Der Tag hat 28 Stunden – und es ist cool, Cocktails zu mixen!

The Barkeeper Beim Masch­see­fest war es, da stand am Nord­ufer auch die­ser Cocktail-Stand. Mit der pas­sen­den musi­ka­li­schen Ein­stim­mung, staunte ich, dass trotz der Preise durch­aus Cock­tails ver­kauft wur­den und wie sehr diese Atmo­sphäre, dass die »real-sozialistische« Wirk­lich­keit eben bloß mit Rum oder Cock­tails erträg­lich würde, wenn man nicht gerade Musik expor­tiert wie Buena Vista, auch am han­no­ver­schen Bin­nen­teich auf­kam. Sicher liegt es auch an der Cool­ness des Bar­kee­pers. Ich fand es ein­drucks­voll, wie kon­zen­triert und hin­ge­bungs­voll der seine Spi­ri­tuo­sen mixte, und das alles formvollendet.

Erst deut­lich spä­ter ent­deckte ich den fast noch coo­le­ren Auf­kle­ber rechts außen: Der Tag hat eben 28 Stun­den, bloß kann man mit Herrn Leh­mann und Kat­rin, der schö­nen Köchin aus der Markt­hal­len­kneipe, strei­ten, ob die Zeit besof­fen schnel­ler oder lang­sa­mer vergeht.

Ich wünschte mir öfter mal einen rich­ti­gen freien Tag, ein­fach um pho­to­gra­phie­ren zu gehen. — Neben­bei: Ich habe nichts getrun­ken. Pho­to­gra­phie­ren ist bereits nüch­tern eine Her­aus­for­de­rung, die ich mir alko­ho­li­siert ebenso wenig vor­stel­len kann wie zu musizieren.

Leica als Lehrer!? – Mike Johnston

Mike Johns­ton ist Pho­to­jour­na­list, Blog­ger, Pho­to­do­zent (also »Leh­rer«) und Pho­to­graph in den USA. Einer grö­ße­ren Öffent­lich­keit wurde er bekannt, als sein Pro­jekt »The Leica as a Teacher« viel beach­tet wurde und (auch hier­zu­lande) etli­che sich dem Pro­jekt anschlos­sen, ein Jahr lang, täg­lich eine Kamera, bevor­zugt eine Leica Mess­su­cher­ka­mera, mit genau einem Fest­brenn­wei­ten­ob­jek­tiv mit­zu­füh­ren, und zwar an jedem Tag, den gesam­ten Tag über. Es soll schwarz-weiß Film (eine Sorte, stets die selbe) ein­ge­setzt wer­den. Auf­gabe ist, in jeder Woche zwei Filme zu belich­ten und zu ent­wi­ckeln, sowie ent­spre­chende Kon­takt­ab­züge her­zu­stel­len. Pro Film sol­len ein bis sechs Arbeits­ver­grö­ße­run­gen erstellt wer­den und alle fünf bis zehn Filme eine aus­ge­ar­bei­tete Vergrößerung.

Bei all die­sen Bemü­hun­gen ist das Ziel, inner­halb eines Jah­res ein deut­lich bes­se­rer Pho­to­graph zu wer­den. — Warum es eine Leica seien soll? Muss keine sein, sagt auch Mike Johns­ton, aber bes­ser ist es, sagt er, hier. Wei­ter­le­sen

Kirchliche Entwicklungsarbeit?!

Neben der »Brot­ar­beit« ist es ja so, dass ich einen guten Teil mei­ner Zeit und Kraft in die Gemein­de­ar­beit ste­cke. Aktu­ell steht die nächste »Lecker Lyrik« vor der Tür (am 25. Sep­tem­ber). Und bei mir bremst auch etwas, dass ich einige Indi­zien wahr­nehme, dass die­ses »Modell Lan­des­kir­che« äußerst reform­be­dürf­tig ist. Mit ande­ren Wor­ten: Immer weni­ger Men­schen sehen ein, warum sie 9 % der »Net­to­ein­kom­men­steu­er­schuld« an Kir­chen­steuer bezah­len sol­len. Weil sie die Ange­bote nicht wahr­neh­men, diese sie nicht inter­es­sie­ren usw. Ich ver­stehe das gut, und ich kann nach­voll­zie­hen, dass dann die Men­schen aus­tre­ten, weil die »das war immer so«-Argumentation nicht mehr zieht. Wei­ter­le­sen

Tachihara als »conversation piece«

Heute war ich mit­tags im Berg­gar­ten in Her­ren­hau­sen. Bei dem unsi­che­ren Wet­ter hatte ich nach dem Kon­fi­tag ges­tern Lust, quasi »medi­ta­tiv« zu pho­to­gra­phie­ren. Also ent­schied ich ange­sichts des unsi­che­ren Wet­ters, dass Gewächs­häu­ser das Rich­tige wären, um genau hin­zu­se­hen, um wirk­lich kon­zen­triert Bil­der zu suchen und ent­spre­chend zu gestal­ten. Ein­fach zur Ent­span­nung und der Bil­der wegen.

Ich nahm die Tachihara Groß­bild­ka­mera, Sta­tiv und Belich­tungs­mes­ser mit und machte mich mit­tags auf nach Her­ren­hau­sen. — Schon vor dem Gelände hörte ich Jazz, und siehe da: Chris­toph Münch am Kla­vier, auch die Kol­le­gen in der Band kannte ich. Aber: In mei­nem Sinne attrak­tiv, dass viele der Musik lausch­ten, so konnte ich mich den Tro­pen­häu­sern zuwen­den. Bloß: So weit kommt man kaum, wenn man mit der Tachihara unter­wegs ist. Bestimmt zehn Per­so­nen spra­chen mich an: Was ich zu »digi­tal ver­sus ana­log« denke, ob es eine alte Kamera sei, warum ich die­ses Tuch über mei­nen Kopf zöge usw. usf. Kin­der woll­ten par­tout auf die Matt­scheibe sehen. Wer auf­fal­len möchte, kann sich eine rote Kra­vatte mit gro­ßen wei­ßen Punk­ten umbin­den, ober, quasi auch als »con­ver­sa­tion piece«, eine aus 300 Jahre altem japa­ni­schem Kirsch­baum gefer­tigte Groß­bild­ka­mera mit­füh­ren. — Wirk­sa­mer ist wahr­schein­lich das letz­tere, wenn man Auf­merk­sam­keit erre­gen möchte. Wei­ter­le­sen

Konfitag mit zehn Gruppen und rund 80 Teilnehmenden

Man kann drü­ber strei­ten, was so ein »Event« bringt wie ein Kon­fi­tag. Ich schreibe hier, weil ich einige per­sön­li­che Fuß­no­ten anbrin­gen möchte und weni­ger über das Ding als Gan­zes, sei­nen Sinn oder seine Berech­ti­gung nach­den­ken. Wei­ter­le­sen

viele Bilder versus »feine Bilder«

Das Beste an der digi­ta­len Pho­to­gra­phie ist, dass man alle Bil­der, die einem nicht gefal­len, hin­ter­her löschen kann.

Der Trend zur digi­ta­len Pho­to­gra­phie hält an. Die Kame­ras bie­ten vor allem eine gewisse Unab­hän­gig­keit von ande­ren: Man kann die Bil­der am Moni­tor anse­hen, selbst bear­bei­ten mit Soft­ware und fast belie­bige Men­gen an Bil­dern bevor­ra­ten. Wenn frü­her jemand nach dem Urlaub mit 12 oder 18 Dia­fil­men (à 36 Auf­nah­men also 342 bis 648 Bil­dern) heim­kehrte, grauste allen Freun­den und Anver­wand­ten schon vor den end­lo­sen Dia­aben­den. Auch damals bestand die Kunst bereits in der Aus­wahl, am bes­ten natür­lich vor dem Aus­lö­sen. Wenn das aber schwie­rig ist, weil sich jemand in das Aus­lö­se­ge­räusch sei­ner (mög­li­cher­weise moto­ri­sier­ten) Kamera ver­liebt hatte, dann wäre es hilf­reich gewe­sen, hin­ter­her zu sor­tie­ren. — Die schlech­ten ins (Abfall-)Töpfchen, die bes­ten ins Diamagazin.

Seit der Digi­ta­li­sie­rung ist die­ser Trend unge­bro­chen, ja das beste ist: Man kann alles löschen (auf der Spei­cher­karte), aber es tut lei­der nie­mand! Also wer­den Tau­sende bedeu­tungs– weil aus­sa­ge­lo­ser Bil­der auf­ge­nom­men, eben weil es geht, und die Fest­plat­ten­in­dus­trie freut es ebenso wie alle ande­ren Lie­fe­ran­ten für Hard– und Soft­ware. Wei­ter­le­sen

Vom Netz durch die Zeitung ins Netz…

Vor einem Jahr traf ich eine ältere Freun­din zum Kaf­fee. Unser Tref­fen, bei dem es um die The­men »Vor­rats­da­ten­spei­che­rung« und »Inter­net­sper­ren« gehen sollte, wurde damals ruck­ar­tig unter­bro­chen, weil sich die Freun­din den Arm brach. Ich fuhr sie noch ins Kran­ken­haus, und da war der »ange­bro­chene« Tag zuende. Wei­ter­le­sen

Kussi Weiss (Gipsy-Connection) und Tontechnik

Kussi Weiss (Sinti Guitarist) Über­ra­schend zügig gin­gen die CD-Aufnahmen für die Hi-Fly Jazz Unit am 7. August. So hatte ich am 8. August dann doch noch Gele­gen­heit, einen der weni­gen mich inter­es­sie­ren­den Pro­gramm­punkte beim dies­jäh­ri­gen Masch­see­fest wahr­zu­neh­men: Das Kon­zert der Gipsy Con­nec­tion fea­turing Kussi Weiss. Die­ser Hil­des­hei­mer ist hörens­wert, und auch die Band war gut. Wei­ter­le­sen

Bärenstein im Erzgebirge und Anderten am Rande Hannovers

Zwei sehr unter­schied­li­che Gemein­den, beide in luthe­ri­schen Lan­des­kir­chen, beide Gemein­den sind seit Jahr­zehn­ten part­ner­schaft­lich ver­bun­den. An die­sem Wochen­ende fah­ren einige mei­ner Gemeinde in Han­no­ver nach Sach­sen und besu­chen die Freunde. Weil die Freu­den, Sor­gen und Nöte unter­schied­lich sind, vor allem jeweils zu unter­schied­li­chen Zei­ten begeg­nen, darum ist es gut, wenn man mit­ein­an­der im Gespräch bleibt. Gerade aus der Sicht von Men­schen, die in Gemeinde aktiv sind, ist der Blick der je ande­ren hilf­reich: Sie sehen von außen, aber nicht von zu weit weg auf die Dinge. Die säch­si­sche Lan­des­kir­che hat schon man­che Spar­run­den hin­ter sich, schon man­che Struk­tur­re­for­men abge­schlos­sen, die in der Han­no­ver­schen Lan­des­kir­che wohl noch bevor ste­hen. Die Erfor­der­nisse und Anfor­de­run­gen an Gemein­den haben sich nach eini­gen Jahr­zehn­ten DDR bereits stark verändert.

Die Tref­fen in der Ver­gan­gen­heit waren gut und frucht­bar. Ich hoffe und erwarte, dass es auch an die­sem Wochen­ende so wer­den möchte.

Das »dass« steht nicht zur Disposition, eher das wo und wie…

Glaube stirbt, wenn er nicht gelebt wird. Für die meis­ten ist die Gemein­schaft mit ande­ren, die Gemeinde, eine adäquate Form, bloß die wenigs­ten sind zu Ein­sied­lern gebo­ren. Ande­rer­seits ändert sich hin­sicht­lich der For­men von Gemein­den — sieht man mal von den »gro­ßen Kir­chen« ab — viel. Ich habe in den bei­den letz­ten Jah­ren aus­ge­spro­chen viel zur Ekkle­sio­lo­gie, also zur Lehre von der Kir­che, was sie sei, seien soll, geist­lich seien kann, gele­sen und über­legt. Zu einem Teil fin­det dies sei­nen Nie­der­schlag auch hier im Sudel­web. Wei­ter­le­sen

Samstag morgens im Café…

Saturday Morning Café (Cappuccino)

Manch­mal zieht es mich in ein Café, vor allem, wenn ich einen ande­ren Ort brau­che, um etwas zu durch­den­ken. Guten Kaf­fee, Cap­puc­cino, sogar aus­ge­zeich­ne­ten Tee (Tee­kam­pa­gne, 1st Flush Dar­jee­ling!) habe ich auch zu Hause. Aber manch­mal ist der Tru­bel drum­herum hilf­reich, erlaubt mir, mich auf mei­nen Brief oder ein Kon­zept zu kon­zen­trie­ren. Zu Hause hätte ich leicht noch ande­res zu erle­di­gen, Anrufe kämen, mal eben eine Wasch­ma­schine in Gang brin­gen… Eigent­lich könnte ich doch noch… Wenn ich davon flie­hen möchte, dann gibt es Cafés. Wei­ter­le­sen

feine Musik wirft Schatten voraus

(weh dem, der an Karl Kraus denkt).

Seit 25 Jah­ren gibt es nun­mehr Andi Güt­tes Hi-Fly Jazz Unit. Dies ver­dient beson­dere Beach­tung, denn feine Jazz­mu­sik ist ja nicht mehr allent­hal­ben anzu­tref­fen. Das Jubi­läum wird auch mit einer neuen CD began­gen, alte und neue Auf­nah­men sol­len kom­bi­niert wer­den, wobei ich am Wochen­ende bei Nien­burg die Ehre habe, die Mikro­phone und den Kopf­hö­rer zu bedienen.

Wie bei den bei­den zurück­lie­gen­den Hi-Fly Jazz Unit CDs wird spar­sam ste­reo mikro­pho­niert. Und die geneig­ten Lese­rin­nen und Leser wer­den hier im Sudel­web auf dem Lau­fen­den gehal­ten, was Ulli Fül­ler, b., Andy Gütte, vib., Jür­gen Jan­kow­ski, rho­des, Peter Lomba, dr. so trei­ben. Ein Kon­zert lässt sich am 11. Sep­tem­ber in der Bass­geige in Braun­schweig erleben.

Eine etwas »unkon­ven­tio­nelle« Inter­net­dar­stel­lung zur Band gibt es hier (auch wenn einige der dort gezeig­ten Bil­der (die schwarz-weißen) von mir sind…).

St. Martin hat eine 2-Zimmer Wohnung zu verkaufen!

Aus Soli­da­ri­tät sage ich es hier auch mal wei­ter: Meine Kir­chen­ge­meinde St. Martin-Anderten hat eine 2-Zimmer Woh­nung in Ander­ten, in ruhi­ger Lage zu ver­kau­fen. Min­dest­ge­bot: 49.000 EUR. Mehr Details auf der St. Martin-Anderten Seite bzw. im Exposé.

Die Kunst der Pause...

Noten­satz mit Pau­sen durch LilyPond-Software!

Ges­tern war Kir­chen­vor­stand. Wenn man sich mit acht gewählten/berufenen Mit­glie­dern, dem Lei­ter der KiTa, dem Mit­ar­bei­ten­den­ver­tre­ter und Pas­tor und Pas­to­rin ein­mal im Monat zusam­men­setzt, um die Dinge der Gemeinde zu beden­ken und zu ent­schei­den, dann ist das eine gewöhn­lich lang­wie­rige Ange­le­gen­heit. Unsere Sit­zun­gen begin­nen um 19:30 Uhr — und ges­tern war es 23:30 Uhr bis wir fer­tig wurden.

Ich bin zufrie­den damit, dass wir kein »Abnick­gre­mium« sind, dann ginge es etwas schnel­ler, aber nicht viel. Frü­her war es so, dass ab 21:30 Uhr die Luft wirk­lich raus war. Alle hoff­ten, um 22 Uhr fer­tig zu wer­den (etwas uto­pisch). Nie­mand hatte Kraft und Lust auf die zahl­rei­chen Tages­ord­nungs­punkte.  Seit ich in dem Gre­mium bin, bemühe ich mich, einen Imbiss anzu­bie­ten. Ob ich ein Brot backe und Kräu­ter­quark bereit­stelle, eine Suppe koche oder wie ges­tern Blät­ter­teig mit Tomate und Moza­rella fülle: Es kommt weni­ger auf das »was« an als dar­auf, ein­mal für zehn Minu­ten die Tages­ord­nung zu ver­las­sen, eine Suppe zu löf­feln und sich über emp­feh­lens­werte Zahn­ärzte oder den Urlaub aus­zu­tau­schen. Wei­ter­le­sen

je mehr zu tun, desto weniger zu berichten...

Große Dinge wer­fen ja bekannt­lich ihre Schat­ten vor­aus. Gerade des­halb aber ist es oft so schwie­rig, vor­her drü­ber zu berich­ten. Erst­mal muss die Arbeit getan werden.

Die Arbeit in der Gemeinde geht wie­der voll los in der kom­men­den Woche. Ges­tern war das Pro­be­ko­chen für Lecker Lyrik, heute eine Gol­dene Kon­fir­ma­tion und abends kommt die Kleine Gruppe.

Ein befreun­de­tes Paar hei­ra­tet im Okto­ber, und das wird sicher eine eini­ger­ma­ßen außer­ge­wöhn­li­che Ver­an­stal­tung. Jeden­falls erfor­dert auch das genaue Pla­nun­gen und Abspra­chen, wenn es pas­send für die bei­den wer­den soll.

Und ange­sichts die­ser Pla­nun­gen und Über­le­gun­gen, Abspra­chen und Pro­jekte komme ich kaum zum Blog­gen. Sorry, liebe Lesendenschaft.

photographische Werkzeuge: Statt besser oder schlechter: Besser oder schlechter zu etwas geeignet

Hannover Herrenhausen - bridgeNeu­lich schrieb ich, dass wir am 1. Mai eine Pho­to­tour mach­ten, der Max mit Klein­bild­ka­mera und ich mit der zweiäu­gi­gen Rol­lei. Bei die­sem Motiv, einer alten Brü­cke an der »Was­ser­kunst« in Her­ren­hau­sen, fiel mir wie­der ein­mal auf, wie unter­schied­li­che Werk­zeuge unter­schied­li­che Bil­der nahe­le­gen oder bei­nahe »bedin­gen«. Durch die Stahl­trä­ger, die Gelän­der­pfos­ten und die Schat­ten auf dem Weg, gibt es eine große Anzahl an Linien, die im Bild­auf­bau unter­schied­li­che Mög­lich­kei­ten bil­den. Wei­ter­le­sen

Kloster Marienwerder und Leine am 1. Mai – fraktal?

Marienwerder Abbey and River Leine on 1st May 2010Klos­ter Mari­en­wer­der beher­bergt heute ein Bibel­zen­trum. In der Nähe wohnt ein Freund und frü­he­rer Pas­tor mei­ner Gemeinde. In sei­ner Straße nah­men wir, Max und ich, unse­ren Aus­gangs­punkt zum Pho­to­spa­zier­gang am 1. Mai. Ich füllte ins­ge­samt drei oder 3,5 Roll­filme, Max beließ es bei etwa einem Klein­bild­film. Wir beide nutz­ten Gelb­fil­ter, wir beide haben neu­lich unsere Filme ent­wi­ckelt und ange­se­hen: Der Trick für bes­sere Bil­der ist: Gucken, was stört, und das beim nächs­ten Mal weg­las­sen. Mir fiel bei mei­nen und bei Max’ Auf­nah­men auf, dass sie jeweils zu kom­pli­ziert gedacht und gebaut sind. Klar kann man mit »Schulbuch-Komposiotionen« auch lang­wei­len. Das tut manch­mal Herr Rock­well, wenn er »SEX« als »Sim­plify & EXclude« defi­niert — hier. Er hat recht, wenn er fest­stellt, dass es hilft, über­flüs­sige Details weg­zu­las­sen. Aber mir scheint, dass das die Grund­lage ist. Aber eben nicht mehr. Wei­ter­le­sen

Herta Müllers »Herztier« ist unser 97. Buch im Literarischen Quintett

Heute ging es früh in den Harz, genauer nach Herz­berg. Eine Kol­le­gin aus dem Lite­ra­ri­schen Quin­tett wohnt und arbei­tet da. Und ihr Vor­schlag war heute dran: Herta Mül­lers zwei­ter Roman »Herz­tier«. An der Soe­s­e­tal­sperre habe ich die Lek­türe been­det. Früh ging es los, und ich hatte bis 11 Uhr Zeit, die letz­ten 40 Sei­ten zu lesen. In Herz­berg gab es erst ein gutes Früh­stück und dann gut zwei Stun­den Gespräch übers Herta Mül­lers Text.

Das Buch ist — so unser über­ein­stim­men­der Ein­druck — groß­ar­tig geschrie­ben, aber äußerst uner­freu­lich. Rumä­nien ist noch depri­mie­ren­der als andere ost­eu­ro­päi­sche Län­der: Die Ich Erzäh­le­rin führt eine Welt vor, die unend­lich depri­mie­rend ist, weil es nicht ein­mal ein klei­nes Glück gibt: Über­all wirkt die Secu­ri­tate, über­all bewacht jemand einen ande­ren. Und die vier Haupt­per­so­nen, die Ich-Erzählerin und ihre vier deusch-rumänischen Freunde, machen mit ihren Gesprä­chen und ihren deut­schen Büchern, den Lis­ten der Ver­schwun­de­nen und den Pho­tos vom Haupt­mann nichts nachhaltiges.

Men­schen sind zu Tie­ren degra­diert oder depri­miert: Statt Bezie­hung bloß ani­ma­li­scher Sex, statt Essen mit Genuss ist alles wider­lich: Ob es das unsin­nige Über­set­zen tech­ni­scher Doku­mente (der Job der Ich-Erzählerin) ist oder der Umgang mit »Blut-Saufenden« Bau­ern im Schlacht­hof: Mül­lers Spra­che klingt nach dem ein­zi­gen Buch, des­sen Titel genannt wird: »Hand an sich legen.« — Teils klingt es wie Grass in der Dan­zi­ger Tri­lo­gie, aber: ähn­lich wider­lich, ähn­lich gut gemacht. Stoff­lich aber ganz anders: Indi­vi­duen sind bei Herta Mül­ler getrie­ben von den Ver­hält­nis­sen. Sie gehen ins Aus­land, aber auch im freien Frankfurt/M. bleibt nur der freie Fall aus dem fünf­ten Stock.

Der Gnomenbaum

Gnome-Tree River Leine, Hannover, Germany - 1st MayKom­men­ta­tor Peer fin­det, dass meine Bil­der zu leer seien. Hier gibt es einen Baum an der Leine, der doch immer­hin aus­sieht als böte er Her­berge für eine ganze Fami­lie von Wald­gno­men. Frei­lich weiß ich nicht, wie die Über­nach­tungs­ta­rife da sind, ob Fami­lien — wie beim Jugend­her­bergs­werk — eine beson­dere Ermä­ßi­gung erhal­ten und ich weiß nicht, ob das Früh­stück im Preis ent­hal­ten ist.

Wenn ich an das Geraune im Wald im »Wind in den Wei­den« denke, dann ist die­ser Platz fast der LOCUS AMOENUS der Was­ser­ratte: Hier könnte sie leben, ein Boot auf dem Fluss zum Pick­nick aus­stat­ten, um dem Maul­wurf zu zei­gen, dass das Leben am Was­ser, bes­ser noch: dar­auf!, das ein­zig wahre ist, das ein­zig wahre Leben. Bekannt­lich gibt es kein wah­res Leben im fal­schen (etwa dem im Maul­wurfs­bau alias »Villa Maul­wurfs­hü­gel«): Wei­ter­le­sen

niedersächsische Leinelandschaft: 1. Mai in Marienwerder

1st May - photo trip with Max - Marienwerder/HannoverWohl dem, der einen Gelb­fil­ter dabei hat und mit sei­nem Belich­tungs­mes­ser die pas­sen­den Kor­rek­tur­fak­to­ren ein­steu­ern kann. Dann las­sen sich mit den nie­der­säch­si­schen Wet­ter­ver­hält­nis­sen hin­rei­chend dra­ma­ti­sche Stim­mun­gen »generieren«.

Ken Rock­well schreibt hier, dass es offen­bar eine Frage der Hand­schrift ist, die die Unter­schrift bestimmt, und nicht so sehr aufs Schreib­ge­rät ankomme. Die Par­al­lele zur Pho­to­gra­phie ist deut­lich, und Rock­well trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn jemand keine Bil­der im Kopf hat, dann kann er sie auch nicht auf den Film (oder auf den Chip) ban­nen. Wei­ter­le­sen

1. Mai: Photographieren mit Max

1st May - photo trip with Max Marienwerder/HannoverAm 1. Mai war die Gele­gen­heit für einen Pho­to­aus­flug güns­tig. Mit Max ging es an drei Orte:

1. Nach Mari­en­wer­der, nahe der Leine. Da lie­fen wir beide mit schwarz-weiß Film in den Kame­ras und einem klei­nen Taschen­sta­tiv und Gelb­fil­ter durch die feine Land­schaft. Max lief vor allem an einem Raps­feld ent­lang, aber auch die Bäume waren attraktiv.

2. Spä­ter waren wir an der Was­ser­kunst in Her­ren­hau­sen. Dazu spä­ter mehr.

3. Abschlie­ßend pho­to­gra­phier­ten wir am Kla­ges­markt, deut­lich nach der Kund­ge­bung bzw. dem »Fest der Kul­tu­ren«. Auch dazu spä­ter Bilder.

Tech­ni­sche Infor­ma­tio­nen gibt es, wenn man das Bild anklickt bei mei­nem »flickr«-Bereich. Etwas zur Kamera gibt es hier

eine Lanze für Arno Schmidt gebrochen: Kühe in Halbtrauer ist vergnüglich

Heute tra­fen sich vier Men­schen bei mir, die alle des Lesens kun­dig sind. Wir lasen ein­an­der Schmidts Erzäh­lung vor. Er illus­triert, dass es nicht lie­bende waren, von ihren hart­her­zi­gen Fami­lien getrennt, die die Zei­chen­spra­che oder Gebär­den erfan­den, son­dern zwei Män­ner an der Kreis­säge, beim Haus in der Heide.

Schmidts Spit­zen gegen die länd­li­che Bevöl­ke­rung, gegen die Frauen, die auf einem Bir­ken­bänk­chen bestan­den und im Übri­gen nach­kom­men aus Han­no­ver mit dem Taxi, die Kri­tik an den Poli­ti­kern, die etwas Rotes als »nicht schwarz« bezeich­nen, und der Frage, ob das eine Lüge sei, die vie­len sub­li­men Spit­zen gegen fast alle, aber nicht zuletzt auch gegen die eigene Bier­erns­tig­keit, sie alle machen den Text mehr als lesenswert.

Schmidt wusste schon mit Wor­ten umzu­ge­hen. Und es ist fein und anre­gend, ein­an­der gute Texte vor­zu­le­sen. — Anschlie­ßend hör­ten wir hin­ein in Schmidts eigene Radio­le­sung des Tex­tes, und er macht es schon sehr gut, die­sen Umgang mit freier Inter­punk­tion, die in Rich­tung einer eige­nen »Noten­schrift« geht. Das aber gut zu lesen, was Schmidt schreibt, das ist nicht ein­fach. Aber loh­nend. Denn seine Texte klingen!

Allen, die nun neu­gie­rig gewor­den sind, sei der Reclam Band »Wind­müh­len« (Erzäh­lun­gen) emp­foh­len, in dem auch »Kühe in Halb­trauer zu fin­den ist.

Zwei Kan­nen Tee, eine Fla­sche Wein, mit Abend­es­sen rund fünf Stun­den: Gute Gedan­ken über die Welt, das Schrei­ben und Lesen, Ein­sich­ten der Kol­le­gen und die gemein­same Erfah­rung ein klei­nes aber fei­nes Stück Lite­ra­tur gemein­sam zu erle­ben, diese loh­nen eine Wie­der­ho­lung, denn — und das sei allen gesagt, die mit »Klas­sen­lek­tü­ren« gequält wer­den — Lite­ra­tur kann Ver­gnü­gen berei­ten, ja Spaß machen.

Metablogger: blog2.de mit Neustart

Sebas­tian Ger­hard ist ein Medi­en­irr­wisch, einer der es schafft, auch wenn er gut unter der Haube ist, auf allen Hoch­zei­ten zu tan­zen, ohne dass er sich ver­zet­telte. Sein Blog 2 ist wie­der­er­öff­net, und es lohnt das Stöbern.

Ich schätze Sebas­tian sehr, emp­fehle daher sehr einen vir­tu­el­len Besuch. Die Pho­tos von aller­lei Musi­kern usw. sind über seine Seite zu fin­den. In die­ser Hin­sicht sind wir beide durch­aus ver­schie­den: Sebi macht viel mehr, aber das dann auch digi­tal. Bei­des mög­li­che Herangehensweisen…

Los jetzt, klickt auf BLOG2!

über Tinten und Tuschen.

Ich schätze es, mit einer fei­nen Text­ver­ar­bei­tung zu schrei­ben, bevor­zugt mit LaTeX oder LyX. Aber noch lie­ber schreibe ich mit der Hand. Ich liebe es, wenn Tinte aufs Papier fließt. Beson­ders schätze ich es, wenn die Farbe der Schrift oder Skizze mich anspricht. Dabei habe ich meh­rere Lieb­lingst­in­ten bzw. –tuschen: An Zei­chen­tu­sche, mit der ich viele Jahre lang meine Stu­di­en­no­ti­zen zu Papier gebracht habe, schätze ich für 0,25, 0,35 oder 0,5 mm Iso­graph bzw. mars­ma­tic schwarze Zei­chen­tu­sche, die bei den schma­len Linien sehr viel »schwär­zer« ist als alle Tin­ten. Wei­ter­le­sen

Fußball-WM: Deutschland ist Weltmeister (im Recycling)

Hannover, Davenstedter Str.Ana­chro­nis­men bemerkt man oft erst hin­ter­her. Da ste­hen präch­tige Häu­ser. Und ich hatte gar nicht genauer hin­ge­se­hen. Flag­gen in schwarz-rot-gold sieht man die­ser Tage ja öfters. Der Deutsch­land­funk berich­tet von dem ein­ge­bür­ger­ten Laden­be­sit­zer in der Son­nen­al­lee, dem seine Groß­for­mat­flagge mehr­fach geraubt wurde. Jeden­falls bemerkte ich Ham­mer und Sichel erst spä­ter, nach der Aufnahme.

Fuß­ball­fan bin ich sicher nicht. Durch Public View­ing in der Kir­chen­ge­meinde aber habe ich von etli­chen Spie­len mit deut­scher Betei­li­gung etwas mit­be­kom­men. Da die ech­ten Fans im Saal zusa­hen, habe ich mich im Hin­ter­grund (Küche…) getum­melt und wahr­schein­lich wird mein Gemü­se­händ­ler bedau­ern, dass nun die WM vor­bei ist: Sechs bis zehn kg Obst und Gemüse, Möh­ren, Kohl­rabi, Äpfel, Melo­nen, Gur­ken usw. habe ich je Spiel klein­ge­schnit­ten und wir haben uns in der Gemeinde bemüht, den Ein­druck »zu Gast bei Freun­den« zu ver­mit­teln. Beson­ders nett: Da gab es eine Trau­ung in der Kir­che. Der Bräu­ti­gam (übri­gens eines der weni­gen Worte im Deut­schen, bei dem die gram­mat­ka­lisch männ­li­che Form aus der weib­li­chen gebil­det wird) hat etwas mit dem Tech­ni­schen Hilfs­werk zu tun. Etli­che Kol­le­gen haben einen durch­zu­sä­gen­den Baum­stamm vor­be­rei­tet. Und da nicht alle mit zur Feier fah­ren, blei­ben dann einige ein­fach bei uns in der Gemeinde, was dem Grill­würst­chen– und Bier­ver­kauf durch­aus weiterhalf.

Ich werde so schnell kein Fuß­ball­fand wer­den, aber ich bin guter Dinge, dass abge­se­hen von den erschos­se­nen Ita­lie­nern im Stein­tor­vier­tel, es im Gan­zen fried­lich blieb. Mit die­sen Flag­gen und der Rede davon, dass »wir gegen den Welt­meis­ter raus­ge­flo­gen sind« kann ich wenig anfan­gen. Haben »wir« auch 6 Mil­lio­nen Tote im 2. Welt­krieg ver­ur­sacht? — Das Haus in der Daves­ted­ter Straße macht deut­lich, dass bei der Wie­der­ver­wen­dung man in der Bun­des­re­pu­blik füh­rend ist: Hier wer­den selbst die Flag­gen »stoff­lich« wiederverwendet.

Zum Photo: Auf­ge­nom­men mit einer Roll­eif­lex 2.8GX (mit Gelb­fil­ter) auf Neo­pan Acros 100, ent­wi­ckelt in Rodi­nal, Scan auf Nikon 9000.

Werkzeuge gibt's: GodBlock schützt vor religiöser Netzverschmutzung

Mit dem Vor­wand, die Jugend zu schüt­zen, kann man hier­zu­lande Netz­sper­ren und Vor­rats­da­ten­spei­che­rung begrün­den. Aus dem sel­ben Vor­wurf (Ver­der­ben der Jugend) wurde Sokra­tes Schier­ling ser­viert. Und jetzt gibt es fin­dige Anbie­ter, die, ähn­lich einem Wer­be­fil­ter oder einem sons­ti­gen Internet-Filter, die Jugend vor angeb­li­cher reli­giö­ser Pro­pa­ganda bewah­ren sollen.

Das Pro­gramm god­block soll fol­gen­des leisten:

God­Block is a web fil­ter that blocks reli­gious con­tent. It is tar­ge­ted at par­ents and schools who wish to pro­tect their kids from the often vio­lent, sexual, and psy­cho­lo­gi­cally harm­ful mate­rial in many holy texts, and from being indoc­tri­na­ted into any reli­gion before they are of the age to make such deci­si­ons. When instal­led pro­perly, God­Block will test each page that your Wei­ter­le­sen

noch einmal Musik: Übers Spielen und übers Üben...

Burg­hard, mein frü­he­rer Gei­ger bei Para­dawgma, hat die Ange­wohn­heit, Musi­ker danach zu fra­gen, was die beste Weise zu üben sei. Her­bie Han­cock ant­wor­tete bei­spiels­weise: »Don’t prac­tise, just play!«- Jemand ande­res (ich hab’s gerade ver­ges­sen) sagte: »Music is life. So don’t prac­tise music, prac­tise life!« Wei­ter­le­sen

Warum Akustik-Gitarrenverstärker suboptimal seien können

In sei­nem Noten­buch »Rhythm, Sono­rity & Silence« von 1995 schreibt Michael Hedges, dass eine akus­ti­sche Gitarre ein wun­der­vol­les Instru­ment sei, sofern nicht mehr als ein Dut­zend Men­schen zuhö­ren und diese ruhig seien. — Andern­falls bedürfe es der Verstärkung.

Wenn ich für mich übe oder spiele, dann pas­siert das in der Regel akus­tisch. Aber schon mit einem zwei­ten Instru­ment, ich denke jetzt an eine gemein­same Probe, gar nicht an Auf­tritte oder der­glei­chen, ist meist die Gitarre zu leise. — So wie ich spiele, recht bass­las­tig näm­lich, da meist ohne Bass in der Band, pas­sen so genannte Akus­tik­gi­tar­ren­ver­stär­ker nicht gut, um mei­nen Ton zu ver­stär­ken, so meine Erfah­rung, als ich neu­lich aus­gie­big tes­tete. Wei­ter­le­sen

Über Software und Mythologie

Vor Jah­ren fing SAP an, stellte eine feine und kleine Anwen­dung der Unter­neh­mens­soft­ware unter dem Namen mySAP vor. Naja, und die Comramo KID GmbH bie­tet nun — wie es sich für einen IT-Dienstleister für Kir­chen gehört — eine Fried­hofs­ver­wal­tungs­soft­ware an, die unter dem Namen myHA­DES® ver­trie­ben wird. Nichts gegen eine gute Ver­wal­tung, wenn der Fried­hof eine gewisse Größe hat, scha­det auch eine Soft­ware­lö­sung sicher nicht. Wei­ter­le­sen

Ist Michael N. Kuehl Christ? – Suchanfragen im Blog

Immer mal wie­der sieht man im »Backend« eines WordPress-Blogs, wie und was die Men­schen suchen, um auf meine Sei­ten zu kom­men. Das sind also Stich­worte, die bei google ein­ge­ge­ben wur­den, und die dann auf meine Seite führten.

Es häuft sich eine gewisse Suche nach »Zeu­gen Jeho­vas«, nach »Sil­ber­hoch­zeit« (ins­be­son­dere nach Anspra­chen dazu) und nach Koch­re­zep­ten. Seit dem Start von RTLs »Alles, was zählt« mit Michael N. Kuehl begeg­nen hier zahl­rei­che Such­an­fra­gen, wo es immer wie­der darum geht, ob Michael Christ sei. Zunächst scheint mir das für seine Schauspiel-Fertigkeiten ein eini­ger­ma­ßen neben­säch­li­cher Punkt. Er macht da ja kein mis­sio­na­ri­sches Stra­ßen­thea­ter, son­dern spielt in einer Geschichte, die sich Dreh­buch­schrei­ber aus­den­ken. Michael hat also kaum Mög­lich­kei­ten der Ein­wir­kung auf die Story. Wei­ter­le­sen

Kirche der Freiheit: Ein Impulspapier der Ev. Kirche und mein Senf dazu

2006 erschien ein Impuls­pa­pier vom Rat der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land namens »Kir­che der Frei­heit. Per­spek­ti­ven für die Evan­ge­li­sche Kir­che im 21. Jahr­hun­dert«, noch unter dem Vor­sitz von Bischof Huber. Weil ich die­ses Papier in einer Pre­digt und in einem Mit­ar­bei­ten­den­fo­rum erwähnte, weil es Nach­fra­gen gab und weil das Gespräch drü­ber in der »Klei­nen Gruppe« ges­tern anre­gend war, hier noch ein paar Gedanke dazu und mein Ver­such, die 110 Sei­ten, die man als pdf-Dokument hier bekom­men kann, etwas einzukochen.

Im Impuls­pa­pier geht es darum, wie evan­ge­li­sche (Landes-)Kirche(n) bis 2030 gedacht wer­den kön­nen, wie es wei­ter­geht, wenn alles wei­ter­geht wie bis­her. Option 2 ist ein »Abschmel­zen«, also ein »kon­trol­lier­tes Schrump­fen«. Es geht aber beson­ders darum (die 3. Option), wie umge­lenkt wer­den kann, wo »Leucht­feuer« erkenn­bar sind, die einen segen­ver­hei­ßen­den Kurs der Kirche(n) erlau­ben. Wei­ter­le­sen

Zum Predigen: Kurzer Hinweis in eigener Sache

Liebe Sudelweb-Lesende,

die Pre­digt heute früh ist bis auf Wei­te­res meine letzte. Man­che mögen das begrü­ßen, andere bedau­ern. Nach­dem das Ver­fah­ren zu einer offi­zi­el­len Beauf­tra­gung ins­ge­samt rund zwölf Jahre lang läuft und immer wie­der mal »irgendwo« ver­sackt ist, schrieb ich dem zustän­di­gen Super­in­ten­den­ten im Mai:

Da wei­ter­hin kein Fort­schritt in Sachen einer Beauf­tra­gung erkenn­bar scheint, bleibt mir — um mit dem Bekennt­nis­text aus CA XIV nicht in Kon­flikt zu gera­ten »de ordine eccle­si­as­tico docent, quod nemo debeat in eccle­sia publice docere aut sacra­menta admi­nis­trare, nisi rite voca­tus. bzw. Vom Kir­chen­re­gi­ment wird gelehrt, dass nie­mand in der Kir­che öffent­lich leh­ren, pre­di­gen oder die Sakra­mente rei­chen soll ohne ordent­li­che Beru­fung.« — nur, keine Got­tes­dienste mehr zu halten.

Schade ist, dass dadurch Jugend­got­tes­dienste aus­fal­len und andere mehr machen müs­sen. Abschlie­ßend schreibe ich — genau wie ich es denke:

Ich bin nie­man­dem gram und werde die Zeit anders zu nut­zen wis­sen. — Sollte wider Erwar­ten doch ein Bedarf an die­ser Art von Mit­ar­beit beste­hen, stehe ich gerne zur Ver­fü­gung, dann aber müsste eine Initia­tive von kirch­li­cher Seite ausgehen.

Vom Ver­ständ­nis her ist es so: Ich finde, dass eine Wahr­neh­mung von Pre­digt eine Sache ist, die Kir­che orga­ni­sie­ren muss (das ist ihr »Ver­kün­di­gungs­auf­trag«). Ich bin gerne bereit, aber ich laufe in die­ser Hin­sicht nicht irgend etwas oder jeman­dem hin­ter­her. Es geht ja nicht um einen Titel oder Vor­teil (Diplom habe ich), son­dern darum, dass sich die Kir­che (und ihre Mit­glie­der) durch Bekennt­nis bin­det. — Dann muss sie, die Kir­che, es auch schaf­fen, jeman­den zu beauf­tra­gen, oder eben ohne diese Form von Mit­ar­beit aus­kom­men. Bliebe mehr Zeit für Für­bitte oder der­glei­chen, will mich kei­nes­falls der Mit­ar­beit ent­zie­hen. Der unge­klärte Zwi­schen­zu­stand jeden­falls wurde mir auf Dauer unhaltbar.

Predigt zu 1. Kor. 1,18–25: Getrieben vom Geist Gottes

1. Kor 1,18–25: (hier: Elber­fel­der Bibel):

Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die ver­lo­ren gehen, Tor­heit; uns aber, die wir erret­tet wer­den, ist es Got­tes Kraft. / Denn es steht geschrie­ben: »Ich will die Weis­heit der Wei­sen ver­nich­ten, und den Ver­stand der Ver­stän­di­gen will ich ver­wer­fen.« / Wo ist ein Wei­ser? Wo ein Schrift­ge­lehr­ter? Wo ein Wort­strei­ter die­ses Zeit­al­ters? Hat nicht Gott die Weis­heit der Welt zur Tor­heit gemacht? / Denn weil ja in der Weis­heit Got­tes die Welt durch die Weis­heit Gott nicht erkannte, hat es Gott wohl gefal­len, durch die Tor­heit der Pre­digt die Glau­ben­den zu erret­ten. / Denn wäh­rend Juden Zei­chen for­dern und Grie­chen Weis­heit suchen, / pre­di­gen wir Chris­tus als gekreu­zigt, den Juden ein Ärger­nis und den Natio­nen eine Tor­heit; / den Beru­fe­nen selbst aber, Juden wie Grie­chen, Chris­tus, Got­tes Kraft und Got­tes Weis­heit. / Denn das Törichte Got­tes ist wei­ser als die Men­schen, und das Schwa­che Got­tes ist stär­ker als die Men­schen. Amen.

Liebe Gemeinde, lie­ber Torin­nen und Toren,

nein, diese Anrede hat nichts mit der Fuß­ball WM zu tun, auch wenn ges­tern reich­lich Tore fie­len. Als ein argen­ti­ni­scher Spie­ler weit über das deut­sche Tor schoss, da rief unser Dia­kon Michael Krebs: »über den Wol­ken« – und wei­ter geht Rein­hard Meys Lied »muss die Frei­heit wohl gren­zen­los sein«. Wir haben gerade gese­hen, wie weit man »über den Wol­ken« kom­men kann: Viele hun­dert Kilo­me­ter weit sind einige Bal­lons geflo­gen. Wei­ter­le­sen

Lebensmittelwerbung mit »ohne«...

Gute Pro­dukte spre­chen für sich, sollte man mei­nen. Nun ist oft die Bequem­lich­keit ein Hin­der­nis für Fri­sche, Geschmack oder andere »Neben­grö­ßen«. Wenn also Lebens­mit­tel heut­zu­tage »gewöhn­lich« nicht aus­kom­men ohne aller­lei Hilfs­stoffe, so ist gut zu ver­ste­hen, dass Mar­ke­ting­stra­te­gen ihre höher­prei­si­gen Pro­dukte gerade dadurch abzu­set­zen ver­su­chen von der brei­ten Masse (»Allein­stel­lungs­merk­mal«), dass sie drauf schrei­ben: »ohne künst­li­che Aro­ma­stoffe« oder »ohne Farb­stoff­zu­gabe«. Farb­lich fade mit gutem Gewis­sen ist aber auch keine Mar­ke­ting­stra­te­gie, die sich aus­zahlte. Wei­ter­le­sen

Meine Geschichte mit Calling all Nations und Dispatch bis heute

Ich merke, dass meine Geschichte schon wie­der mit Ber­lin beginnt, genauer mit dem Olym­pia­sta­dion. Es ist der 15. Juli 2006, »Cal­ling all Nati­ons« ist ein evan­ge­li­ka­les Gro­ßevent zu dem — neben rund 30.000 ande­ren — auch einige Leute aus mei­ner Gemeinde gefah­ren sind. Eine Jugend­gruppe hatte eine Spende bekom­men, so konn­ten wir es uns leis­ten, Ein­tritts­kar­ten und Ben­zin zu bezah­len. Es ist frü­her Nach­mit­tag. Begeis­terte Leute ringsum, es wird auch eini­ges gebo­ten, auf­fäl­lige Fah­nen­schwen­ker, die gol­dene, sil­bern und Israel-Flaggen sicht­be­hin­dernd schwen­ken. Kurz: Für die Mar­Tee­nies als Gan­zes war das nicht so rich­tig pas­send. Gott »bloß« immer wie­der zu sagen, wie groß und groß­ar­tig er ist, das ist in Ord­nung, macht es aber weni­ger neu noch nützt es Gott. Wei­ter­le­sen

Alles auf Zucker.

Im Januar war ich in Ber­lin. Es war bit­ter­kalt, ich mit dem »Wochenend-Ticket« unter­wegs, vor sechs los, 22:45 Uhr zurück. Schon am Bahn­hof in Lehrte (nicht »Lehr­ter Bahn­hof«), was von mei­ner Woh­nung nicht wei­ter ist als der Haupt­bahn­hof, machte mir mor­gens vor 6 Uhr ein eisi­ger Wind klar, dass ich mir in Ber­lin warme Plätze suchen müsste.

Ich hatte zwei Pho­to­aus­stel­lun­gen vor, aber das nur neben­bei, die habe ich gese­hen. Habe auch Jan und Mari­anne getrof­fen, fein. Mehr ging nicht, etwa mei­nen Chef-Kommentator Peer konnte ich lei­der nicht im Zeit­plan unter­brin­gen. Wei­ter­le­sen

Wohlstandsfolgen und Überfluss: Wenn Haben fordert

Man­gel ist unan­ge­nehm. Er beherrscht schnell das Den­ken und alles ande­ren. Wo soll ich blei­ben? Was soll ich essen? Womit mich klei­den? — Ich bin froh, dass das nicht meine vor­ran­gi­gen Fra­gen sind.

Ande­rer­seits hat sich bei uns eine Kul­tur des Über­flus­ses ein­ge­bür­gert, die ähn­li­che Fol­gen mensch­li­cher Unfrei­heit bringt. Dazu schreibe ich heute etwas. Wenn ich Texte aus der Nach­kriegs­zeit lese, von Böll oder Schmidt, dann hat­ten Schrift­stel­ler gewöhn­lich Ärger mit den Inspek­to­ren vom Elek­tri­zi­täts­werk. — Und wel­che elek­tri­schen Geräte waren im Haus­halt ver­füg­bar? — Meist bloß Licht, also einige, oft schwa­che, Glüh­lam­pen. Kühl­schränke kamen erst spä­ter auf, elek­tri­sche Schreib­ma­schi­nen ebenso, an Com­pu­ter, Flach­bild­fern­se­her, die Wände füll­ten, war nicht zu den­ken. Musik kam bes­ten­falls aus dem Akkor­deon oder bei Groß­bür­gern vom Kla­vier. Gut, ein Radio, das kam dann gele­gent­lich als »Luxus« hinzu. Wei­ter­le­sen

Metablog: Die Schönheit des Simplexen

Wie­der mal ein Text über andere Blogs. Bei die­sem Mal geht es um Pas­tor Storch. Cars­ten »Storch« Schmel­zer zu lesen, das ist zumin­dest für die, die sich für Gemeinde, Theo­lo­gie, Glau­ben und Nach­folge inter­es­sie­ren, anre­gend. Nicht des­halb, weil man mit allem über­ein­stim­men müsste, denn das sollte man nicht. Aber: Es sind anre­gende Gedan­ken, die sich da in Pre­dig­ten, in »Reak­tio­nen« auf z.B. bib­li­sche Texte fin­den. Und sich inspi­rie­ren zu las­sen, das scha­det nie. Wei­ter­le­sen

Produktivität, Kooperation und Macht

Ges­tern rief mich ein Freund an. Unter ande­rem spra­chen wir über die Mühen, bei kirch­li­chen Struk­tu­ren etwas vor­an­zu­brin­gen. Er emp­fahl, doch ein­fach »poli­ti­scher« zu han­deln, weni­ger deut­lich zu sagen, was ich möchte, statt des­sen zu sehen, wel­che Maß­nah­men geeig­net sind, die Ziele zu erreichen.

Er emp­fahl, Anreize zu set­zen, also z.B. ein fei­nes Essen zu bie­ten, wenn man nur 1. komme und 2. in mei­nem Sinne die Dinge abstimme usw. Wei­ter­le­sen

Q-Bic beim Tag der Niedersachsen: Profis und Dilettanten...

Es ist Frei­tag, einen musik­in­ter­es­sier­ten Freund ein­ge­la­den, ab nach Celle zum »Tag der Nie­der­sach­sen«, denn da spielt ja Q-Bic im Schloss­park. Anreise geht klar, über­all Poli­zei, alles gesperrt, okay, par­ken wir eben etwas wei­ter weg und suchen uns unse­ren Weg. Rat­haus, Gar­ten, Schloss, Über­all cam­pie­ren hilf­lose Hel­fer: Rotes Kreuz, Mal­te­ser, DLRG, Poli­zei und Not­ärzte aller Art. Bloß »nor­male« Besu­cher gibt es wenige. Mein Beglei­ter L. sagt: »Sieht aus wie eine Messe für Ret­tungs­tech­nik hier…« Zir­kus­zelt als Bühne. Gut. Wir haben es trotz der Hin­der­nisse geschafft, 20:30 Uhr sind wir am Zelt, 20:30 Uhr soll es los­ge­hen. Bis 22 Uhr sol­len die »Tanz­mu­si­ker« spie­len. Gerade recht­zei­tig sind wir also da. Wei­ter­le­sen

Lectio Continua: Wie ich trotz Arbeit, Gemeinde usw. zum Lesen komme

1. Thes­sa­lo­ni­cher 5,17: »Betet ohne Unter­lass«. Keine schlechte Idee. Finde ich übri­gens kei­nes­wegs nur für Mön­che erstre­bens­wert, son­dern z.B. auch für mich. Aber heute soll es ja mit die­sem Text nicht ums Beten gehen, son­dern ums Lesen. Von vie­len Men­schen um mich höre ich, dass sie es nicht schaf­fen, zu lesen. — Neben­bei, ich gebe Mar­tin Walsers Detek­tiv Tas­silo S. Grü­bel (Ver­tei­di­gung von Fried­richs­ha­fen) nun ungern recht, nein, es ist des­sen Mut­ter, die sagt: »Aber was liest sie? — Es kommt nicht dar­auf an, dass man liest, son­dern was…« Wei­ter­le­sen

Über Sandwich-Artisten und Feta: Subway's ist manchmal unterirdisch

Wenn ich mich rich­tig an mei­nen Eng­lisch­un­ter­richt erin­nere, dann sind 12 feet ein Inch. Also ca. 30,48 cm. — Manch­mal esse ich mit­tags bei Subway’s, die­ser »Systemgastronomie-Kette«, die Aus­bil­dun­gen zum »Fach­kraft für Sys­tem­gas­tro­no­mie« ebenso anbie­tet (Beginn: August 2010) wie Jobs als »Sand­wich Artist«® — auf 400 € Basis. Wei­ter­le­sen

zur konfessionellen Landkarte und deren Änderungen...

Wer sich etwas umschaut, wird mer­ken, dass nicht nur bei uns, in »good, old Ger­many« die tra­di­tio­nel­len Kir­chen gewisse Rück­gänge zu bekla­gen haben, son­dern dass sich neben einer vie­ler­orts fest­stell­ba­ren Ent­kirch­li­chung bzw. Säku­la­ri­sie­rung auch inner­halb der unter­schied­li­chen Kon­fes­sio­nen und Deno­mi­na­tio­nen eini­ges tut. Wei­ter­le­sen

Metablog: Blogosphäre vor einem Jahr

Es ist nicht lange her. Und ich bitte herz­lich: Lest noch ein­mal Sebis Arti­kel zur Zen­sur:

Zen­sur — zusammengefasst.

Es ist April, der Som­mer ist bereits über­all spür­bar. In Dei­ner Straße ist ein Bäcker und ein hüb­sches Café, an der nächs­ten Ecke eine Kneipe und ein Lebens­mit­tel­la­den. In eini­gen Häu­sern woh­nen Men­schen, die fern­se­hen, Essen zube­rei­ten, arbei­ten, in ande­ren Häu­sern Men­schen, die lesen oder sich eine dezen­trale Sicher­heits­ko­pie eines Lie­des aus dem Inter­net laden. Die Sonne scheint, und die Vögeln twit­tern. Du bist ein auf­ge­klär­ter Mensch und weißt, dass es gute und schlechte Men­schen gibt, nette und unhöf­li­che. Wenn Du raus gehst, ein Brot kaufst, einen Latte Mach­iatto in dem klei­nen, net­ten Café trinkst, siehst du viele Men­schen, aber wer weiß schon, wer gut und wer böse ist? (…)

Hier!

Auch sehr emp­feh­lens­wert ist wei­ter­hin die­ser Arti­kel, Nerd­cores Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung der Net­zes von der Poli­tik, Zitat? — Gerne:

Diese 500.000 genann­ten Men­schen haben Sie sich heute zum Feind gemacht. 500.000 Mul­ti­pli­ka­to­ren im Netz, die twit­tern, blog­gen und sich ver­net­zen. Und ich ver­rate Ihnen noch ein Geheim­nis: Wir wer­den nicht weni­ger. Sur­prise! (…)

Auch der geschätzte Kol­lege »The Maas­trix« stellte es deut­lich dar:

Viel von mei­nem Leben fin­det im Netz statt, den­noch bin selbst über­rascht, wie wütend die­ser Beschluss mich macht, aber ich fühle, dass nicht nur bei mir ein klei­ner Schal­ter umge­legt ist – wie Rene schreibt:

Ich erlebe hier grade eine nahezu kom­plette Poli­ti­sie­rung der deut­schen Blogosphäre.

Da kommt noch eini­ges auf uns zu bis zur Bun­des­tags­wahl – mal schauen, wie hoch die Wogen schla­gen wer­den. (…)

Ich finde, man muss die Jah­res­tage fei­ern wie sie fal­len, auch wenn es sich hier eher um einen Volks­trau­er­tag handelt.

Kirchenbau in der Gegenwart

Kirchenzentrum Kronsberg (Church Center Kronsberg), Hannover, GermanyKir­chen­zen­trum Krons­berg. Lei­der sind in der jün­ge­ren Gene­ra­tion, die in der Sied­lung lebt, die zur EXPO-2000 ent­stan­den ist, nicht so viele Lutheraner/innen, dass die »eigene Kir­che« erfor­der­lich wäre. So kommt es, dass man sich das Gebäude mit einer klei­nen aber fei­nen Bap­tis­ten­ge­meinde teilt, und mit den Betriebs­kos­ten damit im Rah­men bleibt. Der Raum ist nicht nur wirk­lich ein­drück­lich für einen neue­ren Kir­chen­bau, son­dern was mir beson­ders gefällt, das ist die Akus­tik. Es ist ein Ver­gnü­gen hier zu musizieren!

Ja, der Altar ent­hält das Tauf­be­cken, klar, für bap­tis­ti­sche Bedürf­nisse zu klein, aber: Das Kon­zept, Wort und Sakra­ment (und zwar sowohl in Form des Abend­mah­les als auch der Taufe) zu ver­bin­den, das finde ich aus­ge­spro­chen gut durch­dacht. Wei­ter­le­sen

Die billigen Preise bei Netto

Mer­ken die das eigent­lich nicht? Bil­lig ist ein Pro­dukt oder eine Haltung/Tat (»Wahr­haft wür­dig und recht, bil­lig und heil­sam ist es, dass wir dich, ewi­ger Gott, immer und über­all loben und dir dan­ken, durch unsern Herrn Jesus Chris­tus.«) Ein Pro­dukt mag »bil­lig« sein, aber das eben besagt, dass der Preis zur Qua­li­tät passt. Nicht ein­mal, dass die Qua­li­tät gut seien muss, bloß: Pas­sen muss es. Dass aber ein Preis bil­lig ist, das passt nie. Der Preis kann »nied­rig« sein, mei­net­we­gen »güns­tig«. — Ist es nun schlech­ter Geschmack oder feh­len­des Sprach­ge­fühl, wenn die Netto-Märkte so wer­ben? Wol­len die mich abschre­cken? Möch­ten die andere Kun­den, denen sol­che Wer­bung weni­ger auf­stößt? Ver­mut­lich. Schade, denn sie lie­gen nahe mei­ner Arbeits­stätte und sind inso­fern »bil­lig gelegen«.

Bequemlichkeit mit gutem Gefühl: Food-Werbung

Public View­ing im Gemein­de­haus. Das Spiel des deut­schen Teams war natür­lich ein Ereig­nis. Im Hin­ter­grund, an der »Küchen­front« habe ich eini­ges »Grün­zeug« als Snack auf­be­rei­tet, vier kg Äpfel, aus­ge­schnit­ten und in zwölf bis sech­zehn Stü­cke geschnit­ten, eine Salat­gurke geschnit­ten, Paprika in Strei­fen und zwei kg Karot­ten geschabt und mund­ge­recht gestif­telt. Eigent­lich ein­fach und güns­tig. Und als Alter­na­tive oder Ergän­zung zur Brat­wurst gerne genom­men, zumal kos­ten­los abge­ge­ben. Wenn die Dinge so »mund­ge­recht« sind, grei­fen selbst die zu, die sonst keine Lust auf Obst oder Gemüse haben. Werk­zeug? Ein Küchen­mes­ser, ein Spar­schä­ler, ein Schneid­brett. Wei­ter­le­sen

Kirche im Dorf, Selbsterhalt und Mission – quo vadis, Eccelesia?

Im ver­gan­ge­nen Vier­tel­jahr habe ich eine Menge gele­sen, lei­der weni­ger lite­ra­ri­sche Texte als viel­mehr theo­lo­gi­sche Lite­ra­tur. Aus­gangs– und Anfangs­punkt waren Bon­hoef­fers Diss »Com­mu­nio Sanc­torum«, Klaus Ber­gers »Kir­chen­spal­tung ist Glau­bens­ver­rat« und Jim Wal­lis‹ »Redis­co­ve­r­ing Values. A Moral Com­pass for the New Eco­nomy«. Alle drei den­ken dar­über nach, wie das Ver­hält­nis von Gemeinde und Gesell­schaft ver­ant­wort­lich gestal­tet und theo­lo­gisch beschrie­ben wer­den kann. Wei­ter­le­sen

In der Versammlung der Zeugen Jehovas – durch die Brille eines Lutheraners

Am Sams­tag end­lich habe ich es geschafft, ein­mal eine Ver­samm­lung der Zeu­gen zu besu­chen. Die letz­ten sechs Sams­tage waren anders besetzt, mit Sil­ber­hoch­zeit, Probe für Pfings­ten usw. Im obe­ren Stock des »Dop­pel­saa­les« im Mit­tel­feld finde ich mich um 16:30 Uhr ein. Einige bekannte Gesich­ter, ins­be­son­dere des Ehe­paars, mit dem ich mich bereits öfters getrof­fen habe. Andere erken­nen mich vom »Gedächt­nis­mahl« wie­der, bei dem ich ja zuge­gen war. Ich finde einen Platz, lege Bibel und Schreib­zeug bereit, und eine große Anzahl Anwe­sen­der begrüßt mich mit Hand­schlag. Sehr freund­lich, aber auch so, dass ich kaum zur Ruhe komme, denn ich emp­fände es dann doch als unhöf­lich, sit­zen zu blei­ben, wenn mich jemand begrüßt. Also springe ich bestimmt acht– oder zehn­mal auf. Wei­ter­le­sen

zur Silberhochzeit eines befreundeten Paares, Ansprache am 29. Mai 2010

Vor­gabe: »Lie­ber Frank, geh doch in Dei­ner Anspra­che bitte auf unse­ren Trauspruch, 1. Kor. 13,13 oder über­haupt das 13. Kapi­tel ein, über das auch damals die Pre­digt ging.« Wei­ter­le­sen