 christlicher Überzeugungstäter beim Kirchentag Bremen
Johannes 14,6: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich« ist besonders beliebt, wenn es darum geht, einen christlichen Anspruch anzumelden.
Bedauerlicherweise ist der Text zwar für Christenmenschen hilfreich und ermutigend, jedoch wird er niemanden überzeugen, der allein diesem »Buch der Bücher« eine Sonderstellung als »Gottes Wort« abspricht.
Besonders bei (volks-)kirchlichen Großveranstaltungen wie Kirchentagen gibt es allerlei Sondergruppen, die etwa darauf hinweisen, dass ein»christliches Eiapopeia«, bei dem sich alle an den Händen fassen, nicht das sei, was Gott wünsche. Dass das so ist, entnimmt man allerlei biblischen »Stellen«.
Nun ist mir sehr daran gelegen, dass Christenmenschen — voran ich selbst — glaubwürdig und echt leben. Das heißt aber für mich, dass ich andere weniger mit Traktaten traktiere, sondern dazu einlade, heraus zu finden, was dran ist. Gemeindeangebote oder andere, die sich bemühen, weniger mit »Stellen« zu argumentieren, sondern danach trachten, biblische Texte zu verstehen (also größere Zusammenhänge) helfen.
Mir scheint, dass in der Tat vieles vielen kaum bewusst ist. Die »christliche Leitkultur« ist eher eine Leidkultur, die Lehre einer Leere gewichen. Und doch: Wo Fundis mit Gutmenschen streiten, da kommt es bei niemandem zu einer Gottesbegegnung oder –erkenntnis. Das aber wäre ja der Anfang aller Nachfolge, aller »Heiligung«. Mir jedenfalls erscheinen solche Gespräche mehr und mehr als Zeit– und Kraftverschwendung. Es geht ja darum, dass die jeweiligen Folgerungen — und zwar auf beiden Seiten — relativ zu den Annahmen schlüssig sind. Über die aber zu streiten, das ist schwierig, denn die einen behaupten, etwas wahrzunehmen, von dem die anderen angeben, es nicht wahrzunehmen.
Und eben da sehe ich einen Ansatzpunkt: wer über Liebe spricht (oder schreibt, wie ich jetzt hier), der lebt sie noch nicht. Das aber wäre wünschenswert und vielleicht ansteckend. In dieser Hinsicht möchte ich als Methodist gerne etwas von der Heilsarmee lernen. — Und wenn das gelingt, dann trifft auch der untere Vers auf dem Plakat des Überzeugungstäters zu: 2. Kor.5,20: Lasset Euch versöhnen mit Gott. — Allein das Wort »Versöhnen« ist ja gar nicht ohne Christus denkbar.
 oh, welche Formen, welche Rundungen…
Neulich las ich wieder einmal John Bergers Essay »Warum sehen wir Tiere an?«, in dem der britische Kunstgeschichtler darüber nachdenkt, was uns dazu bringe, Tiere anzusehen, Zoos zu errichten und Fabeln zu lieben. Dass Colaflaschen des frühen 20. Jahrhunderts mutmaßlich weiblichen Proportionen nachempfunden seien, ist wenig neu.
 2CV6 — das »hässliche Entlein«
Nur: Wie ist das sonst beim Produktdesign? Klar, da gibt es die stilbildenden Braun-Geräte, deren nüchterne Schönheit angeblich in den Apple-Designs weiterlebe. Merkwürdigerweise mag kaum jemand das Design der DDR-Wartburgs. Das eines alten Volvos (wie oben) oder einer »Ente« (2CV6) wird jedoch von vielen hoch geschätzt. Es handelt sich hierbei ja eher um Alltagsprodukte als bei den Ferraris oder anderen Luxusfahrzeugen (in diesem Sinne ist wohl auch der Wartburg ein Luxusfahrzeug gewesen).
Ich bin diesbezüglich unsschlüssig und bitte ausdrücklich, die Sudelweb-Lesenden um Ideen und Anregungen. Mir ist unklar, warum »Gelsenkirchener Barock« allgemein als hässlich bis kitschig gilt, warum kaum jemand Wartburg mag, alte VW-Käfer (mit Brezelfenster) oder die Rundungen des oben stehenden Volvos als »schön« empfunden werden.
 Oli, Gerrit, Tobi — 3/4 Q-Bic im Partnerlook
Da gab es mal — vor Jahren — so eine Veranstaltung, dass für einmaligen Eintritt man in allen möglichen Kneipen und Bars Live-Musik hören konnte. Auch Q-Bic waren dabei. Das Konzert war gut, ich denke, dass ich drüber geblogt habe. Jedenfalls war das mit dem Licht eher untypisch für Live-Musik, denn das Konzert fand in einer recht lichten Ecke eines Lokals statt. Mit indirektem Blitz half ich etwas nach. Auf dem Bild fehlt der rhythmische Treibsatz der Band, Schlagzeuger Arne, dem Gerrit den Song »The Drummer« gewidmet hat. Das liegt hier aber bloß an stilistischen Gründen: Der trug gänzlich andere Kleidung als die partner-lookigen Kollegen.
Fand das Bild neulich zu nett, um auf einer meiner Festplatten einzustauben. Aufgenommen seinerzeit (da war ich noch »auch digital«) mit einer Nikon D40 und 1.8/35mm AF-S DX. Dazu ein SB-400 Blitz indirekt.
 Shooting — mit Taube als Linienrichter
Neulich lief ich mal wieder mit Kamera durch Hannover. Eine Gemeinde-Entrümpelungsaktion ging schneller als gedacht, so dass ich beim Klagesmarktfest dabei war und auch sonst in Hannover umherlief. Ein warmer Tag war es am 17. März. Ich hatte ein Gehäuse und ein Objektiv dabei: Eine Nikon F4 mit 1.8/85 AF-D, Film war Rollei RPX-400, den ich in RPX-D entwickelt habe.
Einige weitere Bilder, die an diesem Tag entstanden, folgen. Ich finde spannend, welche »Haltungen« Menschen beim Photographieren einnehmen.
Jedenfalls hatte ich — trotz der recht lauten Kamera (verglichen mit der Leica) — den Eindruck, die Menschen nicht zu stören, ich versuchte ganz unterzugehen in der Umgebung und einfach zu beobachten, ohne das Geschehen zu beeinflussen.
Dazu komme ich leider viel zu selten, weil ich oft etwas mache, also aktiv bin. Photographie in diesen Sinne aber ist meines Erachtens eine Form kultivierten Müßiggangs (während im Kopf — weitgehend unbewusst, sonst dauert es zu lange — die Bilder, Kompositionen, technischen Parameter sich ausrichten auf ein Ziel: das Bild). Das erinnert mich ans Autofahren: Ich denke ja nicht drüber nach, was ich alles tun muss, wenn ich schalte, in welcher Reihenfolge Treten des Kupplungspedals, Loslassen des Gaspedals, Betätigen des Schaltknüppels etc. betrieben werden müssen. Und so ist es auch hier: Die Bedienelemente werden bedient, und ich bin dabei im Rezeptionsmodus.
Wer die Lösch-Feldzüge bei Wikipedia mit dem Kriterium fehlender »Relevanz« der gelöschten Artikel etwas verfolgt hat, weiß, dass EDV-Erfahrene, etwa Felix v. Leitner (Fefe) eine andere Form der Schnittstellen, der Benutzenden-Interfaces, empfehlen, die allein in ihrer Struktur eher Wachtum ermöglichen als Löschung nahezulegen. Dies Thema, wie also die Form inhaltlich rückwirkt, finde ich schon lange faszinierend. Als ich mich mit der Entstehung bestimmter theologischer Modelle in der Alten Kirche befasste, wurde mir deutlich, was allein durch die kaiserlich einberufenen Konzilien »losgetreten« wurde. Plötzlich mussten die Dinge terminologisch festgelegt werden, damit entscheidbar wurde, was gelten soll und was als falsche Lehre verworfen werden sollte. — Dabei ist klar, dass die Kompromissformeln oft theologisch weder Fisch noch Fleisch wurden, sie durften ja keiner Seite über die Maßen recht geben, um nicht andererseits die Gegenposition vor den Kopf zu stoßen. Gerade in »Glaubensdingen« geht es ja mit Argumenten und Herzblut zur Sache. Wenn im Nestorianischen Streit um den Titel der »Gottgebärerin« für Maria gestritten wurde, dann gibt es zwar eine verworfene Lehre, die als nestorianisch bezeichnet wurde, die aber mit der tatsächlichen Position des Patriacrchen von Konstantinopel nur am Rande zu tun hat und schon gar nicht der dahinter stehenden Gedankenwelt Rechnung trägt, die Nestorius motivierte, in der Folge der antiochenischen Schule so zu argumentieren, wie er es tat.
Das ist nicht nur ein randständiges Thema, wenn aktuell die Piratenpartei verkündet, sie habe kein Programm, sondern ein »Betriebssystem«, so ist das vielen klassisch fragenden und denkenden Journalisten kaum zugänglich: »Wer sagt denn nun, wie es gemacht wird?« — »Wir haben da ein virtuelles Meinungsbilungstool, das erlaubt, mit allen die Frage ad hoc zu entscheiden.« Liebe Leserin, lieber Leser, da passen bisherige Denkmodelle nicht, weil die Form eine andere ist. Gerade ist das höchste (irdische) Gremium meiner Kirche (ev.-meth.), die Generalkonferenz in Florida zuende gegangen. Für mich ein Anlass, über einen selten bedachten Bereich zwischen Theologie, Organisationslehre und den jeweiligen Rückwirkungen auf die Inhalte nachzudenken. Weiterlesen
Nein, ein Diskothekengänger bin ich nicht. Die Zahl meiner Besuche in entsprechenden Einrichtungen lässt sich an den Fingern einer Hand abzählen. Das liegt an der dort üblichen Musik und vor allem an der Art der Wiedergabe. Meist ist es mir entschieden zu laut, zu wenig dynamisch und shclicht zu eintönig. Auch sehe ich nicht ein, warum ich mir Stöpsel in die Ohren drücken soll, bloß damit Taube übers Zwerchfell den »Beat« wahrnehmen können.
Gestern fuhr ich (mitgenommen von Freunden aus der Gemeinde) nach Göttingen zum Chesterfield f6 Contest, einem Bandwettbewerb, bei dem die Jeremybro mitmachten. Das fand in Göttingen, zentral in der Diskothek »Savoy« statt, der Leser Herrn Lehmanns weiß, dass es im Savoy die bösen Vibes von 61 gibt. — Weiterlesen
 mehrfach falscher Bon
Die wenigsten Gastronomen werden reich. Viele zahlen weit unter Tarif und kommen dennoch kaum über die Runden. Der Wettbewerb ist hart, so dass manche auch unlautere Methoden anzuwenden bereit sind: Ich hatte dieses Gericht klar und deutlich zum Verzehr in der Gaststube bestellt. Bekam es auch entsprechend auf dem Teller und nicht etwa in einer Transportverpackung. Bevor ich bestellen konnte, zahlte jemand anderes, und auch dort, es fiel mir sofort auf, während ich an der Kasse stand, war der Bon mit 7 % Mehrwertsteuer ausgestellt. Die Kunden bezahlte 24,80 EUR und ging mit zwei weiteren Gästen. Dann bestellte ich. In meiner Anwesenheit bezahlten zehn Gäste ihre Rechnungen, und acht davon hatte im Lokal (oder auf der Außenterrasse) gesessen zur Einnahme der Speisen.
Bei meiner Rechnung macht der Unterschied zwischen »außer Haus« (ein Freund bemerkte im Internet zutreffend, dass nach Diphtong ein »ß« zu stehen habe) 0,96 EUR aus (bei 8 EUR Rechnungsbetrag). bei meinem Essen wurden also 0,96 EUR Steuern nicht abgeführt. In den ca. 20 Minuten, die ich da war, gab es ca. zehn Kunden, davon acht, die dort aßen. Wenn das Durchschnitt ist, macht das gut 23 EUR pro h, die der Finanzminister nicht bekommt. Und das macht am Tag ca. 240 EUR oder bei 30 Tagen im Monat ca. 7.257 EUR. In einem Laden.
Nun muss jeder gucken, wie er oder sie über die Runden kommt. Und ich finde die Regelung mit dem ermäßigten MwSt.-Satz (7 %) für außer Haus Verkauf gegenüber dem vollen Satz von 19 % für Restaurantleistungen im Lokal wenig einleuchtend und — schlicht gesagt — unglücklich. Aber das darf m.E. nicht dazu führen, dass die/der Gastronom/in sich einen Vorteil gegenüber anderen durch Steuerhinterziehung verschafft. Entweder zwei Listen (wobei die netto Preise gleich sind, und nur durch unterschiedliche Steuersätze die Speisen außer Haus 12 % günstiger werden. Oder größere Portionen außer Haus. Wie auch immer. Wenn ich im Lokal esse, dann muss die Quittung auch die entsprechenden Steuern ausweisen und der Gastronom möge sie abführen. Widrigenfalls werden Steuern hinterzogen und andere, die fair nach den gesetzlichen Regelungen handeln, unlauter übervorteilt. Das will ich nicht.
Ich meide diesen Imbiss und empfehle anderen, alle Lokale zu meiden, die so vorgehen. Im Wiederholungsfall bitte ich um eine neue Quittung, die die korrekte Mehrwertsteuer ausweist.
 Lecker Lyrik: Kräuter hacken
Zutaten:
- 500 g Brokkoli
- 1 l Gemüsebrühe (bitte ohne Geschmacksverstärker etc.)
- 4 Eßlöffel saurer Sahne
- 3–4 Eßlöffel Vollkornmehl
- 1 Zwiebel
- 15–20 g frisch geriebenen Ingwers
- Salz
- Pfeffer
- Muskatnuss (frisch gerieben!)
- 1–2 Esslöffel Öl
- 10 g Minzblättchen
Zubereitung:
Den Brokkoli putzen, in kleine Röschen teilen, waschen und abtropfen lassen. Dann die Röschen hacken. Die Stiele schälen und ebenfalls kleinschneiden. Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel glasig garen. Dann den Brokkoli zugeben und ebenfalls anbraten, dann mit Vollkornmehl bestreuen, das Mehl mit dem Brokkoli und Ziebel im Öl binden lassen. Mit Gemüsebrühe ablöschen und den geschälten und geriebenen Ingwer zugeben, außerdem Muskatnuss, Salz und Pfeffer nach Geschmack. Die Suppe bei kleiner Hitze etwa zehn Minuten lang köcheln lassen. Dann die Suppe mit dem Stabmixer feinrühren und die Hälfte der sauren Sahne beigeben.
In einer Pfanne ohne Fett die Mandelblättchen rösten (nicht zu dunkeln, sie sollen aromatisch werden, nicht braun oder gar schwarz!) Die Suppe auf Suppenteller füllen, einen Klecks saurer Sahne oben drauf und darauf geröstete Mandelblättchen streuen.
Gemeinde – mit Wirkungen und Nebenwirkungen
(* Lieber als pdf? Gerne, hier. — Als Lesung wurde 2.Kor.4,7–10+16–18 zuvor gelesen. Für philologisch Interessierte habe ich hier noch eine besondere Herausforderung: Eine Abschrift der Audio-Fassung zu erstellen und die synoptischen Abweichungen vom Typoskript kenntlich zu machen. Der mp3-Mitschnitt ist hier. [ca. 11 MB] *)
Frank Weber
EmK Johanneskirche-Hannover, 29. April 2012 (Jubilate)
1
Liebe auserwählte Hörerinnen und Hörer dieser Predigt,
ich bitte Sie und Euch nicht darum, mir in allem zuzustimmen. Aber ich bitte darum, zu prüfen, ob das, was ich sage, was mein kleines Stückchen Erkenntnis ist, Ihnen und Euch weiterhilft – und vor allem, ob es uns als Gemeinde weiterhilft. Denn um Gemeinde(n) soll es heute gehen. Keine Angst, erst geht es um Gemeinden im Allgemeinen. Schließlich geht es auch um unsere Gemeinde. Ich verzichte aber ganz bewusst darauf, Ihnen und Euch zu sagen, was Sie oder Du tun sollst. – Zugegeben, das ist eine wichtige Frage. Wenn jede und jeder sich die hinterher selbst stellt, dann bin ich für heute zufrieden. Meine Predigt hat drei Teile, wobei der erste in drei Unterteile gegliedert ist. Ich hoffe, dass sich das nicht wie ein Rückblick anhört, denn es geht darum, die Gegenwart, in der wir leben, aus der Beobachtung der Geschichte besser zu verstehen. Weiterlesen
Am 20. April 2012 lief im Deutschlandfunk eine eindrückliche Sendung, in der es darum geht, wie interessierte Einzelne oder Unternehmen mit Spekulationen die Demokratie weltweit angreifen. Sei es in Lateinamerika oder nun in Europa. Der Deutschlandfunk schreibt:
»Gezielte Spekulationsattacken auf ganze Volkswirtschaften, unantastbare Finanzagenturen, die Regierungen in die Knie zwingen, und ohnmächtige Politiker, die gebetsmühlenartig wiederholen, es gäbe keine Alternative: Europa befindet sich im Wirtschaftskrieg.« (hier)
Die Sendung ist deshalb so empfehlenswert, weil dort Menschen sehr weit gedacht haben. Oft wird ja journalistisch stets die gleiche Agenturmeldung aufgewärmt. Hier wurde recherchiert und das bei sehr kompetenten Fachleuten. Ich bin nicht sicher, ob die Ergebnisse 100 % zutreffen. Sicher ist aber, dass es mehr als anregend ist, diesen Blick auf die Phänomene zu wagen. Wer Michel Foucault 1979 hört bei seiner Vorlesung, der könnte ihn für einen Propheten halten. — Unglaublich weitsichtig sind seine Analysen. Zwischen »mündelsicher« und »hochspekulativ« bewegen sich die Anlagen, und die entsprechenden Banker gewinnen immer — entweder Boni oder Subventionen, um Institute, die zu groß geworden sind, um konkurs zu gehen, aufzufangen und abzustützen.
Die Sendung kann hier vom Deutschlandfunk herunter geladen werden. Kommentare sind willkommen. — Jedenfalls erlebe ich beim Deutschlandfunk (und manchmal bei Arte) diese Art anregenden Journalismus, die ich mir auch in RTLs Mittagsprogramm wünschte, was öfters in einem Imbiss läuft und mir in der Pause den Appetit verdirbt. Diese Art von Denkstoff gibt es viel zu selten. Habe mir glatt den Foucault aus dem Regel geholt und nachgelesen.
Wenn es tatsächlich so ist, dass Argentinien, das sich 2002 für insolvent erklärte, ein Ausweg ist aus dem Stützen systemrelevanter Banken/Versicherungen, dann ist eben mit »alternativlos«, Frau Dr. Merkels Lieblingswort leider etwas unzutreffendes angesprochen. Warum das Wort an sich ein Unwort ist, lernen wir hier bei http://www.neusprech.org.
So fragen mich sowohl persönlich bekannte Freunde als auch solche aus der virtuellen Welt — etwa Flickr-Kollegen. Das ist einfach zu beantworten. Derzeit reizt es mich weniger, hybrid zu verarbeiten, also z.B. die Filme zu scannen. Viel attraktiver finde ich es, den Film analog zu Papier zu bringen. Und das ist dann auch alles, was ich schaffe. Die Zeit und Kraft reichen oft nicht mehr, um anschließend die Vergrößerungen auch noch zu scannen, digital nachzubearbeiten und online zu stellen.
Außerdem schätze ich sehr das 24 cm x 30,5 cm Format, und das passt gerade nicht mehr in meinen Scanner, der A4-Überformat gerade so bewältigt. Tja, liebe digitale Gemeinde, da hilft nur, einfach mal mich zu besuchen, dann gibt es vielleicht auch Bilder zu sehen.
 Lecker Lyrik, 21. April 2012
Zutaten:
- 2 Eßlöffel Rosinen
- 2–3 Eßlöffel Weichweizen-Grieß
- 400 g Karotten
- 300 ml Milch
- 50 g Butterschmalz (oder indisches Ghee, wenn vorhanden)
- 3 Eßlöffel Zucker
- 1 Teelöffel gemahlenen Kardamoms
- 3 Teelöffel Rosenwasser (gibt es in der Apotheke)
- 1/2 Teelöffel Muskatblüte
- 2 Eßlöffel gehackter Mandeln
- 3 Eßlöffel gemahlener Mandeln
- 2 Eßlöffel gehackter Pistazien
Zubereitung:
 Lecker Lyrik, 21. April 2012
Rosinen in heißem Wasser einweichen und 15 Minuten lang quellen lassen. Möhren kratzen, raspeln oder (bei größeren Mengen) mit der Küchenmaschine in feine Streifen verarbeiten. 30 g Butterschmalz (Ghee) erhitzen, Muskatblüte und Kardamom kurz darin anschwitzen. Die Karottenraspeln dazu geben und bei mittlerer Hitze (unter laufendem Rühren) ohne Deckel in ca. 20 Minuten garen. In einem zweiten Topf des restliche Butterschmalz (ca. 20 g) erhitzen, die gemahlenen Mandeln und den Grieß darin rösten. Die Rosinen aus dem Wasser nehmen, trocken tupfen (damit es nicht spritzt) und zugeben. Nach 1 Min. mit Zucker, Milch zugeben — zu den Mandeln, Grieß und Rosinen. Nach vier Minuten bei großer Hitze vom Herd nehmen und zu den Kartotten geben. Das Ganze unter ständigem Rühren ca. 15–20 Minuten lang kochen lassen, bis die Masse eindickt und sich vom Topfboden löst (fast wie Brandteig). Mit Rosenwasser abschmecken und mindestens eine Stunde lang kalt stellen. Kann zum Servieren in Stücke geschnitten werden und mit Pistazien und gehackten Mandeln bestreut werden. — Alternativ in Dessertschälhen füllen und abkühlen lassen.
 Lecker Lyrik am 21. April 2012
Reiscurry
200 g Reis
0,5 l Wasser … 20 min.kochen (hier Franks Methode zum Reiskochen: Etwas Öl oder Margarine in den Topf geben, den Reis ins heiße Fett geben, und mit dem gleichen Behältnis das doppelte Volumen Wasser beigeben und salzen. Also z.B. 1 Tasse Reis, 2 Tassen Wasser. Dann einmal kräftig aufkochen lassen, zudecken, auf kleiner Hitzen ziehen lassen, nicht !!! rühren oder ähnliches, so wird der Reis luftig und locker.)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Pfefferschote
1 St.Ingwerwurzel –2 cm …alles fein hacken bzw. fein schneiden und im Öl glasig andünsten
1 TL Kurkuma
1 TL Kreuzkümmel (Cumin)
0,5 TL Ingwerpulver
0,5 TL Koriander
Cayennepfeffer
Salz … alle Gewürze mischen
 gemeinsames Kochen bei Lecker Lyrik am 21. August 2012
Reis abgießen, zu den Zwiebeln geben,
3 EL Sonnenblumenkerne
Cashewnüsse ( gesalzen, geröstet) … zufügen, alles braten. Gewürzmischung zugeben, unterrühen.
250 ml Gemüsebrühe … angießen
1 Pk. TK-Erbsen … zugeben, 5 min. weitergaren.
mit einem Bd. gehacktem Basilikum abrunden.
Sahnelinsen
1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe — fein hacken, in 1 EL Öl anbraten
250g (schwarze) Linsen zufügen
250 ml Brühe und 1 BE Creme Fraiche angießen, 30 min. zugedeckt garen, öfter umrühren…
mit Salz/ Pfeffer/ div. Kräutern ( Petersilie!!) abschmecken
Wer den Ärger hat, spottet jeder Beschreibung. Aber ich will nicht spotten. Gestern abends war ich in der ev.-luth. St. Martingemeinde-Anderten. Das war früher mal meine Gemeinde. Ein Termin zur Information über die Zukunft der Diakonenstelle. Derzeit hat die Gemeinde auf dem Papier 0,5 Stellen, de facto (und durch Einsparungen anderswo) kommt man auf 0,66 Stellen. Der Stelleninhaber arbeitet das andere Drittel bei einem übergemeindlichen Projekt »Balu & Du«.
Nun wird spätestens zum 1. Jan. 2013 alles anders. Der Kirchengemeinde stehen nach dem neuen Plan nur noch 0,23 Diakonenstellen zu. Da aber der Stelleninhaber lange auf der Stelle arbeitet und damit die »Unkündbarkeit« erreicht hat, kommt die Gemeinde, namentlich der Kirchenvorstand, in höchste Bedrängnis. Schließlich ist der Mitarbeiter bei der Gemeinde angestellt. Und die bekommt nun, obgleich sie ein volles Gehalt zahlen muss, bloß noch 23 % zugewiesen.
Bei der Informationsveranstaltung ging es nun darum, dass die Gemeinde die Anstellungsträgerschaft an den Stadtkirchenverband abtreten wird, der dann alle Arbeitgeberpflichten übernimmt. Als »Mitgift« oder Morgengabe möchte man dort aber von der Gemeinde ein Arbeitgeber-Brutto-Jahresgehalt des Mitarbeiters. Das hat die Gemeinde natürlich nicht. Wie auch? Seit Jahren könnte man nicht einmal heizen, … ohne die freiwillige Gemeindespende. Weiterlesen
 Lecker Lyrik am 21. April 2012: Salat »Pikanter Oasentraum«
Der Salat wird bereitet aus
- 1 Orange
- 1 Apfel
- 3 Tomaten
- 1 kl. Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1 Peperoni
- Petersilie
- Öl, Zitronensaft,1 TL Honig, Salz, Pfeffer
Orange filetieren und fein würfeln, Apfel waschen, Kerngehäuse raus, in kleine Stücke schneiden. Tomaten waschen und würfeln. Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln. Peperoni: Kerne entfernen und in feine Streifen schneiden oder würfeln.
Marinade anrühren, abschmecken. Petersilie hacken, zugeben.
Bei Lecker Lyrik gab es in der Pause wieder eine illuminierte Kirche mit der Möglichkeit, Kerzen anzuzünden und an viel Stationen (tastend, angelnd, lesend, denkend) neutestamentliche Gestalten kennenzulernen. In dem Rahmen ging es mit der Stellenanzeige des letzten Beitrags um Judas, der ja auch die Kasse verwaltete.
Hier, im heutigen Beitrag, geht es um das Dekodieren, ums »verstehst du auch, was du liest« aus dem Gespräch zwischen Philippus und dem Kämmerer — ja, Peer, eben der. Gemeinde hat ja auch die Funktion, einander über Verstehenstraditionen Rechenschaft zu geben. Wir vom Lecker Lyrik Team haben versucht, dies in Form eines Midrasch zu illustrieren. Weil es im Original für die Pause bei Lecker Lyrik ein größerer Druck war, hier gleich ein pdf.
Ja, das Poster ist recht voll. Aber es ist ja auch für A1 gedacht. — Die alten Themen der Semantik und Semiotik helfen mir sehr, die Welt der Texte zu verstehen, gleich, ob es sich ums Nibelungenlied, um ein Jesaja-Zitat und um den Decamerone geht.
 Stellenanzeige
Lieber als pdf? Gern!
Lecker Lyriks ist ein größeren Projekt. Dabei sind zahlreiche und unterschiedliche Menschen im Einsatz, die mit ihren jeweiligen Persönlichkeiten und Gaben zusammenarbeiten müssen. Vieles hat das Vorbereitungsteam im Vorfeld erprobt, durchdacht usw. — Viele andere Details aber zeigen sich recht spontan.
Für mich ist diese Art des gemeinsamen Arbeitens eine der besten Erfahrungen an der Veranstaltung. Da sind Menschen, die Zwiebeln mehr als zügig zu schneiden wissen, weil sie das bereits oft getan haben. Es gibt solche, die wissen, das 2-Phenylethanol den Rosenduft im Rosenwasser ausmacht. Und dennoch sind sie alle wichtig und in ihrer feinen Art der Zusammenarbeit unersetzlich.
Mit zwei anderen kauften wir am Donnerstag einige Stunden lang ein — und hinsichtlich des Brokkoli brauchten wir mehr als Kaufland zu bieten hatte, wir habe buchstäblich den Laden leergekauft. Standen dann mit drei Einkaufswagen voll Ware an der Kasse und hinter uns harmlose Messebauer, die sich eine Packung Kartoffelchips, zwei Bier und einen Liter Cola kauften. Nur hatten wir begonnen, das Kassenfließband zu beladen, und das endet für Lecker Lyrik nicht so schnell wieder.
Heute haben wir vier Stunden lang gemeinsam Möhren-Halva gekocht (allein 9 kg Möhren wollten gerieben werden, glücklicherweise maschinell unterstützt). Wir haben rund dreißig Liter Suppe gekocht und viele andere Leckereien für morgen vorbereitet. Dieses Zusammenarbeiten und Ineinandergreifen ist klasse. — Vom Küchenglauben wären wir am Gewürzregal eines Ladens beim Einkauf fast abgefallen: Wir kauften Kardamom, Muskatblüte, Cumin. Und da hing es: 250 g Pakete Glutamat! Unglaublich, dachten wir. Wer kauft so etwas? Ich meine: Ringsum hingen Vanilleschoten dreier Anbieter, Lorbeerblätter und allerlei, was man als Küchenfreund so gebrauchen kann. Geschmacksverstärker brauchen wir nicht.
Nach dem Einkauf war mein Auto (zugegeben, ein Kleinwagen) dermaßen gefüllt (drei Personen und der Einkauf aus drei großen Einkaufswagen), dass wir quasi bis unters Dach (unter Rücksicht darauf, dass keine Tomate zerdrückt und kein Sahnebecher beschädigt werde) voll beladen vorsichtig zurück rollten. Und heute zeigte sich, wie schnell die Dinge schwanden, wenn acht bis zehn Mitarbeitende im Küchenteam dem Grünzeug zu Leibe rückten, und 16–20 Hände sich an Blumenkohl, Grieß, Vollkornmehl etc. legten.
Die Tische im Saal wurden eingedeckt, Tonanlage aufgebaut und die Kirche entsprechend gestaltet. Ich selbst kam in der Küche kaum zum Arbeiten, weil ich hier und da instruierte, zwischendurch abwusch und kleinere oder größere Katastrophen zu vermeiden half. Katrin sorgte mit ruhiger Hand und klaren Ansagen dafür, dass alle zu tun hatten. Unterdessen wurde Ingwer und Honig aufgekocht und der Cocktail — wie üblich bei Lecker Lyrik: alkoholfrei — zubereitet. Bis morgen abends kann alles durchziehen. In knapp zwölf Stunden kochen wir weiter.
Peter Ramsauer hat ein neues Thema, bei dem die Ordnung und der Anstand gefährdet scheinen. Die »Kampfradler«, so habe er gemäß Interview in der Neuen Osnabrücker Zeitung beobachtet, missachteten unter den Augen von Polizisten rote Ampeln und jede Verkehrsregel. — Allein das letztere kann nicht ganz ernst gemeint sein: Da es potenziell sehr viele Regeln gibt, zumal im internationalen Vergleich, ist es unwahrscheinlich, dass Herr Ramsauer beobachtet hat, wie jede einzeln und nacheinander übertreten werde.
Wenn aber der logische Kategorienfehler (Allquantor »alle Regeln wurden gebrochen« statt »es gibt Regeln, die gebrochen wurden«) günstigstenfalls eine Ausdruck der Nachlässigkeit seien mag, so ist zu befürchten, dass es sich um einen Vorsatz handelt, um zu dramatisieren. Schon Klemperer wusste, dass der Blick auf die Sprache zur Beurteilung von Politik helfen kann. Im Artikel des Tagesspiegels, hier, kommt entsprechend die Gewerkschaft der Polizei zu Wort. Die Forderungen sind die üblichen: Kennzeichnung (nicht für die Polizisten, sondern für die Radfahrenden bzw. deren Räder), Steigerung der Bußgelder (auf das Niveau wie bei Kraftfahrenden). Weiterlesen
 gut gemeint – und wieder ein Komma zu viel…
Hier ist wieder eines der integrativen Projekte der Misereor: Werbung auch mal mit legasthenischen Förderbedarflern in der Graphikabteilung gestalten. Das nenne ich vorbildlich. Das Thema ist ja nicht neu. Erstaunlich finde ich, dass auch nachdem das Thema ja inzwischen auch bei Misereor bekannt ist, weiterhin dieses überflüssige Komma gedruckt wird. Diese Plakatwand habe ich im März 2012 photographiert — in Hannover, Am alten Flughafen. Ich schrieb hier vor längerem darüber, dass man offenbar Interpunktionsschwächen als eigene Symptomatik im Rahmen würde klassifizieren müssen. Vielleicht sollte man mal mit einer sachkundigen Freundin erörtern, ob da die Klassifikation nach ICD-10 reicht — oder ob es sich nicht vielmehr um eine Behinderung handelt, die nach ICF klassifiziert werden sollte: Ausführungsfähigkeit mit Assistenz ist für die Misereor-Graphiker/Texter ja nicht ausgeschlossen.
Und hier dachte ich, dass mit etwas »Nachsitzen« der Creativen (die sich, wenn sie wahrhaft kreativ sind, meist mit »c« schreiben), sie »das mit der Zeichensetzung« auch noch gelernt bekämen. Doch weit gefehlt. Es handelte sich offenbar um einen Zufallstreffer. Auch ein blindes Korn findet mal sein Huhn — oder so ähnlich.
Ich bleibe dabei: Wer seine Satzzeichen so nachlässig setzt (und entsprechend am Lektorat spart), braucht sich nicht zu wundern, wenn es zu Software nicht reicht, denn für einen Compiler ist ein Komma zu viel oder ein fehlendes ein Grund, dass außer einer Fehlermeldung gar nichts passiert. — Die alte kulturalistische Forderung »speak ortho« ist in natürlichen Sprachen selbstredend nie umzusetzen. In der Zeichensetzung gibt es Zweifelsfälle, ja. Es gibt — mit Eco — Grenzen der Interpretation, man könnte auch sagen: Die Regeln der Zeichensetzung sind hier nicht allein »recht frei« interpretiert, dies ist einfach falsch — und das im Plakatformat. Schade.

- Nikon F4 (mit AF-D 2.0/135 D.C.)
Die Nikon F4 ist eine der wenigen Spiegelreflexkameras, die mich begeistert. Und zwar einfach, weil sie die richtigen Bedienungselemente da hat, wo ich sie brauche. Ich kann die Kamera, vom Filmeinlegen bis zur Blendenwahl, vom Einstellen der Belichtungszeit usw. auch blind benutzen. Alles hat seinen Knopf oder sein Rädchen da, wo man es braucht. Photographieren sollte ich vielleicht eher mit geöffneten Augen. Da ich ja mal digitale Nikon Spiegelreflexkameras in Betrieb hatte, habe ich mich etwas mit dem System beschäftigt. Die wenigsten Objektive und Gehäuse sind so, dass sie mich qualitativ und auch haptisch ansprechen.
Derzeit nutze ich zwei F4-Gehäuse (eine F4s, eine F4), die beide deutlich unter 200 € gebraucht kosteten. Für so gut gemachte Gehäuse finde ich das vernünftig, ja geradezu günstig. An den Gehäusen kommen ein 2.8/24 AF-D, ein 2.0/35 AF-D, ein 1.8/50 AF-D, ein 1.8/85 AF-D, ein Micro 2.8/105 AF-D und ein D.C. 2.0/135 AF-D zum Einsatz. Das letztgenannte Objektiv ist hier angesetzt. D.C. steht für »defocus control«, was die lausige Übersetzung für gesteuertes Bokeh, also die gezielte Beeinflussung unscharfer Bereiche ist. Das meint so viel wie, dass man den Hintergrund (oder Vordergrund) gezielt verwaschen wiedergeben kann, um so, z.B. bei einem Portrait, den superscharfen Schädel vor fließendem Hintergrund freizustellen. Da das die wenigsten verstehen — geschweige denn zu nutzen wissen -, sind die beiden Nikon-Objektive, die sich das zu Nutze machen, das 105 D.C. und das 135 D.C., eher »Geheimtipps«, vergleiche Rockwell. Leider. Wer es wirklich genauer wissen möchte, dem sei der ausgezeichnete Artikel von Dr. Hubert Nasse (Carl Zeiss AG) zum Thema empfohlen, den die 2010 in ihrem Lensblog veröffentlicht haben. Keine ganz einfache Kost, aber sehr gut.
Dieses Photo oben spielt selbst mit dem Begriff »defocus control«, wie gesagt, schlampiges Englisch. — Mein Bild wurde auf Fuji-Sofortbild-Material aufgenommen mit dem Hasselblad-Flexbody, und somit mit »echter Schärfentiefenkontrolle« nach Scheimpflug. Ja, wenn Nikon das gemeint hätte, dann hätte der Ausdruck »defocus control« ins Schwarze getroffen.
 Craig Taborn, Piano am 28. März im Jazzclub Hannover
Zwei Konzerte in einer Woche, die mir sicher in Erinnerung bleiben werden. Am Montag, dem 26. März, hörte ich eines von zwei Deutschlandkonzerten von Dispatch, ich verlinke auf den englischsprachigen Wiki-Artikel, weil der deutsche überaus fehlerhaft ist. Das fand in Huxleys neuer Welt an der Hasenheide in Berlin statt. Die Band war gut und es war ein Erlebnis, wenngleich besserer Ton den Genuss doch merklich hätte steigern können. Insofern wäre vielleicht das Konzert in Köln klüger gewesen, denn dort hatte der WDR seine Finger drin, der die Darbietung für seine »Rockpalast«-Reihe aufzeichnete. Eine Kostprobe gibt es hier. — Meine Messsucherkamera haben die Eingangskontrolleure in Berlin passieren lassen, die meisten »professionell« wirkenden Spiegelreflexkameras wurden am Einlass einbehalten. Aber ich habe nicht photographiert, weil mir das Licht nicht passte.
Ganz anderer Art war das Konzert am vergangenen Mittwoch im Jazzclub Hannover. Craig Taborn ist einer der vielfach ausgezeichneten Nachwuchskünstler. Sein Trio mit Craig Taborn, piano, Thomas Morgan, b., Gerald Cleaver, dr. wurde in der »Rising Stars« Reihe präsentiert. Und diese Musik ist einigermaßen ungewohnt, denn in großer Freiheit und doch alles andere als chaotisch musizieren alle drei miteinander. Ein freies Zusammenspiel, das über ein komplettes Set, also rund 50 Minuten, ohne Pause, ohne Chance auf Beifall und dabei durch alle Dynamikregister und Formvorlagen sich bewegt, das ist hohe Kunst. Wenn man dann fasziniert zum Zuhören sich eingeladen fühlt, finde ich es nicht nur beachtlich, sondern umwerfend. Das war Musik für ziemlich fortgeschrittene Hörende, und es war mir ein Vergnügen. Ein Freund hatte mich zum Craig Taborn Trio eingeladen, wir saßen gut in der vierten Reihe mit Blick auf die Bühne. Er griff öfters mal zu seiner D700 und mir fiel bei diesem Konzert auf, wie laut diese digitale Spiegelreflex ist. Ich hatte noch vier unbelichtete Negative in der Messsucherkamera. Weil mich Taborns Hände, gerade in der Spiegelung im Klavierdeckel, begeisterten, habe ich diese vier Belichtungen hierauf verwendet.
 Craig Taborns Hände
Für die technisch interessierte Lesendenschaft: M6ttl(0.85), Summicron 2.0/50, 1/50 s, f/2 (bzw. das Hände-Detailbild: 2.8/90 – f/2.8), Rollei RPX-400 belichtet auf ISO 400/27° und entsprechend entwickelt in RPX-D, Scan mit Epson-700 vom Negativ, digitale Ausarbeitung in Aperture.
In meinem Briefkasten fand sich neulich eine Einladung zu einem Gedenkabend am
- Donnerstag, 5. April (klassisch »Gründonnerstag«) im Königreichsaal in der Erythropelstraße 38, 30519 Hannover um 19:30 Uhr. Am folgenden Wochenende, genauer
- am Samstag, 7. April 2012 gibt um 16:30 Uhr es an gleicher Stelle einen Sondervortrag zum Thema »Ist es später, als wir denken?« Weiterlesen
An Predigtkultur, gerade an einer geistlichen Rede, die sich an der Kultur der Zeit ausrichtet und vom Geist Gottes inspiriert ist, bin ich sehr interessiert. Schließlich sind die meisten Predigten allein rhetorisch so weit von der Alltagssprache entfernt, dass viele Zeitgenossen gar nicht im Stande sind, Predigten angemessen zu hören. Am letzten Freitag, 23. März, hatten eine Kollegin, auch Theologin, und ich uns zusammengesetzt und an Elementen für den NDR-Radiogottesdienst aus meiner Gemeinde für den 3. Juni gearbeitet. Abends ging ich dann zum »Sermon-Slam meets Poetry-Slam« in die Lutherkirche. Meine Hoffnungen waren:
- Bei den Poetry-Slammern vielleicht etwas zu entdecken, das Lecker Lyrik nützlich werden könnte.
- Bei den Sermon-Slam Teilnehmenden vielleicht zeitgenössische Predigtkultur für die Postmoderne zu finden.
 Sermon-Slam I
Beide Hoffnungen wurden leider enttäuscht. Weiterlesen
 Übersetzungssoftware Nonsense bei ebay.
Neulich suchte ich bei ebay Spikes für Lautsprecher, zugegeben, auch schon ein eher ausgefallenes Produkt. Aber ich habe nach 22 Jahren andere Lautsprecher (die »neuen« sind erst 15 Jahre alt) in Betrieb genommen, und denen fehlte zur Entkoppelung vom Untergrund noch ein Satz »Spikes«, mit M6-Gewinde, denn solche Gewinde sind auf der Boxen-Unterseite bereits eingebaut. Keine große Sache, dachte ich. Unter den Suchergebnissen fand sich manches zur Leica M6. Da ich so eine ja auch benutze, las ich mit Interesse.
Die Krönung aber bietet ein Auslöser-Tuning der besonderen Art. Da hat also ein asiatischer Anbieter für das Drahtauslösergewinde der Leica-Cameras (und vieler anderer) einen Edelstahl-Einschraubauslöseknopf entwickelt und gefertigt, der für 11.50 EUR angeboten wird. So weit, so gut. Ich verstehe ja auch, dass der Anbieter nicht erst einen Kurs im Goethe-Institut absolvieren kann, bloß weil er auch den deutschen Markt bedienen möchte.
So aber, mit Nutzung einer Übersetzungssoftware dieser »Qualität«, geht es wohl auch nicht. Der englische Text »fine quality mini metal release button for Leica M…« ist noch einigermaßen klar, wenngleich »silver« wohl eher auf die Farbe hinweisen soll als auf den Werkstoff. Das ist ja immerhin irreführend. Die mutmaßlich deutsche Bezeichnung aber »Geldstrafe Qualität Mini Metall Freisetzung Taste für Leica M…« ist großartig abwegig. Ja, sicher Fine bedeutet auch Geldstrafe. Aber doch nicht hier. Und so viel Semantik sollte auch eine Übersetzungssoftware mitbringen.
Meine Lautsprecher-Spikes habe ich auch gefunden, gekauft und montiert und kann allen denen, die nun fragen: »Und? Bringt das etwas?« sagen: »Jawohl, es ist sehr zu empfehlen.« Bei den vorherigen Lautsprechern hatte ich über kleine Rolluntersetze, wie sie gewöhnlich für Zimmerpflanzen verwendet werden, einen ähnlichen Effekt erzielen können. Bei den neuen Lautsprechern funktionierte das nur halb zufriedenstellend. Mit den Spikes und entsprechenden Aufnahmen, die vom Boden akustisch entkoppelt sind, klingt es deutlich besser.
Seit einem halben Jahr plant das Vorbereitungsteam. Texte und Lesende wollen gefunden sein, ein stimmiges Gesamtkonzept mit Speisen, Pausengestaltung und Textbeiträgen muss her. Wie und wann soll Lecker Lyrik stattfinden? Dann geht es ans Probekochen und daran, die Einkaufslisten zu erstellen für vier Gänge und ca. 100 Essende (64 Gäste im Saal und die Mitwirkenden — Servierteam, Spülteam, Kochteam usw.)
Jedenfalls ist alles inzwischen auf einem guten Weg, dass nach Ostern (und damit nach der Fastenzeit) die nächste Ausgabe von Lecker Lyrik am 21. April 2012 in St. Martin-Anderten stattfinden kann. Wir haben bei den Texten etwas ganz neues: Max Apel liest und zwar zu seinen feinen schwarz-weiß Bildern. Die Bilder halten kuriose Augenblicke fest, quasi gefrorenen Alltag, aber eben im entscheidenden Augenblick auf dem Film festgehalten. — Dazu, zu seinen Photos, entstanden Texte, die das Publikum »synästhetisch«, also mit Bild und Text zugleich, wird erleben können.
Im mittleren Textblock kommen einige mehr oder weniger bekannte biblische Texte — wenngleich in neuem Gewand — zu Wort. Wir hoffen, dass die Texte so neue Denkanstöße bieten. Dieser Block lässt auch das Publikum zu Wort kommen, lassen Sie sich überraschen.
Bewährt und erfahren geht es im dritten Textblock voran. Karin Viebach ist bei Lecker Lyrik nicht zum ersten Mal und in Anderten handelt es sich für sie um ein Heimspiel. Auch sie beobachtet — wie Max Apel mit der Kamera - den Alltag, aber mit ihrem Schreibstift. Immer wieder entwicklen sich in ihren Texten Begebenheiten anders als erwartet, so dass uns fürs Plakat die Metapher vom Orientierungslauf einfiel.
Die Evangelische Jugend bereitet das im Eintrittpreis enthaltene viergängige Menü vor. Die Speisen sind bei der Aprilausgabe arabisch gehalten. — Nachdem die letzten Lecker Lyrik Abende gut besucht bis ausverkauft waren, empfehlen wir, frühzeitig im Vorverkauf die benötigten Karten zu beschaffen.
Neulich las ich mal wieder »Die verschwundene Miniatur« von Erich Kästner. Das ist eines seiner Bücher aus der Phase der leichten Unterhaltung, weil er ja gerade erst das Schreibverbot, das seit 1933 bestand, gelockert bekommen hatte. So erschien das Buch in der Schweiz, durfte aber in Deutschland verkauft werden. Da Kästner auf die Einnahmen aus seinen Büchern angewiesen war, musste er sich arrangieren, wollte er nicht emigrieren. Das wollte er wohl des Bandes zu seiner Mutter willen nicht.
1935 erschien dies weitgehend unpolitische Buch, in dem leichte Unterhaltung handwerklich gut gemacht ist. Der Untertitel »Die Abenteuer eines empfindsamen Fleischermeisters« charakterisiert das Buch ausgezeichnet. Mir fiel auf, wie schlecht bis falsch (auch inhaltlich falsch) der Wikipedia-Artikel ist, und wie ich es dabei belasse und nicht anfange, dort zu ändern. Nach den »Relevanz«-Streitigkeiten bei der deutschen Wiki lebe ich lieber mit den Fehlern als selbst beizutragen. Schade? Vielleicht.
Bei Kästners Roman handelt es sich sicher nicht um eines seiner wichtigen Werke. Es ist Gebrauchsliteratur. Unter den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen war nicht viel möglich. Was aber Kästners Miniatur z.B. von zahlreichen Fernsehkrimis unterscheidet, das ist die Sprache, die — wie stets bei ihm — ihre ganz eigene Bild– und Metaphernwelt bietet: Eine Art von Text im Text.
Wer also mal wieder gut leicht unterhalten werden möchte, dem oder der sei dieser Kästner empfohlen. Nebenbei lernt man einiges über Heinrich VIII., und Anne Boleyn (und letztlich die Trennung der Anglikanischen Kirche von Rom) sofern man sich durch die Miniatur inspirieren lässt, da noch einmal nachzulesen.
So ein Kirchenwechsel aus der laufenden Arbeit (im Kirchenvorstand und vielen anderen Feldern) heraus ist wohl kaum ohne Kränkungen und Verletzungen zu bewerkstelligen. Das war von mir nicht beabsichtigt, aber ich stellte fest, dass meine Entscheidung gegen den »Rahmen«, in dem gemeindliche Arbeit passiert (der weitgehend durch die Landeskirche gesetzt wird), von Freunden in der (Gemeinde-)Arbeit bestenfalls verstanden wurde, jedoch oft auch als immanente Kritik aufgefasst und teils als Affront verstanden wurde.
Wunschgemäß habe ich mich aus fast allen Arbeitsfeldern in Anderten zurückgezogen und ich hätte mich auch aus allen zurückgezogen, wenn da nicht Protest entstanden wäre. Lecker Lyrik, so fand das Team, ginge nicht so wie bisher ohne mich. Und der Kirchliche Bauverein St. Martin e.V., der ja ohnehin als eingetragener Verein selbständig ist, behielt auch mich als seinen Kassenwart. Niemand riss sich um Buchhaltung und Vereins-Steuererklärung.
Nach gut einem Jahr in meiner neuen Kirche und Gemeinde habe ich in der vergangenen Woche — teils durch terminliche Vorgaben, teils selbst gewählt, mich mehrfach in meiner »alten Gemeinde« blicken lassen.
- Da war zum einen die Vorstellung der Kandidierenden für den neuen Kirchenvorstand. Da mir die Arbeit keineswegs gleich ist und ich viele kenne, teils im Vorfeld der Kandidaturen intensiv mitgedacht habe, habe ich die Vorstellung nach dem Gottesdienst am 4. März (und den Gottesdienst gleich mit) besucht.
- In meiner (neuen) Gemeinde bin ich seit rund fünfzehn Jahren in einem Hauskreis dabei — also bereits lange vor meinem Kirchenwechsel. Ein Kollege dort betonte vor Wochen, dass Gemeinde vom Geist Gottes und vom Gebet lebe. Das überzeugte einige/viele, so dass wir gemeinsam und jeder für sich die Gemeinde (unsere ev.-meth. Johanneskirche bzw. den Bezirk Hannover-Wunstorf) intensiv betend bedenken. Vor diesem Hintergrund fiel mir am letzten Dienstag auf, dass Ökumene ja auch heißen kann, in dieser Weise füreinander zu sorgen, so ging ich am vergangenen Dienstag gastweise zum Gemeindegebet in St. Martin. Solange ich dort aktiv war, war mir das Gemeindegebet eine der wichtigsten Veranstaltungen. Es war gut, dass ich da war, denn wegen anderer Termine waren es an dem Tage wenige, die zum Beten kamen.
- Am Freitag, dem 9. März, war ich in St. Martin zum Ehrenamtlichen-Dank eingeladen. Hatte überlegt, ob ich da womöglich störe, ob Hingehen eine latente Provokation wäre, was mich davon abgehalten hätte. Ich entschied hinzugehen und freute mich an zahlreichen guten Begegnungen. Manche Klärungen waren erforderlich, weil einige aus dem nicht so ganz engen Mitarbeitendenkreis nicht recht mitbekommen hatten, dass und warum ich nicht mehr da bin. — Ich danke der Gemeindeleitung für die Einladung und bemühte mich, mich gut als Gast einzubringen.
Nachdem ich in einer Woche einige mehrfach traf, kamen gar Fragen, ob ich »wieder da« sei. Nun, ich bin nie von Anderten weggezogen. Gemeindlich bin ich anderswo gut verortet, zumindest mit dem Standbein. Die Prioritäten sind neu gesetzt. Und doch meine ich, dass Liebe zu Christus nicht geht, ohne die gesamte Christenheit in den Blick zu nehmen. Für jemanden in Anderten eben auch St. Martin, zumal ich dort so viele persönliche Kontakte habe.
 »Abzüge«, die keine Abzüge sind
Rossmann bietet Abzüge bei Online-Bestellung günstig an. Allein: Da es sich ja um digitale Ausbelichtungen auf Photopapier handelt, es also keine »abzuziehende« dingliche Vorlage gibt, eben weder Platte noch Film, so sind es auch keine »Abzüge«, sondern allenfalls Drucke. Im Englischen ist das ja einfacher. Da nennt man das alles »prints«, auf deutsch aber wird unterschieden zwischen Abzügen, Vergrößerungen, Verkleinerungen, Lightjet und Inkjet-Drucken, zwischen Giclée-Prints und selbstredend den klassischen Verfahren, »C-Print«, Cibachrom/Ilfochrom, Platindruck, Bromöldruck usw. Ganz zu schweigen von Talbotypien, Cyanotypien, Daguerreotypien etc.
Klar ist, dass für den Verkauf zu große Genauigkeit hindert. Das gilt für den Bäcker, der seine Berliner als »mit Marmelade« anbietet, obwohl es sich lebensmittelrechtlich um Konfitüre handelt, es gilt aber auch für den Photohändler, der postkartengroße Bildchen dem Kunden nicht als »Vergrößerungen« anbieten möchte, auch wenn sie das in den 1980er Jahren relativ zum Kleinbildnegativ, von dem sie gefertigt wurden, waren. Bei Vergrößerungen dachte jeder an Bilder ab A4-Format. Das Ausgeben digitaler Daten auf Papier ist keine »Vergrößerung« und kein Abzug. Denn weder wird vergrößert noch abgezogen. Abzüge also sind immer Kontaktverfahren, sonst wäre ja nichts abzuziehen.
Mir geht es darum, dass Sprache und Denken ja eng zusammenhängen. Genaues Denken und Sprechen gehören insofern meiner Meinung nach zusammen, als mir eben die technisch-handwerkliche Seite der Bildentstehung nicht gleichgültig ist. Eine Gleichgültigkeit in diesen Dingen, die sich sprachlich abzeichnet, betrifft, bevor sie sich sprachlich äußert, unser Denken. — »Ist doch gleich, wie das Photo aufs Papier kommt…« Nun meine ich nicht, dass wir eine (weitere) Akademie für Sprache bräuchten, die nach französischem Vorbild entsprechende Regelungen trifft und Vorschläge prüft. Ich meine aber sehr wohl, dass es mit Luther hilft, dem Volk aufs Maul zu schauen: Diese Gleichgültigkeit ist etwa für solche, die drüber nachdenken, mit (handwerklich-technischen) Bildern Geld zu verdienen, kein günstiges Vorzeichen.- Fine-Art Printer sind absolute Nischenanbieter.
Um nicht missverstanden zu werden: Mir geht es nicht darum, dass die Bäckereiverkäuferin den Kunden verbessert: »Das ist keine Rumkugel, das ist eine Schokokugel, da ist kein Rum/Alkohol drin…« oder: »Berliner mit Marmelade können Sie nur in Österreich kaufen, wir haben bloß solche mit Konfitüre, bedanken Sie sich bei der EU!« — Mir geht es nicht um Überregulation, um Abmahnwesen und reichlich Kleingedrucktes, bei dem ja inzwischen auch Mindestgrößen geregelt sind. Mir geht es um sprachlichen Ausdruck (bitte möglichst klar) als Folge klaren Denkens.
Insofern sehe ich mir keinen Film an, weil gar nicht auf solchem (sondern digital) ge»dreht« (allenfalls die Kopftrommel bei der »MAZ« oder die Festplatte im Disk-Array): Wir merken, wie es an eingängigen und treffend gewählten Begriffen fehlt, die mit der fortschreitenden Technik Schritt zu halten vermag. Los, ihr Horden arbeitsloser Geisteswissenschaftler, hier ist Arbeit für Euch. Schon in den ersten biblischen Kapiteln lernen wir, dass erst das, was zur Sprache kommt, auch zur Welt (der Sprachgemeinschaft) kommt. Darum ist die Benennung so wichtig: Uns schwindet die Welt, wenn wir sprachlich verarmen.
 Schnellfähre (Katamaran) und Tourist (1/2 s)
Auf Helgoland war ich im September und hatte die Idee, mit meinen Bildern Bewegung festzuhalten. Gerade im Gegensatz zu statischen Elementen. Daher hatte ich einige Neutraldichtefilter im Gepäck, einen, der drei Blenden Licht schluckt, und einen, der zehn Blenden schluckt. Entsprechend kam ich auf Belichtungszeiten, die ich nicht mehr aus der Hand halten konnte, oft so zwischen 1/4 s und 30 s. -
Leider habe ich bisher noch nicht die Muße gefunden, alle Negative durchzuarbeiten. In loser Folge folgen weitere Bilder. Aufgenommen mit einer Mamiya 6 (6 cm x 6 cm) mit 150 mm Teleobjektiv auf Fuji Neopan Acros 100, entwickelt in Rodinal 1+24.
Durch die Pressevorstellung der Nikon D800(E), einer vollformatigen digitalen Spiegelreflexkamera, durch Nikon Anfang Februar sind die Foren voll von Euphorie und der Hoffnung auf das ultimative Werkzeug, quasi die photographische »golden bullet«: Kaufen (2.800/3.000 €), und schon sind alle Probleme gelöst. So klingt das in den Foren.
In der Tat mischt Nikon den Markt der hochauflösenden DSLRs gründlich auf, weil man ja sehr gute Objektive bereit hat, jedoch diesen Markt der digitalen Landschaftsphotographie usw., der Felder, in denen sehr große Bilder oder sehr hochauflösende erforderlich sind, lange dem Wettbewerber Canon überlassen hatte. Viele sind mit der Ergonomie der Canon 5D Mark II nicht glücklich. Aber: Für ca. 2.000 € bekommt man da einen Sensor im Vollformat und 21 Megapixel. Das gab es bei Nikon bisher nicht. — Und die ca. 8.000 € Nikon D3X war stets zu teuer, um die interessierten Amateure anzusprechen. Weiterlesen
Aus konfessionskundlichen Gründen habe ich vor rund eineinhalb Jahren einen Bibelstudienkurs »Start ins Leben« beim »Internationalen Bibelstudien-Institut« (getragen von Stimme der Hoffnung, also letztlich der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten) begonnen. Ich hatte damals eine Karte im Briefkasten (wie wahrscheinlich Tausende anderer auch). Und die Karte schickte ich zurück. Dann kamen einige Studienbriefe, bunt bebildert, mit niedrigschwelligen Fragen, die — spätestens nach der Studienbrieflektüre — leicht zu beantworten sind.
Man schickt einen Abschnitt zurück und bekommt schließlich die nächsten Studienbriefe zugeschickt, mitsamt der Korrektur durch Frau Krejcek. Der schrieb ich, nachdem ich ein Gespür hatte, wie der Hase so läuft, weil ich fand, dass weder sie noch ich uns die Mühe und Portokosten machen müssten. Ich schrieb also deutlich ab, bedankte mich höflich und wies darauf hin, dass ich die sechs Folgen aus konfessionskundlichen Gründen angefordert hätte und Diplomtheologe sei. Außerdem legte ich einen Aufsatz »The Pivotal Design« von einem us-amerikanischen Gemeindeentwicklungsinstitut im Bereich der Sieben-Tags-Adventisten bei. Das war vor rund einem Jahr. Dann kam eine Einladung zu einem Treffen hier am Roderbruchmarkt — ich blogte drüber. Zwischen Oktober und Weihnachten lief ein Kurs, in den ich wiederum eingeladen wurde. Im November schrieb Frau Krejcek:
»Lieber Herr Weber,
wie geht es Ihnen? Haben Sie Lust, wieder weiter zu studieren? Das würde mich sehr freuen…«
Jedenfalls kam gestern der nächste Brief, mit einer anderen Erzählung, aber mit der selben Einleitung. Tja. Okay. Also werde ich jetzt gleich die nächsten Studienbriefe ausfüllen. Manchmal hilft es nichts. Vielleicht lerne ich etwas?!
Jedenfalls habe ich eben die Folgen sieben, acht, neun und zehn ausgefüllt. — Man tut ja, was man kann.
Mehrere Artikel liegen hier im Sudelweb herum, die ich nicht fertiggestellt bekomme. Die Häme um Herrn Wulff, die Meldungen allenthalben, die zeigen, wie Menschen manchmal sind, frustrieren. Und ich möchte ja mit dem Sudelweb nicht ins gleiche Horn blasen. Den besten Kommentar hörte ich am Samstag abends von Wiglaf Droste: »Wenn einer ›Würde‹ für Konjunktiv hält, tut er gut daran, sein Amt niederzulegen.« — Recht hat er. Wenn aber die Koalitionäre die Gespräche über die Nachfolge zum Wahlkampf machen, dann ist das unerträglich.
Am vergangenen Samstag war mein Literarisches Quintett zum späten Frühstück bei mir; wie sprachen über den Tod des Iwan Iljitsch von Tolstoi — ein großartiger Text, weil Iljitisch in Zeitlupe das nicht gelebte Leben in den Blick nimmt, das ihn so lange daran hindert, sein Leben loszulassen.
 beim Semesterabschlusskonzert: Jazzica
Am vergangenen Donnerstag hörte ich das Semester-Schlusskonzert im Musicollege-Hannover. Voll war es in der Probenbühne in der Bultstraße, die Gäste trauten sich auch anfangs nicht nach vorne. Die drei Jazzbands habe ich angehört; vor den Populärmusikern bin ich gegangen. Irgendwie fühlte ich mich wie im Schulkonzert. Es war nicht wirklich schlecht. Aber auch nicht so gut, dass mich die Musik mitgerissen hätte.
In meiner Arbeit ist vieles anders, weil mein Seniorchef Anfang Januar plötzlich verstarb. Ich merke, wie sehr er mir fehlt — gerade auch seine Art zu arbeiten und meinen Anteil dazu zu geben.
In der Gemeinde gibt es sehr erfreuliche Dinge, feine Begegnungen und gute Gespräche, aber es gibt auch die Mühen, dass Gottesdienst nicht allen passt, dass manches Projekt lange dauert usw. Das ist nicht außergewöhnlich, aber es ist auch nicht alles nur himmlisch. Leider.
 Zum Thema Outfit und Jazz ein anderes Mal…
Kurz: Die Unruhe in mir lässt mich mit eigenen Texten und Projekten nicht recht weiterkommen. Ich habe viel unfertiges, viele Halbzeuge herumliegen, leider eben auch im Sudelweb. Und derzeit fehlt es etwas an Kraft, manches fertigzustellen. Wohlan: Dies geschrieben zu haben ist ja immerhin ein Anfang.
Heute vor einer Woche war auf einer Bühne an der Expo-Plaza eine Massenszene zu drehen geplant. Freunde suchten Mitwirkende, Statisten … über das Internet. Ich hatte bis rund 17 Uhr zu arbeiten und um 19:30 Uhr die »Gottesdienst-Werkstatt« in der Gemeinde. Die Zeit dazwischen habe ich den »Machern« angeboten. Rund ein Dutzend Statisten saß bereits im Foyer herum als ich eintraf. Und dann kam auch die Crew.
Eine kurze Einführung folgte, was das eigentlich für ein Film sei… Man habe nämlich am Dienstag um 10 Uhr früh das Thema vom Veranstalter bekommen, und seit diesem Zeitpunkt ständen insgesamt 99 Stunden Zeit zur Verfügung, bis der fertige Film — Dauer: 99 s — abgegeben werden müsse. Allerdings sei es, wie sich bei der Lektüre des Kleingedruckten rausstellte, doch eine ziemliche Ausbeutung: Man lasse Tausende Teams überall im Land Filme erstellen, vergebe für drei Beiträge Preise und sichere sich alle Rechte aller eingereichten Beiträge. Und eben das wolle dieser Film thematisieren. Nun gehe es um eine Szene mit einem Protestsong, und wir müssten alle entsprechend mitschunkeln und dann mit dem Fuß kräftig aufstampfen… — Schließlich kamen wir in die Probenbühne, und als auch die Technik Strom hatte, musste ich los zur Gottesdienstwerkstatt in der Gemeinde. Aber: Die Geschichte ging zügig weiter…
Inzwischen beharkten die Ausrichter des Wettbewerbs die hannoverschen Kollegen bereits juristisch. Der Vorwurf der Verleumdung steht im Raum. - Wie war das mit dem gewaltigen Schild und Speer (bei Goliath)? Eben: Einschüchterungsversuche gab es ja auch bereits bei den Philistern, bei David und Goliath. Und bekanntlich freut es alle, wenn mancher Riese unerwartet umfällt, muss ja nicht mit einem Loch in der Stirn sein. Könnte auch schon genügen, einfach mal die Teilnahmebedingungen und AGB zu verändern!? Jedenfalls ist der Beitrag über 14.000 mal angeklickt seit er bei youtube steht und ist der meistaufgerufene Film zu diesem 99 Sekunden-Thema.. Achso, ich soll das Verlinken oder Einbetten? Hier!
Gegebenenfalls reicht es ja schon, dass einer kommt wie in der fünften Strophe Matthias Claudius’ Gedicht »David und Goliath«:
»Da kam in seinem Schäferrock
Ein Jüngling zart und fein;
Er hatte nichts als seinen Stock,
Als Schleuder und den Stein,
Und sprach: ›Du hast viel Stolz und Wehr,
Ich komm im Namen Gottes her.‹«
Damit können die Kollegen von Amano ja immerhin dienen… Und wenn nicht David und Goliath, so doch zumindest Streisand-Effekt.
Am Samstag war ich in Hamburg. Das war schon lange geplant, mühsam hatte ich den Tag freigehalten, und nachdem ich tags zuvor krank im Bett lag, war ich besonders froh, morgens noch etwas schlapp, aber doch reisefähig mich vorzufinden. Den Tag über lief ich also bei –10° C (und teils weniger) durch die Stadt, war froh über zwei warme Getränke zwischendrin. Einfach mal sitzen und auftauen… Jedenfalls war die Idee, abends den Tag ausklingen zu lassen mit einem Doppelkonzert im »freundlich und kompetent«, einer stets überfüllten Kneipe, in der u.a. Q-Bic spielen sollte. Nach dem Fußballspiel, geplanter Beginn des Aufbaus: 20:15 Uhr plus Verzögerung wegen der Sportübertragungsverzögerung. Geplanter Konzertbeginn: 21 Uhr. Weiterlesen
Dieser Tage werden in allen Gemeinden der Hannoverschen Landeskirche die Kandidatinnen und Kandidaten gesucht, Artikel zur Vorstellung geschrieben, gegegebenenfalls Unterschriftenlisten mit Gemeindenglieder-Unterschriften (wenigstens zehn braucht es ja für Kandidierende) zusammengetragen. Ich finde es wichtig, dass sich Menschen in Gemeinden mit ihren Gaben einbringen. Und gute Verwaltung und Leitung wird in den Gemeinden gebraucht. So weit, so gut.
Der Anspruch ist, dass Gemeinde für alle Getauften da sein soll. Darüber hinaus soll sie in ihrem Bereich missionarisch bzw. evangelistisch wirken, also auch solche Menschen ansprechen, die (noch) nicht Christen sind. Andererseits brechen die personellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten seit Jahren weg. De facto gilt es also gezielt zurück zu bauen, so dass kein übermäßiger Schaden für das Leben und Weben der Gemeinde entsteht. Stellenkürzungen usw. sind allenthalben durch die Kirchenvorstände und die kirchlichen Verwaltungen (in Kirchenkreisen und auch den kirchlichen Verbänden und Einrichtungen) so durchzuführen, dass das kirchliche Leben weitergeht. Weiterlesen
Dieser Artikel in La Stampa berichtet, dass ein Mitglied der Kuwaitischen Königsfamilie zum Christentum konvertiert sei und nun um sein Leben fürchte. Bedauerlicherweise ist es noch immer so, dass Religionsfreiheit, und zwar positiv (als Freiheit zu einer Religionsausübung) wie negativ (als Freiheit von religiöser Bindung) vielen Menschen nicht möglich ist. In einigen Regionen dieser Erde meinen Menschen an der Macht, dass sie den Glauben anderer bestimmen könnten. Zumindest versucht man, Konversionen zu bestrafen.
Mir scheint, dass ein Wechsel des Glaubens mitunter passieren kann, ja muss. Wenn jemand Christ wird, kann er vorher alles denkbare andere gewesen sein. Auch denkbar, dass jemand vom Christen zum Heiden wird, weil ihm oder ihr der Glaube abhanden kommt. Konversionen kommen vor. Mancher wird Moslem, manche wird Jüdin, Hindu oder was auch immer. Dass es für jemanden, ob nun politischer Machthaber oder überzeugter Gemeinde-Mitarbeitender, dem Glaube wichtig ist, eine wichtige Entscheidung ist, wohin jemand konvertiert, wenn damit eben auch »heilsrelevante« Entscheidungen getroffen werden, könnte er oder sie auf die Idee kommen, hier unliebsame Konversionen unter höchste Strafen zu stellen. Selbst das aber bringt nichts.
Ich freue mich, wenn jemand Christ wird. — Und ich achte alle, die anderweitig konvertieren. Ich finde es teils überaus schade, aber ich achte die Freiheit der anderen höher als meine Einschätzung der möglichen Folgen. Wenn ich einem gewesenen Christen, der jetzt Moslem ist, helfe, auch helfe, ein besserer Moslem zu werden, dann kann ich ihm etwas von Gottes Liebe, die ich glaube, widerspiegeln.
Für mich ist der Bericht in La Stampa eine Steilvorlage für ein Gedankenexperiment:
Was wäre, wenn Kanzlerin Dr. Merkel zum Islam konvertierte? Weiterlesen
Wenn ich in Marburg bin, gehe ich in die Universitätsbuchhandlung Ewert. Auch in Heidelberg kenne ich eine Buchhandlung, an der ich kaum vorbeigehen kann, weil ich weiß, dass ich dort erfahrungsgemäß mindestens ein oder zwei Bücher finde, die ich suche; teils suche ich sie, ohne es zu wissen.
Von Umberto Eco gibt es einen Streichholzbrief, eine dieser Glossen aus L’Espresso, in dem er von Bibliotheken schreibt: Solchen, in denen man leben kann und garantiert etwas findet, das man nicht gesucht hat. Die entsprechenden Bibliotheken sind dermaßen sortiert, dass es große Präsenzbereiche gibt, in denen man als Besucher an Bücher heran kann. Denn wenn man ohnehin schon wissen muss, was man sucht, dann braucht man nicht zu suchen. Dann ist ein Online-Bestellsystem wirtschaftlicher. Wenn man aber stets gespannt ist, was da noch an unentdeckten Schätzen zu entdecken ist, dann machen Bibliotheken — und in ähnlicher Weise eben auch Buchhandlungen — Lust auf mehr.
Die Großbuchhandlungen, die in allen neuen Einkaufszentren aus dem Boden sprießen, die braucht niemand. Jedenfalls dann nicht, wenn man Zugang zum Internet hat. Dank des Zentralen Verzeichnisses Antiquarischer Bücher (zvab.com) und Amazons usw. brauche ich nicht mit der Bahn oder dem Auto in eine Innenstadt zu fahren, um dort doch nicht zu finden, was ich suche. Es dann schließlich zu bestellen und noch einmal in die Stadt zu fahren, um das bestellte Buch abzuholen. Nein. Wenn ich weiß, was ich suche, dann kaufe ich es (gern auch antiquarisch) und lasse es mir liefern.
Und nun kommt der Werbeblock. In Stuttgart ist Lindemanns Fotobuchhandlung lange spezialisiert. Diese Buchhandlung verschickt per email und auch per Drucksache regelmäßig gut gemachte Informationen über Neuerscheinungen (gerade auch die außerhalb Deutschlands, von denen man sonst kaum etwas mitbekäme) und — vielleicht das beste — es gibt immer Restexemplare und Sonderposten, die zu sehr attraktivem Preis angeboten werden. Ein Beispiel (fiktiv): Wer ein Servicehandbuch zur Reparatur des Zentralverschlusses einer alten Rolleicord sucht, hat bei Lindemanns sicher gute Chancen, vielleicht als Reprint, vielleicht als kanadische Ausgabe oder wie auch immer. Ich freue mich seit rund zwanzig Jahren an den Empfehlungen und den Angeboten, die ich aus Stuttgart von Zeit zu Zeit kaufe, sei es aus dem Bereich Fotokunst oder Fototechnik. Hier sind die Links zu den Sonderangeboten, da könnte auch etwas für meine Lesenden dabei sein, so dachte ich mir. — Nebenbei: Ich werde für die »Werbung« nicht bezahlt, bin vielmehr überzeugt, dass gute Angebote weitergesagt werden sollten.
»@Peer: Bist Du Gott?
Bei Dir klingt es immer so, als würdest Du die ›Wahrheit‹ kennen (von der ich ausgehe, dass ich sie als Mensch nicht kennen kann) …« (Markus, 27.01.2012)
Diese Frage schien mir schon einigermaßen thematisch abwegig, aber ich verstand sie als (provozierte) Reaktion auf den vorherigen Beitrag durch den angesprochenen Kommentator. Stilistisch handelt es sich um eine rhethorische Frage, also eine, die keine Antwort erwartet, sondern sich lediglich des formalen Fragens bedient, um auszusagen: »Du bist nicht Gott.« — denn nur ein solcher könnte in der argumentativen Strategie die Wahrheit kennen.
»Ja, ich bin ein Gott. Doch eher einer wie Wotan, weniger wie Euer Jehova. So schlecht wie Jehova bin ich nicht.
Übrigens, wenn du davon ausgehst, daß du die Wahrheit nicht kennen kannst, dann meinst du doch zumindestens diese eine Wahrheit erkannt zu haben, die du demgemäß gar nicht erkennen kannst. Deine übernommene Denkfigur falsifiziert sich also schon selbst. Nütze diesen Hinweis zu deinem Heil. Dich von mir stoßend zeig ich ihn dir. Auf nach Rom!
(Warnung: dieser Beitrag könnte Spuren von Anspielungen enthalten, die nur für Wagnerianer verständlich sind.)« (Peer Scherenberg, 27.01.2012)
Die Antwort nimmt die Frage als (offene) Frage, übersieht geflissentlich, dass es sich um keine echte Frage handelt, sondern um eine rhetorische, und beantwortet sie zudem eben gerade nicht im Sinne der argumentativen Strategie des Fragers: Die Antwort lautet »ja — ich bin ein Gott«.
Die folgende Ausführung fußt selbstverständlich auf den unterschiedlichen Bedeutungen von »Wahrheit« und »erkennen« zwischen Fragendem und Antwortendem. Anzunehmen ist, dass der Fragende annimmt, dass gemäß Joh. 14,6 Jesus »Weg, Wahrheit und Leben« sei. Dies aber vermöge nur der Glaubende zu »erkennen«, und zwar in dem Sinne, dass Glaube keine menschliche Option sei, sondern ein Geschenk Gottes. Zu erkennen, wer und inwiefern er Wahrheit sei, sei eben gerade nicht menschlich, sondern göttlich — und eben denen möglich, denen Gott sich offenbare. So verstehe ich Markus’ Intention.
Demgegenüber setzt Peer Scherenberg voraus, dass das, was man kann, ein menschliches Vermögen sei, dass also der Frager Markus gar nicht erkannt haben könne, gemäß seiner eigenen Argumentation. Im Hintergrund ist stets (bei Markus) 1. Kor.13,12b: »Nun erkennen wir stückweise, dann aber werden wir erkennen, gleich wie wir erkannt sind.« Sollte der Antwortende recht haben, hätte sich der Frager in der Tat selbst widerlegt. Alles hängt an den »Ebenen«, auf denen die Begriffe je angesiedelt werden.
»Ich weiß nichts, ich glaube. Wie Du.« (Markus, 28.01.2012)
Das ist wohl eher ein Hinweis zu Selbstverständnis denn ein Argument. Es folgt der »inneren Logik«, die oben dargestellt ist.
»Ich denke, du nicht. Das ist der Unterschied. Denn Vorgänge des Geistes sind unmittelbar evident.
Du solltest erstmal in die philosophische Grundschule gehen und dort insbesondere Kurse in formaler Logik und Erkenntnistheorie besuchen. Beides fehlt dir zu 100% und daher kannst du hier nicht mitreden, denn dir fehlt das grundsätzliche Arbeitswerkzeug.
Stattdessen versucht du es durch religiöses Gebrabbel zu ersetzen, wie armselig! Versuch doch erstmal zu denken, nachher kannst du immer noch geistigen Selbstmord begehen, indem du dich irgendeiner religiösen Sekte in die Arme wirfst. Aber vorher solltest du erstmal SELBST GEDACHT haben. Das sollte jeder einmal, bevor er anfängt zu glauben.« (Peer Scherenberg, 28.01.2012)
Dem dritten Satz widerspreche ich entschieden. Vorgänge des Geistes sind spätestens seit dem »linguistic turn« alles andere als »unmittelbar evident«. Vergleiche etwa Artikel »Evidenz« bei Wiki oder Wittgenstein (eben daher):
»Ja, ich glaube, daß jeder Mensch zwei menschliche Eltern hat; aber die Katholiken glauben, daß Jesus nur eine menschliche Mutter hatte. Und Andre könnten glauben, es gebe Menschen, die keine Eltern haben, und aller gegenteiligen Evidenz keinen Glauben schenken. Die Katholiken glauben auch, daß eine Oblate unter gewissen Umständen ihr Wesen gänzlich ändert, und zugleich, daß alle Evidenz das Gegenteil beweist. Wenn also Moore sagte ›Ich weiß, daß dies Wein und nicht Blut ist‹, so würden Katholiken ihm widersprechen.« (Ludwig Wittgenstein, Über Gewissheit, § 239)
Wenngleich hier die Tirade der Vorwürfe an den Gesprächspartner substanziell wenig zutreffendes ausführt, denn — ich glaube nicht zu viel persönliche Details preiszugeben — : Markus studiert durchaus Philosophie. In der Sache ist der Punkt, dass Wahrheit ja ein Prädikat ist, das Sätzen verliehen werden kann. Wahrheit aber ist nichts, das Sachverhalten beigelegt werden könnte. Der Satz: Gießen liege zwischen Marburg und Frankfurt ist bezüglich unserer Sprachkonventionen zutreffend, aber nicht bezüglich der Dinge in der Welt. Der Übergang von empirischen Sachverhalten in die sprachlichen Aussagen wurde wohl von Peer Scherenberg vorausgesetzt, was ich seit dem liguistic turn nicht mehr für zulässig halte.
Dass nebenbei Glauben kein Widerpart zum Denken seien muss, sondern — etwa in der Prototheologie — der Gegenstandsbereich der Rekonstruktion einer Fachdisziplin seien kann, vermisse ich. Anders gesagt: Wir befinden uns für den Atheisten in einer »möglichen Welt« (im Sinne Wittgensteins), in der bestimmte Aussagen (theologischer und biblischer Natur) angenommen werden dürfen, und in dieser Welt bringen wir den logisch-sprachphilosophischen Werkzeugkasten zum Anschlag, um methodisch ausgereift bestimmte Schlüsse relativ zum Set der Annahmen für probabilistisch, bewiesen, angenommen oder widerlegt anzusehen und entsprechend zu benennen. Nicht mehr, nicht weniger.
Dass man aber deshalb einander nicht unbedingt in die methodische Vorschule zurücksetzen muss, das scheint mir evident.
Anfang Januar besuchte ich Freunde, die ich einige Jahre lang nicht getroffen hatte. Wie das so ist, wenn man je an seinem Ort recht ein– und angebunden ist. Bei mir war es viel Gemeindearbeit, bei ihnen Beruf und Kinder, die die Zeit reichlich füllten.
Wir kamen auch auf meinen Kirchenwechsel zu sprechen und ein Freund sagte: »Ah, Methodist bist Du jetzt… meine Schwester ist inzwischen auch Methodist. Sie sucht sich immer die lebendigste Gemeinde aus.« — Ich kenne die Schwester zu wenig, um dazu wirklich etwas zu sagen. Jedenfalls ist die Gemeindesuche wohl etwas, das sehr unterschiedlich angegangen werden kann. In der Tat kann man nach einer attraktiven Gemeinde suchen, nach einer, mit Mitarbeitenden, mit denen man auf einer Wellenlänge liegt und entsprechend einfach ins Gespräch kommen kann.
Man kann nach dem suchen, was man besonders wünscht/braucht. Wer etwa einen guten Chor möchte, sollte nach einer Gemeinde mit einem solchen Ausschau halten. Wem eine lebendige Hauskreisarbeit wichtig ist, möglichst mit einem bestehenden Angebot in Wohnortnähe, der hat ein Kriterium. Weiterlesen
Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass bei einer Kundgebung nationalsozialistisch Gesonnener als »Chiffre« nun der Titelsong aus Paulchen Panther gesungen wurde. Diese Musik wurde von der Zwickauer Nazi-Zelle (»NSU«) in ihren Bekennervideos als Hintergrundmusik gewählt.
Zutreffend stellt die Süddeutsche dar, dass man ja schlecht, bloß weil bestimmte Chiffren in rechten Kreisen gebraucht würden, Buchstaben des Alphabets (wie »AH« oder 18 (die entsprechenden Zahlwerte) für Adolf Hitler oder »HH«/88 für »Heil Hitler«) oder Ziffern verbieten könne. — Das ginge in der Tat zu weit. Was aber hindert eigentlich daran, bei urheberrechtlich geschützten Werken, diejenigen zur Kasse zu bitten, die diese öffentlich aufführen, ohne hierfür befugt zu sein? Die entsprechende GEMA-Direktion ist doch gar nicht weit vom Ort der Kundgebung in München entfernt?
Wenn entsprechende Bescheide wie bei den Laternenumzügen von Kindergärten an die Parteien und die (sicher nach den einschlägigen Überwachungsvideos auszumachenden) Einzelsänger zugestellt würden, wäre es doch endlich mal eine kreative Auslegung des rostigen Urheberrechts-Säbels.
Merke: Da, wo strafrechtlich keine Handhabe ist, bleibt immer noch der zivilrechtliche Weg. Vielleicht haben ja die Urheber bestimmte Aufführungseinschränkungen verfügt? Dann bliebe noch die (kostenbewährte) Unterlassungsverfügung…
Nebenbei: Als ich Paulchen Panther las, dachte ich erstmal als Peter Panter, eines der Pseudonyme Kurt Tucholskys, um die Weltbühne nicht zu Tucholsky-lastig erscheinen zu lassen… Dass die Rechtsgerichteten seine Songs sängen, hätte mich verwundert. Wäre aber zumindest (dank seines Suizids vor mehr als 70 Jahren) urheberrechtlich unbedenklich.
Ich wollt es wäre Kundgebung und die GEMA käme.
 Diese Marmelade ist ein »Fruchtaufstrich«
Lebensmittelrecht ist ein Gebiet für sich. Da werden die Claims sauber abgesteckt. Da muss das Fleisch durch halb Europa gefahren werden, um dann in Parma o.ä. zum Schinken zu werden. Feta ist eben nicht aus Kuhmilch (und darf nicht irgendwoher kommen) und Marmelade muss gekocht werden. Und wenn sie nicht gekocht wird? — Dann ist es eben keine Marmelade. Dann heißt das eben »Fruchtaufstrich«: Das macht den Orangen gar nichts. Nicht einmal mir, dem Konsumenten, macht es etwas. Ich finde, dass die Produkte der Dänen ganz im Gegenteil sehr empfehlenswert sind, auch dann, wenn es sich eben nicht um Marmelade handelt.
Wenn jemand weiß, wie es mit dem britischen Lebensmittelrecht ist: Muss »marmelade« (englisch) auch gekocht werden? Wie sieht das mit »jam« aus? — Dänen lügen nicht, und ich schere mich nicht drum, wie der Aufstrich heißt. Hauptsache ist, dass er schmeckt.

- der Platz, an dem ich arbeite…
Eine Zeit lang fand ich es attraktiv, wenn alle möglichen Daten und Informationen allenthalben verfügbar wären, also auf einem Server, mit dem ich mich von überall her verbinden könnte. Daten, Termine, Kontakte… Was kann man da nicht alles mit sich tragen, wenn man bloß ein paar Zugangsdaten (und evtl. Schlüssel für verschlüsselte Daten) mit sich trägt.
Inzwischen finde ich es deutlich praktischer, die Daten mit dem Füllfederhalter in den Kalender zu schreiben, und wenn es um Terminvorschläge geht, dann eben mit Bleistift, so dass ich die nicht benötigten Optionen anschließend ausradieren kann. Diese Kalender von rado habe ich seit vielen Jahren in Betrieb. Sie zeigen eine Woche auf einer Doppelseite, was meinen Bedürfnissen gut entspricht: Ich plane ja auch so — von Woche zu Woche. Und immer wieder freue ich mich an den Aphorismen, die es Woche für Woche im Kalender gibt. Etwa im Hauskreis merke ich, wie viel schneller ich mit Stift und Kalender bin als andere mit der kalenderführung im Smartphone…
Bei den hier an meinem Arbeitsplatz zu findenden Gegenständen gibt es jeweils eine kleine Geschichte, an der ich die Sudelweb-Lesenden teilhaben lassen möchte: Weiterlesen
Wer kein Nerd ist, hört Musik über Lautsprecher, so ein verbreitetes (Vor-)urteil. Das sehe ich anders, denn beim Hören mit Lautsprechern ist stets der Hörraum wichtig: Klingt der schlecht, macht es keinen Spaß. Auch die optimale Hörposition ist selten praktikabel, zumal dann, wenn man sich in Wohnräumen bewegt.

- Sennheiser HD-265 linear — geschlossener dynamischer Kopfhörer
Wer gerne lauter hört, muss Rücksicht auf Mitbewohnende und Nachbarn nehmen: Kopfhörer wirken hier Wunder, um den Hausfrieden herzustellen bzw. zu bewahren. Bei mir ging es mit dem bewussten Musikgenuss so los, dass ich einen CD-Player kaufte und einen anständigen Kopfhörer, den ich bis heute habe und seinerzeit bewusst dazu erwarb, mit ihm auch aufzunehmen. Unter meinem geschlossenen Kopfhörer, einem Sennheiser HD-265 linear, sind seit dem zahlreiche CDs (und DVD-A) entstanden. Er leistete mir stets gute Dienste und erhielt bisher einmal (nachdem ich ihn verliehen hatte) ein neues Kabel und — nach Jahren regelmäßigen Gebrauchs — einmal neue Ohrpolster.
Anfangs besaß ich keine Lautsprecher, nur diesen Kopfhörer, hörte somit direkt am Kopfhörerausgang meines damaligen CD-Spielers, DAT-Recorders etc. Dann an der Audio-Workstation, am RME-Fireface… Einen großen Fortschritt gab es, als ich vor Jahren einen Kopfhörerverstärker anschaffen musste, weil ich mit meiner damaligen Band Paradawgma so aufnehmen sollte, dass jeder in einem Kämmerchen unter einem eigenen Kopfhörer spielte — vor sich ein oder zwei Neumänner oder AKG-C414. Damals hörte ich erstmal die HiFi-Referenz-Kopfhörerverstärker an. Und stellte fest, was alles mehr geht — über das hinaus, was meine eingebauten Kopfhörerbuchsen lieferten. Ich hörte auch, was die Studiotechnik zum Thema zu bieten hat: Den Phonitor von spl, und entschied mich für eine viel günstigere Lösung, die ich bis heute für auch vier– oder fünfmal so teuren Geräten für überlegen halte: Den Presonus HP4, einen vierkanaligen Kopfhörerverstärker (Paradawgma ist und war ein Quartett) für wenig Geld.
 Jecklin Float electrostat
Zu der Zeit hatte ich bereits lange zwei Jecklin Float electrostat-Kopfhörer im Betrieb, die ich bis heute liebe. Jürg Jecklin, der Erfinder dieser »Weltraumhelme«, war Tonmeister bei Schweizer Radio und erfand diese unförmigen, aber sehr gut klingenden (mit dem letzten Speisegerät) Ohrlautsprecher, um im Aufnahmewagen gut abhören zu können, besondern hinsichtlich der Phasenlage ist mehr mit frei vor den Ohren hängenden Elektrostaten zu entscheiden, weil man die Richtungsinformationen von Schall aufs Trommelfell und Schall über die Ohrschnecke auch mit nur einem Ohr nutzen kann, um Richtungshören zu entwickeln.
Exkurs: Wer mit Im-Ohr-Hörern hört, hat diesen zweiten Schallweg über die Schnecke und das Außenohr nicht, was leicht als Mangel empfunden werden kann, den man mit mehr Lautstärke zu kompensieren suchen könnte. Das aber tut dem Gehör nicht gut.
Die Jecklin Float Electrostaten werden mit einem Speiseteil betrieben, das an den Lautsprecherausgang (also an die Boxenklemmen) des Leistungsverstärkers angeschlossen wird. Das Speiseteil benötigt außerdem Netzspannung. Durch ein sechsadriges Kabel wird der Ohrlautsprecher mit dem Signal (links/rechts) und der Polarisationsspannung versorgt, denn (wie bei Elektrostaten üblich) funktioniert er so, dass eine sehr leichte und große Membran aus einer metallisch bedampften Folie sich in dem Feld eines polarisierten Kondensators bewegt. Diese Folie ist sehr viel schneller als es die Membranen dynamischer Kopfhörer wären; sie bewegt sich äußerst feinfühlig und gibt besonders hohe Frequenzen quasi
 Speisegerät zum Jecklin Float electrostat (erlaubt Anschluss von zwei Floats)
wie live wieder. Somit kann man deutlich besser den Raum hören (Reflexionen) und kann — das ist einer der wichtigsten Anwendungsfälle bei mir — stundenlang Musik schneiden. Wenn ich an Flügel-CDs denke mit weit über 1.000 Schnitten in 60 Minuten… Und jeder muss unhörbar gemacht werden… Da hilft in langen Nächten ein ermüdungsfreies Hören unterm Jecklin-Float.
Im Wissen, was Elektrostaten vermögen, hatte ich natürlich auch die Produkte von Stax ausführlicher gehört. Der Omega war nicht so mein Fall, und erst vor rund einem Jahr fand ich im Lambda Pro eine Ergänzung, die mir hilft, eigene und andere Aufnahmen noch einmal kritisch unter die akustische Lupe zu nehmen. Wohlfeil gab es diese Kombination mit dem passenden Transistor-Verstärker SRM-1/MK-2 Professional bei ebay im europäischen Ausland. Und da ich diese Kopfhörer nutze, vor allem zum Schneiden und Aufnehmen, sehe ich nicht so den Nutzwert (für mich) in z.B. dem spl-Phonitor, an den ich ja wieder dynamische Kopfhörer anschließen müsste. Wozu?
 Sennheiser HD-600 (offener dynamischer Kopfhörer)
Zwei Freunde, die studieren und für ihr Musikhören gute Kopfhörer suchten, legten sich je einen Sennheiser HD-600 zu. Einen der beiden habe ich heute leihweise hier. Habe ihn mit den anderen genannten Hörern verglichen. Der HD-600 ist meiner Meinung der beste dynamische Sennheiser Kopfhörer. Ich mag den HD-800 gar nicht (den 700er kenne ich noch nicht). Der 650er ist mir zu »ge-sounded«, also zu sehr akustisch färbend, da finde ich den HD-600 deutlich neutraler, und das ist es, was ich mir von Kopfhörern erwarte: Ich möchte ja die Musik hören, möglichst unverfärbt. Wenn ich eine Brille kaufe, dann ja auch eine, deren Gläser möglichst gut entspiegelt sind und eben nicht eine mit rosaroten Gläsern, um die Welt in rosafarbigen Tönen zu sehen.
Der HD-600 ist für unerfahrene Hörende deutlich einfacher zugänglich als der im Bass unechte Klang eines geschlossenen Kopfhörers wie des HD-265, den ich weiterhin schätze, insbesondere da, wo eben aus dem Kopfhörer nichts ins Mikrophon übersprechen soll/darf. Der HD-600 ist völlig offen, entsprechend hören andere, was die Nutzerin drunter hört. Das kann stören, aber man ist eben auch nicht völlig isoliert. Er klingt bewundernswert durchsichtig, hat
 Stax Lambda Pro (elektrostatisch, 580 V Polarisationsspannung)
einen geringen Anpressdruck, so dass die Ohren nicht belastet werden, man kann als Brillenträger die weichen Polster gut über die Brillenbügel schieben und schwitzt nicht drunter — was bei den dicht schließenden Ohrstücken des HD-265 linear schon der Fall ist (und auch unterm Stax Lambda Pro!)
Der HD-600 ist meine Empfehlung für alle, die einen richtig guten (dynamischen) Kopfhörer suchen; um ähnlichen Wohlklang mit Lautsprechern zu erreichen, muss man richtig tief in die Tasche greifen. — Und: Das Hören mit Kopfhörern ist an sich etwas anderes als mit Lautsprechern: Man nimmt Störungen eher wahr. Schlecht produzierte Aufnahmen erscheinen ungeschönt. Das kann lästig sein/werden. Manche CDs (auch bei mir im Regal) sind dermaßen nachlässig produziert, dass ich sie nicht über Kopfhörer ertrage. Andererseits zeigen gute Produktionen unterm Kopfhörer noch mehr von ihrer Qualität.
Der HD-265 linear ist für meine Aufnahmen weiterhin unentbehrlich. Und: Wer aus einem dynamischen Kopfhörer das Maximum herausholen möchte, dem sei das Probehören unterschiedlicher Kopfhörerverstärker empfohlen. Der oben verlinkte Presonus ist im Preis-/Leistungsverhältnis beachtlich. Wenn man den HD-600 oder den HD-265 linear an den Mini-Klinkenanschluss des MacBooks anschließt, dann ist es wie ein sehr anständiger Lautsprecher. Mit einem guten Kopfhörerverstärker kann man aber deutlich näher an den Live-Eindruck herankommen.
 Stax Verstärker SRM-1/Mk-2 Pro (mit 1 x 230 V und 1 x 580 V Polarisationsspannung)
Die Elektrostaten sind eine Welt für sich, auf jeden Fall anders. Nicht unbedingt an sich besser. Eine verblüffende Eigenschaft ist, dass die »Federsteifigkeit« der Membran dynamischer Töner (ob im Lautsprecher oder im Kopfhörer) leider nicht linear verläuft: Wenn der Töner aus der Nulllage schwingt, steigt seine »Härte«. Die als »lineare Feder« gedachte Membran (=Tauchspule) ist eben leider nicht so linear wie in der Theorie gedacht. Hörbar wird das etwa bei den Ein– und Ausschwingvorgängen etwa stehender Klavierakkorde mit gedrücktem Pedal. Die klingen im Elektrostaten deutlich »echter«. — Ich liebe meine Jecklins. Der Stax ist ziemlich anstrengend: Wenn da Aufnahmen nicht 100 % gut gemacht sind, wird es schnell unerträglich. Aber: Als quasi akustisches Mikroskop sind die unersetzlich. Die Jecklins aber sind völlig unangestrengt nutzbar, klingen einfach »wie live«. — Und noch einmal: Wenn jemand nicht weiß, was er braucht, aber weiß, dass er akustisch anspruchsvoll ist, dann sind die Sennheiser HD-600 eine sehr gute Wahl, mit der man lange sehr zufrieden seien kann.
Wenn das, was jemand glaubt, substanziell ist, dann ist eine wesentlich und untrennbar mit dem verbunden, dessen Substanz es ist. Etwas Christ, das ist, wie etwas schwanger völliger Unfug. In der antiken und mittelalterlichen Philosophie wird, das werden die meisten Sudelweb-Lesenden sicher wissen, unterschieden zwischen Substanz und Akzidenz. Etwas, das auch weggelassen werden kann, ist ein Akzidenz, so seit Aristoteles. Sicher, inzwischen gab es den liguistic turn und inzwischen leben wir in der so genannten Postmoderne. Dazu später mehr.
Wenn es also (erstmal klassisch beschrieben) so ist, dass Christ-Sein substanziell ist, dann kann man es nicht ausblenden, wenn es um die Steuererklärung geht oder um die Zeitgestaltung. Die zeitlichen Prioritätensetzungen unter christlichen Fußballfans weist eher darauf hin, dass fast alles eher substanziell ist als Gott und die Beziehungspflege zu ihm.
Ich skizziere mal einen ganz normalen Fall: Da gibt es Menschen, die sonntags Lobpreismusik schätzen und Angebote für Kinder durch die Gemeinde für elementar halten. Am Dienstag aber gibt es im Brotberuf ebenso wenig die Frage »what would Jesus do?« wie bei der Auswahl von Finanzprodukten. Klar, wer fremd geht, muss sich in frommen Kreisen schief ansehen lassen. — Aber: Das lässt sich aushalten, wie es scheint.
Anders gesagt: Diese Haltung christlichen Zwiedenkens spricht eher dafür, von akzidentiellem Christentum zu sprechen. Es ist wie ein Hobby, dem man nachgeht, aber eben bloß ein– oder zweimal wöchentlich. Andere joggen. Man könnte es auch durch einen anderen »Zeitvertreib« substituieren.
Mir scheint manches an Fragen, wie Gemeinde seien sollte, was notwendig, erforderlich, hinreichend sei, vielfach daran ausgerichtet, ob es sich um eine Interessengemeinschaft handelt, so etwas, wie einen Sportverein. Man hört gerne erbauliche Predigten, hin und wieder auch mal eine ermahnende. Zu Weihnachten mal ein paar Lieder trällern. Aber bitte nicht zu viel, bitte nicht extrem! Bloß nicht fanatisch werden. Wohin das führt, das sieht man ja in den USA…
Leider sieht man das dort viel zu selten. Im Bible Belt gibt es hohe Wahrscheinlichkeit für die Todesstrafe und für körperliche Misshandlung von Kindern und Jugendlichen, aber leider wird hier nicht weiter nach what would Jesus do gefragt als anderswo, wenn es etwa um die Haushaltspolitik der Staaten geht. Jim Wallis und andere im linksevangelikalen Lager fragen What would Jesus cut? im Hinblick auf die Haushaltskürzungen: Wo kürzte wohl Jesus? Wo also sollten Christenmenschen Einsparungen im Etat vornehmen?
Wenn es so ist, dass wir Christenmenschen, und, ja ich schließe mich selbst durchaus ein, zwar nicht von dieser Welt sind, wohl aber in ihr, dann sollten wir, so finde ich, entsprechend zu leben uns bemühen. Ich fordere hier keinesfalls irgendwelche religiösen Übungen oder gar eine konservative, C-parteiliche Haltung. Aber: Wenn es so ist, dass wir Gottes Fußvolk sind, dann sind wir dazu da, dass durch uns andere etwas von dem erfahren, was das Evangelium ausmacht. Das geht aber nicht in Gottesdiensten, christlicher Musik, sondern vor allem in den Kontakten, die jeder von uns hat. In der Schule, Uni, Arbeit, im Verein, in der Nachbarschaft und eben auch im Finanzamt, wenn nötig. Und ich meine nicht, dass es quasi allgemeine Christenpflicht werden solle, die heidnische Umwelt mit frommen Traktaten zu traktieren, sondern dass es dran ist, endlich das zu leben, was wir sagen, dass es uns ausmacht: Dass wir endlich substanzielle Christen sind und werden.
Nicht dass ich es schon ergriffen hätte, ich jage ihm aber nach. — Und ich betone, dass unsere Zeit in vieler Hinsicht die Dinge erleichtert. Verfolgung droht uns hier nicht in dem Maße wie in der frühen Christenheit unter Nero. Andererseits macht die oben erwähnte Postmoderne es nicht einfach: Es gibt — vielleicht anders als früher — eben nicht den einen Weg, sondern es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten. Auch als Christenmensch. Nur um einem möglichen Missverständnis vorzubeugen: Christen kommen in vielen, ja vermutlich in (fast) allen Kirchen vor, jedoch ist es keinesfalls so, dass alle, die in Kirchen Mitglied wären oder hingingen, deshalb als Christen, also NachfolgerInnen Christi, betrachtet werden sollten.
Wenn ich also bitten darf: Mehr Substanz, bitte…
 Halbinsel Holnis (Ostsee) mit Hasselblad Flexbody und 1:3.5/60
Vor Jahren habe ich mit meiner Schwester und einem befreundeten Paar mit kleinem Kind Urlaub in Schleswig-Holsteins Halbinsel Holnis gemacht. Wir waren mit einem Auto unterwegs und ich bin viel durch die Natur gelaufen, um zu photographieren. Getreu Ansel Adams Ausspruch: »Die beste Kamera ist die schwerste, die ich tragen kann« hatte ich nicht bedacht, dass ich zu Fuß unterwegs seien würde.
Ein Manfrotto 055 Stativ mit entsprechendem Kugelkopf trug ich im Köcher über der einen Schulter, den Rimowa-Koffer (wasserdicht, schwimmfähig, aber nicht gerade leicht) mit Flexbody und 500C-Gehäuse samt einigen Filmmagazinen und drei Objektiven über der anderen. Um den Hals baumelte mein Spotmeter. Ich schätze bald zwanzig Kilogramm Balast. Einige Bilder aber entstanden in den Zeiten, wo es nicht um gemeinsame Mahlzeiten und nötige Erholungspausen ging.
Ein Vorzug beim Flexbody ist, dass man — quasi wie bei einer Fachkamera — durch Neigen von Objektiv relativ zum Film die Lage der Schärfenebene beeinflussen kann. Beim Bild oben konnte ich so von 20 cm bis unendlich Schärfe erzeugen, ohne übermäßig abblenden zu müssen, was ja die Bildqualität (der Beugung wegen) nicht gesteigert hätte.
Wunstorf ist ja nicht so weit, da kann ich ja mal hinfahren, um einen Freund aus der Gemeinde predigen zu hören, dachte ich mir. 45 km sind es nach meinem Navigationsgerät. Am Donnerstag zuvor hatte ich die Strecke bereits zurück gelegt, wollte eigentlich zur Bibelarbeit, die aber ausfiel: Die Wunstorfer wussten das dank Info-email, bloß hatte wohl niemand erwartet, dass jemand aus Hannover kommen könne.
Ich bin ja unermüdlich und frustrationsresistent. Jedenfalls fuhr ich am Sonntag früh wieder hin, diesmal zu Küsters Hof, einer »Eventkneipe«, deren Saal für die Gottesdienste bei Bedarf angemietet wird. In Wunstorf und drum herum gibt es viele Famlien, viele kleine Kinder. Jedenfalls beginnt der Gottesdienst dort erst um 11 Uhr. Das bringt meinen Sonntagsrhythmus etwas durcheinander. Ich fuhr wie üblich und nutzte einen der McD-Kaffee-Coupons, um bei einer ermäßigten Kaffeespezialität den Sonntag zu beginnen. Mit Heft, Füllfederhalter und Kaffee ist das durchaus eine schöpferische Phase guter Ideen geworden.
G.W. ist nicht allein als Laie hin-und-wieder mit Predigten befasst. Für ihn ist es gewöhnlich, den Menschen den Kopf zu waschen und eine entsprechende Predigt hatte ich nicht ausgeschlossen. Schließlich ist er Haar– und Kopfhautpfleger (Friseurmeister) und nutze seinen Salon durchaus missionarisch: »Friseure müssen, wenn sie seifen, reden…« Anders als bei Kästners »Guido Stich« ist das bei G. weniger national, dafür eher christlich…
Die Predigt richtete sich — und das ist auch in meiner Gemeinde nicht das Übliche — bewusst an die »noch-nicht-Christen«. Um Religion ging es, was das eigentlich sei. Man höre ja stets von Religionsfreiheit. Hier dürfe man glauben, Gemeinden gründen, drüber reden. Das sei ja nicht überall so. In manchen Gegenden empfehle es sich, erstmal zu schauen, ob ein Sprengsatz unter der Kirchenbank deponiert sei. Oder wer mal versucht habe, in der Türkei eine Kirche zu bauen… Bei uns gehe das so weit, dass bekennende Atheisten einräumen: »Gott-sei-Dank ist das Wetter heute besser…« Weiterlesen
 Zwei-Wort-Satz: Adenosintriphosphat protoniert
Adenosintriphosphat ist unmittelbar verfügbare Energie für den Stoffwechsel. Eigentlich ein simples Molekül, aber eines, an dessen Namen mancher Leser scheitert.
Meine Schwester gebraucht dieses Wort als Beispiel für ein meinem Neffen beizubringendes Lemma für dessen demnächst anstehenden Kindenarzttermin kurz vor dem zweiten Geburtstags. Bis dahin sollen kleine Kinder ja so genannte Zwei-Wort-Sätze zu bilden in der Lage sein.
Das alles im Rahmen der Ermittlung, wie weit der individuelle Entwicklungsstand der Norm entspricht, hinter ihr zurück bleibt oder aber diese übertrifft. Zwei-Wort-Sätze wie »Martin — Hand« oder »Baum — bumm« als der Weihnachtsbaum umfiel, das kann ja jeder. Ich fand, dass sinnvolle Lemmata wie »Einkommensteuer-Rückerstattung« zu trainieren wären, damit der entsprechende Kinderarzt einmal etwas außergewöhnliches zu hören bekomme. Meine Schwester aber, wie es sich für eine anständige Naturwissenschaftlerin gehört, findet, dass Adenosintriphosphat ein besser geeigneter Begriff wäre, wenn man den Arzt beeindrucken wolle.
 Neffe Martin packt ein »Kinderbuch« aus.
Was eigentlich, wenn man das nicht so spielerisch angehen kann, weil einfach die Förderung nicht passt oder die individuellen Möglichkeiten keine entsprechend schnelle Entwicklung ermöglichen? Ich weiß es nicht, werde aber gelegentlich mal eine Freundin fragen, die sich mit so etwas auskennt.
Das Kinderbuch übrigens, das Martin hier auspackt, ist eher für mich als für ihn. Kein Wunder: Bisher sind ja die besonderen Förderbereiche vorrangig im Einkommensteuerrecht und in der Biochemie definiert. Bei meiner Schwester kann ich, fürchte ich, mit neutestamentlicher Theologie weniger landen. — Aber das kommt noch. Martin kann und muss ja noch einiges lernen. Dann gibt es auch für die entsprechenden Ärzte eine Menge an Neuigkeiten zu entdecken. Wie etwa wäre Mozarts »musikalische Entwicklung« mit vier Jahren von einem entsprechendem Vorschularzt beurteilt worden?
 Moschee, Duisburg am Karfreitag
Am Karfreitag war ich — ich schrieb drüber — in Duisburg. Erst in einem Gottesdienst in der ev.-meth. Gemeinde. Anschließend wollte ich in den Landschaftspark Duisburg Nord/Emscher. Und erstaunlicherweise gibt es zwei Emscherstraßen in Duisburg. Ohne richtig hinzusehen, habe ich die falsche ausgewählt und mein Navigationsgerät führte mich in die völlig falsche Gegend. Aber immerhin kam ich an dieser Moschee vorbei, die eindrucksvoll an der Straße stand.
Auch war gerade Gemeindefest — für mehrere Tage. Am Karfreitag angemessen zurückhaltend. Ein Herr sprach mich an, als ich vom Parkplatz gegenüber photographierte, er lud mich ein. Ich wusch die Beine des Stativs und stellte meine Schuhe in ein Regal an der Tür, es ist ja nicht mein erster Besuch in einer Moschee. Es war etwa 11:30 Uhr vormittags, also noch etwa zweieinhalb Stunden bis zum Freitagsgebet.
Ein herrlicher Sakralraum. Vielen Dank für die Einladung. — Ich wünsche dieser und allen anderen Gemeinden hier im Lande eine gesegnete Zeit — und dachte mir, Weihnachten wäre ein guter Termin, das Osterbild zu veröffentlichen. Es braucht mehr Wissen voneinander, mehr Christen, die Moscheen besuchen, den Koran lesen, etwas arabisch lernen, mehr gute Nachbarschaft und gemeinsames Feiern. Und das gilt auch für Juden und viele andere Gemeinden, die es hierzulande gibt. Das Fest in Duisburg war ein guter Anlass. Für mich war der Besuch ein Stück des Themas von Karfreitag.
Im Vergleich zur kleinen ev.-meth. Kapelle, die nach dem zweiten Weltkrieg aus den USA gespendet worden war, ist diese Moschee wirklich eindrucksvoll. Offenbar muss es den Gemeindegliedern in größerem Maße ein Anliegen sein, einen passenden Gebetsraum vorzuhalten.
Ganz ohne Neid: Ein feines, eindrucksvolles Gebäude, das zum Beten einlädt. Vielen Dank für die Gastfreundschaft.
Gerrit war’s, der Sänger (und Schellenkranz-Schüttler) von Q-Bic, der mich im Internet auf Dirty Loops aus Schweden hinwies. Das war vor rund einem halben Jahr. Immerhin gehörte ich noch zu den ersten 100, die deren Stücke frei herunterluden. Was machen nun eigentlich Dirty Loops? Das sind drei Schweden, die offenbar Spaß an der Musik haben, die sie machen.
Wenn ich etwas beim Dualen System Deutschland (DSD) zu sagen hätte, dann verpflichtete ich Dirty Loops, weil sie aus musikalischen Reststoffen, eigentlich aus »Müll«, hinreißende Musik zu machen wissen. Beispiel gefällig? Justin Bieber ist Teenie-Idol und Mütter-Ikone, und ich hoffe, dass er sich in mehrfacher Hinsicht davor zu schützen wissen möge, wie Herr Westerwelle einst Schwiegermutters Liebling zu werden. Habe mir (mit mehreren Hinweisen, dass dieses Stück in Deutschland leider nicht erreichbar sei) jedenfalls Justin Biebers »Baby« angehört. Ein Stück, dessen die Welt m.E. nicht bedarf. — Doch »de gustibus non est disputandum«, daher, weil sich also über Geschmack zu streiten nicht lohnt, hier die Version, die seit heute 18 Uhr von Dirty Loops online gestellt wurde.
Wer mehr braucht, möge sich Britney Spears’ erinnern, die ja nicht zuletzt wegen ihrer besonders geistfreier Thesen zur Todesstrafe aufgefallen ist. Jedoch ist viel in ihrer Musik auch gewöhnlich eher schnelllebiger Wohlstandsabfall. Und auch hier wissen die schwedischen Recycling-Fachleute eine Lösung, wie aus Altstoffen wieder sinnvolle Lösungen für den Alltag werden: Hier nämlich gibt es die nachhaltig aufgearbeitete Fassung von Spears »Circus«.
Wenn das nicht die richtige Musik ist für einen Winterabend, an dem die Finger und die Zähne lautstark an– und aufeinander zu klappern drohen, dann weiß ich auch nicht.
Danke, Gerrit, das war ein ausgezeichneter Hinweis.
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herzlich willkommen Schön, dass Du oder Sie den Weg hierher gefunden haben. Auf diesen Seiten finden sich Texte und Bilder (evtl. auch andere Medien) von Frank Weber, Hannover-Anderten. Thematisch geht es um Alltag, Musik, Literatur, Theologie und Philosophie, Photographie und vieles mehr. Das ist auch die Tücke dieses Blogs: Kaum jemanden wird das alles interessieren.
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