»Wer Allversöhnung nicht hofft, ist ein Esel, und wer sie lehrt, ebenso.«

christ­li­cher Über­zeu­gungs­tä­ter beim Kir­chen­tag Bremen

Johan­nes 14,6: »Ich bin der Weg, die Wahr­heit und das Leben. Nie­mand kommt zum Vater außer durch mich« ist beson­ders beliebt, wenn es darum geht, einen christ­li­chen Anspruch anzumelden.

Bedau­er­li­cher­weise ist der Text zwar für Chris­ten­men­schen hilf­reich und ermu­ti­gend, jedoch wird er nie­man­den über­zeu­gen, der allein die­sem »Buch der Bücher« eine Son­der­stel­lung als »Got­tes Wort« abspricht.

Beson­ders bei (volks-)kirchlichen Groß­ver­an­stal­tun­gen wie Kir­chen­ta­gen gibt es aller­lei Son­der­grup­pen, die etwa dar­auf hin­wei­sen, dass ein»christliches Eiapo­peia«, bei dem sich alle an den Hän­den fas­sen, nicht das sei, was Gott wün­sche. Dass das so ist, ent­nimmt man aller­lei bib­li­schen »Stellen«.

Nun ist mir sehr daran gele­gen, dass Chris­ten­men­schen — voran ich selbst — glaub­wür­dig und echt leben. Das heißt aber für mich, dass ich andere weni­ger mit Trak­ta­ten trak­tiere, son­dern dazu ein­lade, her­aus zu fin­den, was dran ist. Gemein­de­an­ge­bote oder andere, die sich bemü­hen, weni­ger mit »Stel­len« zu argu­men­tie­ren, son­dern danach trach­ten, bib­li­sche Texte zu ver­ste­hen (also grö­ßere Zusam­men­hänge) helfen.

Mir scheint, dass in der Tat vie­les vie­len kaum bewusst ist. Die »christ­li­che Leit­kul­tur« ist eher eine Leid­kul­tur, die Lehre einer Leere gewi­chen. Und doch:  Wo Fun­dis mit Gut­men­schen strei­ten, da kommt es  bei nie­man­dem zu einer Got­tes­be­geg­nung oder –erkennt­nis. Das aber wäre ja der Anfang aller Nach­folge, aller »Hei­li­gung«. Mir jeden­falls erschei­nen sol­che Gesprä­che mehr und mehr als Zeit– und Kraft­ver­schwen­dung. Es geht ja darum, dass die jewei­li­gen Fol­ge­run­gen — und zwar auf bei­den Sei­ten — rela­tiv zu den Annah­men schlüs­sig sind. Über die aber zu strei­ten, das ist schwie­rig, denn die einen behaup­ten, etwas wahr­zu­neh­men, von dem die ande­ren ange­ben, es nicht wahrzunehmen.

Und eben da sehe ich einen Ansatz­punkt: wer über Liebe spricht (oder schreibt, wie ich jetzt hier), der lebt sie noch nicht. Das aber wäre wün­schens­wert und viel­leicht anste­ckend. In die­ser Hin­sicht möchte ich als Metho­dist gerne etwas von der Heils­ar­mee ler­nen. — Und wenn das gelingt, dann trifft auch der untere Vers auf dem Pla­kat des Über­zeu­gungs­tä­ters zu: 2. Kor.5,20: Las­set Euch ver­söh­nen mit Gott. — Allein das Wort »Ver­söh­nen« ist ja gar nicht ohne Chris­tus denkbar.

ein schöner Rücken… kann auch entzücken.

oh, wel­che For­men, wel­che Rundungen…

Neu­lich las ich wie­der ein­mal John Ber­gers Essay »Warum sehen wir Tiere an?«, in dem der bri­ti­sche Kunst­ge­schicht­ler dar­über nach­denkt, was uns dazu bringe, Tiere anzu­se­hen, Zoos zu errich­ten und Fabeln zu lie­ben. Dass Colaf­la­schen des frü­hen 20. Jahr­hun­derts mut­maß­lich weib­li­chen Pro­por­tio­nen nach­emp­fun­den seien, ist wenig neu.

2CV6 — das »häss­li­che Entlein«

Nur: Wie ist das sonst beim Pro­dukt­de­sign? Klar, da gibt es die stil­bil­den­den Braun-Geräte, deren nüch­terne Schön­heit angeb­lich in den Apple-Designs wei­ter­lebe. Merk­wür­di­ger­weise mag kaum jemand das Design der DDR-Wartburgs. Das eines alten Vol­vos (wie oben) oder einer »Ente« (2CV6) wird jedoch von vie­len hoch geschätzt. Es han­delt sich hier­bei ja eher um All­tags­pro­dukte als bei den Fer­ra­ris oder ande­ren Luxus­fahr­zeu­gen (in die­sem Sinne ist wohl auch der Wart­burg ein Luxus­fahr­zeug gewesen).

Ich bin dies­be­züg­lich uns­schlüs­sig und bitte aus­drück­lich, die Sudelweb-Lesenden um Ideen und Anre­gun­gen. Mir ist unklar, warum »Gel­sen­kir­che­ner Barock« all­ge­mein als häss­lich bis kit­schig gilt, warum kaum jemand Wart­burg mag, alte VW-Käfer (mit Bre­zel­fens­ter) oder die Run­dun­gen des oben ste­hen­den Vol­vos als »schön« emp­fun­den werden.

3/4 Q-Bic im Partner-Look

Oli, Ger­rit, Tobi — 3/4 Q-Bic im Partnerlook

Da gab es mal — vor Jah­ren — so eine Ver­an­stal­tung, dass für ein­ma­li­gen Ein­tritt man in allen mög­li­chen Knei­pen und Bars Live-Musik hören konnte. Auch Q-Bic waren dabei. Das Kon­zert war gut, ich denke, dass ich drü­ber geb­logt habe. Jeden­falls war das mit dem Licht eher unty­pisch für Live-Musik, denn das Kon­zert fand in einer recht lich­ten Ecke eines Lokals statt. Mit indi­rek­tem Blitz half ich etwas nach. Auf dem Bild fehlt der rhyth­mi­sche Treib­satz der Band, Schlag­zeu­ger Arne, dem Ger­rit den Song »The Drum­mer« gewid­met hat. Das liegt hier aber bloß an sti­lis­ti­schen Grün­den: Der trug gänz­lich andere Klei­dung als die partner-lookigen Kollegen.

Fand das Bild neu­lich zu nett, um auf einer mei­ner Fest­plat­ten ein­zu­stau­ben. Auf­ge­nom­men sei­ner­zeit (da war ich noch »auch digi­tal«) mit einer Nikon D40 und 1.8/35mm AF-S DX. Dazu ein SB-400 Blitz indirekt.

Tauben-Shooting

Shoo­ting — mit Taube als Linienrichter

Neu­lich lief ich mal wie­der mit Kamera durch Han­no­ver. Eine Gemeinde-Entrümpelungsaktion ging schnel­ler als gedacht, so dass ich beim Kla­ges­markt­fest dabei war und auch sonst in Han­no­ver umher­lief. Ein war­mer Tag war es am 17. März. Ich hatte ein Gehäuse und ein Objek­tiv dabei: Eine Nikon F4 mit 1.8/85 AF-D, Film war Rol­lei RPX-400, den ich in RPX-D ent­wi­ckelt habe.

Einige wei­tere Bil­der, die an die­sem Tag ent­stan­den, fol­gen. Ich finde span­nend, wel­che »Hal­tun­gen« Men­schen beim Pho­to­gra­phie­ren einnehmen.

Jeden­falls hatte ich — trotz der recht lau­ten Kamera (ver­gli­chen mit der Leica) — den Ein­druck, die Men­schen nicht zu stö­ren, ich ver­suchte ganz unter­zu­ge­hen in der Umge­bung und ein­fach zu beob­ach­ten, ohne das Gesche­hen zu beeinflussen.

Dazu komme ich lei­der viel zu sel­ten, weil ich oft etwas mache, also aktiv bin. Pho­to­gra­phie in die­sen Sinne aber ist mei­nes Erach­tens eine Form kul­ti­vier­ten Müßig­gangs (wäh­rend im Kopf — weit­ge­hend unbe­wusst, sonst dau­ert es zu lange — die Bil­der, Kom­po­si­tio­nen, tech­ni­schen Para­me­ter sich aus­rich­ten auf ein Ziel: das Bild). Das erin­nert mich ans Auto­fah­ren: Ich denke ja nicht drü­ber nach, was ich alles tun muss, wenn ich schalte, in wel­cher Rei­hen­folge Tre­ten des Kupp­lungs­pe­dals, Los­las­sen des Gas­pe­dals, Betä­ti­gen des Schalt­knüp­pels etc. betrie­ben wer­den müs­sen. Und so ist es auch hier: Die Bedien­ele­mente wer­den bedient, und ich bin dabei im Rezeptionsmodus.

Schnittstellenbau und Skalierung in kirchlichen Organigrammen

Wer die Lösch-Feldzüge bei Wiki­pe­dia mit dem Kri­te­rium feh­len­der »Rele­vanz« der gelösch­ten Arti­kel etwas ver­folgt hat, weiß, dass EDV-Erfahrene, etwa Felix v. Leit­ner (Fefe) eine andere Form der Schnitt­stel­len, der Benutzenden-Interfaces, emp­feh­len, die allein in ihrer Struk­tur eher Wach­tum ermög­li­chen als Löschung nahe­zu­le­gen. Dies Thema, wie also die Form inhalt­lich rück­wirkt, finde ich schon  lange fas­zi­nie­rend. Als ich mich mit der Ent­ste­hung bestimm­ter theo­lo­gi­scher Modelle in der Alten Kir­che befasste, wurde mir deut­lich, was allein durch die kai­ser­lich ein­be­ru­fe­nen Kon­zi­lien »los­ge­tre­ten« wurde. Plötz­lich muss­ten die Dinge ter­mi­no­lo­gisch fest­ge­legt wer­den, damit ent­scheid­bar wurde, was gel­ten soll und was als fal­sche Lehre ver­wor­fen wer­den sollte. — Dabei ist klar, dass die Kom­pro­miss­for­meln oft theo­lo­gisch weder Fisch noch Fleisch wur­den, sie durf­ten ja kei­ner Seite über die Maßen recht geben, um nicht ande­rer­seits die Gegen­po­si­tion vor den Kopf zu sto­ßen. Gerade in »Glau­bens­din­gen« geht es ja mit Argu­men­ten und Herz­blut zur Sache. Wenn im Nes­t­o­ria­ni­schen Streit um den Titel der »Gott­ge­bä­re­rin« für Maria gestrit­ten wurde, dann gibt es zwar eine ver­wor­fene Lehre, die als nes­t­o­ria­nisch bezeich­net wurde, die aber mit der tat­säch­li­chen Posi­tion des Patriacrchen von Kon­stan­ti­no­pel nur am Rande zu tun hat und schon gar nicht der dahin­ter ste­hen­den Gedan­ken­welt Rech­nung trägt, die Nes­t­o­rius moti­vierte, in der Folge der antio­che­ni­schen Schule so zu argu­men­tie­ren, wie er es tat.

Das ist nicht nur ein rand­stän­di­ges Thema, wenn aktu­ell die Pira­ten­par­tei ver­kün­det, sie habe kein Pro­gramm, son­dern ein »Betriebs­sys­tem«, so ist das vie­len klas­sisch fra­gen­den und den­ken­den Jour­na­lis­ten kaum zugäng­lich: »Wer sagt denn nun, wie es gemacht wird?« — »Wir haben da ein vir­tu­el­les Mei­nungs­bilungs­tool, das erlaubt, mit allen die Frage ad hoc zu ent­schei­den.« Liebe Lese­rin, lie­ber Leser, da pas­sen bis­he­rige Denk­mo­delle nicht, weil die Form eine andere ist. Gerade ist das höchste (irdi­sche) Gre­mium mei­ner Kir­che (ev.-meth.), die Gene­ral­kon­fe­renz in Flo­rida zuende gegan­gen. Für mich ein Anlass, über einen sel­ten bedach­ten Bereich zwi­schen Theo­lo­gie, Orga­ni­sa­ti­ons­lehre und den jewei­li­gen Rück­wir­kun­gen auf die Inhalte nach­zu­den­ken. Wei­ter­le­sen

gestern in der Göttinger Disko…

Nein, ein Dis­ko­the­ken­gän­ger bin ich nicht. Die Zahl mei­ner Besu­che in ent­spre­chen­den Ein­rich­tun­gen lässt sich an den Fin­gern einer Hand abzäh­len. Das liegt an der dort übli­chen Musik und vor allem an der Art der Wie­der­gabe. Meist ist es mir ent­schie­den zu laut, zu wenig dyna­misch und shclicht zu ein­tö­nig. Auch sehe ich nicht ein, warum ich mir Stöp­sel in die Ohren drü­cken soll, bloß damit Taube übers Zwerch­fell den »Beat« wahr­neh­men können.

Ges­tern fuhr ich (mit­ge­nom­men von Freun­den aus der Gemeinde) nach Göt­tin­gen  zum Ches­ter­field f6 Con­test, einem Band­wett­be­werb, bei dem die Jere­my­bro mit­mach­ten. Das fand in Göt­tin­gen, zen­tral in der Dis­ko­thek »Savoy« statt, der Leser Herrn Leh­manns weiß, dass es im Savoy die bösen Vibes von 61 gibt. — Wei­ter­le­sen

unlauterer Wettbewerb in der Gastronomie

mehr­fach fal­scher Bon

Die wenigs­ten Gas­tro­no­men wer­den reich. Viele zah­len weit unter Tarif und kom­men den­noch kaum über die Run­den. Der Wett­be­werb ist hart, so dass man­che auch unlau­tere Metho­den anzu­wen­den bereit sind: Ich hatte die­ses Gericht klar und deut­lich zum Ver­zehr in der Gast­stube bestellt. Bekam es auch ent­spre­chend auf dem Tel­ler und nicht etwa in einer Trans­port­ver­pa­ckung. Bevor ich bestel­len konnte, zahlte jemand ande­res, und auch dort, es fiel mir sofort auf, wäh­rend ich an der Kasse stand, war der Bon mit 7 % Mehr­wert­steuer aus­ge­stellt. Die Kun­den bezahlte 24,80 EUR und ging mit zwei wei­te­ren Gäs­ten. Dann bestellte ich. In mei­ner Anwe­sen­heit bezahl­ten zehn Gäste ihre Rech­nun­gen, und acht davon hatte im Lokal (oder auf der Außen­ter­rasse) geses­sen zur Ein­nahme der Speisen.

Bei mei­ner Rech­nung macht der Unter­schied zwi­schen »außer Haus« (ein Freund bemerkte im Inter­net zutref­fend, dass nach Diphtong ein »ß« zu ste­hen habe) 0,96 EUR aus (bei 8 EUR Rechnungsbetrag). bei mei­nem Essen wur­den also 0,96 EUR Steu­ern nicht abge­führt. In den ca. 20 Minu­ten, die ich da war, gab es ca. zehn Kun­den, davon acht, die dort aßen. Wenn das Durch­schnitt ist, macht das gut 23 EUR pro h, die der Finanz­mi­nis­ter nicht bekommt. Und das macht am Tag ca. 240 EUR oder bei 30 Tagen im Monat ca. 7.257 EUR. In einem Laden.

Nun muss jeder gucken, wie er oder sie über die Run­den kommt. Und ich finde die Rege­lung mit dem ermä­ßig­ten MwSt.-Satz (7 %) für außer Haus Ver­kauf gegen­über dem vol­len Satz von 19 % für Restau­rant­leis­tun­gen im Lokal wenig ein­leuch­tend und — schlicht gesagt — unglück­lich. Aber das darf m.E. nicht dazu füh­ren, dass die/der Gastronom/in sich einen Vor­teil gegen­über ande­ren durch Steu­er­hin­ter­zie­hung ver­schafft. Ent­we­der zwei Lis­ten (wobei die netto Preise gleich sind, und nur durch unter­schied­li­che Steu­er­sätze die Spei­sen außer Haus 12 % güns­ti­ger wer­den. Oder grö­ßere Por­tio­nen außer Haus. Wie auch immer. Wenn ich im Lokal esse, dann muss die Quit­tung auch die ent­spre­chen­den Steu­ern aus­wei­sen und der Gas­tro­nom möge sie abfüh­ren. Wid­ri­gen­falls wer­den Steu­ern hin­ter­zo­gen und andere, die fair nach den gesetz­li­chen Rege­lun­gen han­deln, unlau­ter über­vor­teilt. Das will ich nicht.

Ich meide die­sen Imbiss und emp­fehle ande­ren, alle Lokale zu mei­den, die so vor­ge­hen. Im Wie­der­ho­lungs­fall bitte ich um eine neue Quit­tung, die die kor­rekte Mehr­wert­steuer ausweist.

Lecker Lyrik Rezept »Brokkoli-Cremesuppe Medina« (Andrea Berg)

Lecker Lyrik: Kräu­ter hacken

Zuta­ten:

  • 500 g Brok­koli
  • 1 l Gemü­se­brühe (bitte ohne Geschmacks­ver­stär­ker etc.)
  • 4 Eßlöf­fel sau­rer Sahne
  • 3–4 Eßlöf­fel Vollkornmehl
  • 1 Zwie­bel
  • 15–20 g frisch gerie­be­nen Ingwers
  • Salz
  • Pfef­fer
  • Mus­kat­nuss (frisch gerieben!)
  • 1–2 Ess­löf­fel Öl
  • 10 g Minz­blätt­chen

Zube­rei­tung:

Den Brok­koli put­zen, in kleine Rös­chen tei­len, waschen und abtrop­fen las­sen. Dann die Rös­chen hacken. Die Stiele schä­len und eben­falls klein­schnei­den. Die Zwie­beln schä­len und fein wür­feln. Das Öl in einem Topf erhit­zen und die Zwie­bel gla­sig garen. Dann den Brok­koli zuge­ben und eben­falls anbra­ten, dann mit Voll­korn­mehl bestreuen, das Mehl mit dem Brok­koli und Zie­bel im Öl bin­den las­sen. Mit Gemü­se­brühe ablö­schen und den geschäl­ten und gerie­be­nen Ing­wer zuge­ben, außer­dem Mus­kat­nuss, Salz und Pfef­fer nach Geschmack. Die Suppe bei klei­ner Hitze etwa zehn Minu­ten lang köcheln las­sen. Dann die Suppe mit dem Stab­mi­xer fein­rüh­ren und die Hälfte der sau­ren Sahne beigeben.

In einer Pfanne ohne Fett die Man­del­blätt­chen rös­ten (nicht zu dun­keln, sie sol­len aro­ma­tisch wer­den, nicht braun oder gar schwarz!) Die Suppe auf Sup­pen­tel­ler fül­len, einen Klecks sau­rer Sahne oben drauf und dar­auf gerös­tete Man­del­blätt­chen streuen.

Gemeinde mit Wirkungen und Nebenwirkungen — Predigt Jubilate 2012

Gemeinde – mit Wir­kun­gen und Nebenwirkungen

(* Lie­ber als pdf? Gerne, hier. — Als Lesung wurde 2.Kor.4,7–10+16–18 zuvor gele­sen. Für phi­lo­lo­gisch Inter­es­sierte habe ich hier noch eine beson­dere Her­aus­for­de­rung: Eine Abschrift der Audio-Fassung zu erstel­len und die syn­op­ti­schen Abwei­chun­gen vom Typo­skript kennt­lich zu machen. Der mp3-Mitschnitt ist hier. [ca. 11 MB] *)

Frank Weber

EmK Johanneskirche-Hannover, 29. April 2012 (Jubilate)

1

Liebe aus­er­wählte Höre­rin­nen und Hörer die­ser Predigt,

ich bitte Sie und Euch nicht darum, mir in allem zuzu­stim­men. Aber ich bitte darum, zu prü­fen, ob das, was ich sage, was mein klei­nes Stück­chen Erkennt­nis ist, Ihnen und Euch wei­ter­hilft – und vor allem, ob es uns als Gemeinde wei­ter­hilft. Denn um Gemeinde(n) soll es heute gehen. Keine Angst, erst geht es um Gemein­den im All­ge­mei­nen. Schließ­lich geht es auch um unsere Gemeinde. Ich ver­zichte aber ganz bewusst dar­auf, Ihnen und Euch zu sagen, was Sie oder Du tun sollst. – Zuge­ge­ben, das ist eine wich­tige Frage. Wenn jede und jeder sich die hin­ter­her selbst stellt, dann bin ich für heute zufrie­den. Meine Pre­digt hat drei Teile, wobei der erste in drei Unter­teile geglie­dert ist. Ich hoffe, dass sich das nicht wie ein Rück­blick anhört, denn es geht darum, die Gegen­wart, in der wir leben, aus der Beob­ach­tung der Geschichte bes­ser zu ver­ste­hen. Wei­ter­le­sen

Zu: Roman Herzog: »Der ökonomische Putsch«

Am 20. April 2012 lief im Deutsch­land­funk eine ein­drück­li­che Sen­dung, in der es darum geht, wie inter­es­sierte Ein­zelne oder Unter­neh­men mit Spe­ku­la­tio­nen die Demo­kra­tie welt­weit angrei­fen. Sei es in Latein­ame­rika oder nun in Europa. Der Deutsch­land­funk schreibt:

»Gezielte Spe­ku­la­ti­ons­at­ta­cken auf ganze Volks­wirt­schaf­ten, unan­tast­bare Finanz­agen­tu­ren, die Regie­run­gen in die Knie zwin­gen, und ohn­mäch­tige Poli­ti­ker, die gebets­müh­len­ar­tig wie­der­ho­len, es gäbe keine Alter­na­tive: Europa befin­det sich im Wirt­schafts­krieg.« (hier)

Die Sen­dung ist des­halb so emp­feh­lens­wert, weil dort Men­schen sehr weit gedacht haben. Oft wird ja jour­na­lis­tisch stets die glei­che Agen­tur­mel­dung auf­ge­wärmt. Hier wurde recher­chiert und das bei sehr kom­pe­ten­ten Fach­leu­ten. Ich bin nicht sicher, ob die Ergeb­nisse 100 % zutref­fen. Sicher ist aber, dass es mehr als anre­gend ist, die­sen Blick auf die Phä­no­mene zu wagen. Wer Michel Fou­cault 1979 hört bei sei­ner Vor­le­sung, der könnte ihn für einen Pro­phe­ten hal­ten. — Unglaub­lich weit­sich­tig sind seine Ana­ly­sen. Zwi­schen »mün­del­si­cher« und »hoch­spe­ku­la­tiv« bewe­gen sich die Anla­gen, und die ent­spre­chen­den Ban­ker gewin­nen immer — ent­we­der Boni oder Sub­ven­tio­nen, um Insti­tute, die zu groß gewor­den sind, um kon­kurs zu gehen, auf­zu­fan­gen und abzustützen.

Die Sen­dung kann hier vom Deutsch­land­funk her­un­ter gela­den wer­den. Kom­men­tare sind will­kom­men. — Jeden­falls erlebe ich beim Deutsch­land­funk (und manch­mal bei Arte) diese Art anre­gen­den Jour­na­lis­mus, die ich mir auch in RTLs Mit­tags­pro­gramm wünschte, was öfters in einem Imbiss läuft und mir in der Pause den Appe­tit ver­dirbt. Diese Art von Denk­stoff gibt es viel zu sel­ten. Habe mir glatt den Fou­cault aus dem Regel geholt und nachgelesen.

Wenn es tat­säch­lich so ist, dass Argen­ti­nien, das sich 2002 für insol­vent erklärte, ein Aus­weg ist aus dem Stüt­zen sys­tem­re­le­van­ter Banken/Versicherungen, dann ist eben mit »alter­na­tiv­los«, Frau Dr. Mer­kels Lieb­lings­wort lei­der etwas unzu­tref­fen­des ange­spro­chen. Warum das Wort an sich ein Unwort ist, ler­nen wir hier bei http://​www​.neu​sprech​.org.

Warum so wenig neue, feine Photographien im Sudelweb?

So fra­gen mich sowohl per­sön­lich bekannte Freunde als auch sol­che aus der vir­tu­el­len Welt — etwa Flickr-Kollegen. Das ist ein­fach zu beant­wor­ten. Der­zeit reizt es mich weni­ger, hybrid zu ver­ar­bei­ten, also z.B. die Filme zu scan­nen. Viel attrak­ti­ver finde ich es, den Film ana­log zu Papier zu brin­gen. Und das ist dann auch alles, was ich schaffe. Die Zeit und Kraft rei­chen oft nicht mehr, um anschlie­ßend die Ver­grö­ße­run­gen auch noch zu scan­nen, digi­tal nach­zu­be­ar­bei­ten und online zu stellen.

Außer­dem schätze ich sehr das 24 cm x 30,5 cm For­mat, und das passt gerade nicht mehr in mei­nen Scan­ner, der A4-Überformat gerade so bewäl­tigt. Tja, liebe digi­tale Gemeinde, da hilft nur, ein­fach mal mich zu besu­chen, dann gibt es viel­leicht auch Bil­der zu sehen.

Lecker Lyrik Rezept »Möhren-Halva Marakesch« (Frank Weber)

Lecker Lyrik, 21. April 2012

Zuta­ten:

  • 2 Eßlöf­fel Rosinen
  • 2–3 Eßlöf­fel Weichweizen-Grieß
  • 400 g Karot­ten
  • 300 ml Milch
  • 50 g But­ter­schmalz (oder indi­sches Ghee, wenn vorhanden)
  • 3 Eßlöf­fel Zucker
  • 1 Tee­löf­fel gemah­le­nen Kardamoms
  • 3 Tee­löf­fel Rosen­was­ser (gibt es in der Apotheke)
  • 1/2 Tee­löf­fel Muskatblüte
  • 2 Eßlöf­fel gehack­ter Mandeln
  • 3 Eßlöf­fel gemah­le­ner Mandeln
  • 2 Eßlöf­fel gehack­ter Pistazien

Zube­rei­tung:

Lecker Lyrik, 21. April 2012

Rosi­nen in hei­ßem Was­ser ein­wei­chen und 15 Minu­ten lang quel­len las­sen. Möh­ren krat­zen, ras­peln oder (bei grö­ße­ren Men­gen) mit der Küchen­ma­schine in feine Strei­fen ver­ar­bei­ten. 30 g But­ter­schmalz (Ghee) erhit­zen, Mus­kat­blüte und Kar­da­mom kurz darin anschwit­zen. Die Karot­ten­ras­peln dazu geben und bei mitt­le­rer Hitze (unter lau­fen­dem Rüh­ren) ohne Deckel in ca. 20 Minu­ten garen. In einem zwei­ten Topf des rest­li­che But­ter­schmalz (ca. 20 g) erhit­zen, die gemah­le­nen Man­deln und den Grieß darin rös­ten. Die Rosi­nen aus dem Was­ser neh­men, tro­cken tup­fen (damit es nicht spritzt) und zuge­ben. Nach 1 Min. mit Zucker, Milch zuge­ben — zu den Man­deln, Grieß und Rosi­nen. Nach vier Minu­ten bei gro­ßer Hitze vom Herd neh­men und zu den Kar­tot­ten geben. Das Ganze unter stän­di­gem Rüh­ren ca. 15–20 Minu­ten lang kochen las­sen, bis die Masse ein­dickt und sich vom Topf­bo­den löst (fast wie Brand­teig). Mit Rosen­was­ser abschme­cken und min­des­tens eine Stunde lang kalt stel­len. Kann zum Ser­vie­ren in Stü­cke geschnit­ten wer­den und mit Pis­ta­zien und gehack­ten Man­deln bestreut wer­den. — Alter­na­tiv in Des­sert­schäl­hen fül­len und abküh­len lassen.

Lecker Lyrik Rezept: »Reiscurry Kalif mit Linsen« (Katrin Arndt)

Lecker Lyrik am 21. April 2012

Reis­curry

200 g Reis
0,5 l Was­ser … 20 min.kochen (hier Franks Methode zum Reis­ko­chen: Etwas Öl oder Mar­ga­rine in den Topf geben, den Reis ins heiße Fett geben, und mit dem glei­chen Behält­nis das dop­pelte Volu­men Was­ser beige­ben und sal­zen. Also z.B. 1 Tasse Reis, 2 Tas­sen Was­ser.  Dann ein­mal kräf­tig auf­ko­chen las­sen, zude­cken, auf klei­ner Hit­zen zie­hen las­sen, nicht !!! rüh­ren oder ähnli­ches, so wird der Reis luf­tig und locker.)

1 Zwie­bel
1 Knob­lauch­zehe
1 Pfef­fer­schote
1 St.Ingwerwurzel –2 cm …alles fein hacken bzw. fein schnei­den und im Öl gla­sig andünsten

1 TL Kur­kuma
1 TL Kreuz­küm­mel (Cumin)
0,5 TL Ing­wer­pul­ver
0,5 TL Kori­an­der
Cayenne­pfef­fer
Salz … alle Gewürze mischen

gemein­sa­mes Kochen bei Lecker Lyrik am 21. August 2012

Reis abgie­ßen, zu den Zwie­beln geben,

3 EL Son­nen­blu­men­kerne
Cas­he­w­nüsse ( gesal­zen, gerös­tet) … zufü­gen, alles bra­ten. Gewürz­mi­schung zuge­ben, unterrühen.

250 ml Gemü­se­brühe … angie­ßen
1 Pk. TK-Erbsen … zuge­ben, 5 min. weitergaren.

mit einem Bd. gehack­tem Basi­li­kum abrunden.

Sahne­lin­sen 

1 Zwie­bel, 1 Knob­lauch­zehe — fein hacken, in 1 EL Öl anbra­ten
250g (schwarze) Lin­sen zufü­gen
250 ml Brühe und 1 BE Creme Frai­che angie­ßen, 30 min. zuge­deckt garen, öfter umrüh­ren…
mit Salz/ Pfeffer/ div. Kräu­tern ( Peter­si­lie!!) abschmecken

Diakonen-Ablöse: durchgereichter Aberwitz — und mich frustriert’s

Wer den Ärger hat, spot­tet jeder Beschrei­bung. Aber ich will nicht spot­ten. Ges­tern abends war ich in der ev.-luth. St. Martingemeinde-Anderten. Das war frü­her mal meine Gemeinde. Ein Ter­min zur Infor­ma­tion über die Zukunft der Dia­ko­nen­stelle. Der­zeit hat die Gemeinde auf dem Papier 0,5 Stel­len, de facto (und durch Ein­spa­run­gen anderswo) kommt man auf 0,66 Stel­len. Der Stel­len­in­ha­ber arbei­tet das andere Drit­tel bei einem über­ge­meind­li­chen Pro­jekt »Balu & Du«.

Nun wird spä­tes­tens zum 1. Jan. 2013 alles anders. Der Kir­chen­ge­meinde ste­hen nach dem neuen Plan nur noch 0,23 Dia­ko­nen­stel­len zu. Da aber der Stel­len­in­ha­ber lange auf der Stelle arbei­tet und damit die »Unkünd­bar­keit« erreicht hat, kommt die Gemeinde, nament­lich der Kir­chen­vor­stand, in höchste Bedräng­nis. Schließ­lich ist der Mit­ar­bei­ter bei der Gemeinde ange­stellt. Und die bekommt nun, obgleich sie ein vol­les Gehalt zah­len muss, bloß noch 23 % zugewiesen.

Bei der Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung ging es nun darum, dass die Gemeinde die Anstel­lungs­trä­ger­schaft an den Stadt­kir­chen­ver­band abtre­ten wird, der dann alle Arbeit­ge­ber­pflich­ten über­nimmt. Als »Mit­gift« oder Mor­gen­gabe möchte man dort aber von der Gemeinde ein Arbeitgeber-Brutto-Jahresgehalt des Mit­ar­bei­ters. Das hat die Gemeinde natür­lich nicht. Wie auch? Seit Jah­ren könnte man nicht ein­mal hei­zen, … ohne die frei­wil­lige Gemein­des­pende. Wei­ter­le­sen

Lecker-Lyrik Rezept: Salat »Pikanter Oasentraum« (Katrin Arndt)

Lecker Lyrik am 21. April 2012: Salat »Pikan­ter Oasentraum«

Der Salat wird berei­tet aus

  • 1 Orange
  • 1 Apfel
  • 3 Toma­ten
  • 1 kl. Zwiebel
  • 1 Knob­lauch­zehe
  • 1 Pepe­roni
  • Peter­si­lie
  • Öl, Zitronensaft,1 TL Honig, Salz, Pfeffer

Orange file­tie­ren und fein wür­feln, Apfel waschen, Kern­ge­häuse raus, in kleine Stü­cke schnei­den. Toma­ten waschen und würfeln. Zwiebeln und Knob­lauch fein würfeln. Peperoni: Kerne ent­fer­nen und in feine Strei­fen schnei­den oder würfeln.

Mari­nade anrüh­ren, abschmecken. Petersilie hacken, zugeben.

»Verstehst Du auch, was Du liest?«

Bei Lecker Lyrik gab es in der Pause wie­der eine illu­mi­nierte Kir­che mit der Mög­lich­keit, Ker­zen anzu­zün­den und an viel Sta­tio­nen (tas­tend, angelnd, lesend, den­kend) neu­tes­ta­ment­li­che Gestal­ten ken­nen­zu­ler­nen. In dem Rah­men ging es mit der Stel­len­an­zeige des letz­ten Bei­trags um Judas, der ja auch die Kasse verwaltete.

Hier, im heu­ti­gen Bei­trag, geht es um das Deko­die­ren, ums »ver­stehst du auch, was du liest« aus dem Gespräch zwi­schen Phil­ip­pus und dem Käm­me­rer — ja, Peer, eben der. Gemeinde hat ja auch die Funk­tion, ein­an­der über Ver­ste­henstra­di­tio­nen Rechen­schaft zu geben. Wir vom Lecker Lyrik Team haben ver­sucht, dies in Form eines Midrasch zu illus­trie­ren. Weil es im Ori­gi­nal für die Pause bei Lecker Lyrik ein grö­ße­rer Druck war, hier gleich ein pdf.

Ja, das Pos­ter ist recht voll. Aber es ist ja auch für A1 gedacht. — Die alten The­men der Seman­tik und Semio­tik hel­fen mir sehr, die Welt der Texte zu ver­ste­hen, gleich, ob es sich ums Nibe­lun­gen­lied, um ein Jesaja-Zitat und um den Deca­me­rone geht.

Stellenanzeige — Nachfolge Judas… (Pausenaktion bei Lecker Lyrik, 21. April 2012)

Stel­len­an­zeige

Lie­ber als pdf? Gern!

Lecker Lyrik wirft Schatten voraus: Einkauf und Kochen

Lecker Lyriks ist ein grö­ße­ren Pro­jekt. Dabei sind zahl­rei­che und unter­schied­li­che Men­schen im Ein­satz, die mit ihren jewei­li­gen Per­sön­lich­kei­ten und Gaben zusam­men­ar­bei­ten müs­sen. Vie­les hat das Vor­be­rei­tungs­team im Vor­feld erprobt, durch­dacht usw. — Viele andere Details aber zei­gen sich recht spontan.

Für mich ist diese Art des gemein­sa­men Arbei­tens eine der bes­ten Erfah­run­gen an der Ver­an­stal­tung. Da sind Men­schen, die Zwie­beln mehr als zügig zu schnei­den wis­sen, weil sie das bereits oft getan haben. Es gibt sol­che, die wis­sen, das 2-Phenylethanol den Rosen­duft im Rosen­was­ser aus­macht. Und den­noch sind sie alle wich­tig und in ihrer fei­nen Art der Zusam­men­ar­beit unersetzlich.

Mit zwei ande­ren kauf­ten wir am Don­ners­tag einige Stun­den lang ein — und hin­sicht­lich des Brok­koli brauch­ten wir mehr als Kauf­land zu bie­ten hatte, wir habe buch­stäb­lich den Laden leer­ge­kauft. Stan­den dann mit drei Ein­kaufs­wa­gen voll Ware an der Kasse und hin­ter uns harm­lose Mes­se­bauer, die sich eine Packung Kar­tof­fel­chips, zwei Bier und einen Liter Cola kauf­ten. Nur hat­ten wir begon­nen, das Kas­sen­fließ­band zu bela­den, und das endet für Lecker Lyrik nicht so schnell wieder.

Heute haben wir vier Stun­den lang gemein­sam Möhren-Halva gekocht (allein 9 kg Möh­ren woll­ten gerie­ben wer­den, glück­li­cher­weise maschi­nell unter­stützt). Wir haben rund drei­ßig Liter Suppe gekocht und viele andere Lecke­reien für mor­gen vor­be­rei­tet. Die­ses Zusam­men­ar­bei­ten und Inein­an­der­grei­fen ist klasse. — Vom Küchen­glau­ben wären wir am Gewürz­re­gal eines Ladens beim Ein­kauf fast abge­fal­len: Wir kauf­ten Kar­da­mom, Mus­kat­blüte, Cumin. Und da hing es: 250 g Pakete Glut­amat! Unglaub­lich, dach­ten wir. Wer kauft so etwas? Ich meine: Ringsum hin­gen Vanil­le­scho­ten dreier Anbie­ter, Lor­beer­blät­ter und aller­lei, was man als Küchen­freund so gebrau­chen kann. Geschmacks­ver­stär­ker brau­chen wir nicht.

Nach dem Ein­kauf war mein Auto (zuge­ge­ben, ein Klein­wa­gen) der­ma­ßen gefüllt (drei Per­so­nen und der Ein­kauf aus drei gro­ßen Ein­kaufs­wa­gen), dass wir quasi bis unters Dach (unter Rück­sicht dar­auf, dass keine Tomate zer­drückt und kein Sah­ne­be­cher beschä­digt werde) voll bela­den vor­sich­tig zurück roll­ten. Und heute zeigte sich, wie schnell die Dinge schwan­den, wenn acht bis zehn Mit­ar­bei­tende im Küchen­team dem Grün­zeug zu Leibe rück­ten, und 16–20 Hände sich an Blu­men­kohl, Grieß, Voll­korn­mehl etc. legten.

Die Tische im Saal wur­den ein­ge­deckt, Ton­an­lage auf­ge­baut und die Kir­che ent­spre­chend gestal­tet. Ich selbst kam in der Küche kaum zum Arbei­ten, weil ich hier und da instru­ierte, zwi­schen­durch abwusch und klei­nere oder grö­ßere Kata­stro­phen zu ver­mei­den half. Kat­rin sorgte mit ruhi­ger Hand und kla­ren Ansa­gen dafür, dass alle zu tun hat­ten. Unter­des­sen wurde Ing­wer und Honig auf­ge­kocht und der Cock­tail — wie üblich bei Lecker Lyrik: alko­hol­frei — zube­rei­tet. Bis mor­gen abends kann alles durch­zie­hen. In knapp zwölf Stun­den kochen wir weiter.

»Kampfradler« und Kennzeichnungspflicht im Überwachungsstaat

Peter Ram­sauer hat ein neues Thema, bei dem die Ord­nung und der Anstand gefähr­det schei­nen. Die »Kampf­rad­ler«, so habe er gemäß Inter­view in der Neuen Osna­brü­cker Zei­tung beob­ach­tet, miss­ach­te­ten unter den Augen von Poli­zis­ten rote Ampeln und jede Ver­kehrs­re­gel. — Allein das letz­tere kann nicht ganz ernst gemeint sein: Da es poten­zi­ell sehr viele Regeln gibt, zumal im inter­na­tio­na­len Ver­gleich, ist es unwahr­schein­lich, dass Herr Ram­sauer beob­ach­tet hat, wie jede ein­zeln und nach­ein­an­der über­tre­ten werde.

Wenn aber der logi­sche Kate­go­ri­en­feh­ler (All­quan­tor »alle Regeln wur­den gebro­chen«  statt »es gibt Regeln, die gebro­chen wur­den«) güns­tigs­ten­falls eine Aus­druck der Nach­läs­sig­keit seien mag, so ist zu befürch­ten, dass es sich um einen Vor­satz han­delt, um zu dra­ma­ti­sie­ren. Schon Klem­pe­rer wusste, dass der Blick auf die Spra­che zur Beur­tei­lung von Poli­tik hel­fen kann. Im Arti­kel des Tages­spie­gels, hier, kommt ent­spre­chend die Gewerk­schaft der Poli­zei zu Wort. Die For­de­run­gen sind die übli­chen: Kenn­zeich­nung (nicht für die Poli­zis­ten, son­dern für die Rad­fah­ren­den bzw. deren Räder), Stei­ge­rung der Buß­gel­der (auf das Niveau wie bei Kraft­fah­ren­den). Wei­ter­le­sen

»Wir essen jetzt(,) Opa« — Kommata können Leben retten.

gut gemeint – und wie­der ein Komma zu viel…

Hier ist wie­der eines der inte­gra­ti­ven Pro­jekte der Mise­reor: Wer­bung auch mal mit leg­as­the­ni­schen För­der­be­dar­f­lern in der Gra­phik­ab­tei­lung gestal­ten. Das nenne ich vor­bild­lich. Das Thema ist ja nicht neu. Erstaun­lich finde ich, dass auch nach­dem das Thema ja inzwi­schen auch bei Mise­reor bekannt ist, wei­ter­hin die­ses über­flüs­sige Komma gedruckt wird. Diese Pla­kat­wand habe ich im März 2012 pho­to­gra­phiert — in Han­no­ver, Am alten Flug­ha­fen. Ich schrieb hier vor län­ge­rem dar­über, dass man offen­bar Inter­punk­ti­ons­schwä­chen als eigene Sym­pto­ma­tik im Rah­men würde klas­si­fi­zie­ren müs­sen. Viel­leicht sollte man mal mit einer sach­kun­di­gen Freun­din erör­tern, ob da die Klas­si­fi­ka­tion nach ICD-10 reicht — oder ob es sich nicht viel­mehr um eine Behin­de­rung han­delt, die nach ICF klas­si­fi­ziert wer­den sollte: Aus­füh­rungs­fä­hig­keit mit Assis­tenz ist für die Misereor-Graphiker/Texter ja nicht ausgeschlossen.

Und hier dachte ich, dass mit etwas »Nach­sit­zen« der Crea­ti­ven (die sich, wenn sie wahr­haft krea­tiv sind, meist mit »c« schrei­ben), sie »das mit der Zei­chen­set­zung« auch noch gelernt bekä­men. Doch weit gefehlt. Es han­delte sich offen­bar um einen Zufalls­tref­fer. Auch ein blin­des Korn fin­det mal sein Huhn — oder so ähnlich.

Ich bleibe dabei: Wer seine Satz­zei­chen so nach­läs­sig setzt (und ent­spre­chend am Lek­to­rat spart), braucht sich nicht zu wun­dern, wenn es zu Soft­ware nicht reicht, denn für einen Com­pi­ler ist ein Komma zu viel oder ein feh­len­des ein Grund, dass außer einer Feh­ler­mel­dung gar nichts pas­siert. — Die alte kul­tu­ra­lis­ti­sche For­de­rung »speak ortho« ist in natür­li­chen Spra­chen selbst­re­dend nie umzu­set­zen. In der Zei­chen­set­zung gibt es Zwei­fels­fälle, ja. Es gibt — mit Eco — Gren­zen der Inter­pre­ta­tion, man könnte auch sagen: Die Regeln der Zei­chen­set­zung sind hier nicht allein »recht frei« inter­pre­tiert, dies ist ein­fach falsch — und das im Pla­kat­for­mat. Schade.

Womit ich photographiere — und warum: Teil 6: Nikon F4 (Fortsetzung in loser Folge)

Nikon F4 (mit AF-D 2.0/135 D.C.)

Die Nikon F4 ist eine der weni­gen Spie­gel­re­flex­ka­me­ras, die mich begeis­tert. Und zwar ein­fach, weil sie die rich­ti­gen Bedie­nungs­ele­mente da hat, wo ich sie brau­che. Ich kann die Kamera, vom Fil­mein­le­gen bis zur Blen­den­wahl, vom Ein­stel­len der Belich­tungs­zeit usw. auch blind benut­zen. Alles hat sei­nen Knopf oder sein Räd­chen da, wo man es braucht. Pho­to­gra­phie­ren sollte ich viel­leicht eher mit geöff­ne­ten Augen. Da ich ja mal digi­tale Nikon Spie­gel­re­flex­ka­me­ras in Betrieb hatte, habe ich mich etwas mit dem Sys­tem beschäf­tigt. Die wenigs­ten Objek­tive und Gehäuse sind so, dass sie mich qua­li­ta­tiv und auch hap­tisch ansprechen.

Der­zeit nutze ich zwei F4-Gehäuse (eine F4s, eine F4), die beide deut­lich unter 200 € gebraucht kos­te­ten. Für so gut gemachte Gehäuse finde ich das ver­nünf­tig, ja gera­dezu güns­tig. An den Gehäu­sen kom­men ein 2.8/24 AF-D, ein 2.0/35 AF-D, ein 1.8/50 AF-D, ein 1.8/85 AF-D, ein Micro 2.8/105 AF-D und ein D.C. 2.0/135 AF-D  zum Ein­satz. Das letzt­ge­nannte Objek­tiv ist hier ange­setzt. D.C. steht für »defo­cus con­trol«, was die lau­sige Über­set­zung für gesteu­er­tes Bokeh, also die gezielte Beein­flus­sung unschar­fer Berei­che ist. Das meint so viel wie, dass man den Hin­ter­grund (oder Vor­der­grund) gezielt ver­wa­schen wie­der­ge­ben kann, um so, z.B. bei einem Por­trait, den super­schar­fen Schä­del vor flie­ßen­dem Hin­ter­grund frei­zu­stel­len. Da das die wenigs­ten ver­ste­hen — geschweige denn zu nut­zen wis­sen -, sind die bei­den Nikon-Objektive, die sich das zu Nutze machen, das 105 D.C. und das 135 D.C., eher »Geheim­tipps«, ver­glei­che Rock­well. Lei­der. Wer es wirk­lich genauer wis­sen möchte, dem sei der aus­ge­zeich­nete Arti­kel von Dr. Hubert Nasse (Carl Zeiss AG) zum Thema emp­foh­len, den die 2010 in ihrem Lens­blog ver­öf­fent­licht haben. Keine ganz ein­fa­che Kost, aber sehr gut.

Die­ses Photo oben spielt selbst mit dem Begriff »defo­cus con­trol«, wie gesagt, schlam­pi­ges Eng­lisch. — Mein Bild wurde auf Fuji-Sofortbild-Material auf­ge­nom­men mit dem Hasselblad-Flexbody, und somit mit »ech­ter Schärf­en­tie­fen­kon­trolle« nach Scheim­pflug. Ja, wenn Nikon das gemeint hätte, dann hätte der Aus­druck »defo­cus con­trol« ins Schwarze getroffen.

Zwei Konzerte in vergangener Woche. Dispatch in Berlin und Craig Taborn im Jazzclub

Craig Taborn, Piano

Craig Taborn, Piano am 28. März im Jazz­club Hannover

Zwei Kon­zerte in einer Woche, die mir sicher in Erin­ne­rung blei­ben wer­den. Am Mon­tag, dem 26. März, hörte ich eines von zwei Deutsch­land­kon­zer­ten von Dis­patch, ich ver­linke auf den eng­lisch­spra­chi­gen Wiki-Artikel, weil der deut­sche über­aus feh­ler­haft ist. Das fand in Hux­leys neuer Welt an der Hasen­heide in Ber­lin statt. Die Band war gut und es war ein Erleb­nis, wenn­gleich bes­se­rer Ton den Genuss doch merk­lich hätte stei­gern kön­nen. Inso­fern wäre viel­leicht das Kon­zert in Köln klü­ger gewe­sen, denn dort hatte der WDR seine Fin­ger drin, der die Dar­bie­tung für seine »Rockpalast«-Reihe auf­zeich­nete. Eine Kost­probe gibt es hier. — Meine Mess­su­cher­ka­mera haben die Ein­gangs­kon­trol­leure in Ber­lin pas­sie­ren las­sen, die meis­ten »pro­fes­sio­nell« wir­ken­den Spie­gel­re­flex­ka­me­ras wur­den am Ein­lass ein­be­hal­ten. Aber ich habe nicht pho­to­gra­phiert, weil mir das Licht nicht passte.

Ganz ande­rer Art war das Kon­zert am ver­gan­ge­nen Mitt­woch im Jazz­club Han­no­ver. Craig Taborn ist einer der viel­fach aus­ge­zeich­ne­ten Nach­wuchs­künst­ler. Sein Trio mit Craig Taborn, piano, Tho­mas Mor­gan, b., Gerald Clea­ver, dr. wurde in der »Rising Stars« Reihe prä­sen­tiert. Und diese Musik ist eini­ger­ma­ßen unge­wohnt, denn in gro­ßer Frei­heit und doch alles andere als chao­tisch musi­zie­ren alle drei mit­ein­an­der. Ein freies Zusam­men­spiel, das über ein kom­plet­tes Set, also rund 50 Minu­ten, ohne Pause, ohne Chance auf Bei­fall und dabei durch alle Dyna­mik­re­gis­ter und Form­vor­la­gen sich bewegt, das ist hohe Kunst. Wenn man dann fas­zi­niert zum Zuhö­ren sich ein­ge­la­den fühlt, finde ich es nicht nur beacht­lich, son­dern umwer­fend. Das war Musik für ziem­lich fort­ge­schrit­tene Hörende, und es war mir ein Ver­gnü­gen. Ein Freund hatte mich zum Craig Taborn Trio ein­ge­la­den, wir saßen gut in der vier­ten Reihe mit Blick auf die Bühne. Er griff öfters mal zu sei­ner D700 und mir fiel bei die­sem Kon­zert auf, wie laut diese digi­tale Spie­gel­re­flex ist. Ich hatte noch vier unbe­lich­tete Nega­tive in der Mess­su­cher­ka­mera. Weil mich Taborns Hände, gerade in der Spie­ge­lung im Kla­vier­de­ckel, begeis­ter­ten, habe ich diese vier Belich­tun­gen hier­auf verwendet.

Craig Taborns Hände

Für die tech­nisch inter­es­sierte Lesen­den­schaft: M6ttl(0.85), Sum­mi­cron 2.0/50, 1/50 s, f/2 (bzw. das Hände-Detailbild: 2.8/90 – f/2.8), Rol­lei RPX-400 belich­tet auf ISO 400/27° und ent­spre­chend ent­wi­ckelt in RPX-D, Scan mit Epson-700  vom Nega­tiv, digi­tale Aus­ar­bei­tung in Aperture.

Gedächtnismahl 2012 (der Zeugen Jehovas)

In mei­nem Brief­kas­ten fand sich neu­lich eine Ein­la­dung zu einem Geden­kabend am

  • Don­ners­tag, 5. April (klas­sisch »Grün­don­ners­tag«) im König­reich­saal in der Ery­thro­pel­straße 38, 30519 Han­no­ver um 19:30 Uhr. Am fol­gen­den Wochen­ende, genauer
  • am Sams­tag, 7. April 2012 gibt um 16:30 Uhr es an glei­cher Stelle einen Son­der­vor­trag zum Thema »Ist es spä­ter, als wir den­ken?« Wei­ter­le­sen

»Sermon-Slam met Poetry-Slam« am letzten Freitag in der Lutherkirche

An Pre­digt­kul­tur, gerade an einer geist­li­chen Rede, die sich an der Kul­tur der Zeit aus­rich­tet und vom Geist Got­tes inspi­riert ist, bin ich sehr inter­es­siert. Schließ­lich sind die meis­ten Pre­dig­ten allein rhe­to­risch so weit von der All­tags­spra­che ent­fernt, dass viele Zeit­ge­nos­sen gar nicht im Stande sind, Pre­dig­ten ange­mes­sen zu hören. Am letz­ten Frei­tag, 23. März, hat­ten eine Kol­le­gin, auch Theo­lo­gin, und ich uns zusam­men­ge­setzt und an Ele­men­ten für den NDR-Radiogottesdienst aus mei­ner Gemeinde für den 3. Juni gear­bei­tet. Abends ging ich dann zum »Sermon-Slam meets Poetry-Slam« in die Luther­kir­che. Meine Hoff­nun­gen waren:

  1. Bei den Poetry-Slammern viel­leicht etwas zu ent­de­cken, das Lecker Lyrik nütz­lich wer­den könnte.
  2. Bei den Sermon-Slam Teil­neh­men­den viel­leicht zeit­ge­nös­si­sche Pre­digt­kul­tur für die Post­mo­derne zu finden.

Sermon-Slam I

Beide Hoff­nun­gen wur­den lei­der ent­täuscht. Wei­ter­le­sen

Globalisierungs-Pretiosen bei ebay…

Über­set­zungs­soft­ware Non­sense bei ebay.

Neu­lich suchte ich bei ebay Spikes für Laut­spre­cher, zuge­ge­ben, auch schon ein eher aus­ge­fal­le­nes Pro­dukt. Aber ich habe nach 22 Jah­ren andere Laut­spre­cher (die »neuen« sind erst 15 Jahre alt) in Betrieb genom­men, und denen fehlte zur Ent­kop­pe­lung vom Unter­grund noch ein Satz »Spikes«, mit M6-Gewinde, denn sol­che Gewinde sind auf der Boxen-Unterseite bereits ein­ge­baut. Keine große Sache, dachte ich. Unter den Such­er­geb­nis­sen fand sich man­ches zur Leica M6. Da ich so eine ja auch benutze, las ich mit Interesse.

Die Krö­nung aber bie­tet ein Auslöser-Tuning der beson­de­ren Art. Da hat also ein asia­ti­scher Anbie­ter für das Draht­aus­lö­ser­ge­winde der Leica-Cameras (und vie­ler ande­rer) einen Edelstahl-Einschraubauslöseknopf ent­wi­ckelt und gefer­tigt, der für 11.50 EUR ange­bo­ten wird. So weit, so gut. Ich ver­stehe ja auch, dass der Anbie­ter nicht erst einen Kurs im Goethe-Institut absol­vie­ren kann, bloß weil er auch den deut­schen Markt bedie­nen möchte.

So aber, mit Nut­zung einer Über­set­zungs­soft­ware die­ser »Qua­li­tät«, geht es wohl auch nicht. Der eng­li­sche Text »fine qua­lity mini metal release but­ton for Leica M…« ist noch eini­ger­ma­ßen klar, wenn­gleich »sil­ver« wohl eher auf die Farbe hin­wei­sen soll als auf den Werk­stoff. Das ist ja immer­hin irre­füh­rend. Die mut­maß­lich  deut­sche Bezeich­nung aber »Geld­strafe Qua­li­tät Mini Metall Frei­set­zung Taste für Leica M…« ist groß­ar­tig abwe­gig. Ja, sicher Fine bedeu­tet auch Geld­strafe. Aber doch nicht hier. Und so viel Seman­tik sollte auch eine Über­set­zungs­soft­ware mitbringen.

Meine Lautsprecher-Spikes habe ich auch gefun­den, gekauft und mon­tiert und kann allen denen, die nun fra­gen: »Und? Bringt das etwas?« sagen: »Jawohl, es ist sehr zu emp­feh­len.« Bei den vor­he­ri­gen Laut­spre­chern hatte ich über kleine Roll­un­ter­setze, wie sie gewöhn­lich für Zim­mer­pflan­zen ver­wen­det wer­den, einen ähnli­chen Effekt erzie­len kön­nen. Bei den neuen Laut­spre­chern funk­tio­nierte das nur halb zufrie­den­stel­lend. Mit den Spikes und ent­spre­chen­den Auf­nah­men, die vom Boden akus­tisch ent­kop­pelt sind, klingt es deut­lich besser.

Lecker Lyrik am 21. April 2012 in Anderten

Seit einem hal­ben Jahr plant das Vor­be­rei­tungs­team. Texte und Lesende wol­len gefun­den sein, ein stim­mi­ges Gesamt­kon­zept mit Spei­sen, Pau­sen­ge­stal­tung und Text­bei­trä­gen muss her. Wie und wann soll Lecker Lyrik statt­fin­den? Dann geht es ans Pro­be­ko­chen und daran, die Ein­kaufs­lis­ten zu erstel­len für vier Gänge und ca. 100 Essende (64 Gäste im Saal und die Mit­wir­ken­den — Ser­vier­team, Spül­team, Koch­team usw.)

Jeden­falls ist alles inzwi­schen auf einem guten Weg, dass nach Ostern (und damit nach der Fas­ten­zeit) die nächste Aus­gabe von Lecker Lyrik am 21. April 2012 in St. Martin-Anderten statt­fin­den kann. Wir haben bei den Tex­ten etwas ganz neues: Max Apel liest und zwar zu sei­nen fei­nen schwarz-weiß Bil­dern. Die Bil­der hal­ten kuriose Augen­bli­cke fest, quasi gefro­re­nen All­tag, aber eben im ent­schei­den­den Augen­blick auf dem Film fest­ge­hal­ten. — Dazu, zu sei­nen Pho­tos, ent­stan­den Texte, die das Publi­kum »syn­äs­the­tisch«, also mit Bild und Text zugleich, wird erle­ben können.

Im mitt­le­ren Text­block kom­men einige mehr oder weni­ger bekannte bib­li­sche Texte — wenn­gleich in neuem Gewand — zu Wort. Wir hof­fen, dass die Texte so neue Denk­an­stöße bie­ten. Die­ser Block lässt auch das Publi­kum zu Wort kom­men, las­sen Sie sich überraschen.

Bewährt und erfah­ren geht es im drit­ten Text­block voran. Karin Vie­bach ist bei Lecker Lyrik nicht zum ers­ten Mal und in Ander­ten han­delt es sich für sie um ein Heim­spiel. Auch sie beob­ach­tet — wie Max Apel mit der Kamera -  den All­tag, aber mit ihrem Schreib­stift. Immer wie­der ent­wick­len sich in ihren Tex­ten Bege­ben­hei­ten anders als erwar­tet, so dass uns fürs Pla­kat die Meta­pher vom Ori­en­tie­rungs­lauf einfiel.

Die Evan­ge­li­sche Jugend berei­tet das im Ein­tritt­preis ent­hal­tene vier­gän­gige Menü vor. Die Spei­sen sind bei der April­aus­gabe ara­bisch gehal­ten. — Nach­dem die letz­ten Lecker Lyrik Abende gut besucht bis aus­ver­kauft waren, emp­feh­len wir, früh­zei­tig im Vor­ver­kauf die benö­tig­ten Kar­ten zu beschaffen.

Erich Kästners »verschwundene Miniatur«

Neu­lich las ich mal wie­der »Die ver­schwun­dene Minia­tur« von Erich Käs­t­ner. Das ist eines sei­ner Bücher aus der Phase der leich­ten Unter­hal­tung, weil er ja gerade erst das Schreib­ver­bot, das seit 1933 bestand, gelo­ckert bekom­men hatte. So erschien das Buch in der Schweiz, durfte aber in Deutsch­land ver­kauft wer­den. Da Käs­t­ner auf die Ein­nah­men aus sei­nen Büchern ange­wie­sen war, musste er sich arran­gie­ren, wollte er nicht emi­grie­ren. Das wollte er wohl des Ban­des zu sei­ner Mut­ter wil­len nicht.

1935 erschien dies weit­ge­hend unpo­li­ti­sche Buch, in dem leichte Unter­hal­tung hand­werk­lich gut gemacht ist. Der Unter­ti­tel »Die Aben­teuer eines emp­find­sa­men Flei­scher­meis­ters« cha­rak­te­ri­siert das Buch aus­ge­zeich­net. Mir fiel auf, wie schlecht bis falsch (auch inhalt­lich falsch) der Wikipedia-Artikel ist, und wie ich es dabei belasse und nicht anfange, dort zu ändern. Nach den »Relevanz«-Streitigkeiten bei der deut­schen Wiki lebe ich lie­ber mit den Feh­lern als selbst bei­zu­tra­gen. Schade? Vielleicht.

Bei Käs­t­ners Roman han­delt es sich sicher nicht um eines sei­ner wich­ti­gen Werke. Es ist Gebrauchs­li­te­ra­tur. Unter den gesell­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen war nicht viel mög­lich. Was aber Käs­t­ners Minia­tur z.B. von zahl­rei­chen Fern­seh­kri­mis unter­schei­det, das ist die Spra­che, die — wie stets bei ihm — ihre ganz eigene Bild– und Meta­phern­welt bie­tet: Eine Art von Text im Text.

Wer also mal wie­der gut leicht unter­hal­ten wer­den möchte, dem oder der sei die­ser Käs­t­ner emp­foh­len. Neben­bei lernt man eini­ges über Hein­rich VIII., und Anne Boleyn (und letzt­lich die Tren­nung der Angli­ka­ni­schen Kir­che von Rom) sofern man sich durch die Minia­tur inspi­rie­ren lässt, da noch ein­mal nachzulesen.

Trennungsjahr und Gast-Status

So ein Kir­chen­wech­sel aus der lau­fen­den Arbeit (im Kir­chen­vor­stand und vie­len ande­ren Fel­dern) her­aus ist wohl kaum ohne Krän­kun­gen und Ver­let­zun­gen zu bewerk­stel­li­gen. Das war von mir nicht beab­sich­tigt, aber ich stellte fest, dass meine Ent­schei­dung gegen den »Rah­men«, in dem gemeind­li­che Arbeit pas­siert (der weit­ge­hend durch die Lan­des­kir­che gesetzt wird), von Freun­den in der (Gemeinde-)Arbeit bes­ten­falls ver­stan­den wurde, jedoch oft auch als imma­nente Kri­tik auf­ge­fasst und teils als Affront ver­stan­den wurde.

Wunsch­ge­mäß habe ich mich aus fast allen Arbeits­fel­dern in Ander­ten zurück­ge­zo­gen und ich hätte mich auch aus allen zurück­ge­zo­gen, wenn da nicht Pro­test ent­stan­den wäre. Lecker Lyrik, so fand das Team, ginge nicht so wie bis­her ohne mich. Und der Kirch­li­che Bau­ver­ein St. Mar­tin e.V., der ja ohne­hin als ein­ge­tra­ge­ner Ver­ein selb­stän­dig ist, behielt auch mich als  sei­nen Kas­sen­wart. Nie­mand riss sich um Buch­hal­tung und Vereins-Steuererklärung.

Nach gut einem Jahr in mei­ner neuen Kir­che und Gemeinde habe ich in der ver­gan­ge­nen Woche — teils durch ter­min­li­che Vor­ga­ben, teils selbst gewählt, mich mehr­fach in mei­ner »alten Gemeinde« bli­cken lassen.

  • Da war zum einen die Vor­stel­lung der Kan­di­die­ren­den für den neuen Kir­chen­vor­stand. Da mir die Arbeit kei­nes­wegs gleich ist und ich viele kenne, teils im Vor­feld der Kan­di­da­tu­ren inten­siv mit­ge­dacht habe, habe ich die Vor­stel­lung nach dem Got­tes­dienst am 4. März (und den Got­tes­dienst gleich mit) besucht.
  • In mei­ner (neuen) Gemeinde bin ich seit rund fünf­zehn Jah­ren in einem Haus­kreis dabei — also bereits lange vor mei­nem Kir­chen­wech­sel. Ein Kol­lege dort betonte vor Wochen, dass Gemeinde vom Geist Got­tes und vom Gebet lebe. Das über­zeugte einige/viele, so dass wir gemein­sam und jeder für sich die Gemeinde (unsere ev.-meth. Johan­nes­kir­che bzw. den Bezirk Hannover-Wunstorf) inten­siv betend beden­ken. Vor die­sem Hin­ter­grund fiel mir am letz­ten Diens­tag auf, dass Ökumene ja auch hei­ßen kann, in die­ser Weise für­ein­an­der zu sor­gen, so ging ich am ver­gan­ge­nen Diens­tag gast­weise zum Gemein­de­ge­bet in St. Mar­tin. Solange ich dort aktiv war, war mir das Gemein­de­ge­bet eine der wich­tigs­ten Ver­an­stal­tun­gen. Es war gut, dass ich da war, denn wegen ande­rer Ter­mine waren es an dem Tage wenige, die zum Beten kamen.
  • Am Frei­tag, dem 9. März, war ich in St. Mar­tin zum Ehrenamtlichen-Dank ein­ge­la­den. Hatte über­legt, ob ich da womög­lich störe, ob Hin­ge­hen eine latente Pro­vo­ka­tion wäre, was mich davon abge­hal­ten hätte. Ich ent­schied  hin­zu­ge­hen und freute mich an zahl­rei­chen guten Begeg­nun­gen. Man­che Klä­run­gen waren erfor­der­lich, weil einige aus dem nicht so ganz engen Mit­ar­bei­ten­den­kreis nicht recht mit­be­kom­men hat­ten, dass und warum ich nicht mehr da bin. — Ich danke der Gemein­de­lei­tung für die Ein­la­dung und bemühte mich, mich gut als Gast einzubringen.

Nach­dem ich in einer Woche einige mehr­fach traf, kamen gar Fra­gen, ob ich »wie­der da« sei. Nun, ich bin nie von Ander­ten weg­ge­zo­gen. Gemeind­lich bin ich anderswo gut ver­or­tet, zumin­dest mit dem Stand­bein. Die Prio­ri­tä­ten sind neu gesetzt. Und doch meine ich, dass Liebe zu Chris­tus nicht geht, ohne die gesamte Chris­ten­heit in den Blick zu neh­men. Für jeman­den in Ander­ten eben auch St. Mar­tin, zumal ich dort so viele per­sön­li­che Kon­takte habe.

Warum »Abzüge« eben keine Abzüge sind.

»Abzüge«, die keine Abzüge sind

Ross­mann bie­tet Abzüge bei Online-Bestellung güns­tig an. Allein: Da es sich ja um digi­tale Aus­be­lich­tun­gen auf Pho­to­pa­pier han­delt, es also keine »abzu­zie­hende« ding­li­che Vor­lage gibt, eben weder Platte noch Film, so sind es auch keine »Abzüge«, son­dern allen­falls Dru­cke. Im Eng­li­schen ist das ja ein­fa­cher. Da nennt man das alles »prints«, auf deutsch aber wird unter­schie­den zwi­schen Abzü­gen, Ver­grö­ße­run­gen, Ver­klei­ne­run­gen, Light­jet und Inkjet-Drucken, zwi­schen Giclée-Prints und selbst­re­dend den klas­si­schen Ver­fah­ren, »C-Print«, Cibachrom/Ilfochrom, Platin­druck, Bro­möl­druck usw. Ganz zu schwei­gen von Tal­bo­ty­pien, Cya­no­ty­pien, Dagu­er­reo­ty­pien etc.

Klar ist, dass für den Ver­kauf zu große Genau­ig­keit hin­dert. Das gilt für den Bäcker, der seine Ber­li­ner als »mit Mar­me­lade« anbie­tet, obwohl es sich lebens­mit­tel­recht­lich um Kon­fi­türe han­delt, es gilt aber auch für den Pho­to­händ­ler, der post­kar­ten­große Bild­chen dem Kun­den nicht als »Ver­grö­ße­run­gen« anbie­ten möchte, auch wenn sie das in den 1980er Jah­ren rela­tiv zum Klein­bild­ne­ga­tiv, von dem sie gefer­tigt wur­den, waren. Bei Ver­grö­ße­run­gen dachte jeder an Bil­der ab A4-Format. Das Aus­ge­ben digi­ta­ler Daten auf Papier ist keine »Ver­grö­ße­rung« und kein Abzug. Denn weder wird ver­grö­ßert noch abge­zo­gen. Abzüge also sind immer Kon­takt­ver­fah­ren, sonst wäre ja nichts abzuziehen.

Mir geht es darum, dass Spra­che und Den­ken ja eng zusam­men­hän­gen. Genaues Den­ken und Spre­chen gehö­ren inso­fern mei­ner Mei­nung nach zusam­men, als mir eben die technisch-handwerkliche Seite der Bild­ent­ste­hung nicht gleich­gül­tig ist. Eine Gleich­gül­tig­keit in die­sen Din­gen, die sich sprach­lich abzeich­net, betrifft, bevor sie sich sprach­lich äußert, unser Den­ken. — »Ist doch gleich, wie das Photo aufs Papier kommt…« Nun meine ich nicht, dass wir eine (wei­tere) Aka­de­mie für Spra­che bräuch­ten, die nach fran­zö­si­schem Vor­bild ent­spre­chende Rege­lun­gen trifft und Vor­schläge prüft. Ich meine aber sehr wohl, dass es mit Luther hilft, dem Volk aufs Maul zu schauen: Diese Gleich­gül­tig­keit ist etwa für sol­che, die drü­ber nach­den­ken, mit (handwerklich-technischen) Bil­dern Geld zu ver­die­nen, kein güns­ti­ges Vor­zei­chen.- Fine-Art Prin­ter sind abso­lute Nischenanbieter.

Um nicht miss­ver­stan­den zu wer­den: Mir geht es nicht darum, dass die Bäcke­rei­ver­käu­fe­rin den Kun­den ver­bes­sert: »Das ist keine Rum­ku­gel, das ist eine Scho­ko­ku­gel, da ist kein Rum/Alkohol drin…« oder: »Ber­li­ner mit Mar­me­lade kön­nen Sie nur in Öster­reich kau­fen, wir haben bloß sol­che mit Kon­fi­türe, bedan­ken Sie sich bei der EU!« — Mir geht es nicht um Über­re­gu­la­tion, um Abmahn­we­sen und reich­lich Klein­ge­druck­tes, bei dem ja inzwi­schen auch Min­dest­grö­ßen gere­gelt sind. Mir geht es um sprach­li­chen Aus­druck (bitte mög­lichst klar) als Folge kla­ren Denkens.

Inso­fern sehe ich mir kei­nen Film an, weil gar nicht auf sol­chem (son­dern digi­tal) ge»dreht« (allen­falls die Kopftrom­mel bei der »MAZ« oder die Fest­platte im Disk-Array): Wir mer­ken, wie es an ein­gän­gi­gen und tref­fend gewähl­ten Begrif­fen fehlt, die mit der fort­schrei­ten­den Tech­nik Schritt zu hal­ten ver­mag. Los, ihr Hor­den arbeits­lo­ser Geis­tes­wis­sen­schaft­ler, hier ist Arbeit für Euch. Schon in den ers­ten bib­li­schen Kapi­teln ler­nen wir, dass erst das, was zur Spra­che kommt, auch zur Welt (der Sprach­ge­mein­schaft) kommt. Darum ist die Benen­nung so wich­tig: Uns schwin­det die Welt, wenn wir sprach­lich verarmen.

Statik und Dynamik auf Helgoland — Teil I

Statics and Dynamics - fast boat from Helgoland

Schnell­fähre (Kata­ma­ran) und Tou­rist (1/2 s)

Auf Hel­go­land war ich im Sep­tem­ber und hatte die Idee, mit mei­nen Bil­dern Bewe­gung fest­zu­hal­ten. Gerade im Gegen­satz zu sta­ti­schen Ele­men­ten. Daher hatte ich einige Neu­t­ral­dich­te­fil­ter im Gepäck, einen, der drei Blen­den Licht schluckt, und einen, der zehn Blen­den schluckt. Ent­spre­chend kam ich auf Belich­tungs­zei­ten, die ich nicht mehr aus der Hand hal­ten konnte, oft so zwi­schen 1/4 s und 30 s. -

Lei­der habe ich bis­her noch nicht die Muße gefun­den, alle Nega­tive durch­zu­ar­bei­ten. In loser Folge fol­gen wei­tere Bil­der. Auf­ge­nom­men mit einer Mamiya 6 (6 cm x 6 cm) mit 150 mm Tele­ob­jek­tiv auf Fuji Neo­pan Acros 100, ent­wi­ckelt in Rodi­nal 1+24.

über photographische Flaschenhälse und Megapixel-Mythen

Durch die Pres­se­vor­stel­lung der Nikon D800(E), einer voll­for­ma­ti­gen digi­ta­len Spie­gel­re­flex­ka­mera, durch Nikon Anfang Februar sind die Foren voll von Eupho­rie und der Hoff­nung auf das ulti­ma­tive Werk­zeug, quasi die pho­to­gra­phi­sche »gol­den bul­let«: Kau­fen (2.800/3.000 €), und schon sind alle Pro­bleme gelöst. So klingt das in den Foren.

In der Tat mischt Nikon den Markt der hoch­auf­lö­sen­den DSLRs gründ­lich auf, weil man ja sehr gute Objek­tive bereit hat, jedoch die­sen Markt der digi­ta­len Land­schafts­pho­to­gra­phie usw., der Fel­der, in denen sehr große Bil­der oder sehr hoch­auf­lö­sende erfor­der­lich sind, lange dem Wett­be­wer­ber Canon über­las­sen hatte. Viele sind mit der Ergo­no­mie der Canon 5D Mark II nicht glück­lich. Aber: Für ca. 2.000 € bekommt man da einen Sen­sor im Voll­for­mat und 21 Mega­pi­xel. Das gab es bei Nikon bis­her nicht. — Und die ca. 8.000 € Nikon D3X war stets zu teuer, um die inter­es­sier­ten Ama­teure anzu­spre­chen. Wei­ter­le­sen

Okay, ich gebe mich geschlagen…

Aus kon­fes­si­ons­kund­li­chen Grün­den habe ich vor rund ein­ein­halb Jah­ren einen Bibel­stu­di­en­kurs »Start ins Leben« beim »Inter­na­tio­na­len Bibelstudien-Institut« (getra­gen von Stimme der Hoff­nung, also letzt­lich der Frei­kir­che der Siebenten-Tags-Adventisten) begon­nen. Ich hatte damals eine Karte im Brief­kas­ten (wie wahr­schein­lich Tau­sende ande­rer auch). Und die Karte schickte ich zurück. Dann kamen einige Stu­di­en­briefe, bunt bebil­dert, mit nied­rig­schwel­li­gen Fra­gen, die — spä­tes­tens nach der Stu­di­en­brief­lek­türe — leicht zu beant­wor­ten sind.

Man schickt einen Abschnitt zurück und bekommt schließ­lich die nächs­ten Stu­di­en­briefe zuge­schickt, mit­samt der Kor­rek­tur durch Frau Kre­jcek. Der schrieb ich, nach­dem ich ein Gespür hatte, wie der Hase so läuft, weil ich fand, dass weder sie noch ich uns die Mühe und Por­to­kos­ten machen müss­ten. Ich schrieb also deut­lich ab, bedankte mich höf­lich und wies dar­auf hin, dass ich die sechs Fol­gen aus kon­fes­si­ons­kund­li­chen Grün­den ange­for­dert hätte und Diplom­theo­loge sei. Außer­dem legte ich einen Auf­satz »The Pivo­tal Design« von einem us-amerikanischen Gemein­de­ent­wick­lungs­in­sti­tut im Bereich der Sieben-Tags-Adventisten bei. Das war vor rund einem Jahr. Dann kam eine Ein­la­dung zu einem Tref­fen hier am Roder­bruch­markt — ich blogte drü­ber. Zwi­schen Okto­ber und Weih­nach­ten lief ein Kurs, in den ich wie­derum ein­ge­la­den wurde. Im Novem­ber schrieb Frau Krejcek:

»Lie­ber Herr Weber,
wie geht es Ihnen? Haben Sie Lust, wie­der wei­ter zu stu­die­ren? Das würde mich sehr freuen…«

Jeden­falls kam ges­tern der nächste Brief, mit einer ande­ren Erzäh­lung, aber mit der sel­ben Ein­lei­tung. Tja. Okay. Also werde ich jetzt gleich die nächs­ten Stu­di­en­briefe aus­fül­len. Manch­mal hilft es nichts. Viel­leicht lerne ich etwas?!

Jeden­falls habe ich eben die Fol­gen sie­ben, acht, neun und zehn aus­ge­füllt. — Man tut ja, was man kann.

so viel unfertiges…

Meh­rere Arti­kel lie­gen hier im Sudel­web herum, die ich nicht fer­tig­ge­stellt bekomme. Die Häme um Herrn Wulff, die Mel­dun­gen allent­hal­ben, die zei­gen, wie Men­schen manch­mal sind, frus­trie­ren. Und ich möchte ja mit dem Sudel­web nicht ins glei­che Horn bla­sen. Den bes­ten Kom­men­tar hörte ich am Sams­tag abends von Wig­laf Droste: »Wenn einer ›Würde‹ für Kon­junk­tiv hält, tut er gut daran, sein Amt nie­der­zu­le­gen.« — Recht hat er. Wenn aber die Koali­tio­näre die Gesprä­che über die Nach­folge zum Wahl­kampf machen, dann ist das unerträglich.

Am ver­gan­ge­nen Sams­tag war mein Lite­ra­ri­sches Quin­tett zum spä­ten Früh­stück bei mir; wie spra­chen über den Tod des Iwan Iljitsch von Tol­stoi — ein groß­ar­ti­ger Text, weil Ilji­t­isch in Zeit­lupe das nicht gelebte Leben in den Blick nimmt, das ihn so lange daran hin­dert, sein Leben loszulassen.

beim Semes­ter­ab­schluss­kon­zert: Jazzica

Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag hörte ich das Semester-Schlusskonzert im Musicollege-Hannover. Voll war es in der Pro­ben­bühne in der Bult­straße, die Gäste trau­ten sich auch anfangs nicht nach vorne. Die drei Jazz­bands habe ich ange­hört; vor den Popu­lär­mu­si­kern bin ich gegan­gen. Irgend­wie fühlte ich mich wie im Schul­kon­zert. Es war nicht wirk­lich schlecht. Aber auch nicht so gut, dass mich die Musik mit­ge­ris­sen hätte.

In mei­ner Arbeit ist vie­les anders, weil mein Seni­or­chef Anfang Januar plötz­lich ver­starb. Ich merke, wie sehr er mir fehlt — gerade auch seine Art zu arbei­ten und mei­nen Anteil dazu zu geben.

In der Gemeinde gibt es sehr erfreu­li­che Dinge, feine Begeg­nun­gen und gute Gesprä­che, aber es gibt auch die Mühen, dass Got­tes­dienst nicht allen passt, dass man­ches Pro­jekt lange dau­ert usw. Das ist nicht außer­ge­wöhn­lich, aber es ist auch nicht alles nur himm­lisch. Leider.

Zum Thema Out­fit und Jazz ein ande­res Mal…

Kurz: Die Unruhe in mir lässt mich mit eige­nen Tex­ten und Pro­jek­ten nicht recht wei­ter­kom­men. Ich habe viel unfer­ti­ges, viele Halb­zeuge her­um­lie­gen, lei­der eben auch im Sudel­web. Und der­zeit fehlt es etwas an Kraft, man­ches fer­tig­zu­stel­len. Wohlan: Dies geschrie­ben zu haben ist ja immer­hin ein Anfang.

über David und Goliath — vor einer Woche!

Heute vor einer Woche war auf einer Bühne an der Expo-Plaza eine Mas­sen­szene zu dre­hen geplant. Freunde such­ten Mit­wir­kende, Sta­tis­ten … über das Inter­net. Ich hatte bis rund 17 Uhr zu arbei­ten und um 19:30 Uhr die »Gottesdienst-Werkstatt« in der Gemeinde. Die Zeit dazwi­schen habe ich den »Machern« ange­bo­ten. Rund ein Dut­zend Sta­tis­ten saß bereits im Foyer herum als ich ein­traf. Und dann kam auch die Crew.

Eine kurze Ein­füh­rung folgte, was das eigent­lich für ein Film sei… Man habe näm­lich am Diens­tag um 10 Uhr früh das Thema vom Ver­an­stal­ter bekom­men, und seit die­sem Zeit­punkt stän­den ins­ge­samt 99 Stun­den Zeit zur Ver­fü­gung, bis der fer­tige Film — Dauer: 99 s — abge­ge­ben wer­den müsse. Aller­dings sei es, wie sich bei der Lek­türe des Klein­ge­druck­ten raus­stellte, doch eine ziem­li­che Aus­beu­tung: Man lasse Tau­sende Teams über­all im Land Filme erstel­len, ver­gebe für drei Bei­träge Preise und sichere sich alle Rechte aller ein­ge­reich­ten Bei­träge. Und eben das wolle die­ser Film the­ma­ti­sie­ren. Nun gehe es um eine Szene mit einem Pro­test­song, und wir müss­ten alle ent­spre­chend mit­schun­keln und dann mit dem Fuß kräf­tig auf­stamp­fen… — Schließ­lich kamen wir in die Pro­ben­bühne, und als auch die Tech­nik Strom hatte, musste ich los zur Got­tes­dienst­werk­statt in der Gemeinde. Aber: Die Geschichte ging zügig weiter…

Inzwi­schen behark­ten die Aus­rich­ter des Wett­be­werbs die han­no­ver­schen Kol­le­gen bereits juris­tisch. Der Vor­wurf der Ver­leum­dung steht im Raum. - Wie war das mit dem gewal­ti­gen Schild und Speer (bei Goli­ath)?  Eben: Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che gab es ja auch bereits bei den Phi­lis­tern, bei David und Goli­ath. Und bekannt­lich freut es alle, wenn man­cher Riese uner­war­tet umfällt, muss ja nicht mit einem Loch in der Stirn sein. Könnte auch schon genü­gen, ein­fach mal die Teil­nah­me­be­din­gun­gen und AGB zu ver­än­dern!? Jeden­falls ist der Bei­trag über 14.000 mal ange­klickt seit er bei youtube steht und ist der meis­tauf­ge­ru­fene Film zu die­sem 99 Sekunden-Thema.. Achso, ich soll das Ver­lin­ken oder Ein­bet­ten? Hier!

Gege­be­nen­falls reicht es ja schon, dass einer kommt wie in der fünf­ten Stro­phe Mat­thias Clau­dius’ Gedicht »David und Goliath«:

»Da kam in sei­nem Schä­fer­rock
Ein Jüng­ling zart und fein;
Er hatte nichts als sei­nen Stock,
Als Schleu­der und den Stein,
Und sprach: ›Du hast viel Stolz und Wehr,
Ich komm im Namen Got­tes her.‹«

Damit kön­nen die Kol­le­gen von Amano ja immer­hin die­nen… Und wenn nicht David und Goli­ath, so doch zumin­dest Streisand-Effekt.

man nehme — fragt sich bloß: »woher«

Am Sams­tag war ich in Ham­burg. Das war schon lange geplant, müh­sam hatte ich den Tag frei­ge­hal­ten, und nach­dem ich tags zuvor krank im Bett lag, war ich beson­ders froh, mor­gens noch etwas schlapp, aber doch rei­se­fä­hig mich vor­zu­fin­den. Den Tag über lief ich also bei –10° C (und teils weni­ger) durch die Stadt, war froh über zwei warme Getränke zwi­schen­drin. Ein­fach mal sit­zen und auf­tauen… Jeden­falls war die Idee, abends den Tag aus­klin­gen zu las­sen mit einem Dop­pel­kon­zert im »freund­lich und kom­pe­tent«, einer stets über­füll­ten Kneipe, in der u.a. Q-Bic spie­len sollte. Nach dem Fuß­ball­spiel, geplan­ter Beginn des Auf­baus: 20:15 Uhr plus Ver­zö­ge­rung wegen der Sport­über­tra­gungs­ver­zö­ge­rung. Geplan­ter Kon­zert­be­ginn: 21 Uhr.  Wei­ter­le­sen

Gedanken für potenzielle KV-Kandidierende…

Die­ser Tage wer­den in allen Gemein­den der Han­no­ver­schen Lan­des­kir­che die Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten gesucht, Arti­kel zur Vor­stel­lung geschrie­ben, gege­ge­be­nen­falls Unter­schrif­ten­lis­ten mit Gemeindenglieder-Unterschriften (wenigs­tens zehn braucht es ja für Kan­di­die­rende) zusam­men­ge­tra­gen. Ich finde es wich­tig, dass sich Men­schen in Gemein­den mit ihren Gaben ein­brin­gen. Und gute Ver­wal­tung und Lei­tung wird in den Gemein­den gebraucht. So weit, so gut.

Der Anspruch ist, dass Gemeinde für alle Getauf­ten da sein soll. Dar­über hin­aus soll sie in ihrem Bereich mis­sio­na­risch bzw. evan­ge­lis­tisch wir­ken, also auch sol­che Men­schen anspre­chen, die (noch) nicht Chris­ten sind. Ande­rer­seits bre­chen die per­so­nel­len und wirt­schaft­li­chen Mög­lich­kei­ten seit Jah­ren weg. De facto gilt es also gezielt zurück zu bauen, so dass kein über­mä­ßi­ger Scha­den für das Leben und Weben der Gemeinde ent­steht. Stel­len­kür­zun­gen usw. sind allent­hal­ben durch die Kir­chen­vor­stände und die kirch­li­chen Ver­wal­tun­gen (in Kir­chen­krei­sen und auch den kirch­li­chen Ver­bän­den und Ein­rich­tun­gen) so durch­zu­füh­ren, dass  das kirch­li­che Leben wei­ter­geht. Wei­ter­le­sen

über Konversionen.

Die­ser Arti­kel in La Stampa berich­tet, dass ein Mit­glied der Kuwai­ti­schen Königs­fa­mi­lie zum Chris­ten­tum kon­ver­tiert sei und nun um sein Leben fürchte. Bedau­er­li­cher­weise ist es noch immer so, dass Reli­gi­ons­frei­heit, und zwar posi­tiv (als Frei­heit zu einer Reli­gi­ons­aus­übung) wie nega­tiv (als Frei­heit von reli­giö­ser Bin­dung) vie­len Men­schen nicht mög­lich ist. In eini­gen Regio­nen die­ser Erde mei­nen Men­schen an der Macht, dass sie den Glau­ben ande­rer bestim­men könn­ten. Zumin­dest ver­sucht man, Kon­ver­sio­nen zu bestrafen.

Mir scheint, dass ein Wech­sel des Glau­bens mit­un­ter pas­sie­ren kann, ja muss. Wenn jemand Christ wird, kann er vor­her alles denk­bare andere gewe­sen sein. Auch denk­bar, dass jemand vom Chris­ten zum Hei­den wird, weil ihm oder ihr der Glaube abhan­den kommt. Kon­ver­sio­nen kom­men vor. Man­cher wird Mos­lem, man­che wird Jüdin, Hindu oder was auch immer. Dass es für jeman­den, ob nun poli­ti­scher Macht­ha­ber oder über­zeug­ter Gemeinde-Mitarbeitender, dem Glaube wich­tig ist, eine wich­tige Ent­schei­dung ist, wohin jemand kon­ver­tiert, wenn damit eben auch »heils­re­le­vante« Ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den, könnte er oder sie auf die Idee kom­men, hier unlieb­same Kon­ver­sio­nen unter höchste Stra­fen zu stel­len. Selbst das aber bringt nichts.

Ich freue mich, wenn jemand Christ wird. — Und ich achte alle, die ander­wei­tig kon­ver­tie­ren. Ich finde es teils über­aus schade, aber ich achte die Frei­heit der ande­ren höher als meine Ein­schät­zung der mög­li­chen Fol­gen. Wenn ich einem gewe­se­nen Chris­ten, der jetzt Mos­lem ist, helfe, auch helfe, ein bes­se­rer Mos­lem zu wer­den, dann kann ich ihm etwas von Got­tes Liebe, die ich glaube, widerspiegeln.

Für mich ist der Bericht in La Stampa eine Steil­vor­lage für ein Gedankenexperiment:

Was wäre, wenn Kanz­le­rin Dr. Mer­kel zum Islam kon­ver­tierte? Wei­ter­le­sen

über gute Buchhandlungen und die, die die Welt nicht braucht…

Wenn ich in Mar­burg bin, gehe ich in die Uni­ver­si­täts­buch­hand­lung Ewert. Auch in Hei­del­berg kenne ich eine Buch­hand­lung, an der ich kaum vor­bei­ge­hen kann, weil ich weiß, dass ich dort erfah­rungs­ge­mäß min­des­tens ein oder zwei Bücher finde, die ich suche; teils suche ich sie, ohne es zu wissen.

Von Umberto Eco gibt es einen Streich­holz­brief, eine die­ser Glos­sen aus L’Espresso, in dem er von Biblio­the­ken schreibt: Sol­chen, in denen man leben kann und garan­tiert etwas fin­det, das man nicht gesucht hat. Die ent­spre­chen­den Biblio­the­ken sind der­ma­ßen sor­tiert, dass es große Prä­senz­be­rei­che gibt, in denen man als Besu­cher an Bücher heran kann. Denn wenn man ohne­hin schon wis­sen muss, was man sucht, dann braucht man nicht zu suchen. Dann ist ein Online-Bestellsystem wirt­schaft­li­cher. Wenn man aber stets gespannt ist, was da noch an unent­deck­ten Schät­zen zu ent­de­cken ist, dann machen Biblio­the­ken — und in ähnli­cher Weise eben auch Buch­hand­lun­gen — Lust auf mehr.

Die Groß­buch­hand­lun­gen, die in allen neuen Ein­kaufs­zen­tren aus dem Boden sprie­ßen, die braucht nie­mand. Jeden­falls dann nicht, wenn man Zugang zum Inter­net hat. Dank des Zen­tra­len Ver­zeich­nis­ses Anti­qua­ri­scher Bücher (zvab​.com) und Ama­zons usw. brau­che ich nicht mit der Bahn oder dem Auto in eine Innen­stadt zu fah­ren, um dort doch nicht zu fin­den, was ich suche. Es dann schließ­lich zu bestel­len und noch ein­mal in die Stadt zu fah­ren, um das bestellte Buch abzu­ho­len. Nein. Wenn ich weiß, was ich suche, dann kaufe ich es (gern auch anti­qua­risch) und lasse es mir liefern.

Und nun kommt der Wer­be­block. In Stutt­gart ist Lin­de­manns Foto­buch­hand­lung lange spe­zia­li­siert. Diese Buch­hand­lung ver­schickt per email und auch per Druck­sa­che regel­mä­ßig gut gemachte Infor­ma­tio­nen über Neu­er­schei­nun­gen (gerade auch die außer­halb Deutsch­lands, von denen man sonst kaum etwas mit­be­käme) und — viel­leicht das beste — es gibt immer Rest­ex­em­plare und Son­der­pos­ten, die zu sehr attrak­ti­vem Preis ange­bo­ten wer­den. Ein Bei­spiel (fik­tiv): Wer ein Ser­vice­hand­buch zur Repa­ra­tur des Zen­tral­ver­schlus­ses einer alten Rollei­cord sucht, hat bei Lin­de­manns sicher gute Chan­cen, viel­leicht als Reprint, viel­leicht als kana­di­sche Aus­gabe oder wie auch immer. Ich freue mich seit rund zwan­zig Jah­ren an den Emp­feh­lun­gen und den Ange­bo­ten, die ich aus Stutt­gart von Zeit zu Zeit kaufe, sei es aus dem Bereich Foto­kunst oder Foto­tech­nik. Hier sind die Links zu den Son­der­an­ge­bo­ten, da könnte auch etwas für meine Lesen­den dabei sein, so dachte ich mir. — Neben­bei: Ich werde für die »Wer­bung« nicht bezahlt, bin viel­mehr über­zeugt, dass gute Ange­bote wei­ter­ge­sagt wer­den sollten.

Kommentare zu Kommentaren…

»@Peer: Bist Du Gott?

Bei Dir klingt es immer so, als wür­dest Du die ›Wahr­heit‹ ken­nen (von der ich aus­gehe, dass ich sie als Mensch nicht ken­nen kann) …« (Mar­kus, 27.01.2012)

Diese Frage schien mir schon eini­ger­ma­ßen the­ma­tisch abwe­gig, aber ich ver­stand sie als (pro­vo­zierte) Reak­tion auf den vor­he­ri­gen Bei­trag durch den ange­spro­che­nen Kom­men­ta­tor. Sti­lis­tisch han­delt es sich um eine rhe­tho­ri­sche Frage, also eine, die keine Ant­wort erwar­tet, son­dern sich ledig­lich des for­ma­len Fra­gens bedient, um aus­zu­sa­gen: »Du bist nicht Gott.« — denn nur ein sol­cher könnte in der argu­men­ta­ti­ven Stra­te­gie die Wahr­heit kennen.

»Ja, ich bin ein Gott. Doch eher einer wie Wotan, weni­ger wie Euer Jehova. So schlecht wie Jehova bin ich nicht.

Übri­gens, wenn du davon aus­gehst, daß du die Wahr­heit nicht ken­nen kannst, dann meinst du doch zumin­des­tens diese eine Wahr­heit erkannt zu haben, die du dem­ge­mäß gar nicht erken­nen kannst. Deine über­nom­mene Denk­fi­gur fal­si­fi­ziert sich also schon selbst. Nütze die­sen Hin­weis zu dei­nem Heil. Dich von mir sto­ßend zeig ich ihn dir. Auf nach Rom!

(War­nung: die­ser Bei­trag könnte Spu­ren von Anspie­lun­gen ent­hal­ten, die nur für Wag­ne­ria­ner ver­ständ­lich sind.)« (Peer Sche­ren­berg, 27.01.2012)

Die Ant­wort nimmt die Frage als (offene) Frage, über­sieht geflis­sent­lich, dass es sich um keine echte Frage han­delt, son­dern um eine rhe­to­ri­sche, und beant­wor­tet sie zudem eben gerade nicht im Sinne der argu­men­ta­ti­ven Stra­te­gie des Fra­gers: Die Ant­wort lau­tet »ja — ich bin ein Gott«.

Die fol­gende Aus­füh­rung fußt selbst­ver­ständ­lich auf den unter­schied­li­chen Bedeu­tun­gen von »Wahr­heit« und »erken­nen« zwi­schen Fra­gen­dem und Ant­wor­ten­dem. Anzu­neh­men ist, dass der Fra­gende annimmt, dass gemäß Joh. 14,6 Jesus »Weg, Wahr­heit und Leben« sei. Dies aber ver­möge nur der Glau­bende zu »erken­nen«, und zwar in dem Sinne, dass Glaube keine mensch­li­che Option sei, son­dern ein Geschenk Got­tes. Zu erken­nen, wer und inwie­fern er Wahr­heit sei, sei eben gerade nicht mensch­lich, son­dern gött­lich — und eben denen mög­lich, denen Gott sich offen­bare. So ver­stehe ich Mar­kus’ Intention.

Dem­ge­gen­über setzt Peer Sche­ren­berg vor­aus, dass das, was man kann, ein mensch­li­ches Ver­mö­gen sei, dass also der Fra­ger Mar­kus gar nicht erkannt haben könne, gemäß sei­ner eige­nen Argu­men­ta­tion. Im Hin­ter­grund ist stets (bei Mar­kus) 1. Kor.13,12b: »Nun erken­nen wir stück­weise, dann aber wer­den wir erken­nen, gleich wie wir erkannt sind.« Sollte der Ant­wor­tende recht haben, hätte sich der Fra­ger in der Tat selbst wider­legt. Alles hängt an den »Ebe­nen«, auf denen die Begriffe je ange­sie­delt werden.

»Ich weiß nichts, ich glaube. Wie Du.« (Mar­kus, 28.01.2012)

Das ist wohl eher ein Hin­weis zu Selbst­ver­ständ­nis denn ein Argu­ment. Es folgt der »inne­ren Logik«, die oben dar­ge­stellt ist.

»Ich denke, du nicht. Das ist der Unter­schied. Denn Vor­gänge des Geis­tes sind unmit­tel­bar evi­dent.
Du soll­test erst­mal in die phi­lo­so­phi­sche Grund­schule gehen und dort ins­be­son­dere Kurse in for­ma­ler Logik und Erkennt­nis­theo­rie besu­chen. Bei­des fehlt dir zu 100% und daher kannst du hier nicht mit­re­den, denn dir fehlt das grund­sätz­li­che Arbeitswerkzeug.

Statt­des­sen ver­sucht du es durch reli­giö­ses Gebrab­bel zu erset­zen, wie arm­se­lig! Ver­such doch erst­mal zu den­ken, nach­her kannst du immer noch geis­ti­gen Selbst­mord bege­hen, indem du dich irgend­ei­ner reli­giö­sen Sekte in die Arme wirfst. Aber vor­her soll­test du erst­mal SELBST GEDACHT haben. Das sollte jeder ein­mal, bevor er anfängt zu glau­ben.« (Peer Sche­ren­berg, 28.01.2012)

Dem drit­ten Satz wider­spre­che ich ent­schie­den. Vor­gänge des Geis­tes sind spä­tes­tens seit dem »lin­gu­is­tic turn« alles andere als »unmit­tel­bar evi­dent«. Ver­glei­che etwa Arti­kel »Evi­denz« bei Wiki oder Witt­gen­stein (eben daher):

»Ja, ich glaube, daß jeder Mensch zwei mensch­li­che Eltern hat; aber die Katho­li­ken glau­ben, daß Jesus nur eine mensch­li­che Mut­ter hatte. Und Andre könn­ten glau­ben, es gebe Men­schen, die keine Eltern haben, und aller gegen­tei­li­gen Evi­denz kei­nen Glau­ben schen­ken. Die Katho­li­ken glau­ben auch, daß eine Oblate unter gewis­sen Umstän­den ihr Wesen gänz­lich ändert, und zugleich, daß alle Evi­denz das Gegen­teil beweist. Wenn also Moore sagte ›Ich weiß, daß dies Wein und nicht Blut ist‹, so wür­den Katho­li­ken ihm wider­spre­chen.« (Lud­wig Witt­gen­stein, Über Gewiss­heit, § 239)

Wenn­gleich hier die Tirade der Vor­würfe an den Gesprächs­part­ner sub­stan­zi­ell wenig zutref­fen­des aus­führt, denn — ich glaube nicht zu viel per­sön­li­che Details preis­zu­ge­ben — : Mar­kus stu­diert durch­aus Phi­lo­so­phie. In der Sache ist der Punkt, dass Wahr­heit ja ein Prä­di­kat ist, das Sät­zen ver­lie­hen wer­den kann. Wahr­heit aber ist nichts, das Sach­ver­hal­ten beige­legt wer­den könnte. Der Satz: Gie­ßen liege zwi­schen Mar­burg und Frank­furt ist bezüg­lich unse­rer Sprach­kon­ven­tio­nen zutref­fend, aber nicht bezüg­lich der Dinge in der Welt. Der Übergang von empi­ri­schen Sach­ver­hal­ten in die sprach­li­chen Aus­sa­gen wurde wohl von Peer Sche­ren­berg vor­aus­ge­setzt, was ich seit dem ligu­is­tic turn nicht mehr für zuläs­sig halte.

Dass neben­bei Glau­ben kein Wider­part zum Den­ken seien muss, son­dern — etwa in der Pro­to­theo­lo­gie — der Gegen­stands­be­reich der Rekon­struk­tion einer Fach­dis­zi­plin seien kann, ver­misse ich. Anders gesagt: Wir befin­den uns für den Athe­is­ten in einer »mög­li­chen Welt« (im Sinne Witt­gen­steins), in der bestimmte Aus­sa­gen (theo­lo­gi­scher und bib­li­scher Natur) ange­nom­men wer­den dür­fen, und in die­ser Welt brin­gen wir den logisch-sprachphilosophischen Werk­zeug­kas­ten zum Anschlag, um metho­disch aus­ge­reift bestimmte Schlüsse rela­tiv zum Set der Annah­men für pro­ba­bi­lis­tisch, bewie­sen, ange­nom­men oder wider­legt anzu­se­hen und ent­spre­chend zu benen­nen. Nicht mehr, nicht weniger.

Dass man aber des­halb ein­an­der nicht unbe­dingt in die metho­di­sche Vor­schule zurück­set­zen muss, das scheint mir evi­dent.

Church-Shopping oder: Wie unterschiedliche Menschen sich ihre Gemeinden suchen…

Anfang Januar besuchte ich Freunde, die ich einige Jahre lang nicht getrof­fen hatte. Wie das so ist, wenn man je an sei­nem Ort recht ein– und ange­bun­den ist. Bei mir war es viel Gemein­de­ar­beit, bei ihnen Beruf und Kin­der, die die Zeit reich­lich füllten.

Wir kamen auch auf mei­nen Kir­chen­wech­sel zu spre­chen und ein Freund sagte: »Ah, Metho­dist bist Du jetzt… meine Schwes­ter ist inzwi­schen auch Metho­dist. Sie sucht sich immer die leben­digste Gemeinde aus.« — Ich kenne die Schwes­ter zu wenig, um dazu wirk­lich etwas zu sagen. Jeden­falls ist die Gemein­de­su­che wohl etwas, das sehr unter­schied­lich ange­gan­gen wer­den kann. In der Tat kann man nach einer attrak­ti­ven Gemeinde suchen, nach einer, mit Mit­ar­bei­ten­den, mit denen man auf einer Wel­len­länge liegt und ent­spre­chend ein­fach ins Gespräch kom­men kann.

Man kann nach dem suchen, was man beson­ders wünscht/braucht. Wer etwa einen guten Chor möchte, sollte nach einer Gemeinde mit einem sol­chen Aus­schau hal­ten. Wem eine leben­dige Haus­kreis­ar­beit wich­tig ist, mög­lichst mit einem beste­hen­den Ange­bot in Wohn­ort­nähe, der hat ein Kri­te­rium. Wei­ter­le­sen

Wo bleibt denn die GEMA, wenn man sie mal braucht?

Die Süd­deut­sche Zei­tung berich­tet, dass bei einer Kund­ge­bung natio­nal­so­zia­lis­tisch Geson­ne­ner als »Chif­fre« nun der Titel­song aus Paul­chen Pan­ther gesun­gen wurde. Diese Musik wurde von der Zwi­ckauer Nazi-Zelle (»NSU«) in ihren Beken­ner­vi­deos als Hin­ter­grund­mu­sik gewählt.

Zutref­fend stellt die Süd­deut­sche dar, dass man ja schlecht, bloß weil bestimmte Chif­fren in rech­ten Krei­sen gebraucht wür­den, Buch­sta­ben des Alpha­bets (wie »AH« oder 18 (die ent­spre­chen­den Zahl­werte) für Adolf Hit­ler oder »HH«/88 für »Heil Hit­ler«) oder Zif­fern ver­bie­ten könne. — Das ginge in der Tat zu weit. Was aber hin­dert eigent­lich daran, bei urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Wer­ken, die­je­ni­gen zur Kasse zu bit­ten, die diese öffent­lich auf­füh­ren, ohne hier­für befugt zu sein? Die ent­spre­chende GEMA-Direktion ist doch gar nicht weit vom Ort der Kund­ge­bung in Mün­chen entfernt?

Wenn ent­spre­chende Bescheide wie bei den Later­nen­um­zü­gen von Kin­der­gär­ten an die Par­teien und die (sicher nach den ein­schlä­gi­gen Über­wa­chungs­vi­deos aus­zu­ma­chen­den) Ein­zel­sän­ger zuge­stellt wür­den, wäre es doch end­lich mal eine krea­tive Aus­le­gung des ros­ti­gen Urheberrechts-Säbels.

Merke: Da, wo straf­recht­lich keine Hand­habe ist, bleibt immer noch der zivil­recht­li­che Weg. Viel­leicht haben ja die Urhe­ber bestimmte Auf­füh­rungs­ein­schrän­kun­gen ver­fügt? Dann bliebe noch die (kos­ten­be­währte) Unterlassungsverfügung…

Neben­bei: Als ich Paul­chen Pan­ther las, dachte ich erst­mal als Peter Pan­ter, eines der Pseud­onyme Kurt Tuchols­kys, um die Welt­bühne nicht zu Tucholsky-lastig erschei­nen zu las­sen… Dass die Rechts­ge­rich­te­ten seine Songs sän­gen, hätte mich ver­wun­dert. Wäre aber zumin­dest (dank sei­nes Sui­zids vor mehr als 70 Jah­ren) urhe­ber­recht­lich unbedenklich.

Ich wollt es wäre Kund­ge­bung und die GEMA käme.

Warum »Fruchtaufstrich« statt »Marmelade«…

Diese Mar­me­lade ist ein »Fruchtaufstrich«

 

Lebens­mit­tel­recht ist ein Gebiet für sich. Da wer­den die Claims sau­ber abge­steckt. Da muss das Fleisch durch halb Europa gefah­ren wer­den, um dann in Parma o.ä. zum Schin­ken zu wer­den. Feta ist eben nicht aus Kuh­milch (und darf nicht irgend­wo­her kom­men) und Mar­me­lade muss gekocht wer­den. Und wenn sie nicht gekocht wird? — Dann ist es eben keine Mar­me­lade. Dann heißt das eben »Frucht­auf­strich«: Das macht den Oran­gen gar nichts. Nicht ein­mal mir, dem Kon­su­men­ten, macht es etwas. Ich finde, dass die Pro­dukte der Dänen ganz im Gegen­teil sehr emp­feh­lens­wert sind, auch dann, wenn es sich eben nicht um Mar­me­lade handelt.

Wenn jemand weiß, wie es mit dem bri­ti­schen Lebens­mit­tel­recht ist: Muss »mar­me­lade« (eng­lisch) auch gekocht wer­den? Wie sieht das mit »jam« aus? — Dänen lügen nicht, und ich schere mich nicht drum, wie der Auf­strich heißt. Haupt­sa­che ist, dass er schmeckt.

der Platz, an dem ich arbeite…

der Platz, an dem ich arbeite…

Eine Zeit lang fand ich es attrak­tiv, wenn alle mög­li­chen Daten und Infor­ma­tio­nen allent­hal­ben ver­füg­bar wären, also auf einem Ser­ver, mit dem ich mich von über­all her ver­bin­den könnte. Daten, Ter­mine, Kon­takte… Was kann man da nicht alles mit sich tra­gen, wenn man bloß ein paar Zugangs­da­ten (und evtl. Schlüs­sel für ver­schlüs­selte Daten) mit sich trägt.

Inzwi­schen finde ich es deut­lich prak­ti­scher, die Daten mit dem Füll­fe­der­hal­ter in den Kalen­der zu schrei­ben, und wenn es um Ter­min­vor­schläge geht, dann eben mit Blei­stift, so dass ich die nicht benö­tig­ten Optio­nen anschlie­ßend aus­ra­die­ren kann. Diese Kalen­der von rado habe ich seit vie­len Jah­ren in Betrieb. Sie zei­gen eine Woche auf einer Dop­pel­seite, was mei­nen Bedürf­nis­sen gut ent­spricht: Ich plane ja auch so — von Woche zu Woche. Und immer wie­der freue ich mich an den Apho­ris­men, die es Woche für Woche im Kalen­der gibt. Etwa im Haus­kreis merke ich, wie viel schnel­ler ich mit Stift und Kalen­der bin als andere mit der kalen­der­füh­rung im Smartphone…

Bei den hier an mei­nem Arbeits­platz zu fin­den­den Gegen­stän­den gibt es jeweils eine kleine Geschichte, an der ich die Sudelweb-Lesenden teil­ha­ben las­sen möchte:  Wei­ter­le­sen

… etwas auf die Ohren: Kopfhörer und Ohrlautsprecher

Wer kein Nerd ist, hört Musik über Laut­spre­cher, so ein ver­brei­te­tes (Vor-)urteil. Das sehe ich anders, denn beim Hören mit Laut­spre­chern ist stets der Hör­raum wich­tig: Klingt der schlecht, macht es kei­nen Spaß. Auch die opti­male Hör­po­si­tion ist sel­ten prak­ti­ka­bel, zumal dann, wenn man sich in Wohn­räu­men bewegt.

Senn­hei­ser HD-265 linear — geschlos­se­ner dyna­mi­scher Kopfhörer

Wer gerne lau­ter hört, muss Rück­sicht auf Mit­be­woh­nende und Nach­barn neh­men: Kopf­hö­rer wir­ken hier Wun­der, um den Haus­frie­den her­zu­stel­len bzw. zu bewah­ren. Bei mir ging es mit dem bewuss­ten Musik­ge­nuss so los, dass ich einen CD-Player kaufte und einen anstän­di­gen Kopf­hö­rer, den ich bis heute habe und sei­ner­zeit bewusst dazu erwarb, mit ihm auch auf­zu­neh­men. Unter mei­nem geschlos­se­nen Kopf­hö­rer, einem Senn­hei­ser HD-265 linear, sind seit dem zahl­rei­che CDs (und DVD-A) ent­stan­den. Er leis­tete mir stets gute Dienste und erhielt bis­her ein­mal (nach­dem ich ihn ver­lie­hen hatte) ein neues Kabel und — nach Jah­ren regel­mä­ßi­gen Gebrauchs — ein­mal neue Ohrpolster.

Anfangs besaß ich keine Laut­spre­cher, nur die­sen Kopf­hö­rer, hörte somit direkt am Kopf­hö­rer­aus­gang mei­nes dama­li­gen CD-Spielers, DAT-Recorders etc. Dann an der Audio-Workstation, am RME-Fireface… Einen gro­ßen Fort­schritt gab es, als ich vor Jah­ren einen Kopf­hö­rer­ver­stär­ker anschaffen musste, weil ich mit mei­ner dama­li­gen Band Para­dawgma so auf­neh­men sollte, dass jeder in einem Käm­mer­chen unter einem eige­nen Kopf­hö­rer spielte — vor sich ein oder zwei Neu­män­ner oder AKG-C414. Damals hörte ich erst­mal die HiFi-Referenz-Kopfhörerverstärker an. Und stellte fest, was alles mehr geht — über das hin­aus, was meine ein­ge­bau­ten Kopf­hör­er­buch­sen lie­fer­ten. Ich hörte auch, was die Stu­dio­tech­nik zum Thema zu bie­ten hat: Den Pho­ni­tor von spl, und ent­schied mich für eine viel güns­ti­gere Lösung, die ich bis heute für auch vier– oder fünf­mal so teu­ren Gerä­ten für über­le­gen halte: Den Pre­so­nus HP4, einen vier­ka­na­li­gen Kopf­hö­rer­ver­stär­ker (Para­dawgma ist und war ein Quar­tett) für wenig Geld.

Jeck­lin Float electrostat

Zu der Zeit hatte ich bereits lange zwei Jeck­lin Float electrostat-Kopfhörer im Betrieb, die ich bis heute liebe. Jürg Jeck­lin, der Erfin­der die­ser »Welt­raum­helme«, war Ton­meis­ter bei Schwei­zer Radio und erfand diese unför­mi­gen, aber sehr gut klin­gen­den (mit dem letz­ten Spei­se­ge­rät) Ohr­laut­spre­cher, um im Auf­nah­me­wa­gen gut abhö­ren zu kön­nen, beson­dern hin­sicht­lich der Pha­sen­lage ist mehr mit frei vor den Ohren hän­gen­den Elek­tro­sta­ten zu ent­schei­den, weil man die Rich­tungs­in­for­ma­tio­nen von Schall aufs Trom­mel­fell und Schall über die Ohr­schne­cke auch mit nur einem Ohr nut­zen kann, um Rich­tungs­hö­ren zu entwickeln.

Exkurs: Wer mit Im-Ohr-Hörern hört, hat die­sen zwei­ten Schall­weg über die Schne­cke und das Außen­ohr nicht, was leicht als Man­gel emp­fun­den wer­den kann, den man mit mehr Laut­stärke zu kom­pen­sie­ren suchen könnte. Das aber tut dem Gehör nicht gut.

Die Jeck­lin Float Elec­tro­sta­ten wer­den mit einem Spei­se­teil betrie­ben, das an den Laut­spre­cher­aus­gang (also an die Boxen­klem­men) des Leis­tungs­ver­stär­kers ange­schlos­sen wird. Das Spei­se­teil benö­tigt außer­dem Netz­span­nung. Durch ein sechs­ad­ri­ges Kabel wird der Ohr­laut­spre­cher mit dem Signal (links/rechts) und der Pola­ri­sa­ti­ons­span­nung ver­sorgt, denn (wie bei Elek­tro­sta­ten üblich) funk­tio­niert er so, dass eine sehr leichte und große Mem­bran aus einer metal­lisch bedampf­ten Folie sich in dem Feld eines pola­ri­sier­ten Kon­den­sa­tors bewegt. Diese Folie ist sehr viel schnel­ler als es die Mem­bra­nen dyna­mi­scher Kopf­hö­rer wären; sie bewegt sich äußerst fein­füh­lig und gibt beson­ders hohe Fre­quen­zen quasi

Spei­se­ge­rät zum Jeck­lin Float elec­trostat (erlaubt Anschluss von zwei Floats)

wie live wie­der. Somit kann man deut­lich bes­ser den Raum hören (Refle­xio­nen) und kann — das ist einer der wich­tigs­ten Anwen­dungs­fälle bei mir — stun­den­lang Musik schnei­den. Wenn ich an Flügel-CDs denke mit weit über 1.000 Schnit­ten in 60 Minu­ten… Und jeder muss unhör­bar gemacht wer­den… Da hilft in lan­gen Näch­ten ein ermü­dungs­freies Hören unterm Jecklin-Float.

Im Wis­sen, was Elek­tro­sta­ten ver­mö­gen, hatte ich natür­lich auch die Pro­dukte von Stax aus­führ­li­cher gehört. Der Omega war nicht so mein Fall, und erst vor rund einem Jahr fand ich im Lambda Pro eine Ergän­zung, die mir hilft, eigene und andere Auf­nah­men noch ein­mal kri­tisch unter die akus­ti­sche Lupe zu neh­men. Wohl­feil gab es diese Kom­bi­na­tion mit dem pas­sen­den Transistor-Verstärker SRM-1/MK-2 Pro­fes­sio­nal bei ebay im euro­päi­schen Aus­land. Und da ich diese Kopf­hö­rer nutze, vor allem zum Schnei­den und Auf­neh­men, sehe ich nicht so den Nutz­wert (für mich) in z.B. dem spl-Phonitor, an den ich ja wie­der dyna­mi­sche Kopf­hö­rer anschlie­ßen müsste. Wozu?

Senn­hei­ser HD-600 (offe­ner dyna­mi­scher Kopfhörer)

Zwei Freunde, die stu­die­ren und für ihr Musik­hö­ren gute Kopf­hö­rer such­ten, leg­ten sich je einen Senn­hei­ser HD-600 zu. Einen der bei­den habe ich heute leih­weise hier. Habe ihn mit den ande­ren genann­ten Hörern ver­gli­chen. Der HD-600 ist mei­ner Mei­nung der beste dyna­mi­sche Senn­hei­ser Kopf­hö­rer. Ich mag den HD-800 gar nicht (den 700er kenne ich noch nicht). Der 650er ist mir zu »ge-sounded«, also zu sehr akus­tisch fär­bend, da finde ich den HD-600 deut­lich neu­tra­ler, und das ist es, was ich mir von Kopf­hö­rern erwarte: Ich möchte ja die Musik hören, mög­lichst unver­färbt. Wenn ich eine Brille kaufe, dann ja auch eine, deren Glä­ser mög­lichst gut ent­spie­gelt sind und eben nicht eine mit rosa­ro­ten Glä­sern, um die Welt in rosa­far­bi­gen Tönen zu sehen.

Der HD-600 ist für uner­fah­rene Hörende deut­lich ein­fa­cher zugäng­lich als der im Bass unechte Klang eines geschlos­se­nen Kopf­hö­rers wie des HD-265, den ich wei­ter­hin schätze, ins­be­son­dere da, wo eben aus dem Kopf­hö­rer nichts ins Mikro­phon über­spre­chen soll/darf. Der HD-600 ist völ­lig offen, ent­spre­chend hören andere, was die Nut­ze­rin drun­ter hört. Das kann stö­ren, aber man ist eben auch nicht völ­lig iso­liert. Er klingt bewun­derns­wert durch­sich­tig, hat

Stax Lambda Pro (elek­tro­sta­tisch, 580 V Polarisationsspannung)

einen gerin­gen Anpress­druck, so dass die Ohren nicht belas­tet wer­den, man kann als Bril­len­trä­ger die wei­chen Pols­ter gut über die Bril­len­bü­gel schie­ben und schwitzt nicht drun­ter — was bei den dicht schlie­ßen­den Ohr­stü­cken des HD-265 linear schon der Fall ist (und auch unterm Stax Lambda Pro!)

Der HD-600 ist meine Emp­feh­lung für alle, die einen rich­tig guten (dyna­mi­schen) Kopf­hö­rer suchen; um ähnli­chen Wohl­klang mit Laut­spre­chern zu errei­chen, muss man rich­tig tief in die Tasche grei­fen. — Und: Das Hören mit Kopf­hö­rern ist an sich etwas ande­res als mit Laut­spre­chern: Man nimmt Stö­run­gen eher wahr. Schlecht pro­du­zierte Auf­nah­men erschei­nen unge­schönt. Das kann läs­tig sein/werden. Man­che CDs (auch bei mir im Regal) sind der­ma­ßen nach­läs­sig pro­du­ziert, dass ich sie nicht über Kopf­hö­rer ertrage. Ande­rer­seits zei­gen gute Pro­duk­tio­nen unterm Kopf­hö­rer noch mehr von ihrer Qualität.

Der HD-265 linear ist für meine Auf­nah­men wei­ter­hin unent­behr­lich. Und: Wer aus einem dyna­mi­schen Kopf­hö­rer das Maxi­mum her­aus­ho­len möchte, dem sei das Pro­be­hö­ren unter­schied­li­cher Kopf­hö­rer­ver­stär­ker emp­foh­len. Der oben ver­linkte Pre­so­nus ist im Preis-/Leistungsverhältnis beacht­lich. Wenn man den HD-600 oder den HD-265 linear an den Mini-Klinkenanschluss des Mac­Books anschließt, dann ist es wie ein sehr anstän­di­ger Laut­spre­cher. Mit einem guten Kopf­hö­rer­ver­stär­ker kann man aber deut­lich näher an den Live-Eindruck herankommen.

Stax Ver­stär­ker SRM-1/Mk-2 Pro (mit 1 x 230 V und 1 x 580 V Polarisationsspannung)

Die Elek­tro­sta­ten sind eine Welt für sich, auf jeden Fall anders. Nicht unbe­dingt an sich bes­ser. Eine ver­blüf­fende Eigen­schaft ist, dass die »Feder­stei­fig­keit« der Mem­bran dyna­mi­scher Töner (ob im Laut­spre­cher oder im Kopf­hö­rer) lei­der nicht linear ver­läuft: Wenn der Töner aus der Null­lage schwingt, steigt seine »Härte«. Die als »lineare Feder« gedachte Mem­bran (=Tauch­spule) ist eben lei­der nicht so linear wie in der Theo­rie gedacht. Hör­bar wird das etwa bei den Ein– und Aus­schwing­vor­gän­gen etwa ste­hen­der Kla­vier­ak­korde mit gedrück­tem Pedal. Die klin­gen im Elek­tro­sta­ten deut­lich »ech­ter«. — Ich liebe meine Jeck­lins. Der Stax ist ziem­lich anstren­gend: Wenn da Auf­nah­men nicht 100 % gut gemacht sind, wird es schnell uner­träg­lich. Aber: Als quasi akus­ti­sches Mikro­skop sind die uner­setz­lich. Die Jeck­lins aber sind völ­lig unan­ge­strengt nutz­bar, klin­gen ein­fach »wie live«. — Und noch ein­mal: Wenn jemand nicht weiß, was er braucht, aber weiß, dass er akus­tisch anspruchs­voll ist, dann sind die Senn­hei­ser HD-600 eine sehr gute Wahl, mit der man lange sehr zufrie­den seien kann.

substantieller Glaube — gibt es auch anderen?

Wenn das, was jemand glaubt, sub­stan­zi­ell ist, dann ist eine wesent­lich und untrenn­bar mit dem ver­bun­den, des­sen Sub­stanz es ist. Etwas Christ, das ist, wie etwas schwan­ger völ­li­ger Unfug. In der anti­ken und mit­tel­al­ter­li­chen Phi­lo­so­phie wird, das wer­den die meis­ten Sudelweb-Lesenden sicher wis­sen, unter­schie­den zwi­schen Sub­stanz und Akzi­denz. Etwas, das auch weg­ge­las­sen wer­den kann, ist ein Akzi­denz, so seit Aris­to­te­les. Sicher, inzwi­schen gab es den ligu­is­tic turn und inzwi­schen leben wir in der so genann­ten Post­mo­derne. Dazu spä­ter mehr.

Wenn es also (erst­mal klas­sisch beschrie­ben) so ist, dass Christ-Sein sub­stan­zi­ell ist, dann kann man es nicht aus­blen­den, wenn es um die Steu­er­er­klä­rung geht oder um die Zeit­ge­stal­tung. Die zeit­li­chen Prio­ri­tä­ten­set­zun­gen unter christ­li­chen Fuß­ball­fans weist eher dar­auf hin, dass fast alles eher sub­stan­zi­ell ist als Gott und die Bezie­hungs­pflege zu ihm.

Ich skiz­ziere mal einen ganz nor­ma­len Fall: Da gibt es Men­schen, die sonn­tags Lob­preis­mu­sik schät­zen und Ange­bote für Kin­der durch die Gemeinde für ele­men­tar hal­ten. Am Diens­tag aber gibt es im Brot­be­ruf ebenso wenig die Frage »what would Jesus do?« wie bei der Aus­wahl von Finanz­pro­duk­ten. Klar, wer fremd geht, muss sich in from­men Krei­sen schief anse­hen las­sen. — Aber: Das lässt sich aus­hal­ten, wie es scheint.

Anders gesagt: Diese Hal­tung christ­li­chen Zwie­den­kens spricht eher dafür, von akzi­den­ti­el­lem Chris­ten­tum zu spre­chen. Es ist wie ein Hobby, dem man nach­geht, aber eben bloß ein– oder zwei­mal wöchent­lich. Andere jog­gen. Man könnte es auch durch einen ande­ren »Zeit­ver­treib« substituieren.

Mir scheint man­ches an Fra­gen, wie Gemeinde seien sollte, was not­wen­dig, erfor­der­lich, hin­rei­chend sei, viel­fach daran aus­ge­rich­tet, ob es sich um eine Inter­es­sen­ge­mein­schaft han­delt, so etwas, wie einen Sport­ver­ein. Man hört gerne erbau­li­che Pre­dig­ten, hin und wie­der auch mal eine ermah­nende. Zu Weih­nach­ten mal ein paar Lie­der träl­lern. Aber bitte nicht zu viel, bitte nicht extrem! Bloß nicht fana­tisch wer­den. Wohin das führt, das sieht man ja in den USA…

Lei­der sieht man das dort viel zu sel­ten. Im Bible Belt gibt es hohe Wahr­schein­lich­keit für die Todes­strafe und für kör­per­li­che Miss­hand­lung von Kin­dern und Jugend­li­chen, aber lei­der wird hier nicht wei­ter nach what would Jesus do gefragt als anderswo, wenn es etwa um die Haus­halts­po­li­tik der Staa­ten geht. Jim Wal­lis und andere im link­sevan­ge­li­ka­len Lager fra­gen What would Jesus cut? im Hin­blick auf die Haus­halts­kür­zun­gen: Wo kürzte wohl Jesus? Wo also soll­ten Chris­ten­men­schen Ein­spa­run­gen im Etat vornehmen?

Wenn es so ist, dass wir Chris­ten­men­schen, und, ja ich schließe mich selbst durch­aus ein, zwar nicht von die­ser Welt sind, wohl aber in ihr, dann soll­ten wir, so finde ich, ent­spre­chend zu leben uns bemü­hen. Ich for­dere hier kei­nes­falls irgend­wel­che reli­giö­sen Übun­gen oder gar eine kon­ser­va­tive, C-parteiliche Hal­tung. Aber: Wenn es so ist, dass wir Got­tes Fuß­volk sind, dann sind wir dazu da, dass durch uns andere etwas von dem erfah­ren, was das Evan­ge­lium aus­macht. Das geht aber nicht in Got­tes­diens­ten, christ­li­cher Musik, son­dern vor allem in den Kon­tak­ten, die jeder von uns hat. In der Schule, Uni, Arbeit, im Ver­ein, in der Nach­bar­schaft und eben auch im Finanz­amt, wenn nötig. Und ich meine nicht, dass es quasi all­ge­meine Chris­ten­pflicht wer­den solle, die heid­ni­sche Umwelt mit from­men Trak­ta­ten zu trak­tie­ren, son­dern dass es dran ist, end­lich das zu leben, was wir sagen, dass es uns aus­macht: Dass wir end­lich sub­stan­zi­elle Chris­ten sind und werden.

Nicht dass ich es schon ergrif­fen hätte, ich jage ihm aber nach. — Und ich betone, dass unsere Zeit in vie­ler Hin­sicht die Dinge erleich­tert. Ver­fol­gung droht uns hier nicht in dem Maße wie in der frü­hen Chris­ten­heit unter Nero. Ande­rer­seits macht die oben erwähnte Post­mo­derne es nicht ein­fach: Es gibt — viel­leicht anders als frü­her — eben nicht den einen Weg, son­dern es gibt eine Viel­zahl von Mög­lich­kei­ten. Auch als Chris­ten­mensch. Nur um einem mög­li­chen Miss­ver­ständ­nis vor­zu­beu­gen: Chris­ten kom­men in vie­len, ja ver­mut­lich in (fast) allen Kir­chen vor, jedoch ist es kei­nes­falls so, dass alle, die in Kir­chen Mit­glied wären oder hin­gin­gen, des­halb als Chris­ten, also Nach­fol­ge­rIn­nen Christi, betrach­tet wer­den sollten.

Wenn ich also bit­ten darf: Mehr Sub­stanz, bitte…

Halbinsel Holnis (Ostsee) mit Flexbody

Far North Germany - Holnis.

Halb­in­sel Hol­nis (Ost­see) mit Has­selb­lad Flex­body und 1:3.5/60

Vor Jah­ren habe ich mit mei­ner Schwes­ter und einem befreun­de­ten Paar mit klei­nem Kind Urlaub in Schleswig-Holsteins Halb­in­sel Hol­nis gemacht. Wir waren mit einem Auto unter­wegs und ich bin viel durch die Natur gelau­fen, um zu pho­to­gra­phie­ren. Getreu Ansel Adams Aus­spruch: »Die beste Kamera ist die schwerste, die ich tra­gen kann« hatte ich nicht bedacht, dass ich zu Fuß unter­wegs seien würde.

Ein Man­frotto 055 Sta­tiv mit ent­spre­chen­dem Kugel­kopf trug ich im Köcher über der einen Schul­ter, den Rimowa-Koffer (was­ser­dicht, schwimm­fä­hig, aber nicht gerade leicht) mit Flex­body und 500C-Gehäuse samt eini­gen Film­ma­ga­zi­nen und drei Objek­ti­ven über der ande­ren. Um den Hals bau­melte mein Spot­me­ter. Ich schätze bald zwan­zig Kilo­gramm Balast. Einige Bil­der aber ent­stan­den in den Zei­ten, wo es nicht um gemein­same Mahl­zei­ten und nötige Erho­lungs­pau­sen ging.

Ein Vor­zug beim Flex­body ist, dass man — quasi wie bei einer Fach­ka­mera — durch Nei­gen von Objek­tiv rela­tiv zum Film die Lage der Schär­fe­ne­bene beein­flus­sen kann. Beim Bild oben konnte ich so von 20 cm bis unend­lich Schärfe erzeu­gen, ohne über­mä­ßig abblen­den zu müs­sen, was ja die Bild­qua­li­tät (der Beu­gung wegen) nicht gestei­gert hätte.

Küsters Hof am 15. Januar 2012, ein Gottesdienst mit Predigt von G.W.

Wunstorf ist ja nicht so weit, da kann ich ja mal hin­fah­ren, um einen Freund aus der Gemeinde pre­di­gen zu hören, dachte ich mir. 45 km sind es nach mei­nem Navi­ga­ti­ons­ge­rät. Am Don­ners­tag zuvor hatte ich die Stre­cke bereits zurück gelegt, wollte eigent­lich zur Bibel­ar­beit, die aber aus­fiel: Die Wunstor­fer wuss­ten das dank Info-email, bloß hatte wohl nie­mand erwar­tet, dass jemand aus Han­no­ver kom­men könne.

Ich bin ja uner­müd­lich und frus­tra­ti­ons­re­sis­tent. Jeden­falls fuhr ich am Sonn­tag früh wie­der hin, dies­mal zu Küs­ters Hof, einer »Event­kneipe«, deren Saal für die Got­tes­dienste bei Bedarf ange­mie­tet wird. In Wunstorf und drum herum gibt es viele Fam­lien, viele kleine Kin­der. Jeden­falls beginnt der Got­tes­dienst dort erst um 11 Uhr. Das bringt mei­nen Sonn­tags­rhyth­mus etwas durch­ein­an­der. Ich fuhr wie üblich und nutzte einen der McD-Kaffee-Coupons, um bei einer ermä­ßig­ten Kaf­fee­spe­zia­li­tät den Sonn­tag zu begin­nen. Mit Heft, Füll­fe­der­hal­ter und Kaf­fee ist das durch­aus eine schöp­fe­ri­sche Phase guter Ideen geworden.

G.W. ist nicht allein als Laie hin-und-wieder mit Pre­dig­ten befasst. Für ihn ist es gewöhn­lich, den Men­schen den Kopf zu waschen und eine ent­spre­chende Pre­digt hatte ich nicht aus­ge­schlos­sen. Schließ­lich ist er Haar– und Kopf­haut­pfle­ger (Fri­seur­meis­ter) und nutze sei­nen Salon durch­aus mis­sio­na­risch: »Fri­seure müs­sen, wenn sie sei­fen, reden…« Anders als bei Käs­t­ners »Guido Stich« ist das bei G. weni­ger natio­nal, dafür eher christlich…

Die Pre­digt rich­tete sich — und das ist auch in mei­ner Gemeinde nicht das Übli­che — bewusst an die »noch-nicht-Christen«. Um Reli­gion ging es, was das eigent­lich sei. Man höre ja stets von Reli­gi­ons­frei­heit. Hier dürfe man glau­ben, Gemein­den grün­den, drü­ber reden. Das sei ja nicht über­all so. In man­chen Gegen­den emp­fehle es sich, erst­mal zu schauen, ob ein Spreng­satz unter der Kir­chen­bank depo­niert sei. Oder wer mal ver­sucht habe, in der Tür­kei eine Kir­che zu bauen… Bei uns gehe das so weit, dass beken­nende Athe­is­ten ein­räu­men: »Gott-sei-Dank ist das Wet­ter heute bes­ser…« Wei­ter­le­sen

Adenosintriphosphat und Kleinkindarzttermine

Zwei-Wort-Satz: Ade­nos­in­tri­phos­phat protoniert

Ade­nos­in­tri­phos­phat ist unmit­tel­bar ver­füg­bare Ener­gie für den Stoff­wech­sel. Eigent­lich ein sim­ples Mole­kül, aber eines, an des­sen Namen man­cher Leser scheitert.

Meine Schwes­ter gebraucht die­ses Wort als Bei­spiel für ein mei­nem Nef­fen bei­zu­brin­gen­des Lemma für des­sen dem­nächst anste­hen­den Kin­den­arzt­ter­min kurz vor dem zwei­ten Geburts­tags. Bis dahin sol­len kleine Kin­der ja so genannte Zwei-Wort-Sätze zu bil­den in der Lage sein.

Das alles im Rah­men der Ermitt­lung, wie weit der indi­vi­du­elle Ent­wick­lungs­stand der Norm ent­spricht, hin­ter ihr zurück bleibt oder aber diese über­trifft. Zwei-Wort-Sätze  wie »Mar­tin — Hand« oder »Baum — bumm« als der Weih­nachts­baum umfiel, das kann ja jeder. Ich fand, dass sinn­volle Lem­mata wie »Einkommensteuer-Rückerstattung« zu trai­nie­ren wären, damit der ent­spre­chende Kin­der­arzt ein­mal etwas außer­ge­wöhn­li­ches zu hören bekomme. Meine Schwes­ter aber, wie es sich für eine anstän­dige Natur­wis­sen­schaft­le­rin gehört, fin­det, dass Ade­nos­in­tri­phos­phat ein bes­ser geeig­ne­ter Begriff wäre, wenn man den Arzt beein­dru­cken wolle.

Neffe Mar­tin packt ein »Kin­der­buch« aus.

Was eigent­lich, wenn man das nicht so spie­le­risch ange­hen kann, weil ein­fach die För­de­rung nicht passt oder die indi­vi­du­el­len Mög­lich­kei­ten keine ent­spre­chend schnelle Ent­wick­lung ermög­li­chen? Ich weiß es nicht, werde aber gele­gent­lich mal eine Freun­din fra­gen, die sich mit so etwas auskennt.

Das Kin­der­buch übri­gens, das Mar­tin hier aus­packt, ist eher für mich als für ihn. Kein Wun­der: Bis­her sind ja die beson­de­ren För­der­be­rei­che vor­ran­gig im Ein­kom­men­steu­er­recht und in der Bio­che­mie defi­niert. Bei mei­ner Schwes­ter kann ich, fürchte ich, mit neu­tes­ta­ment­li­cher Theo­lo­gie weni­ger lan­den. — Aber das kommt noch. Mar­tin kann und muss ja noch eini­ges ler­nen. Dann gibt es auch für die ent­spre­chen­den Ärzte eine Menge an Neu­ig­kei­ten zu ent­de­cken. Wie etwa wäre Mozarts »musi­ka­li­sche Ent­wick­lung« mit vier Jah­ren von einem ent­spre­chen­dem Vor­schul­arzt beur­teilt worden?

Karfreitag in Duisburg — ein Moscheebesuch…

Duisburg, Mosque

Moschee, Duis­burg am Karfreitag

Am Kar­frei­tag war ich — ich schrieb drü­ber — in Duis­burg. Erst in einem Got­tes­dienst in der ev.-meth. Gemeinde. Anschlie­ßend wollte ich in den Land­schafts­park Duis­burg Nord/Emscher. Und erstaun­li­cher­weise gibt es zwei Emscher­stra­ßen in Duis­burg. Ohne rich­tig hin­zu­se­hen, habe ich die fal­sche aus­ge­wählt und mein Navi­ga­ti­ons­ge­rät führte mich in die völ­lig fal­sche Gegend. Aber immer­hin kam ich an die­ser Moschee vor­bei, die ein­drucks­voll an der Straße stand.

Auch war gerade Gemein­de­fest — für meh­rere Tage. Am Kar­frei­tag ange­mes­sen zurück­hal­tend. Ein Herr sprach mich an, als ich vom Park­platz gegen­über pho­to­gra­phierte, er lud mich ein. Ich wusch die Beine des Sta­tivs und stellte meine Schuhe in ein Regal an der Tür, es ist ja nicht mein ers­ter Besuch in einer Moschee. Es war etwa 11:30 Uhr vor­mit­tags, also noch etwa zwei­ein­halb Stun­den bis zum Freitagsgebet.

Ein herr­li­cher Sakral­raum. Vie­len Dank für die Ein­la­dung. — Ich wün­sche die­ser und allen ande­ren Gemein­den hier im Lande eine geseg­nete Zeit — und dachte mir, Weih­nach­ten wäre ein guter Ter­min, das Oster­bild zu ver­öf­fent­li­chen. Es braucht mehr Wis­sen von­ein­an­der, mehr Chris­ten, die Moscheen besu­chen, den Koran lesen, etwas ara­bisch ler­nen, mehr gute Nach­bar­schaft und gemein­sa­mes Fei­ern. Und das gilt auch für Juden und viele andere Gemein­den, die es hier­zu­lande gibt. Das Fest in Duis­burg war ein guter Anlass. Für mich war der Besuch ein Stück des The­mas von Karfreitag.

Im Ver­gleich zur klei­nen ev.-meth. Kapelle, die nach dem zwei­ten Welt­krieg aus den USA gespen­det wor­den war, ist diese Moschee wirk­lich ein­drucks­voll. Offen­bar muss es den Gemein­de­glie­dern in grö­ße­rem Maße ein Anlie­gen sein, einen pas­sen­den Gebets­raum vorzuhalten.

Ganz ohne Neid: Ein fei­nes, ein­drucks­vol­les Gebäude, das zum Beten ein­lädt. Vie­len Dank für die Gastfreundschaft.

Musik muss bewegen. »Dirty Loops«

Ger­rit war’s, der Sän­ger (und Schellenkranz-Schüttler) von Q-Bic, der mich im Inter­net auf Dirty Loops aus Schwe­den hin­wies. Das war vor rund einem hal­ben Jahr. Immer­hin gehörte ich noch zu den ers­ten 100, die deren Stü­cke frei her­un­ter­lu­den. Was machen nun eigent­lich Dirty Loops? Das sind drei Schwe­den, die offen­bar Spaß an der Musik haben, die sie machen.

Wenn ich etwas beim Dua­len Sys­tem Deutsch­land (DSD) zu sagen hätte, dann ver­pflich­tete ich Dirty Loops, weil sie aus musi­ka­li­schen Rest­stof­fen, eigent­lich aus »Müll«, hin­rei­ßende Musik zu machen wis­sen. Bei­spiel gefäl­lig? Jus­tin Bie­ber ist Teenie-Idol und Mütter-Ikone, und ich hoffe, dass er sich in mehr­fa­cher Hin­sicht davor zu schüt­zen wis­sen möge, wie Herr Wes­ter­welle einst Schwie­ger­mut­ters Lieb­ling zu wer­den. Habe mir (mit meh­re­ren Hin­wei­sen, dass die­ses Stück in Deutsch­land lei­der nicht erreich­bar sei) jeden­falls Jus­tin Bie­bers »Baby« ange­hört. Ein Stück, des­sen die Welt m.E. nicht bedarf. — Doch »de gus­ti­bus non est dis­putan­dum«, daher, weil sich also über Geschmack zu strei­ten nicht lohnt, hier die Ver­sion, die seit heute 18 Uhr von Dirty Loops online gestellt wurde.

Wer mehr braucht, möge sich Brit­ney Spears’ erin­nern, die ja nicht zuletzt wegen ihrer beson­ders geist­freier The­sen zur Todes­strafe auf­ge­fal­len ist. Jedoch ist viel in ihrer Musik auch gewöhn­lich eher schnell­le­bi­ger Wohl­stands­ab­fall. Und auch hier wis­sen die schwe­di­schen Recycling-Fachleute eine Lösung, wie aus Alt­stof­fen wie­der sinn­volle Lösun­gen für den All­tag werden: Hier näm­lich gibt es die nach­hal­tig auf­ge­ar­bei­tete Fas­sung von Spears »Cir­cus«.

Wenn das nicht die rich­tige Musik ist für einen Win­ter­abend, an dem die Fin­ger und die Zähne laut­stark an– und auf­ein­an­der zu klap­pern dro­hen, dann weiß ich auch nicht.

Danke, Ger­rit, das war ein aus­ge­zeich­ne­ter Hinweis.