und Lesen, Einsichten der Kollegen und die gemeinsame Erfahrung ein kleines aber feines Stück Literatur gemeinsam zu erleben, diese lohnen eine Wiederholung, denn — und das sei allen gesagt, die mit »Klassenlektüren« gequält werden — Literatur kann Vergnügen bereiten, ja Spaß machen.
Sebastian Gerhard ist ein Medienirrwisch, einer der es schafft, auch wenn er gut unter der Haube ist, auf allen Hochzeiten zu tanzen, ohne dass er sich verzettelte. Sein Blog 2 ist wiedereröffnet, und es lohnt das Stöbern.
Ich schätze Sebastian sehr, empfehle daher sehr einen virtuellen Besuch. Die Photos von allerlei Musikern usw. sind über seine Seite zu finden. In dieser Hinsicht sind wir beide durchaus verschieden: Sebi macht viel mehr, aber das dann auch digital. Beides mögliche Herangehensweisen…
Los jetzt, klickt auf BLOG2!
Ich schätze es, mit einer feinen Textverarbeitung zu schreiben, bevorzugt mit LaTeX oder LyX. Aber noch lieber schreibe ich mit der Hand. Ich liebe es, wenn Tinte aufs Papier fließt. Besonders schätze ich es, wenn die Farbe der Schrift oder Skizze mich anspricht. Dabei habe ich mehrere Lieblingstinten bzw. –tuschen: An Zeichentusche, mit der ich viele Jahre lang meine Studiennotizen zu Papier gebracht habe, schätze ich für 0,25, 0,35 oder 0,5 mm Isograph bzw. marsmatic schwarze Zeichentusche, die bei den schmalen Linien sehr viel »schwärzer« ist als alle Tinten. Weiterlesen
Anachronismen bemerkt man oft erst hinterher. Da stehen prächtige Häuser. Und ich hatte gar nicht genauer hingesehen. Flaggen in schwarz-rot-gold sieht man dieser Tage ja öfters. Der Deutschlandfunk berichtet von dem eingebürgerten Ladenbesitzer in der Sonnenallee, dem seine Großformatflagge mehrfach geraubt wurde. Jedenfalls bemerkte ich Hammer und Sichel erst später, nach der Aufnahme.
Fußballfan bin ich sicher nicht. Durch Public Viewing in der Kirchengemeinde aber habe ich von etlichen Spielen mit deutscher Beteiligung etwas mitbekommen. Da die echten Fans im Saal zusahen, habe ich mich im Hintergrund (Küche…) getummelt und wahrscheinlich wird mein Gemüsehändler bedauern, dass nun die WM vorbei ist: Sechs bis zehn kg Obst und Gemüse, Möhren, Kohlrabi, Äpfel, Melonen, Gurken usw. habe ich je Spiel kleingeschnitten und wir haben uns in der Gemeinde bemüht, den Eindruck »zu Gast bei Freunden« zu vermitteln. Besonders nett: Da gab es eine Trauung in der Kirche. Der Bräutigam (übrigens eines der wenigen Worte im Deutschen, bei dem die grammatkalisch männliche Form aus der weiblichen gebildet wird) hat etwas mit dem Technischen Hilfswerk zu tun. Etliche Kollegen haben einen durchzusägenden Baumstamm vorbereitet. Und da nicht alle mit zur Feier fahren, bleiben dann einige einfach bei uns in der Gemeinde, was dem Grillwürstchen– und Bierverkauf durchaus weiterhalf.
Ich werde so schnell kein Fußballfand werden, aber ich bin guter Dinge, dass abgesehen von den erschossenen Italienern im Steintorviertel, es im Ganzen friedlich blieb. Mit diesen Flaggen und der Rede davon, dass »wir gegen den Weltmeister rausgeflogen sind« kann ich wenig anfangen. Haben »wir« auch 6 Millionen Tote im 2. Weltkrieg verursacht? — Das Haus in der Davestedter Straße macht deutlich, dass bei der Wiederverwendung man in der Bundesrepublik führend ist: Hier werden selbst die Flaggen »stofflich« wiederverwendet.
Zum Photo: Aufgenommen mit einer Rolleiflex 2.8GX (mit Gelbfilter) auf Neopan Acros 100, entwickelt in Rodinal, Scan auf Nikon 9000.
Mit dem Vorwand, die Jugend zu schützen, kann man hierzulande Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung begründen. Aus dem selben Vorwurf (Verderben der Jugend) wurde Sokrates Schierling serviert. Und jetzt gibt es findige Anbieter, die, ähnlich einem Werbefilter oder einem sonstigen Internet-Filter, die Jugend vor angeblicher religiöser Propaganda bewahren sollen.
Das Programm godblock soll folgendes leisten:
GodBlock is a web filter that blocks religious content. It is targeted at parents and schools who wish to protect their kids from the often violent, sexual, and psychologically harmful material in many holy texts, and from being indoctrinated into any religion before they are of the age to make such decisions. When installed properly, GodBlock will test each page that your Weiterlesen
Burghard, mein früherer Geiger bei Paradawgma, hat die Angewohnheit, Musiker danach zu fragen, was die beste Weise zu üben sei. Herbie Hancock antwortete beispielsweise: »Don’t practise, just play!«- Jemand anderes (ich hab’s gerade vergessen) sagte: »Music is life. So don’t practise music, practise life!« Weiterlesen
In seinem Notenbuch »Rhythm, Sonority & Silence« von 1995 schreibt Michael Hedges, dass eine akustische Gitarre ein wundervolles Instrument sei, sofern nicht mehr als ein Dutzend Menschen zuhören und diese ruhig seien. — Andernfalls bedürfe es der Verstärkung.
Wenn ich für mich übe oder spiele, dann passiert das in der Regel akustisch. Aber schon mit einem zweiten Instrument, ich denke jetzt an eine gemeinsame Probe, gar nicht an Auftritte oder dergleichen, ist meist die Gitarre zu leise. — So wie ich spiele, recht basslastig nämlich, da meist ohne Bass in der Band, passen so genannte Akustikgitarrenverstärker nicht gut, um meinen Ton zu verstärken, so meine Erfahrung, als ich neulich ausgiebig testete. Weiterlesen
Vor Jahren fing SAP an, stellte eine feine und kleine Anwendung der Unternehmenssoftware unter dem Namen mySAP vor. Naja, und die Comramo KID GmbH bietet nun — wie es sich für einen IT-Dienstleister für Kirchen gehört — eine Friedhofsverwaltungssoftware an, die unter dem Namen myHADES® vertrieben wird. Nichts gegen eine gute Verwaltung, wenn der Friedhof eine gewisse Größe hat, schadet auch eine Softwarelösung sicher nicht. Weiterlesen
Immer mal wieder sieht man im »Backend« eines WordPress-Blogs, wie und was die Menschen suchen, um auf meine Seiten zu kommen. Das sind also Stichworte, die bei google eingegeben wurden, und die dann auf meine Seite führten.
Es häuft sich eine gewisse Suche nach »Zeugen Jehovas«, nach »Silberhochzeit« (insbesondere nach Ansprachen dazu) und nach Kochrezepten. Seit dem Start von RTLs »Alles, was zählt« mit Michael N. Kuehl begegnen hier zahlreiche Suchanfragen, wo es immer wieder darum geht, ob Michael Christ sei. Zunächst scheint mir das für seine Schauspiel-Fertigkeiten ein einigermaßen nebensächlicher Punkt. Er macht da ja kein missionarisches Straßentheater, sondern spielt in einer Geschichte, die sich Drehbuchschreiber ausdenken. Michael hat also kaum Möglichkeiten der Einwirkung auf die Story. Weiterlesen
2006 erschien ein Impulspapier vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland namens »Kirche der Freiheit. Perspektiven für die Evangelische Kirche im 21. Jahrhundert«, noch unter dem Vorsitz von Bischof Huber. Weil ich dieses Papier in einer Predigt und in einem Mitarbeitendenforum erwähnte, weil es Nachfragen gab und weil das Gespräch drüber in der »Kleinen Gruppe« gestern anregend war, hier noch ein paar Gedanke dazu und mein Versuch, die 110 Seiten, die man als pdf-Dokument hier bekommen kann, etwas einzukochen.
Im Impulspapier geht es darum, wie evangelische (Landes-)Kirche(n) bis 2030 gedacht werden können, wie es weitergeht, wenn alles weitergeht wie bisher. Option 2 ist ein »Abschmelzen«, also ein »kontrolliertes Schrumpfen«. Es geht aber besonders darum (die 3. Option), wie umgelenkt werden kann, wo »Leuchtfeuer« erkennbar sind, die einen segenverheißenden Kurs der Kirche(n) erlauben. Weiterlesen
Liebe Sudelweb-Lesende,
die Predigt heute früh ist bis auf Weiteres meine letzte. Manche mögen das begrüßen, andere bedauern. Nachdem das Verfahren zu einer offiziellen Beauftragung insgesamt rund zwölf Jahre lang läuft und immer wieder mal »irgendwo« versackt ist, schrieb ich dem zuständigen Superintendenten im Mai:
Da weiterhin kein Fortschritt in Sachen einer Beauftragung erkennbar scheint, bleibt mir — um mit dem Bekenntnistext aus CA XIV nicht in Konflikt zu geraten »de ordine ecclesiastico docent, quod nemo debeat in ecclesia publice docere aut sacramenta administrare, nisi rite vocatus. bzw. Vom Kirchenregiment wird gelehrt, dass niemand in der Kirche öffentlich lehren, predigen oder die Sakramente reichen soll ohne ordentliche Berufung.« — nur, keine Gottesdienste mehr zu halten.
Schade ist, dass dadurch Jugendgottesdienste ausfallen und andere mehr machen müssen. Abschließend schreibe ich — genau wie ich es denke:
Ich bin niemandem gram und werde die Zeit anders zu nutzen wissen. — Sollte wider Erwarten doch ein Bedarf an dieser Art von Mitarbeit bestehen, stehe ich gerne zur Verfügung, dann aber müsste eine Initiative von kirchlicher Seite ausgehen.
Vom Verständnis her ist es so: Ich finde, dass eine Wahrnehmung von Predigt eine Sache ist, die Kirche organisieren muss (das ist ihr »Verkündigungsauftrag«). Ich bin gerne bereit, aber ich laufe in dieser Hinsicht nicht irgend etwas oder jemandem hinterher. Es geht ja nicht um einen Titel oder Vorteil (Diplom habe ich), sondern darum, dass sich die Kirche (und ihre Mitglieder) durch Bekenntnis bindet. — Dann muss sie, die Kirche, es auch schaffen, jemanden zu beauftragen, oder eben ohne diese Form von Mitarbeit auskommen. Bliebe mehr Zeit für Fürbitte oder dergleichen, will mich keinesfalls der Mitarbeit entziehen. Der ungeklärte Zwischenzustand jedenfalls wurde mir auf Dauer unhaltbar.
1. Kor 1,18–25: (hier: Elberfelder Bibel):
Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft. / Denn es steht geschrieben: »Ich will die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.« / Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Wortstreiter dieses Zeitalters? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? / Denn weil ja in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, hat es Gott wohl gefallen, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten. / Denn während Juden Zeichen fordern und Griechen Weisheit suchen, / predigen wir Christus als gekreuzigt, den Juden ein Ärgernis und den Nationen eine Torheit; / den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. / Denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen. Amen.
Liebe Gemeinde, lieber Torinnen und Toren,
nein, diese Anrede hat nichts mit der Fußball WM zu tun, auch wenn gestern reichlich Tore fielen. Als ein argentinischer Spieler weit über das deutsche Tor schoss, da rief unser Diakon Michael Krebs: »über den Wolken« – und weiter geht Reinhard Meys Lied »muss die Freiheit wohl grenzenlos sein«. Wir haben gerade gesehen, wie weit man »über den Wolken« kommen kann: Viele hundert Kilometer weit sind einige Ballons geflogen. Weiterlesen
Gute Produkte sprechen für sich, sollte man meinen. Nun ist oft die Bequemlichkeit ein Hindernis für Frische, Geschmack oder andere »Nebengrößen«. Wenn also Lebensmittel heutzutage »gewöhnlich« nicht auskommen ohne allerlei Hilfsstoffe, so ist gut zu verstehen, dass Marketingstrategen ihre höherpreisigen Produkte gerade dadurch abzusetzen versuchen von der breiten Masse (»Alleinstellungsmerkmal«), dass sie drauf schreiben: »ohne künstliche Aromastoffe« oder »ohne Farbstoffzugabe«. Farblich fade mit gutem Gewissen ist aber auch keine Marketingstrategie, die sich auszahlte. Weiterlesen
Ich merke, dass meine Geschichte schon wieder mit Berlin beginnt, genauer mit dem Olympiastadion. Es ist der 15. Juli 2006, »Calling all Nations« ist ein evangelikales Großevent zu dem — neben rund 30.000 anderen — auch einige Leute aus meiner Gemeinde gefahren sind. Eine Jugendgruppe hatte eine Spende bekommen, so konnten wir es uns leisten, Eintrittskarten und Benzin zu bezahlen. Es ist früher Nachmittag. Begeisterte Leute ringsum, es wird auch einiges geboten, auffällige Fahnenschwenker, die goldene, silbern und Israel-Flaggen sichtbehindernd schwenken. Kurz: Für die MarTeenies als Ganzes war das nicht so richtig passend. Gott »bloß« immer wieder zu sagen, wie groß und großartig er ist, das ist in Ordnung, macht es aber weniger neu noch nützt es Gott. Weiterlesen
Im Januar war ich in Berlin. Es war bitterkalt, ich mit dem »Wochenend-Ticket« unterwegs, vor sechs los, 22:45 Uhr zurück. Schon am Bahnhof in Lehrte (nicht »Lehrter Bahnhof«), was von meiner Wohnung nicht weiter ist als der Hauptbahnhof, machte mir morgens vor 6 Uhr ein eisiger Wind klar, dass ich mir in Berlin warme Plätze suchen müsste.
Ich hatte zwei Photoausstellungen vor, aber das nur nebenbei, die habe ich gesehen. Habe auch Jan und Marianne getroffen, fein. Mehr ging nicht, etwa meinen Chef-Kommentator Peer konnte ich leider nicht im Zeitplan unterbringen. Weiterlesen
Mangel ist unangenehm. Er beherrscht schnell das Denken und alles anderen. Wo soll ich bleiben? Was soll ich essen? Womit mich kleiden? — Ich bin froh, dass das nicht meine vorrangigen Fragen sind.
Andererseits hat sich bei uns eine Kultur des Überflusses eingebürgert, die ähnliche Folgen menschlicher Unfreiheit bringt. Dazu schreibe ich heute etwas. Wenn ich Texte aus der Nachkriegszeit lese, von Böll oder Schmidt, dann hatten Schriftsteller gewöhnlich Ärger mit den Inspektoren vom Elektrizitätswerk. — Und welche elektrischen Geräte waren im Haushalt verfügbar? — Meist bloß Licht, also einige, oft schwache, Glühlampen. Kühlschränke kamen erst später auf, elektrische Schreibmaschinen ebenso, an Computer, Flachbildfernseher, die Wände füllten, war nicht zu denken. Musik kam bestenfalls aus dem Akkordeon oder bei Großbürgern vom Klavier. Gut, ein Radio, das kam dann gelegentlich als »Luxus« hinzu. Weiterlesen
Wieder mal ein Text über andere Blogs. Bei diesem Mal geht es um Pastor Storch. Carsten »Storch« Schmelzer zu lesen, das ist zumindest für die, die sich für Gemeinde, Theologie, Glauben und Nachfolge interessieren, anregend. Nicht deshalb, weil man mit allem übereinstimmen müsste, denn das sollte man nicht. Aber: Es sind anregende Gedanken, die sich da in Predigten, in »Reaktionen« auf z.B. biblische Texte finden. Und sich inspirieren zu lassen, das schadet nie. Weiterlesen
Gestern rief mich ein Freund an. Unter anderem sprachen wir über die Mühen, bei kirchlichen Strukturen etwas voranzubringen. Er empfahl, doch einfach »politischer« zu handeln, weniger deutlich zu sagen, was ich möchte, statt dessen zu sehen, welche Maßnahmen geeignet sind, die Ziele zu erreichen.
Er empfahl, Anreize zu setzen, also z.B. ein feines Essen zu bieten, wenn man nur 1. komme und 2. in meinem Sinne die Dinge abstimme usw. Weiterlesen
Es ist Freitag, einen musikinteressierten Freund eingeladen, ab nach Celle zum »Tag der Niedersachsen«, denn da spielt ja Q-Bic im Schlosspark. Anreise geht klar, überall Polizei, alles gesperrt, okay, parken wir eben etwas weiter weg und suchen uns unseren Weg. Rathaus, Garten, Schloss, Überall campieren hilflose Helfer: Rotes Kreuz, Malteser, DLRG, Polizei und Notärzte aller Art. Bloß »normale« Besucher gibt es wenige. Mein Begleiter L. sagt: »Sieht aus wie eine Messe für Rettungstechnik hier…« Zirkuszelt als Bühne. Gut. Wir haben es trotz der Hindernisse geschafft, 20:30 Uhr sind wir am Zelt, 20:30 Uhr soll es losgehen. Bis 22 Uhr sollen die »Tanzmusiker« spielen. Gerade rechtzeitig sind wir also da. Weiterlesen
1. Thessalonicher 5,17: »Betet ohne Unterlass«. Keine schlechte Idee. Finde ich übrigens keineswegs nur für Mönche erstrebenswert, sondern z.B. auch für mich. Aber heute soll es ja mit diesem Text nicht ums Beten gehen, sondern ums Lesen. Von vielen Menschen um mich höre ich, dass sie es nicht schaffen, zu lesen. — Nebenbei, ich gebe Martin Walsers Detektiv Tassilo S. Grübel (Verteidigung von Friedrichshafen) nun ungern recht, nein, es ist dessen Mutter, die sagt: »Aber was liest sie? — Es kommt nicht darauf an, dass man liest, sondern was…« Weiterlesen
Wenn ich mich richtig an meinen Englischunterricht erinnere, dann sind 12 feet ein Inch. Also ca. 30,48 cm. — Manchmal esse ich mittags bei Subway’s, dieser »Systemgastronomie-Kette«, die Ausbildungen zum »Fachkraft für Systemgastronomie« ebenso anbietet (Beginn: August 2010) wie Jobs als »Sandwich Artist«® — auf 400 € Basis. Weiterlesen
Wer sich etwas umschaut, wird merken, dass nicht nur bei uns, in »good, old Germany« die traditionellen Kirchen gewisse Rückgänge zu beklagen haben, sondern dass sich neben einer vielerorts feststellbaren Entkirchlichung bzw. Säkularisierung auch innerhalb der unterschiedlichen Konfessionen und Denominationen einiges tut. Weiterlesen
Es ist nicht lange her. Und ich bitte herzlich: Lest noch einmal Sebis Artikel zur Zensur:
Es ist April, der Sommer ist bereits überall spürbar. In Deiner Straße ist ein Bäcker und ein hübsches Café, an der nächsten Ecke eine Kneipe und ein Lebensmittelladen. In einigen Häusern wohnen Menschen, die fernsehen, Essen zubereiten, arbeiten, in anderen Häusern Menschen, die lesen oder sich eine dezentrale Sicherheitskopie eines Liedes aus dem Internet laden. Die Sonne scheint, und die Vögeln twittern. Du bist ein aufgeklärter Mensch und weißt, dass es gute und schlechte Menschen gibt, nette und unhöfliche. Wenn Du raus gehst, ein Brot kaufst, einen Latte Machiatto in dem kleinen, netten Café trinkst, siehst du viele Menschen, aber wer weiß schon, wer gut und wer böse ist? (…)
Hier!
Auch sehr empfehlenswert ist weiterhin dieser Artikel, Nerdcores Unabhängigkeitserklärung der Netzes von der Politik, Zitat? — Gerne:
Diese 500.000 genannten Menschen haben Sie sich heute zum Feind gemacht. 500.000 Multiplikatoren im Netz, die twittern, bloggen und sich vernetzen. Und ich verrate Ihnen noch ein Geheimnis: Wir werden nicht weniger. Surprise! (…)
Auch der geschätzte Kollege »The Maastrix« stellte es deutlich dar:
Viel von meinem Leben findet im Netz statt, dennoch bin selbst überrascht, wie wütend dieser Beschluss mich macht, aber ich fühle, dass nicht nur bei mir ein kleiner Schalter umgelegt ist – wie Rene schreibt:
Ich erlebe hier grade eine nahezu komplette Politisierung der deutschen Blogosphäre.
Da kommt noch einiges auf uns zu bis zur Bundestagswahl – mal schauen, wie hoch die Wogen schlagen werden. (…)
Ich finde, man muss die Jahrestage feiern wie sie fallen, auch wenn es sich hier eher um einen Volkstrauertag handelt.
Kirchenzentrum Kronsberg. Leider sind in der jüngeren Generation, die in der Siedlung lebt, die zur EXPO-2000 entstanden ist, nicht so viele Lutheraner/innen, dass die »eigene Kirche« erforderlich wäre. So kommt es, dass man sich das Gebäude mit einer kleinen aber feinen Baptistengemeinde teilt, und mit den Betriebskosten damit im Rahmen bleibt. Der Raum ist nicht nur wirklich eindrücklich für einen neueren Kirchenbau, sondern was mir besonders gefällt, das ist die Akustik. Es ist ein Vergnügen hier zu musizieren!
Ja, der Altar enthält das Taufbecken, klar, für baptistische Bedürfnisse zu klein, aber: Das Konzept, Wort und Sakrament (und zwar sowohl in Form des Abendmahles als auch der Taufe) zu verbinden, das finde ich ausgesprochen gut durchdacht. Weiterlesen
Merken die das eigentlich nicht? Billig ist ein Produkt oder eine Haltung/Tat (»Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ist es, dass wir dich, ewiger Gott, immer und überall loben und dir danken, durch unsern Herrn Jesus Christus.«) Ein Produkt mag »billig« sein, aber das eben besagt, dass der Preis zur Qualität passt. Nicht einmal, dass die Qualität gut seien muss, bloß: Passen muss es. Dass aber ein Preis billig ist, das passt nie. Der Preis kann »niedrig« sein, meinetwegen »günstig«. — Ist es nun schlechter Geschmack oder fehlendes Sprachgefühl, wenn die Netto-Märkte so werben? Wollen die mich abschrecken? Möchten die andere Kunden, denen solche Werbung weniger aufstößt? Vermutlich. Schade, denn sie liegen nahe meiner Arbeitsstätte und sind insofern »billig gelegen«.
Public Viewing im Gemeindehaus. Das Spiel des deutschen Teams war natürlich ein Ereignis. Im Hintergrund, an der »Küchenfront« habe ich einiges »Grünzeug« als Snack aufbereitet, vier kg Äpfel, ausgeschnitten und in zwölf bis sechzehn Stücke geschnitten, eine Salatgurke geschnitten, Paprika in Streifen und zwei kg Karotten geschabt und mundgerecht gestiftelt. Eigentlich einfach und günstig. Und als Alternative oder Ergänzung zur Bratwurst gerne genommen, zumal kostenlos abgegeben. Wenn die Dinge so »mundgerecht« sind, greifen selbst die zu, die sonst keine Lust auf Obst oder Gemüse haben. Werkzeug? Ein Küchenmesser, ein Sparschäler, ein Schneidbrett. Weiterlesen
Im vergangenen Vierteljahr habe ich eine Menge gelesen, leider weniger literarische Texte als vielmehr theologische Literatur. Ausgangs– und Anfangspunkt waren Bonhoeffers Diss »Communio Sanctorum«, Klaus Bergers »Kirchenspaltung ist Glaubensverrat« und Jim Wallis‹ »Rediscovering Values. A Moral Compass for the New Economy«. Alle drei denken darüber nach, wie das Verhältnis von Gemeinde und Gesellschaft verantwortlich gestaltet und theologisch beschrieben werden kann. Weiterlesen
Am Samstag endlich habe ich es geschafft, einmal eine Versammlung der Zeugen zu besuchen. Die letzten sechs Samstage waren anders besetzt, mit Silberhochzeit, Probe für Pfingsten usw. Im oberen Stock des »Doppelsaales« im Mittelfeld finde ich mich um 16:30 Uhr ein. Einige bekannte Gesichter, insbesondere des Ehepaars, mit dem ich mich bereits öfters getroffen habe. Andere erkennen mich vom »Gedächtnismahl« wieder, bei dem ich ja zugegen war. Ich finde einen Platz, lege Bibel und Schreibzeug bereit, und eine große Anzahl Anwesender begrüßt mich mit Handschlag. Sehr freundlich, aber auch so, dass ich kaum zur Ruhe komme, denn ich empfände es dann doch als unhöflich, sitzen zu bleiben, wenn mich jemand begrüßt. Also springe ich bestimmt acht– oder zehnmal auf. Weiterlesen
Vorgabe: »Lieber Frank, geh doch in Deiner Ansprache bitte auf unseren Trauspruch, 1. Kor. 13,13 oder überhaupt das 13. Kapitel ein, über das auch damals die Predigt ging.« Weiterlesen
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herzlich wilkommen Schön, dass Du oder Sie den Weg hierher gefunden haben. Auf diesen Seiten finden sich Texte und Bilder (evtl. auch andere Medien) von Frank Weber, Hannover-Anderten. Thematisch geht es um Alltag, Musik, Literatur, Theologie und Philosophie, Photographie und vieles mehr. Das ist auch die Tücke dieses Blogs: Kaum jemanden wird das alles interessieren.
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